Der Fernsehturm Riga (Rīgas radio un televīzijas tornis) ist mit einer Höhe von 368,5 Metern das höchste Bauwerk der lettischen Hauptstadt Riga.

In 97 Metern befindet sich die Aussichtsplattform, von der man fast die gesamte Stadt überblicken kann. Auf 137 Metern befindet sich eine weitere Aussichtsplattform, die allerdings nicht immer öffentlich zugänglich ist. Bei gutem Wetter sieht man auch den Rigaischen Meerbusen und die umliegenden Städte. Seit seiner Eröffnung bis 2006 gab es auf einer Höhe von 93 Metern auch ein Restaurant mit Namen Vēja Roze („Windrose“). Zurzeit ist es geschlossen.

Umbau Seit Mai 2019 ist der Turm für Besucher geschlossen.lvrtc.lv: (englisch) Unter anderem soll ein Foucaultsches Pendel installiert und die Bombenschutzkeller für Besucher zugänglich gemacht werden.

Anfang 2024 hat das Staatliche lettische Radio- und Fernsehzentrum (LVRTC) die Ausschreibung für den Umbau des Rigaer Radio- und Fernsehturms und des Technik- und Verwaltungsgebäudes eingeleitet. Die Unterzeichnung des Bauvertrags wird für Ende 2025 erwartet, der Beginn der Umbauarbeiten für Anfang 2026. Der Wiederaufbau des Rigaer Radio- und Fernsehturms und des technischen Gebäudes soll drei Jahre dauern und 2029 eröffnet werden.

Lage und Beschaffenheit Der Turm steht auf der Insel Zaķusala (Haseninsel) in der Düna, welche etwa 6 bis 7 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Bei der Planung wurden mögliche Hochwasser und Erdbeben berücksichtigt. Der Turm soll Beben der Stärke 8,5 standhalten (da es sich damals um Planungen unter politischer Führung handelte, ist dieser Wert sicher mit Vorsicht zu genießen. Allerdings dürfte der Turm wahrscheinlich nie stärkere Erdbeben erleben, da Lettland fernab seismisch aktiver Gebiete liegt). Der Turm soll Windstärken bis 44 m/s standhalten. Um die Schwingungsamplitude zu verringern sind in 198 Metern Höhe drei jeweils 10 Tonnen schwere Pendel angebracht, die den Schwingungen entgegenwirken. Die tageszeitlichen Temperaturschwankungen können eine Längenänderung von bis zu 2,4 Metern an der Turmspitze hervorrufen.

Die Errichtung des Turms war ein Meilenstein in der Versorgung mit Rundfunk- und Fernsehprogrammen. Heute deckt er eine Fläche ab, die weit über die Stadtgrenzen von Riga hinausreicht.

Das Fundament besteht aus Schalbeton-Pfeilern, die sich in 24 bis 27 Meter Tiefe auf eine Dolomit-Platte stützen.

Das Tragwerk besteht aus drei Stützen, wobei in zwei Stützen Express-Schrägaufzüge der Firma Otis untergebracht sind. Sie können Besucher in 42 Sekunden auf die genannte, 97 Meter hohe Aussichtsplattform befördern. In der dritten Stütze (der südöstlichen) befinden sich eine Treppe sowie verschiedene technische Versorgungseinrichtungen.

Im Mittelteil befindet sich der Großteil der technischen Einrichtungen sowie ein weiterer senkrechter Aufzug. Für den Rostschutz des Mittelteils wurden 62 Tonnen Farbe benötigt. Die Malerarbeiten wurden von Sankt-Petersburger Kletterern verrichtet.

Im Antennenteil befindet sich ein Kran der schwedischen Firma Alimak Hek, mit dem sich Lasten bis auf 308 Meter Höhe befördern lassen. Die restlichen 44 Meter lassen sich über eine Treppe innerhalb der Konstruktion erklimmen.

Zum 50-jährigen Jubiläum des lettischen Fernsehens am 6. November 2004 gab es ein Großfeuerwerk am Turm, und es fand ein Fotowettbewerb zum Turm statt.

Entstehung Über den Standort des Turms wurde vor seiner Errichtung viel diskutiert. Schließlich konnte man sich auf die Insel Zaķusala als Standort einigen, obwohl die Insel nicht besonders hoch liegt.

Die Konstruktion wurde im damals sowjetischen staatlichen Fernmelde-Institut entworfen. Den optischen Entwurf zeichnete der georgische Architekt Kim Nikuradse. Der endgültige Entwurf wurde von einem Rigaer Architekten-Team unter der Leitung von Gunārs Asara ausgeführt.

Die Bauarbeiten begannen 1979 und wurden von der Rigaer Werksbau-Gesellschaft durchgeführt. Dabei wurde Dolomit von der Insel Saaremaa, Granit aus Karelien sowie Stahlfachwerk aus Tscheljabinsk verbaut. Die stählerne Spitze wurde von einer Montagemannschaft aus Leningrad montiert. Die reine Stahlkonstruktion hat Vorteile in Bezug auf die Formgebung, ist jedoch auch teurer als eine Stahlbetonkonstruktion und muss auch regelmäßig mit Rostschutzmittel behandelt werden.

Der Fernsehturm wurde 1986 fertiggestellt.

Programme UKW Freq.(MHz)Direkt./Pol.Antennenhöhe über Grund(m)ERP(kW)StationRDS PSPI-CodeBemerkungen88,6D/V1701Radio Roks*ROKS*__ __88.6__9260Rockmusik, russischsprachig, gehört zur Mix Media Group89,2ND/V1912,63Radio SWH RockSWH_ROCK9208Rockmusik90,0ND/H1910,5Radio SWH GoldSWH_GOLD9545Oldies90,7ND/H27435,48Latvijas Radio 1__LR-1__9211öffentlich-rechtlich, Nachrichten & Information91,5ND/H27435,48Latvijas Radio 2__LR-2__9222öffentlich-rechtlich, Schlager94,5ND/V1910,5Ретро FMRetro FM909Brussischsprachig94,9D/V1702Relax FMRELAX_FM [Artist_-_Title] RELAX_FM STAND___ WITH____ PEACE___928295,8ND/H1910,7Latvijas Radio 6 NABA / LR Saeimas sēdesLR6_NABA9266Campusradio der lettischen Universität / Plenarsitzungen des lettischen Parlaments98,3D/V1702,63TOPradioTOPradio924A99,5ND/H2744,27Lounge FM_LOUNGE_9294Jazzmusik100,0ND/V1911,59Radio SWH LVSWH_LV__9509Lettische musik101,8ND/H2745,6Latvijas Kristīgais Radio__LKR___ 672137049786christliches Programm102,3ND/H1910,23Radio Skonto Plus*SKONTO+906Drussischsprachig102,7ND/H27417,78Radio Mix FM*MIX FM*9262103,2ND/H1910,25Avtoradio Latvija*ABTO*__9261103,7ND/H2749,55Latvijas Radio 3 Klasika__LR-3__9233öffentlich-rechtlich; Klassik & Kultur104,3ND/H2744,79European Hit Radio__EHR___ [Artist - Title] __NO:___ [yyyy.Mmm]9488bis 2003 „Super FM“, europäische Chart-Platzierungen105,2ND/H27413,18Radio SWH__SWH___9258bekanntester Privatsender in Lettland105,7ND/H2744,07Радио SWH+SWH+____9202russischsprachig106,2ND/H2743,16Radio Star FMSTAR_FM_2201106,8ND/H1910,5Radio TEVRadioTEV9295107,2ND/H2743,98Radio Skonto_SKONTO_9292Ü40-Format107,7ND/H2746,61Latvijas Radio 4 Домская Площадь__LR-4__9244öffentlich-rechtlich; russischsprachig

DVB-T In Lettland wird ausschließlich H.264/MPEG-4 AVC als Videocodec verwendet.

Am 6. Januar 2022 erfolgte gegen 6 Uhr morgens die Räumung des 700-MHz-Bandes für die Digitale Dividende II. Zeitgleich startete ein SD/HD (1080i) Simulcast für die Programme LTV1 und LTV7.

Kanal Frequenz (MHz) Multiplex Programme im Multiplex ERP (kW) Diagrammrund (ND)/gerichtet (D) Polarisationhorizontal (H)/vertikal (V) Modulations-verfahren FEC Guard-intervall NettoBitrate (MBit/s) SFN 28 530 LVRTC LTV1 LTV1 HD LTV7 LTV7 HD Re TV (SD) Rīga TV24 (SD) TV4 (SD) 200 D H 16-QAM (8-k-Modus) 3/4 1/4 14,929 kein SFN 31 554 Lattelecom TV3 🔒 РТР-Планета 🔒 3+ 🔒 TV6 🔒 ПБК 🔒 РЕН Балтия 🔒 TV1000 🔒 S.TV 🔒 Eurosport 1 🔒 National Geographic 🔒 200 D H 64-QAM (8-k-Modus) 3/4 1/4 22,394 kein SFN 43 650 Lattelecom Nickelodeon 🔒 Дом кино Premium 🔒 Kanāls 2 🔒 MTV Music 24 🔒 Охотник и рыболов 🔒 360TV 🔒 НТВ Мир 🔒 МУЗ-ТВ 🔒 VIP Comedy 🔒 Latvijas Šlāgerkanāls 🔒 200 D ? 64-QAM (8-k-Modus) 3/4 1/4 22,394 kein SFN 45 666 Lattelecom TLC 🔒 Discovery Channel 🔒 Discovery Science 🔒 Animal Planet 🔒 Investigation Discovery 🔒 Travel Channel 🔒 DTX 🔒 BBC Earth 🔒 Nick Jr 🔒 MTV Europe 🔒 CNN International 🔒 130 D H 64-QAM (8-k-Modus) 3/4 1/4 22,394 kein SFN 48 690 Lattelecom Fox 🔒 Fox Life 🔒 FilmZone 🔒 СТС Балтия 🔒 Sony Channel 🔒 Sony Turbo 🔒 TV1000 Русское Кино 🔒 VH1 Europe 🔒 Дом кино 🔒 ТНТ 🔒 Hustler TV 🔒 200 D H 64-QAM (8-k-Modus) 3/4 1/4 22,394 kein SFN 44 658 Lattelecom Setanta Sports 🔒 NBA TV 🔒 KHL 🔒 Motorsport.tv 🔒 KidZone 🔒 Best4Sport 🔒 Eurosport 2 🔒 JimJam 🔒 Disney Channel 🔒 Disney XD 🔒 Disney Junior 🔒 50 D ? 64-QAM (8-k-Modus) 3/4 1/4 22,394 kein SFN 59 778 Lattelecom Discovery HD Showcase 🔒 Eurosport 1 HD 🔒 MTV Live HD 🔒 200 D H 64-QAM (8-k-Modus) 3/4 1/16 26,346 kein SFN

🔒 = Verschlüsselt mit Conax

Analog-TV (abgeschaltet) Seit der Analogabschaltung am 1. April 2010 war TV3 der einzige verbliebene analoge Kanal, der vom Turm ausgestrahlt wurde. TV3 behauptete u. a., Lattelecom verlange überhöhte Preise für die DVB-T-Ausstrahlung und wollte sich daher nicht auf einen Abschalttermin festlegen. Am 31. Mai 2010, also einen Tag vor der landesweiten Abschaltung unterzeichnete TV3 einen Vertrag über die Verbreitung per DVB-T bis Ende 2013. Gleichzeitig kündigte das LVRTC an, den analogen Sender in der Nacht zum 1. Juni abzuschalten.

Das verwendete Farbübertragungssystem war und ist PAL D/K (6,5 MHz Bild-/Tonträgerabstand).

+ ehemalige analoge KanäleKanalAntennenhöhe über Grund(m)ERP(dBW)ProgrammAbschaltung330550,1LTV1 (öffentlich-rechtlich; Nachrichten, Reportagen und Kultur)1. April 2010732632,6TV Riga (TV5) (interaktive TV-Shows und Infotainment)1. Dezember 20091032650,8LTV7 (öffentlich-rechtlich; Sport, Serien und Spielfilme)1. März 20102834355,7LNT (erster privater TV-Sender; Shows & Spielfilme)1. April 20103134355,2TV3 (Shows & Spielfilme)1. Juni 2010

Seit 1998 ist das Programm TV3 verschlüsselt auch über Sirius 3 zu empfangen.

Am 29. März 2006 sind die Programme TV5 (unverschlüsselt) sowie LTV1 und LNT (ebenfalls verschlüsselt) hinzugekommen.

Seit dem 28. August 2007 wird das Angebot durch LTV7 (verschlüsselt) abgerundet.

DAB Die Einführung von DAB ist derzeit aufgrund der hohen Kosten für DAB-Radios und einer zufriedenstellenden UKW-Versorgung nicht geplant. Langfristig besteht jedoch wie bei DVB-T aufgrund des begrenzten Frequenzspektrums Handlungsbedarf. Anders als in einigen anderen europäischen Ländern sind alternative Übertragungsverfahren wie DVB-T-Radio nicht im Gespräch, zumal im DVB-T-Multiplex auf Kanal 38 vier Radiosender verbreitet werden. Im Nachbarland Litauen laufen bereits DAB-Testsendungen.

DMB und DVB-H Im Jahr 2006 wurde in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK) die Einführung von DMB bzw. DVB-H als Übertragungsverfahren für Mobile-TV erörtert. Als Beispiel hierzu diente das DMB-Projekt des Unternehmens „Mobiles Fernsehen Deutschland“ in Baden-Württemberg.

Zurzeit scheint jedoch die ausschließliche Einführung von DVB-H zusammen mit DVB-T am wahrscheinlichsten.

RRC06 Im Rahmen der Regional Radiocommunication Conference 2006 erhielt Lettland drei bis vier DAB/DMB-Bedeckungen im Band III (7 MHz Kanalbreite) eine DVB-T-Bedeckung im Band III (7 MHz Kanalbreite) sieben (Liepāja: acht) DVB-T-Bedeckungen im Band IV/V (8 MHz Kanalbreite) acht Frequenzzuweisungen für Lokalsender

RegionVHFUHFSenderstandorteDABDVB-TLokalLiepāja5A5B5C5D 8 2123263339616269 - -Liepāja, Embūte (Priekule), Ēvarži (Saldus), LielauceKuldīga25273035404752 -3249Dundaga, Ventspils, KuldīgaRīga12A12B12C12D 9 28314345485966 -3944RigaValmiera21335051546568 -37 -Kapteiņi (Salacgrīva), ValmieraCesvaine6B6D10A - 7 22242930415869 - - -Māļi, Cesvaine, AlūksneViesīte5A5D11D - 8 23263846536067 -55 -ViesīteDaugavpils5C6A6C - 9 27394047515664 -24 -DaugavpilsRēzekne44505762 -37 -Rēzekne, Dagda

Fettgedruckt: Für DVB-T in Betrieb.

Signalzuführung Der Turm dient auch der zentralen Signalzuführung zu praktisch allen lettischen Radio- und Fernsehsendern per Richtfunk.

Datendienste Auf dem Turm befindet sich ein SDH- und PDH-Knotenpunkt sowie MMDS- und WiMAX-Access Points zahlreicher Telekom-Anbieter.

Lettland ist zudem eines der wenigen europäischen Länder, in dem neben GSM/EDGE und UMTS/HSDPA auch der US-Standard CDMA2000 EV-DO Rev A auf 450 MHz (CDMA450) zur Internetanbindung entlegener Landesteile eingesetzt wird.

Sonstiges Der Turm beherbergt zusätzlich Fernmeldeeinrichtungen des Militärs, des Verteidigungsministeriums, des Grenzschutzes, der Stadtverwaltung, der Flugnavigation, des Stromversorgers Latvenergo sowie mehrerer Telekom-Unternehmen.

mini|ohne|hochkant=1.5|Blick nach Norden auf die Düna, am rechten Ufer sieht man das Stadtzentrum, geradeaus auf der Insel das Gebäude des lettischen Fernsehens

Geschichte der Einführung von DVB-T Erste LVRTC-Tests