Der Zirkel (in der Erstbezeichnung französisch compas – lateinisch / fachsprachlich Circinus) ist ein Sternbild des Südhimmels.

Beschreibung Der Zirkel ist ein unauffälliges Sternbild, bestehend aus einer Gruppe von Sternen, von denen nur einer die 3. Größenklasse erreicht.

Durch das Sternbild zieht sich das helle Band der Milchstraße. Von Europa aus ist es nicht beobachtbar.

Geschichte Der „Zirkel“ gehört zu den Sternbildern, die der französische Astronom Nicolas Louis de Lacaille im 18. Jahrhundert einführte.Die Erstbeschreibung der Beobachtung ist publiziert in: Sur les étoiles nébuleuses du ciel Austral, in: Memoires Academie Royale des Sciences 1755, 194-199, hier 198 (Nr. III.9), Digitalisate bei Google Books: , , , , , ; engl. Übers., zusätzliche Übersicht; Überprüfungen der Beobachtungen folgten u. a. von Dunlop 1828, Auwer 1862 u. a. m. vgl. die Übersichten: , . Beschreibung der dem Sternbild von Lacaille zugeordneten Einzelsterne auch in: Lacaille: A catalogue of 9766 stars in the southern hemisphere, S. 147.151-153 (Nr. 5846, 6012, 6059, 6093) (Digitalisat bei Google Books). Die Einführung der Sternbildbezeichnungen dann in: l'Abbé De La Caille: Table des ascensions droites et des déclinaisons apparentes des Étoiles australes renfermées dans le tropique du Capricorne, observées au cap de Bonne-espérance, dans l'intervalle du 6 Août 1751, au 18 Juillet 1752, in: Mémoires Académie Royale des Sciences pour 1752, Paris 1756, 539-592, dort 589 und in der Sternkarte (Planisphère contenant les Constellations Célestes) nach S. 590, Digitalisat der BNF Paris. Während hier die französische Bezeichnungen gebraucht werden, setzt Lacaille in der Zweitauflage latinisierte Namen ein: N. L. de Lacaille: Coelum australe stelliferum, Paris 1763, Digitalisat ETH Zürich und bei Google Books, Auszug der Abbildung bei der BNF. Die Sternkarte wurde (mit den französischen Sternnamen) übernommen in den weitverbreiteten Sternatlas von Jean Nicolas Fortin (Atlas Céleste, Paris 1776, Digitalisat bei Google Books, Auszug; Auszüge der Auflage Paris 1795: , ) und auch verwendet von Denis Diderot / Jean-Baptiste le Rond d’Alembert: Recueil de Planches de l'Encyclopédie par ordre de matieres, t. 7 p. 3, Paris - Liège 1789.

Himmelsobjekte Sterne Stern Name Größe Distanz (Lj) Spektralklasse α Alpha Circini 3,19m 54 F0 β 4,07m 96 A3 V γ 4,51m 450 B5 IV + F8 V ε 4,85m 430 K2 III δ 5,09m 2270 O8 IV + O9.5 V + B0.5 V θ 5,11m 1130 B2 + B2 η 5,17m 277 G8 III ζ 6,09m 1400 B2/3 Vn

β Circini ist ein 96 Lichtjahre entfernter Stern der Spektralklasse A3 V.

Doppelsterne System Größen Abstand α 3,4m/8,6m 16" δ 5,1m/5,7m 243"

α Circini, der hellste Stern im Zirkel, ist ein Doppelsternsystem. Bereits mit einem kleineren Teleskop kann das System in Einzelsterne aufgelöst werden.

δ Circini ist ein extrem leuchtstarkes Doppelsternsystem in 2300 Lichtjahren Entfernung. Es besteht aus zwei etwa gleich hellen Sternen der Spektralklassen O9 und B1. Das System weist von der Erde aus einen weiten Abstand von 243 Bogensekunden auf und kann bereits im Prismenfernglas als Doppelstern erkannt werden.

NGC-Objekte NGC sonstige Größe Typ Name 5315 9,8m Planetarischer Nebel 5823 7,9m Offener Sternhaufen

Im Zirkel findet man den Offenen Sternhaufen NGC 5823 sowie die Circinusgalaxie (ESO 97-G13).

Siehe auch Liste der Sternbilder

Literatur Philip M. Bagnall: The Star Atlas Companion : What You Need to Know About the Constellations. Springer, New York 2012, ISBN 978-1-4614-0829-1, S. 160–162. Ian Ridpath: Star Tales. Lutterworth, 1988, ISBN 0-7188-2695-7, (online).

Weblinks

E.-Günter Bröckels: Das Sternbild Circinus/Zirkel, sternwarte-luebeck.de, 1. April 2020

Einzelnachweise

Kategorie:Anerkanntes Sternbild