mini|Rathaus, Münster, Refektorium des ehemaligen Klosters in Heilsbronn
Heilsbronn (, fränkisch umgangssprachlich: GlostaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 94. Dort folgendermaßen transkribiert: „glostə“. Lange Zeit war das Kloster Heilsbronn bedeutender als der Ort selbst.) ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Sie liegt zwischen Nürnberg und Ansbach im geografischen Zentrum Mittelfrankens in der Metropolregion Nürnberg. mini|Das Münster des Klosters Heilsbronn, Grablege der fränkischen Hohenzollern
Geographie
Die Stadt befindet sich in einem waldreichen Tal des Rangaus. Im benachbarten Ketteldorfer Wald entspringt die Schwabach. Nachbargemeinden sind, beginnend im Uhrzeigersinn im Norden: Großhabersdorf, Roßtal, Rohr, Windsbach, Neuendettelsau, Petersaurach und Dietenhofen.
Gemeindegliederung
Es gibt 19 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die ehemaligen Einöden Berghof, Schönbühl, Straßenwasen (= Wolfsbrunn)Wurde 1846 erstmals als Gemeindeteil geführt, nach 1875 nicht mehr und Ziegelhütte gingen im Gemeindeteil Heilsbronn auf. In der Nachkriegszeit entstanden die Werkvolksiedlung und die Siedlung Lerchenbühl.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Betzendorf, Bonnhof, Bürglein, Heilsbronn, Höfstetten, Ketteldorf, Müncherlbach, Seitendorf, Weißenbronn und Weiterndorf. Die Gemarkung Heilsbronn hat eine Fläche von 11,101 km² und ist in 2959 Flurstücke aufgeteilt.
Nachbargemeinden
Klima
In Heilsbronn beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 698 mm.
Geschichte Vor der Gemeindegründung
Im 8. Jahrhundert gründete wohl der fränkische Grundherr Hahold den Ort „Haholdesbrunn“. Der Legende nach hatte er einen Jagdunfall erlitten und irrte verletzt durch den Wald, bis er an der Stelle des von ihm anschließend gegründeten Ortes eine Quelle fand, davon trank und genas. Später errichteten die Grafen von Abenberg und Ritter von Heideck eine Kapelle. Im Jahr 1132 gründete Rapoto von Abenberg mit Unterstützung von Otto von Bamberg das Zisterzienserkloster Heilsbronn als Tochterkloster von Kloster Ebrach. In dieser Zeit änderte sich auch der umgangssprachliche Ortsname von „Haholdesbrunn“ und „Haholtisbrunne“ (1142)Lateinische Sprachrelikte im bayerischen Dialek. Ortsnamen. zu „Halsbrunn“ und zu Zeiten des bis 1578 existierenden Zisterzienserklosters in das lateinische Fons salutis (= „Brunnen des Heils“).W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung, S. 97 f. Das Münster des Klosters war zwischen 1297 und 1625 die Grablege der fränkischen Hohenzollern. auf der Website des Fränkischen Albvereins In der Mitte des 13. Jahrhunderts stand das Kloster zunächst unter kaiserlichem Schutz,Lexikon für Theologie und Kirche. Band 4, Sp. 900. dann übernahmen die fränkischen Hohenzollern und Markgrafen von Ansbach die Schutzherrschaft.
Über die Verwaltung Heilsbronn (als Klosteramt bzw. Kastenamt) hatte im 17. Jahrhundert der Landeshauptmann zu Neustadt an der Aisch ein gewisses Aufsichtsrecht.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Heilsbronn 102 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn. Alle Anwesen hatten das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn. Neben den Anwesen gab es noch kirchliche Gebäude (Pfarrkirche, Pfarrhaus, Mesnerhaus), kommunale Gebäude (Schulhaus, Hirtenhaus, Altes Badhaus) und herrschaftliche Gebäude (Kastenmeisterwohnung, Amtshaus etc.).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 866.
Ab 1791 gehörte Heilsbronn zum Königreich Preußen und hatte auch des Öfteren den preußischen König zu Gast, der dem Kloster Heilsbronn zum Dank Gebiete, wie beispielsweise Weinberge im Mainspessart, schenkte. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach. Es gab zu dieser Zeit 80 Untertansfamilien.
19. bis 21. Jahrhundert
Seit 1806 gehörte Heilsbronn zum Königreich Bayern.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1808 der Steuerdistrikt Heilsbronn gebildet, zu dem Berghof, Schönbühl und Ziegelhütte gehörten. Die Munizipalgemeinde Heilsbronn entstand im Jahr 1810Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. und war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Heilsbronn zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt); seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 993 f.
Wesentliche Entwicklungsstufen waren die 1875 neu eröffnete Eisenbahnstrecke Nürnberg – Heilsbronn – Ansbach sowie die Stadterhebung zur 800-Jahr-Feier im Jahr 1932 und die Eingemeindung von 16 umliegenden Ortschaften im Rahmen der Gebietsreform in Bayern. Im Jahr 1964 hatte die Gemeinde Heilsbronn eine Fläche von 3,679 km².
Eingemeindungen
Gemeinde Einwohner(1970) Eingemeindungs-datum Betzendorf 162 1. Januar 1972 Bonnhof 464 1. Januar 1972 Bürglein 427 1. Januar 1972 Höfstetten 139 1. Mai 1978 Ketteldorf 141 1. Januar 1972 Müncherlbach 222 1. Januar 1972 Seitendorf 273 1. Januar 1972 Weißenbronn 392 1. Mai 1978 Weiterndorf 207 1. April 1971
Einwohnerentwicklung
Mit 9801 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2020) ist Heilsbronn die viertgrößte kreisangehörige Gemeinde und der Gemeindeteil Heilsbronn ist der fünftgrößte Ort im Landkreis Ansbach.
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 7545 auf 9670 um 2125 Einwohner bzw. um 28,2 %.
Gemeinde Heilsbronn Jahr 1987 1991 1995 2000 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017Einwohner 7409 8167 8882 9263 9362 9205 9139 9070 8999 9023 9089 9145 9186 9235 9347 9511Häuser 1814 2435 2453 2471 2471 2504Quelle
Ort Heilsbronn mit Berghof, Schönbühl und Ziegelhütte (= Gemeinde Heilsbronn bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939Einwohner 756 863 966 917 996 998 1165 1258 1226 1234 1190 1208 1290 1366 1435 1550 1726 2053HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2017 als Wohngebäude. 129 130 164 201 196 198 258 Quelle Für die Gemeinde Heilsbronn zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Berghof (S. 9), Schönbühl (S. 83) und Ziegelhütte (S. 106). Jahr 1946 1950 1961 1970 1987 2016 Einwohner 3316 3464 4590 4920 4754 6148 Häuser 360 708 1147 Quelle www.heilsbronn.de
Politik
Stadtrat
Der Stadtrat hat 20 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 8. März 2026 führte bei einer Wahlbeteiligung von 64,6 % (2020: 61,6 %) zu folgendem Ergebnis: +ParteiSitze 2026CSU7FW5Grüne3SPD4ÖDP1
Bürgermeister
Erste Bürgermeisterin ist Eva Didion (SPD), vorher von 2008 bis 2026 Jürgen Pfeiffer (CSU) Er kandidierte 2026 nicht mehr.Wahlergebnisse 2026 Zweiter Bürgermeister ist Sebastian Gaukler (CSU), vorher 2020 bis 2026 Gabriela Schaaf (Grüne) Dritter Bürgermeister ist Wolfgang Prager (FW), vorher 2020 bis 2026 Sebastian Buhl (FW)
Ehemalige Bürgermeister (seit der Stadterhebung 1932): Johann Jakob Meyer Georg Hofmeister Johann Güllich Friedrich Hummel Johann Kupfer, 1946–1948 Georg Döllgast, 1948–1958 Karl Waßner, 1958–1972 Alfred Knoll, 1972–1984 Walter Träger (Freie Wähler), 1984–2008 Jürgen Pfeiffer (CSU), 2008-2026
Wappen und Flagge
Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist weiß-rot.
Städtepartnerschaften und Patenschaften
Die Stadt Heilsbronn pflegt folgende Beziehungen mit Städten im In- und Ausland: Jößnitz, heute Stadtteil von Plauen Objat in Frankreich : 1968 hat die Stadt Heilsbronn die Patenschaft für die aufgrund der Beneš-Dekrete aus der Marktgemeinde Fleißen und der Gemeinde Schnecken vertriebenen Flüchtlinge übernommen.
Raumordnung
Von 2004 bis 2016 gehörte Heilsbronn zur Kommunalen Allianz (Komm,A). Weitere Mitglieder waren Bruckberg, Dietenhofen, Neuendettelsau, Petersaurach und Windsbach. 2016 entstand die Allianz Kernfranken durch den Zusammenschluss von Komm,A und LiSa (Lichtenau, Sachsen bei Ansbach). Kernfranken ist ein Integriertes ländliches Entwicklungskonzept. Seit 2016 bilden die ehemaligen Unterzentren Neuendettelsau, Heilsbronn und Windsbach gemeinsam ein Mittelzentrum.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
mini|hochkant|Katharinenturm
Museen
In der Stadt gibt es Heimatstuben und ein Musikinstrumentenmuseum im Katharinenturm. Das stadtgeschichtliche Museum „Vom Kloster zur Stadt“ befindet sich im Konventhaus.
Bauwerke
Markantes Kennzeichen von Heilsbronn ist der wuchtige Katharinenturm, der 1770 bis 1774 auf den Grundmauern der ehemaligen Katharinenkirche errichtet wurde. Das Münster ist die Kirche des ehemaligen Klosters Heilsbronn. Das Zisterzienserkloster wurde 1132 von den Grafen von Abenberg gegründet und war von 1297 bis 1625 Grablege der Hohenzollern. In der Gruft sind 41 Mitglieder des Hauses begraben. Stufen führen hinab zu einer Quelle, die inmitten der Kirche entspringt. Im Mittelalter hatte das Kloster reiche Besitztümer über ganz Franken bis Regensburg verteilt, auch Ländereien im Württembergischen gehörten zum Kloster.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Stadt ist Mitglied der Metropolregion Nürnberg und im Tourismusverband Romantisches Franken.
Verkehr
mini|Bahnhof Heilsbronn
Etwa 3 km von Heilsbronn entfernt ist eine Anschlussstelle an die Bundesautobahn 6. Die Bundesstraße 14 (Teilstrecke der Burgenstraße) ist als Ortsumgehung um die Stadt geführt. Der Bahnhof Heilsbronn befindet sich im Norden des Hauptortes an der Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim und wird von der S-Bahn-Linie S 4 im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg bedient. Am Bahnhof beginnen und enden einige Buslinien in benachbarte Gemeinden.
Die Staatsstraße 2410 führt nach Aich (2,7 km südlich) bzw. nach Bonnhof (1,9 km nördlich). Die Kreisstraße AN 17 führt nach Weißenbronn (2,5 km südöstlich) bzw. nach Ketteldorf (2,2 km nordwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Aich (2,5 km südlich), nach Butzenhof (1,5 km östlich), nach Gottmannsdorf (2,9 km nordöstlich) und nach Weiterndorf (0,6 km östlich).
Der Hohenzollernweg, ein 30 km langer Radweg, führt von Heilsbronn nach Cadolzburg.
Durch Heilsbronn verläuft der 1992 vom Heilsbronner Pfarrer Paul Geißendörfer wiederbelebte Fränkische Jakobsweg. Weitere Fernwanderwege sind die Magnificat-Route des Fränkischen Marienwegs, die Rangau-Linie des Main-Donau-Wegs, der Rangau-Pfalz-Weg, der Theodor-Bauer-Weg und der Zollernweg.
Ansässige Unternehmen (Auswahl)
acad group, acad prototyping GmbH (Entwicklung und Herstellung von Klein- und Anlaufserien sowie Kunststoffspritzguss) FEGA & Schmitt Elektrogroßhandel (Elektro-Großhandel, Teil der Würth-Gruppe) Gebr. Fleischmann GmbH & Co. KG (Modelleisenbahn) Hans Kupfer & Sohn GmbH & Co. KG (Fleisch- und Wurstwaren) Maschinenbau Heilsbronn GmbH NBHX Trim GmbH, vormals: IPG Industrieplast GmbH (Automobil-Zulieferer) Ortlieb Sportartikel GmbH (Packtaschen) ZZ Kunststoff GmbH (Kunststoffteile und Zeppelin-Modelle)
Medien