mini|Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke
Das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke (GKH), Nordrhein-Westfalen, verbindet als Akutkrankenhaus medizinische Behandlung mit Angeboten der Anthroposophie. Im Krankenhaus werden jährlich mehr als 50.000 Menschen behandelt. Es beherbergt 17 Fachabteilungen mit 528 Planbetten (Stand: 2023). Es deckt die internistisch-chirurgische Grund- und Regelversorgung sowie eine überregionale Zentrumsversorgung auf verschiedenen weiteren Feldern ab. Das GKH ist das größte Anthroposophische Krankenhaus Deutschlands und beschäftigt rund 1.900 Mitarbeitende. Zudem ist das GKH ein akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Witten/Herdecke.
Trägerschaft Träger des GKH ist eine gGmbH, die sich aus der Gemeinnützigen Stiftung zur Entwicklung von Gemeinschaftskrankenhäusern, dem Verein zur Förderung von Gemeinschaftskrankenhäusern e. V. sowie einem Einzelgesellschafter zusammensetzt. Zum GKH gehören vier Tochtergesellschaften: die Medi Global Service GmbH, die HerWe Service GmbH, die Rebional GmbH und die IntegraMed MVZ GmbH.
Geschichte Als erstes Akutkrankenhaus für Anthroposophische Medizin wurde das GKH am 11. November 1969 in Herdecke eröffnet. Einer der Hauptbegründer war Gerhard Kienle (1923–1983). Ein Hauptmotiv in der Sozialgestaltung der Gründungszeit waren flache Hierarchien ohne Chefärzte und Oberschwestern.
Das Gebäude verfügte zunächst über sechs Stockwerke mit 192 Betten. Ein Jahr später erfolgte die Gründung der Pflegeschule, dem heutigen DöKI. Im Jahr 2023 verfügt das GKH über rund 530 Betten und bildet mit An- und Neubauten einen Gebäudekomplex, der sich auf eine Fläche von ca. 42.000 m² verteilt und neben dem medizinischen Bereich und der Verwaltung auch Mitarbeitenden-Wohnungen, Schulungsräume, eine Kantine sowie eine Cafeteria beherbergt. Zudem gibt es seit 1989 eine Schule für stationär aufgenommene Kinder und Jugendliche: die Ita-Wegmann-Schule. Dort werden Kinder und Jugendliche, die länger als vier Wochen in stationärer Behandlung sind, unterrichtet und auf die Wiedereingliederung in ihre Heimatschule vorbereitet. Seit 2008 ist mit dem Olibanum ein ambulantes Hospiz an das GKH angegliedert.
Der Träger des Krankenhauses erwarb im Januar 2008 für 1,9 Millionen Euro einen Gesellschafteranteil von 15 % an der in Finanzschieflage geratenen Privatuniversität Witten/Herdecke.
Angebot Das GKH deckt folgende Fachgebiete ab: Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Chirurgie, Frührehabilitation, Geburtshilfe, Gynäkologie, Innere Medizin, Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Labormedizin, Neurochirurgie, Neurologie, Onkologie, Psychiatrie/Psychotherapie, Psychosomatik, Radiologie, Abteilung für Rückenmarksverletzte, Notaufnahme/Poliklinik.
Darüber hinaus gibt es die zur Klinik gehörende Onkologische Praxis Herdecke, die Neurochirurgische Praxis sowie elf weitere Versorgungszentren: Beckenbodenzentrum, Brustzentrum, Endometriosezentrum, gynäkologisches Krebszentrum, Kinderonkologisches Zentrum, Darmzentrum, MS-Zentrum, Myomzentrum, Perinatalzentrum, Schlaganfallzentrum, Zentrum für Neuromedizin.
Als größter Arbeitgeber Herdeckes bildet das GKH in fünf Berufen aus. Die Ausbildung zur Pflegefachkraft erfolgt in der angegliederten Pflegeschule, dem Dörthe-Krause-Institut, kurz DöKI, das sich oberhalb des Krankenhauskomplexes befindet.
Bildergalerie Gebäudeansichten (außen und innen):
Siehe auch Liste von Krankenhäusern im Ennepe-Ruhr-Kreis
Weblinks
Offizielle Website Pflegeschule DöKI Stadt Herdecke Uni Witten/Herdecke
Einzelnachweise
Herdecke Gemeinschaft Kategorie:Bauwerk in Herdecke Kategorie:Anthroposophische Architektur Kategorie:Baugruppe (Städtebau) im Ennepe-Ruhr-Kreis Kategorie:Krankenhausanlage Kategorie:Unternehmensgründung 1969