Trogir [] (deutsch und Trau, , , ) ist eine Hafenstadt in Kroatien. Sie liegt in Mitteldalmatien, etwa 15 Kilometer westlich von Split. Die gesamte Altstadt zählt seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

__INHALTSVERZEICHNIS__ mini|ohne|hochkant=1.5|Luftbild von Trogir

Orte der Gemeinde Die Bevölkerungszahlen in Klammern stammen aus dem Jahr 2011. Arbanija (374 Einwohner) Divulje (26 Einwohner) Drvenik Mali (87 Einwohner) Drvenik Veliki (150 Einwohner) Mastrinka (947 Einwohner) Plano (553 Einwohner) Trogir (10.923 Einwohner) Žedno (132 Einwohner)

Die Einwohnerzahl Trogirs beträgt 13.192 (Volkszählung 2011). Vom historischen Stadtkern, der auf einer Insel liegt, führt eine Steinbrücke im Norden der Insel zum Festland. Auf der südöstlichen Seite der Altstadt ist Trogir mit der Insel Čiovo durch eine Klappbrücke verbunden, die jedoch nicht mehr für den Schiffsverkehr geöffnet wird. Die Klappbrücke stellte bis 2018 die einzige landseitige Verbindung der Insel mit dem Festland dar. Seit Juli 2018 verbindet Ciovo eine neue Brücke direkt mit dem Festland.

Geschichte Trogir war schon im 3. Jahrhundert v. Chr. als griechische Siedlung bekannt. Durch den schnellen Aufstieg der nahegelegenen Stadt Salona verlor Trogir seine einstige Bedeutung. In der Zeit des Zuzugs slawischer Stämme ließen sich Flüchtlinge aus dem zerstörten Salona in der Stadt nieder. Ab dem 9. Jahrhundert war die Bevölkerung den kroatischen Herrschern tributpflichtig. Im 11. Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz; das Bistum Trogir wurde im Jahr 1828 aufgehoben. Im Jahr 1107 erkannte der ungarische König Koloman der Stadt die Autonomierechte zu – laut Überlieferung wegen des erfolgreichen Widerstands des Bischofs Johannes (Ivan), der darum als Schutzheiliger der Stadt verehrt wird.

1123 eroberten Sarazenen die Stadt und zerstörten sie fast bis auf die Grundmauern. Die Stadt erholte sich schnell und erlebte im 12. und 13. Jahrhundert einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Im Jahr 1242 suchte König Béla IV. hier vor dem MongolensturmZuflucht. Im 13. und 14. Jahrhundert wählte das zum Fürstentum von Bribir gehörende Trogir seine Fürsten am häufigsten aus den Reihen der Familie Šubić; unter ihnen ragte Mladen III. (1348) hervor. Im Jahr 1420 begann die lange Zeit der venezianischen Herrschaft.

Nach dem Fall Venedigs im Jahr 1797 war Trogir bis 1918 österreichisch (mit Ausnahme der französischen Besetzung von 1806 bis 1814) und fiel danach an das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Nach der Zerschlagung des Königreichs Jugoslawien im Balkanfeldzug wurde es durch die Römischen Verträge von 1941 vorübergehend italienisches Staatsgebiet. Später wurde es Teil der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Seit 1991 gehört Trogir zur Republik Kroatien.

Welterbe und Sehenswürdigkeiten Die gesamte Altstadt von Trogir zählt seit 1997 zum UNESCO-Welterbe. Der Ort gilt als herausragendes Beispiel für städtebauliche Kontinuität.

Die romanische Stadt Trogir stellt den am besten erhaltenen romanisch-gotischen Komplex nicht nur an der Adria dar. In dem mittelalterlichen, teilweise von einer Stadtmauer umgebenen historischen Stadtkern befinden sich ein erhaltenes Schloss, ein Turm, etwa zehn Kirchen und eine Reihe von Wohnhäusern und Palästen aus den Perioden der Romanik, Gotik, Renaissance und des Barock.

Zu den Hauptsehenswürdigkeiten zählen: St.-Laurentius-Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. Das westliche Hauptportal ist ein Meisterwerk des Bildhauers Radovan aus dem 13. Jahrhundert und das wichtigste Werk im romanisch-gotischen Stil in Kroatien. Stadttor und Stadtmauer Festung Kamerlengo aus dem 15. Jahrhundert Fürstenpalast aus dem 13. Jahrhundert Groß- und Kleinpalast Cipiko aus dem 15. Jahrhundert Stadtloggia und Uhrturm aus dem 15. Jahrhundert

Drehort Trogir diente im Kinofilm Winnetou 3. Teil (1965) als Drehort für die Stadt Santa Fe. Winnetou und Old Shatterhand ritten hier durch die alten Gassen. Das Rathaus bildete die Filmkulisse des Gouverneurspalastes. Der Hafen von Trogir war einer der Drehorte des Fernsehmehrteilers Jack Holborn (1982) mit Patrick Bach in der Titelrolle. Die Folge „Vampire in Venedig“ der Fernsehserie Dr. Who (2010) wurde in Trogir gedreht. Einige Szenen der HBO-Serie Game of Thrones wurden im Kloster St. Dominik im Zentrum der Altstadt gedreht. Der Klostergarten mit seinem Säulengang diente dabei als Garten der Stadt Qarth.

Städtepartnerschaften Mit folgenden Städten bestehen Partnerschaften oder freundschaftliche Beziehungen:, abgerufen am 21. März 2018. Bachtschyssaraj, Ukraine / Autonome Republik Krim Hajdúböszörmény, Ungarn Harkány, Ungarn Kotor, Montenegro Kranjska Gora, Slowenien Kraśnik, Polen Montesilvano, Italien Porto Sant’Elpidio, Italien Prag 5, Tschechien Russe, Bulgarien Sarlat-la-Canéda, Frankreich Šibenik, Kroatien Sinj, Kroatien Słupca, Polen Tione di Trento, Italien Tivat, Montenegro Újbuda (11. Bezirk Budapests), Ungarn Uschhorod, Ukraine Vaterstetten, Deutschland, seit 2009 Vukovar, Kroatien Yalova, Türkei

In Trogir geboren Vinko Kandija (1934–2002), Handballspieler und -trainer Ivan Katalinić (* 1957), Fußballspieler und Fußballtrainer Ivan Lučić (1604–1679), Historiker und Kartograph Žana Marić (* 1989), Handballspielerin Biserka Višnjić (* 1953), Handballspielerin

Literatur Johannes Lucius: Historia di Dalmatia, et in particolare delle citta di Trau, Spalatro e Sebenico […]. Presso Stefano Curti, Venedig 1674. (Digitalisat) Paolo Andreis: Della storia della città di Traù. Frumbic, Spljet 1908. Ciril M. Iveković: Trogir-Trau̇ (= Bau und Kunstdenkmale in Dalmatien, Band 3), 2. veränderte Auflage, A. Schroll & Co., Wien 1927 Ana Plosnić Škarić: Policies and regulations in the forming of Late-Medieval Trogir (Croatia). In: Terry R. Slater, Sandra M. G. Pinto (Hrsg.): Building Regulations and Urban Form, 1200-1900. Routledge, Taylor & Francis Group, London 2017.

Weblinks

UNESCO World Heritage Sehenswürdigkeiten in Trogir

Nachweise

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