mini|Das Comcast Building in New York City

Die US-amerikanische General Electric (GE, General Electric Company) war einer der größten Mischkonzerne der Welt. Er ging auf die Firmengründung des Elektro-Pioniers Thomas Edison zurück. Der Stammsitz befand sich ab 2016 in Boston, Massachusetts. Das Unternehmen war über 80 Jahre in Schenectady im US-Bundesstaat New York und anschließend ab 1974 in Fairfield beheimatet.

Anfang der 2020er-Jahre begann General Electric, sich in drei unabhängige Einheiten aufzuspalten. Die Ausgliederung der Gesundheitssparte GE Healthcare wurde Anfang 2023 abgeschlossen. Der Bereich Energie wurde Anfang 2024 als GE Vernova abgespalten, wonach GE Aerospace die Rechtsnachfolge von GE antrat.

Geschichte Thomas Alva Edison bezog 1876 ein Labor in Menlo Park (New Jersey). Drei Jahre später meldete er eine Kohlefadenlampe zum Patent an. Diese war die erste für den allgemeinen Gebrauch fähige Glühlampe und seine wohl bekannteste Innovation. Edison präsentierte sie auf der Internationalen Elektrizitätsausstellung 1881 in Paris, wo er den Deutschen Emil Rathenau so sehr begeisterte, dass dieser für das Gebiet des Deutschen Reiches die Rechte für Edisons Patente erwarb und 1883 in Berlin mit der Deutschen Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität die Produktion von Glühlampen aufnahm.130 Jahre GE in Deutschland; General Electric versucht es noch mal in Deutschland, Welt.de, 8. Juli 2013. Die Deutsche Edison-Gesellschaft benannte sich 1887 in Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft um, deren Akronym AEG später weltbekannt wurde.

Im Jahr 1890 gründete Edison in den USA die Edison General Electric Company, um seine verschiedenen Unternehmungen unter einem Dach zu vereinen.

1892 wurde sie mit dem damals größten Konkurrenten, der Thomson-Houston Electric Company von Elihu Thomson und Edwin James Houston, zur General Electric Company mit Stammsitz in Schenectady (New York) vereinigt. Chef von GE wurde Charles A. Coffin, der bis dahin Leiter von Thomson-Houston war. Er führte das neue Unternehmen die ersten zwanzig Jahre.

GE war eines der zwölf Unternehmen, die im 1896 neu eingeführten Dow Jones Index gelistet wurden und das einzige dieser zwölf, das sich bis 2018 im Index gehalten hat. Am 26. Juni 2018 schied GE nach 111 Jahren Zugehörigkeit aus dem Dow Jones Index aus.

1913 präsentierte GE die nach ihrem Erfinder William David Coolidge benannte Coolidge-Röntgen-Röhre und legte damit den Grundstein für den GE Healthcare Sektor.

Die Geschichte des Geschäftsbereichs Aviation begann 1917, als die US-Regierung das erste Flugzeugtriebwerk entwickeln ließ.

Der Konzern war auch im Mediengeschäft tätig und gehörte 1919 zu den Gründern der Firma Radio Corporation of America (RCA), die Radios herstellte und 1926 den Sender NBC aufbaute. Zwei Jahre später wurden die ersten regelmäßigen Fernsehsendungen ausgestrahlt, und zwar von der damaligen GE-Zentrale in Schenectady im Bundesstaat New York aus. Der Rückzug aus dem Mediengeschäft begann 2009, als der Konzern die Mehrheit an NBC an Comcast abgab. Im Februar 2013 hat der Industriekonzern General Electric seine restlichen Anteile an dem Fernsehsender NBCUniversal an das US-amerikanische Unternehmen Comcast verkauft.

Die Spuren des Geschäftsbereichs GE Capital führen in die 1930er Jahre zurück, als eine firmeneigene Finanzierungsgesellschaft Verbraucher beim Kauf von General Electrics Haushaltsgeräten unterstützte. In den 1960er Jahren gab GE Capital diesen Zweig auf und spezialisierte sich auf Firmenkunden in den Märkten für Verbrauchs-, Handels- und Industriegüter.

Das Unternehmen versuchte Mitte der 1980er Jahre in den Geschäftsbereich der Onlinedienste vorzustoßen und gründete GEnie mit einem US-weiten (und ab 1990 auch von Deutschland aus zugänglichen) Rechnernetz.

Anfang des Jahrtausends war GE ein Mischkonzern, der in den Bereichen Energie, Gesundheit, Finanzierung und Transport wirtschaftete. Im August 2000 betrug die Marktkapitalisierung 594 Milliarden US-Dollar, zwischen 2001 und 2005 war GE nach Marktkapitalisierung laut der Financial-Times-Global-500-Liste das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt. 2009 beschäftigte es weltweit 300.000 Mitarbeiter in über 100 Ländern, davon 80.000 in EMEA (Europa-Arabien-Afrika).

An wesentlichen Umstrukturierungen der jüngeren Unternehmensgeschichte war Jack Welch beteiligt; er leitete GE von 1981 bis 2001 und wurde von Jeffrey R. Immelt abgelöst. In den zwanzig Jahren seiner Amtszeit stieg die Aktie um 4000 Prozent. 2019 bekannt gewordene Buchhaltungsprobleme und der Vorwurf des Bilanzbetrugs, die in der Zeit von Welch begonnen haben sollen, wurden auf 38 Milliarden US-Dollar beziffert, was rund 40 Prozent der verbliebenen Marktkapitalisierung von nur noch weniger als 70 Milliarden entsprach.Ex-Industrieikone als Weltfinanzrisiko. Löst General Electric die nächste Finanzkrise aus? Manager Magazin, 21. August 2019.

General Electric Co. gab die Zusammenlegung ihrer Stammaktien („common stock“) im Verhältnis 1:8 sowie eine Änderung der ISIN dieser Aktien (alt:US3696041033, neu:US3696043013) zum 2. August 2021 bekannt.

Im November 2021 kündigte General Electric die Absicht an, das Unternehmen in drei unabhängige Einheiten aufzuteilen: „Gesundheit“, „Energie“ und „Luftfahrt“. Die Namen der drei entstehenden Unternehmen wurden im Juli 2022 als GE HealthCare, GE Vernova und GE Aerospace benannt, mit GE Aerospace als Rechtsnachfolger von General Electric.

Die Ausgliederung von GE Healthcare wurde im Januar 2023 abgeschlossen und die von GE Vernova im April 2024. Die verbliebene Unternehmensabteilung GE Aviation wurde als GE Aerospace zum Rechtsnachfolger.

Ehemaliger Fahrzeugbau Das Unternehmen stellte in der Anfangszeit mehrere Kraftfahrzeuge her. Sie waren für Versuchszwecke gedacht. Die Zahlen schwanken zwischen 9 und 18 Exemplaren, von denen eines noch existiert.

Zwischen 1894 und 1898 entstanden Fahrzeuge in einem Werk in Lynn in Massachusetts. Das erste Fahrzeug war ein Elektroauto, dessen Elektromotor 3 PS leistete. Darauf folgten mehrere Wagen mit Einzylinder-Ottomotoren und 1897 ein weiteres Elektroauto. Konstrukteur dieser Fahrzeuge war Elihu Thomson. Außerdem werden Elektroautos nach Patenten von Hermann Lemp genannt.

Zwischen 1902 und 1903 fertigte das Unternehmen in einem Werk in Schenectady im Staat New York erneut Fahrzeuge. Es waren Hybridelektrokraftfahrzeuge. Sie hatten einen Vierzylindermotor und zusätzlich zwei Elektromotoren, von denen jeder eines der Hinterräder antrieb. Sowohl Lemp als auch die Grant-Ferris Company waren in dieses Projekt involviert. Außerdem gab es Versuche mit Dampfwagen. In diesem Zusammenhang wird wieder Thomson erwähnt.

Die gleiche Literaturquelle gibt an anderer Stelle an, dass die Dampfwagen zwischen 1898 und 1903 Thomson genannt wurden.

GE in Deutschland 1929/1930 übernahm General Electric zum Kurs von 200 Prozent Stammaktien im Nennwert von 30 Millionen Reichsmark der AEG, was einem Anteil von 27,5 % des Grundkapitals entsprach, und entsendete fünf Mitglieder in den AEG-Aufsichtsrat.

Im Mai 2017 hatte GE in Deutschland rund 10.000 Mitarbeiter an mehr als 50 Standorten. Am 28. Juni 2004 eröffnete GE eines von weltweit damals fünf (2015: sechs) Forschungszentren in Garching bei München. Es beschäftigte Mitte 2015 etwa 200 Forscher und Mitarbeiter aus über zwanzig Ländern. Seit der Gründung des Zentrums investierte GE rund 100 Millionen Euro in die dortige Infrastruktur und Forschungsarbeit. Forschungsschwerpunkte von GE Global Research Europe sind unter anderem erneuerbare Energien und Energiesysteme, Antriebstechnik, Fertigungsmethoden für Faserverbundwerkstoffe, Mess- und Regelungstechnik, Turbomaschinen und bildgebende Verfahren für die medizinische Diagnostik. Die anderen Forschungszentren befinden sich in Niskayuna (New York), San Ramon (Kalifornien), Bangalore (Indien), Shanghai (China) und Rio de Janeiro (Brasilien) mit rund 2600 Mitarbeitern.

Geschäftsfelder

GE umfasste folgende Sparten: GE Power GE Renewable Energy z. B. GE Wind Energy GE Oil & Gas GE Aviation GE Transportation Systems GE Energy Connections & Lighting GE Capital Factoring und Strukturierte Finanzierung KFZ-Leasing und Flottenverwaltung Objekt-, Absatz- und Einkaufsfinanzierung GE Capital Direkt – Geldanlagen für Privatkunden GE Capital Aviation Services GE Capital Real Estate GE Financial Energy Service GE Capital Solutions

Unternehmenskäufe und -verkäufe General Electric vollzog rund 400 Fusionen und Unternehmensübernahmen pro Jahr. Im Folgenden sind einige aufgezählt.

1993 Die GE Aerospace (Radar- und Satellitentechnik) wurde für über 3 Mrd. US-Dollar an die Martin Marietta Corporation verkauft (1995 fusioniert mit Lockheed zu Lockheed Martin).

2004

Unterhaltungssparte von Vivendi Universal. Schaffung eines der größten Medienkonzerne der Welt, NBCUniversal Akquisition der Allbank AG in Deutschland, Verschmelzung zu GE Money Bank Kreditkartenabteilung von US-Finanzdienstleister Dillard für 1,25 Milliarden US-Dollar Hypothekenversicherungsunternehmen Genworth Financial (Sitz in Richmond, Virginia) 15. November: Kauf der Sicherheitssystemsparte von SPX Edwards für 1,4 Milliarden US-Dollar 24. November: Kauf der Wasseraufbereitungsunternehmen Ionics für 1,1 Milliarden US-Dollar

2005 19. April: Finanzabteilung von Bombardier für 1,4 Milliarden US-Dollar 11. Mai: 49,99 % an zentralamerikanischer Bank BAC International Bank, Panama; 500 Millionen US-Dollar

2006 Juni: Kauf des amerikanischen Elektronikunternehmens SBS Technologies (etwa 120 Arbeitsplätze in Deutschland) 10. Oktober: Kauf der deutschen Leasinggesellschaften DISKO und der ASL Dezember: Kauf des englischen Elektronikunternehmens Radstone

2007 August: Verkauf der Kunststoffsparte GE Plastics an SABIC; der Erlös von 11,6 Milliarden US-Dollar sollte für Aktienrückkäufe benutzt werden.

2008 März: Verkauf von GE Money Deutschland, Österreich und Finnland an die Banco Santander Februar: Kauf von Whatman plc.

2009 Im Dezember kündigte General Electric den Verkauf von 51 % von NBC Universal an den Kabelnetzbetreiber Comcast an. Der Gesamtwert der Transaktion lag etwa bei 30 Milliarden US-Dollar. GE erhielt 6,5 Milliarden US-Dollar in bar und behielt 49 % an NBC Universal. In: handelsblatt.com.

2011 Im September schloss General Electric die Übernahme von Converteam ab. Pressemitteilung von General Electric, 2. September 2011 (englisch).

2013 Im Februar verkaufte General Electric seine restlichen Anteile an dem Medienunternehmen NBCUniversal an das US-amerikanische Unternehmen Comcast.

2014 Im April 2014 wurde bekannt, dass GE das Energiegeschäft (mit den Sparten Power und Grid) des französischen Alstom-Konzerns für rund 12 Milliarden Euro übernehmen wolle. Daraufhin versuchte die französische Politik eine europäische Lösung für den Teilverkauf der Alstom-Sparten durchzusetzen. Ein gemeinsames Angebot von Siemens und Mitsubishi Heavy Industries im Juni 2014 blieb erfolglos.Christian Schubert (Paris), Rüdiger Köhn (München), Roland Lindner (New York): Konzernkooperation – General Electric gewinnt Schlacht um Alstom, Frankfurter Allgemeine 22. Juni 2014. Am 2. November 2015 gab GE die Übernahme zu einem Kaufpreis von 9,7 Milliarden Euro bekannt. Mit Abschluss des Geschäfts wurde im Geschäftsfeld Energy Management die neue Sparte Grid Solutions geschaffen.GE Vernova – Grid Solution. Alstom konzentrierte sich darauf auf den Transportbereich und übernahm für 700 Millionen Euro die Bahnsignalsparte von General Electric.

2016 Am 13. Januar kündigte General Electric die Schließung eines der historischen Turbinenwerke in Deutschland mit damals über 1000 Mitarbeitern in Mannheim und anderen deutscher Standorten (z. B. Bexbach, Stuttgart, Mainz-Kastel) an.GE streicht in Mannheim 1066 Stellen. In: Mannheimer Morgen. 13. Januar 2013 (mannheimer-morgen.de).