Die Eidechse (lateinisch Lacerta) ist ein Sternbild des Nordhimmels.
Beschreibung miniatur|hochkant|Das Sternbild Eidechse, wie es mit dem bloßen Auge gesehen werden kann Die Eidechse ist ein unscheinbares Sternbild zwischen den Sternbildern Andromeda, Kassiopeia, Kepheus, Schwan und Pegasus. Es besteht aus einer Kette lichtschwacher Sterne, von denen nur einer heller als die 4. Größenklasse ist. Durch den nördlichen Teil der Eidechse zieht sich die Milchstraße.
Geschichte Das Sternbild wurde von dem Danziger Astronomen Johannes Hevelius in seinem 1690 posthum erschienenen Werk Firmamentum Sobiescianum, sive uranographia eingeführt.Michael E. Bakich: The Cambridge Guide to the Constellations. Cambridge University Press, 1995, ISBN 9780521449212, S. 224 f. Hevelius vergab auch den Zweitnamen Stellio (Wassermolch), der allerdings kaum benutzt wurde.Ian Ridpath: Die großen Sternbilder. Patmos, 2004, ISBN 3-491-69112-5, S. 129 (Online-Fassung der englischen Originalausgabe).Richard Hinckley Allen: Star-names and their meanings. G. E. Stechert, New York 1899, S. 251 ().
Die Sterne des heutigen Sternbilds waren mehrfach Teile von Sternbildern, die sich nicht durchsetzen konnten: Der Franzose Augustin Royer fasste die Sterne 1697 zu Ehren des Sonnenkönigs Ludwig XIV. zum „Sceptre“ (dem Zepter) zusammen. Johann Elert Bode schlug 1787 den Namen „Honores Frederic“ („Friedrichs Ehre“) vor zum Gedenken an den ein Jahr zuvor verstorbenen preußischen König Friedrich den Großen.Ian Ridpath: Die großen Sternbilder. Patmos, 2004, ISBN 3-491-69112-5, S. 228 (Online-Fassung der englischen Originalausgabe).
1929 entdeckte Cuno Hoffmeister in der Eidechse ein Objekt, dessen Helligkeit sich ohne erkennbare Periodizität veränderte. Man hielt es für einen veränderlichen Stern und bezeichnete es gemäß der üblichen Nomenklatur als BL Lacertae. Erst später stellte man fest, dass es sich um den aktiven galaktischen Kern (englisch: Active Galactic Nucleus, AGN) einer Galaxie handelte. BL Lacertae war der erste entdeckte Blazar und Namensgeber eines Typs von Galaxien, die heute als BL-Lacertae-Objekte bezeichnet werden.
Himmelsobjekte Sterne B F Namen o. andere Bezeichnungen Größe (mag) Lj Spektralklasse 7 Alpha Lacertae 3,77 104 A1 V 1 4,15 678 K3 II-III 5 4,36 2200 K6-M0 I + B7/8 V 3 4,43 169 G8 III 11 4,46 350 K2.5 III HD 211073 4,49 570 K2.5 III 6 4,51 1150 B2 IV 2 4,55 619 B6 V 4 4,55 2580 B9 Iab-Ib 9 4,63 175 A9VkA7mA6 10 4,88 1490 O9 V 15 4,95 351 M1 III 13 5,08 283 G8 III 12 5,23 1260 B1.5 III 16 5,59 1460 B2 IVs 8 5,73 1720 B1 Vne + B1 Vs 14 5,92 1610 B4 III + F9 III
Alpha Lacertae, der hellste Stern in der Eidechse, ist ein 104 Lichtjahre entfernter, weißlich leuchtender Stern der Spektralklasse A1 V.
Doppelsterne
System Größen (mag) Abstand 8 5,7/6,5 22,4"
8 Lacertae ist ein Doppelsternsystem in 1700 Lichtjahren Entfernung. Die beiden äußerst leuchtkräftigen Komponenten gehören der Spektralklasse B1 an. Sie können bereits mit einem kleinen Teleskop beobachtet werden.
Veränderliche Sterne Objekt Größe Periode Typ S Lac 7,6m bis 13,9m 241,5 Tage Mirastern Z Lac 7,88m bis 8,93m 10,886 Tage Delta-Cephei-Stern
S Lacertae ist ein Veränderlicher Stern vom Typ Mira, dessen scheinbare Helligkeit während einer Periode von 241,5 Tagen sehr stark zwischen 7,6 und 13,9 Größenklassen schwankt. Als rötlicher Stern variiert sein Spektraltyp von M4e bis M8e. Seine Entfernung von der Erde beträgt etwa 2600 Lichtjahre. – Z Lacertae gehört zu den Veränderlichen vom Typ Delta Cephei. Im Maximum weist er eine scheinbare Helligkeit von 7,88m, im Minimum von 8,93m auf. Während einer Periode der Helligkeitsschwankung von 10,886 Tagen verändert sich seine Spektralklasse zwischen F6 Ib und G6 Ib. Er ist ein Überriese und circa 6700 Lichtjahre von der Erde entfernt.
NGC-Objekte
NGC sonstige Größe (mag) Typ Name NGC 7209 7,7 Offener Sternhaufen NGC 7243 6,4 Offener Sternhaufen NGC 7245 9,2 Offener Sternhaufen IC 1434 9,0 Offener Sternhaufen BL Lacertae 14,5 Blazar
In der Eidechse befinden sich vier Offene Sternhaufen, die mit einem mittleren Teleskop in Einzelsterne aufgelöst werden können.
Die Galaxie BL Lacertae ist mit einer Helligkeit um 14,5 mag sehr lichtschwach. Um sie zu beobachten, benötigt man ein größeres Teleskop.
Siehe auch Liste der Sternbilder
Literatur Philip M. Bagnall: The Star Atlas Companion : What You Need to Know About the Constellations. Springer, New York 2012, ISBN 978-1-4614-0829-1, S. 257f. Ian Ridpath: Star Tales. Lutterworth, 1988, ISBN 0-7188-2695-7, (online).
Weblinks
Einzelnachweise