Das Infanterie-Regiment „Prinz Friedrich der Niederlande“ (2. Westfälisches) Nr. 15 war ein Infanterieverband der Preußischen Armee.

Organisation Name Die Bezeichnung des Regiments wurde im Laufe seines Bestehens mehrfach geändert:

1813: 3. Reserve-Infanterieregiment 25. März 1815: 15. Infanterie-Regiment Durch die in Wien an diesem Tag erlassene Allerhöchste Kabinettsorder (AKO) wurden die seit dem 1. Juli 1813 neuformierten Reserve-Infanterieregimenter nach deren Stammnummern geordnet. Bis zu deren weiteren Bestimmung sollten sie fortan nach dieser Stammnummer benannt werden. 5. November 1816: 15. Infanterie-Regiment (2. Westfälisches) Nach einer Armeereform wurde aus dem 2. Westfälischen und dem 1. Westfälischen (13. Infanterie-Regiment), die Infanteriebrigade des Generalkommandos in Westfalen gebildet. Zusammen mit der eingeteilten Kavalleriebrigade formierte sie die Truppenbrigade in Münster (ab 1818 die 13. Division). Das Generalkommando kommandierte Generalleutnant Johann Adolf von Thielmann, die Truppenbrigade Generalmajor Hans von Luck. 1823: 15. Infanterie Regiment (Prinz Friedrich der Niederlande) 4. Juli 1860: 2. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 15 Als Folge der Roon’schen Heeresreform gaben die Linienbataillone am 1. Januar 1860 an die bisherigen Landwehrregimenter Personal ab. Diese erhielten zunächst die Bezeichnung „Kombinierte Regimenter“. Durch die AKO vom 4. Juli 1860 wurden die kombinierten Regimenter nach deren Provinzen benannt. So wurde das Tochterregiment zum „6. Westfälischen Infanterie-Regiment Nr. 55“. Derselben Order zufolge änderte sich die Bezeichnung der 15er. 17. März 1863: 2. Westfälisches Infanterie-Regiment Nr. 15 (Prinz Friedrich der Niederlande). Im Jahre des 50-jährigen Bestehens der Einheit bestimmte eine AKO zum Datum des Jubiläums, dass das Regiment wiederum den Namen seines Chefs führen soll. 23. März 1873: Infanterie-Regiment Prinz Friedrich der Niederlande (2. Westfälisches) Nr. 15 Aus Anlass des 60. Geburtstages des Regimentsinhabers verfügte der Kaiser, dass das Regiment fortan dessen Namen zu führen habe.

Unterstellungen 16. November 1816 bis 28. April 1852 13. Infanterie-Brigade in Münster

29. April 1852 bis Dezember 1918 26. Infanterie-Brigade

Gliederung 1816 I. Bataillon II. Bataillon III. Bataillon (Füsiliere) 1. Oktober 1893 Aufstellung des IV. Bataillonswurde bei der Heeresvermehrung 1897 wieder abgegeben 1. Oktober 1909 II. Bataillon wurde um eine Maschinengewehr-Kompanie (MGK) erweitert Erster Weltkrieg die drei Bataillone des Regiments wurden in ein Ruhe-, Bereitschafts- und Kampfbataillon aufgeteilt Mai 1915 Aufstellung einer Infanterie-Pionier-Kompanie (IPK) aus 100 Bergleuten des Regiments Februar 1916 von erhöhten Minirungsarbeiten ausgehenden, wurde eine zusätzliche Berg-Kompanie gebildet 2. September 1916 Die Bildung einer zweiten IPK wurde angeordnet 1. Oktober 1916 aus den MG-Formationen der MGK, dem Ergänzungszug 796 und MG-Zug 90 wurden drei MGKs gebildet, und je einem Bataillon zugeteilt, 8. Oktober 1916 Aus jedem Regiment wurden zur Ausbildung bei der Minenwerfer-Kompanie 13 (MWK 13) - ein Offizier - acht Unteroffiziere - 48 Mann abkommandiert. Nach deren Ausbildung wurden aus ihnen in jedem Regiment drei Minen-Werfer-Abteilungen (MWA) gebildet.

Unterstellte Truppenteile 13. September 1916 Die Division stellte dem Regiment die 8. Kompanie des Infanterie-Regiments Nr. 13 als Reserve zur Verfügung. Dazu kamen noch die Kompanien 5/13, 6/13, 7/13 und 9/13 (MGK). Am Morgen des 15. September wurden auch zwei Kompanien des württembergischen Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 248 und am Abend das III./13 (3. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 13) zur Verfügung gestellt.

Abtretungen 1859 ein Bataillon an das 6. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 55 1866 drei Kompanien an das Infanterie-Regiment Nr. 85 1881 eine Kompanie an das Infanterie-Regiment Nr. 131 8. Kompanie (8./15) 13 Unteroffiziere 13 Gefreite 108 Gemeine 1887 im VII. Armee-Korps erhielt das 1. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 13 durch AKO vom 22. März ein IV. Bataillon zum 1. April - wurde die 11. Kompanie und zwei Offiziere an das Infanterie-Regiment Nr. 13Am 30. März 1890 wurde das neuformierte IV./13 als I. Bataillon nach Hohensalza zur Neubildung des 140. Infanterieregiments gelegt. abgetreten - zwei weitere Offiziere wurden zum Infanterie-Regiment Nr. 137 versetzt 1897 da sich die IV. Halbbataillone nicht bewährt hatten, wurden am 1. April 1897 aus diesen neue Regimenter formiert. Aus dem IV/15 wurde mit denen der Regimenter Nr. 13, 53 und 55 das Infanterie-Regiment Nr. 158 mit Garnison in Paderborn aufgestellt. 1909 zum 1. Oktober wurde die 6. Kompanie an das neuformierte III. Bataillon des 2. Ober-Elsässischen Infanterie-Regiments Nr. 171 in Colmar abgetreten. 1918 Anfang Februar wurden 13 Offiziere, vornehmlich jene die erst vor Kurzem von der russischen Front dem Regiment zugeteilt waren, zur 20. Infanterie-Division versetzt.

Stiftungen und Zuwendungen an das Regiment Schenkung der Nationalbank Dieser Fonds war eine Überweisung der früheren Reichsstiftung „Nationalbank für Veteranen“ in Höhe von 3000 Mark, um aus dem Regiment ausgeschiedene, gutgediente hilfsbedürftige Invaliden vom Feldwebel abwärts zu unterstützen. Prinz-Friedrich-Stiftung Geschenk des Regimentschefs von 1865 in Höhe von 9000 Mark (3000 Thaler), aus deren Zinsen im Krieg Verwundete des Regiments und in bedürftigen Umständen lebende Angehörige unterstützt wurden. Jubiläumsfonds Dessen Grundkapital in Höhe von 10000 Mark schenkte Prinz Friedrich der Niederlande anlässlich seines 60-jährigen Jubiläums dem Regiment in seiner Funktion als Regimentsinhaber. Die Hälfte der Zinsen war im Interesse altgedienter, mit dem Zivilversorgungsschein ausgeschiedener Unteroffiziere, die andere im Interesse des Offizierskorps nach dem Ermessen des Regimentskommandeurs zu verwenden. Stadt-Minden-Stiftung Am 25. Jahrestag der „Schlacht von Colombey“ wurde von der Stadt dem Regiment ein Grundkapital in Höhe von 1000 Mark geschenkt. Das Kapital wurde 1907 durch ein weiteres Geschenk des ausgeschiedenen Major Kombst um 500 Mark erhöht. Die Zinsen waren alljährlich am 14. August an „würdige und bedürftige aktive Unteroffiziere“ des Regiments zu verteilen. General Konstantin Ernst Thilo von KawerczynskiKonstantin Ernst Thilo v. Kawerczynski (1821–1898)-Stiftung Die Stiftung bestand aus: Aus einem Kapital von 5000 Mark, dass seine Witwe nach seinem Tod (14. März 1898) dem Regiment am 1. April 1898 zukommen ließ. Dessen Zinsen Das Stammkapital war in deutschen oder preußischen Staatspapieren anzulegen. Es konnten die Zinsen an unverheiratete Leutnants und aus dem Kadettenkorps überwiesene Portepee-Fähnriche, wenn sie sich in einer besonderen Notlage befänden, verteilt werden. Die nicht verbrauchten Zinsen waren am Jahresende zu kapitalisieren. Über die Verwendung der Zinsen hatte der Regimentskommandeur zu entscheiden. Rafalski-Stiftung Als der ehemalige Regimentskommandeur am 16. September 1915 verstarb, vermachte er dem Offizierskorps 12000 Mark für die wissenschaftliche Ausbildung der Offiziere in der Friedenszeit. Die Stiftung konnte vom Regiment nicht mehr verwertet werden. Stattdessen sollte sie dem Traditionstruppenteil zum gleichen Zweck übergeben werden. Die Inflation des Jahres 1923 machte diese jedoch, wie alle anderen Stiftungen des Regiments, wertlos.

Bewaffnung und Ausrüstung Hauptbewaffnung 1840 – Perkussionsgewehr 1850 – Zündnadelgewehr 1852 – Einführung des Faschinenmessers 1867 – im Frühjahr wurde auch die Füsiliere mit Zündnadelgewehren bewaffnet 1874 – ab November Ausrüstung mit dem Infanteriegewehr Modell 71 „System Mauser“ 1887 – Mitte Dezember des Jahres wurden mehrere Armeekorps, darunter auch das VII., mit dem Gewehr 71/84 und Seitengewehr 71/84 für die Infanterie ausgerüstet. 1889 – für die Feldausrüstung der Offiziere wurden Feldstecher und Revolver eingeführt 1890 – im März erhielt das Regiment das Gewehr 88, das Infanterieseitengewehr 71/84 wurde wieder gegen das Modell 71 ausgetauscht 1907 – zum 1. Juli wurde das Regiment mit dem Gewehr 98 ausgerüstet

Uniform mini|hochkant|Gefreiter des Infanterie-Regiments Nr. 15 Durch die in WienWiener Kongress gegebene Allerhöchste Kabinettsorder vom 25. März 1815 verfügte die Uniformierung der Truppen. 1. Juli 1815 blaues Kolett roter Schoßbesatz zwei Reihen gelber Metallknöpfe Beinkleider aus grauem Tuch, im Sommer aus weißem Leinen Mantel aus grauem Tuch mit gelben Köpfen, sowie farbigem Kragen und Achselklappen gelber Kragen rote Aufschläge hellblaue Achselklappen mit roter „15“ Tschako aus Filz mit ledernem Deckel, verziert mit dem preußischen Adler, Cordons und Kokarde Schwarzes Lederzeug (Säbel- u. Patronentaschengehenk) Tornister aus Kalbfell mit zwei Riemen 9. Februar 1816 roter Kragen rote Aufschläge mit gelben Patten rote Achselklappen 25. Februar 1817 rote Aufschläge mit gelben Patten und Achselklappen 30. März 1818 hellblaue Achselklappen und weiße Patten auf roten Aufschlägen 17. März 1835 rote Patten mit weißen Vorstößen die weißen Platten an den Aufschlägen entfielenLediglich die ungeraden Armeekorps behielten an der roten Patte einen sie kenntlich machenden Vorstoß. 1. Januar 1845 der Tschako wurde durch einen schwarzledernen Helm mit Messingbeschlag ersetzt. Das Devisenband «Mit Gott für König und Vaterland» wurde auf dem Helm angebracht. die Patronentasche wurde an zwei Schlaufen befestigt auf dem Rücken getragen. Anstelle der Kolletts wurden dunkelblaue Waffenröcke mit einer Reihe Metallknöpfe eingeführt. Diese hatten steife blaue Stehkragen. Darauf waren vorne rote Patten, Spiegel genannt, angebracht 1848 die Tornisterriemen erhielten Haken und wurden so zwischen den Patronentaschen am Leibriemen eingehängt. 1850 Anstelle der bisherigen Patronentasche wurden jetzt vorne am Leibriemen zwei kleinere Patronentaschen getragen. nach dem Deutschen Krieg der Waffenrock erhielt einen niedrigeren und weichen Kragen aus roten Tuch. der niedrige Mantelkragen wurde zum Umschlagkragen. bei den Tuchhosen entfiel das Hosenfutter. Stattdessen wurden Unterhosen verwendet. ein Paar der zwei Paar kurzschäftiger Stiefel wurden durch langschäftiger Stiefel ersetzt. Zudem wurde das Tragen der Hosen in den Stiefeln gestattet. der Helm und der Helmbeschlag wurden verkleinert Die Tornister wurden kleiner. Die bisherige Ausrüstung wurde um eine Feldflasche, die von einem schwarzen Lederriemen über der Schulter getragen wurde, ergänzt. 3. März 1887 Einführung leichterer Helme ohne Vorderschiene und Schuppenketten, an die Stelle der letzteren traten Sturmriemen. flachere, auf der Tornisterklappe festzuschnallende Kochgeschirre zwei, auf den Leibriemen zu schiebende vordere Patronentaschen und eine zusätzliche hintere dritte Patronentasche Brotbeutel, zweiseitig, aus wasserdichtem braunen Stoff mit einer Vorrichtung zur Befestigung am Leibriemen, sowie einen Ring zum Anhängen einer Feldflasche an die Stelle des bisherigen Tornisters trat ein solcher in kleinerer Form mit eingehängten Tornisterbeutel für die eiserne Portion und Tragegerüst An die Stelle der kurzschaftigen Stiefel traten Schnürschuhe aus wasserdichten Stoff mit Lederbesatz. schwarzes Lederzeug (Ausnahme waren nur die Garde- und Grenadierregimenter) 1893 Feldflaschen, Trinkbecher und Kochgeschirre aus Aluminium eingeführt die Ausrüstung wurde um eine tragbare Zeltausrüstung erweitert. Die Kompanie mit den besten Schießergebnissen durfte fortan auf dem linken Ärmel ein besonderes Abzeichen tragen. Die blaue Litewka wurde eingeführt. 27. Januar 1894 Bisher auf den Aufschlägen getragene Schützenschnüre wurde durch das Schützenabzeichen in Form von einer geflochtenen, silbernen Fangschnur ersetzt. Mäntel aus graumelierten Tuch werden durch solche aus grauem Tuch ersetzt. 26. Januar 1895