miniatur|Porträt des Künstlers am Museum Ferdinandeum von Antonio Spagnoli (1884)Ellen Hastaba: Programm mit Zufall und Abstrichen – gesamttirolisch ausgerichtet: Die Fassade des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. In: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, Band 83 (2003), S. 63–94 () mini| Bronzestatue, darstellend Terpsichore, Kopie aus dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, am Kirchplatz seines Geburtsortes mini| Madonna J. D. Mahlknechts in der Pfarrkirche St. Ulrich in Gröden mini|Der Hl. Franziskus von Sales an der rechten Außenwand der Kirche La Madeleine (Paris) Johann Dominik Mahlknecht (* 1793 in Überwasser in St. Ulrich in Gröden, Gemeinde Kastelruth; † 1876 in Paris) war ein französischer Bildhauer Tiroler Herkunft. Er ist in Frankreich hauptsächlich unter dem Namen Dominig bzw. Dominique Molknecht, Molchneht oder Molchnecht bekannt.
Biographie Johann Dominik Mahlknecht wanderte in jungen Jahren nach Frankreich aus, wurde dort zu einem der bedeutendsten Bildhauer seiner Zeit und schließlich zum „Staatskünstler“ ernannt. Mahlknecht starb in Paris im Jahr 1876.
Es wird fälschlicherweise behauptet, dass Mahlknecht ein Schüler Canovas gewesen sei. 1810 wanderte er in den Diensten des Schwarzwälder Händlers Andre Mölzer nach Frankreich aus. In Lyon bei der Grödner Kaufmannsfamilie Sanoner vorübergehend aufgenommen und auch finanziell von dieser unterstützt, zog er für sieben Monate nach Le Mans, wo ihn ein namentlich nicht näher bekannter Landsmann weiter ausbildete. Ab 1812 ließ sich Mahlknecht in Nantes nieder. Er wirkte dort wahrscheinlich in der Werkstatt von Joseph Debay (1779–1863) und wurde schon mit 20 Jahren ein selbständiger und bekannter Künstler. 1826 wurde Mahlknecht zum „Bildhauer Seiner Königlichen Hoheit“ ernannt und ihm vom Innenministerium ein Atelier am Quai D’Orsay Nr. 9 in Paris zur Verfügung gestellt. Zwei seiner bekanntesten Schüler waren Amédée René Ménard und Jean-Baptiste Barré.
Der französische Staat beauftragte 1840 33 verschiedene Künstler, die 33 überlebensgroßen Statuen, die die Außenwände der Kirche La Madeleine (Paris) abwechselnd mit den 52 Säulen des Peristiliums schmücken, auszuführen. Diese Vielfalt der Stile namhafter Künstler und die Abfolge von männlichen und weiblichen Heiligen bereitet den Besucher auf den monumentalen Charakter des Kircheninneren vor. Mahlknecht schuf den Hl. Franziskus von Sales, der an der rechten Außenwand der Kirche, als achter Heiliger, zwischen den Heiligen Adelheid und Helene steht.
1859 schrieb ein Kritiker des Bothen für Tirol und Vorarlberg zur Terpsichore Mahlknechts: (Bothe für Tirol und Vorarlberg 124 (1859) 536).
Werke in Paris Fassadendekor in Gips, 14 Rue Vanenau, ParisEugen Trapp: Dominik Mahlknecht.Istitut Ladin Micura de Rü 1991, S. 152–153.. Relief am Grabdenkmal für Anton Reicha aus Marmor, Cimetière du Père-Lachaise, ParisEugen Trapp: Dominik Mahlknecht.Istitut Ladin Micura de Rü 1991, S. 154.. Hl. Franz von Sales, Steinstatue, Eglise de la Madeleine, ParisEugen Trapp: Dominik Mahlknecht.Istitut Ladin Micura de Rü 1991, S. 159–160.. Christus und die beiden Schächer aus Holz, Kalvarienberg neben der Kirche Saint Pierre de Montmartre, ParisEugen Trapp: Dominik Mahlknecht.Istitut Ladin Micura de Rü 1991, S. 162–163.. Heilige Philomena, Marmor, Eglise Saint Germain-l'Auxerrois, ParisEugen Trapp: Dominik Mahlknecht.Istitut Ladin Micura de Rü 1991, S. 164.. Epitaph des Marschalls Jannot de Moncey und des Marschalls Oudinot in Marmor, Saint Louise des Invalides, ParisEugen Trapp: Dominik Mahlknecht.Istitut Ladin Micura de Rü 1991, S. 184–186.. Acht allegorische Statuen aus Gips, Hôtel du Ministre des Affaires Etrangères, ParisEugen Trapp: Dominik Mahlknecht.Istitut Ladin Micura de Rü 1991, S. 189–192.. Auguste Jean Rougevin Būste aus Bronze, Ecole National Supérieur de Beaux Arts, ParisEugen Trapp: Dominik Mahlknecht.Istitut Ladin Micura de Rü 1991, S. 195..
Weitere Werke Statuen der Evangelisten, die J. D. Mahlknecht um 1859 der Pfarrkirche St. Ulrich in Gröden in seinem Geburtsort schenkte.
mini|Heilige Philomena mit den Attributen Märtyrerpalme, Peitsche, Anker und Pfeile, Gipsstatue im Museum Gherdëina Einzelnachweise
Literatur
Eugen Trapp: Dominik Mahlknecht 1793–1876. Ein Grödner als französischer Staatskünstler. Monographie und kritischer Katalog. Verlag: Istitut Ladin Micura de Rü, San Martin de Tor 1991. François Pupil: Eglise de la Madeleine. L’histoire d’une paroisse. Paroisse de la Madeleine, Paris 2000.
Weblinks
im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Katalog von 43 Werken des Künstlers in den Archives Nationales - abgerufen am 26. August 2011
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