mini|hochkant=1.25|Luftbild von Cottbus in Richtung Osten

Cottbus, [], ist eine kreisfreie Stadt mit Einwohnern (Stand: ) in der Niederlausitz. Damit ist es nach Potsdam die bevölkerungsreichste Stadt und, neben Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder), eines der vier Oberzentren des Bundeslands Brandenburg.

Cottbus ist ein Dienstleistungs-, Sport-, Wissenschafts- und Verwaltungszentrum mit einem Olympiastützpunkt, dem Staatstheater Cottbus und dem Campus Cottbus der Brandenburgischen Technischen Universität. Gemessen an der Größe gibt es in Cottbus viele Park- und Grünanlagen, wie den Branitzer Park des Fürsten Pückler. Obwohl nur eine kleine sorbische Minderheit in der Stadt lebt, gilt Cottbus auch als politisch-kulturelles Zentrum der Sorben in der Niederlausitz.

Sportlich ist die Stadt für das Turnier der Meister im Geräte- und Kunstturnen sowie die erfolgreiche Arbeit im Radsport bekannt. Fast jeder fünfte Cottbuser Einwohner ist in einem der etwa 140 Sportvereine aktiv.. In: Lausitzer Rundschau, 13. März 2008.Willkommen beim Stadtsportbund Cottbus e. V. vom 29. Juli 2020 Weitere Bekanntheit erlangte die Stadt in den 2000er Jahren durch den Fußballverein Energie Cottbus, der mit über 6.300 (Stand April 2026) Mitgliedern der größte Sportverein des Bundeslandes Brandenburg ist. Der Verein spielte einige Jahre in der 1. Bundesliga und ist seit 2026 nach zwölf Jahren Dritt- und Viertklassigkeit wieder in der 2. Bundesliga vertreten.

Cottbus wurde 1156 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und war als heute größte Stadt der Lausitz seit dem 15. Jahrhundert beinahe durchgängig brandenburgisch bzw. preußisch. Cottbus ist unweit des Spreewaldes gelegen.

Ortsname und Schreibweise Der Ortsname Cottbus ist von dem niedersorbischen Personennamen Chóśebud abgeleitet, der wiederum „wachfroher“ oder „wachsamer Held“ bedeutet. Der Ortsname ist somit als „Siedlung des Chóśebud“ zu deuten.Arnošt Muka: Serbski zemjepisny słowničk. Budyšin, 1927, S. 97 (Digitalisat). Bei der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1156 lautete die Schreibweise „Chotibus“, der Herrensitz wurde im Jahr 1301 als „opidum et castrum Kotebuz“ bezeichnet. In Urkunden von 1348 und 1386 ist die Stadt „Kothebus“ verzeichnet. Die Schreibweise „Kottbus“ taucht im Jahr 1391 erstmals auf.Rudolf Lehmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz. Band 2: Die Kreise Cottbus, Guben, Spremberg und Sorau. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-90-7, S. 56.

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die Schreibweise des Stadtnamens strittig. Während etwa in Berlin im Falle von „Kottbusser Tor“ die modernere Schreibweise mit K angewandt wurde, wurde vor Ort am traditionellen C festgehalten. Weil die amtliche Eigenbezeichnung der Stadt den vor 1996 geltenden Regeln widersprach, bleibt sie nach der „dringenden Empfehlung“ des Ständigen Ausschusses für Geographische NamenEmpfehlung des ständigen Ausschusses für Geographische Namen (StAGN) vom 17. September 1999 zur Anpassung der Rechtschreibung von Toponymen an die reformierten Regeln für die Anwendung der Rechtschreibreform auf geografische Namen weiterhin die gültige Schreibweise. In dem Zusammenhang sei erwähnt, dass sowohl die Schreibweise Cottbuser als auch Cottbusser, mit einem oder zwei s, zulässig ist.Cottbuser. Duden.de Gemäß Hauptsatzung der Stadt trägt sie den amtlichen Namen „Cottbus/Chóśebuz“. Zusätzlich zu ihrem Namen trägt sie die Bezeichnung „Universitätsstadt/Uniwersitne město“.

Neben dem amtlichen Ortsnamen auf Deutsch und Niedersorbisch gibt es in den slawischen Nachbarsprachen jeweils eigene Bezeichnungen für Cottbus, so Choćebuz im Obersorbischen, Chociebuż im Polnischen und Chotěbuz im Tschechischen.

Geographie Geographische Lage mini|Ortsteile von Cottbus Cottbus ist die größte Stadt in der Niederlausitz und liegt an der mittleren Spree zwischen dem Lausitzer Grenzwall im Süden und dem Spreewald im Norden bzw. im Nordwesten. Die Stadt dehnt sich in Ost-West-Richtung 15,6 Kilometer aus, in Nord-Süd-Richtung 19,2 Kilometer. Die Spree, die in Cottbus eine Breite von 36 Metern erreicht, durchfließt die Stadt auf einer Strecke von 23 Kilometern.

Die Gesamtfläche der Stadt beträgt 164,2 Quadratkilometer, davon sind 35,2 Quadratkilometer Waldfläche, weitere 3 Quadratkilometer Wasserfläche. Die nächstgelegenen Großstädte sind Dresden, etwa 90 Kilometer südwestlich, Zielona Góra in Polen, ca. 90 Kilometer nordöstlich, und Berlin, ca. 100 Kilometer nordwestlich von Cottbus.

Stadtgliederung Das Stadtgebiet von Cottbus ist in 19 Ortsteile gegliedert. Die angegebenen Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 30. Juni 2026 und stammen vom Einwohnermeldeamt der Stadt Cottbus. Ausgehend vom Stadtzentrum handelt es sich um folgende Ortsteile (niedersorbische Bezeichnungen in Klammern):

Nr. Ortsteil Einwohner Fläche in km²Flächen der Stadt nach Stadtgebieten und Ortsteilen. In: Statistisches Jahrbuch 2019. Stadt Cottbus – Fachbereich Bürgerservice, Cottbus 2021, S. 19 (PDF; 5,6 MB). Einwohnerdichte Ersterwähnung Eingemeindung Ortsbeiräte 1 Mitte (Srjejź) 10.923 1,67 6.541 – 2 Schmellwitz (Chmjelow) 14.288 8,06 1.773 1414 1950 – 3 Sandow (Žandow) 15.739 8,69 1.811 1415 1904 – 4 Spremberger Vorstadt (Grodkojske Pśedměsto) 13.739 3,63 3.785 – 5 Ströbitz (Strobice) 15.948 11,67 1.367 1452 1950 – 6 Sielow (Žylow) 3.515 18,82 187 1300 1993 7 7 Saspow (Zaspy) 751 4,29 175 1455 1950 3 8 Merzdorf (Žylowk) 1.037 7,41 140 1411 1993 3 9 Dissenchen-Schlichow (Dešank-Šlichow) 1.057 31,51 34 1536 1993 (Dissenchen) 3 10 Branitz (Rogeńc) 1.447 5,43 266 1449 1993 3 11 Madlow (Módłej) 1.597 2,93 545 1346 1950 – 12 Sachsendorf (Knorawa) 10.425 6,61 1.577 1779 1950 – 13 Döbbrick-Maiberg (Depsk-Majberk) 1.675 15,54 108 1551 1993 (Döbbrick) 3 14 Skadow (Škódow) 555 4,58 121 1407 1974 (nach Döbbrick) 3 15 Willmersdorf (Rogozno) 629 6,27 100 1449 1993 3 16 Kahren (Kórjeń) 1.218 14,04 87 1300 1993 3 17 Kiekebusch (Kibuš) 1.266 3,76 337 1427 2003 5 18 Gallinchen (Gołynk) 2.734 5,47 500 1421 2003 4 19 Groß Gaglow (Gogolow) 1.438 4,59 313 1389 2003 5 Cottbus (Chóśebuz) 99.981 164,97 606 1156

In den Ortsteilen, die 1993 und später eingemeindet wurden, sowie in Saspow sind gemäß der Hauptsatzung der Stadt Cottbus Ortsbeiräte zu wählen. Diese sollen unter anderem die Stadtverordneten und die Stadtverwaltung in ihrer Arbeit unterstützen.

Darüber hinaus gibt es 20 weitere Gemeindeteile und sonstige Siedlungsplätze.Stadt Cottbus. Serviceportal des Landes Brandenburg, abgerufen am 24. Mai 2026.

Nachbargemeinden und -kreise Die Stadt Cottbus wird als kreisfreie Stadt vollständig vom Landkreis Spree-Neiße umschlossen und grenzt im Norden und Nordosten an die Gemeinden Drachhausen, Drehnow und Turnow-Preilack, die Stadt Peitz sowie die Gemeinden Teichland und Heinersbrück. Im Osten und Süden grenzt sie an die Gemeinden Wiesengrund und Neuhausen/Spree, im Südwesten an die Stadt Drebkau mit Klein Oßnig und im Westen an die Gemeinden Kolkwitz, Briesen und Dissen-Striesow.

Naturschutzgebiete mini|Modderteich im Biotopverbund Spreeaue bei Maiberg

Im Stadtgebiet von Cottbus sind (Stand Dezember 2022) insgesamt vier Naturschutzgebiete ausgewiesen. Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Land Brandenburg, Dezember 2022, abgerufen am 10. Juni 2022 (PDF; 1,34 MB). Der Biotopverbund Spreeaue liegt im Norden des Stadtgebietes zwischen dem Stadtteil Sielow und dem Wohnplatz Maiberg. Das Gebiet wurde im 19. und 20. Jahrhundert durch Melioration zum Zweck einer landwirtschaftlichen Nutzung trockengelegt und eingedeicht. Zwischen 2007 und 2010 entstand in dem Biotopverbund eine künstlich angelegte Teichlandschaft, die als Ausgleichsmaßnahme nach der Devastierung der Lakomaer Teiche im Tagebau Cottbus-Nord dienen sollte. Hinter Döbbrick erstreckt sich das Gebiet weiter entlang der Spree bis zur Spreewehrmühle.

Geschichte

+ Politische Zugehörigkeit von Cottbus seit 1156 Staat Verwaltungseinheit/Gliedstaat Zugehörigkeit 25px Heiliges Römisches Reich Markgrafschaft Lausitz 1156–1445 Markgrafschaft Brandenburg 1445–1701 Königreich Preußen 1701–1806 25px Königreich Preußen Markgrafschaft Brandenburg 1806–1807 25px Königreich Sachsen Markgrafschaft Niederlausitz 1807–1813 25px Preußen von Preußen besetzt 1813–1815 Provinz Brandenburg 1815–1867 Norddeutscher Bund Königreich Preußen 1867–1871 Deutsches Reich Königreich Preußen 1871–1918 Deutsches Reich Freistaat Preußen 1918–1933 Deutsches Reich Freistaat Preußen 1933–1945 Sowjetische Zone Preußen 1945–1947 Land Brandenburg 1947–1949 Deutsche Demokratische Republik Land Brandenburg 1949–1952 Bezirk Cottbus 1952–1990 25px Bundesrepublik Deutschland Land Brandenburg seit 1990

Mittelalter Die Cottbuser Siedlungsgeschichte im heutigen Altstadtgebiet kann fast 2000 Jahre zurückverfolgt werden. Im 3. und 4. Jahrhundert siedelten sich im Altstadtbereich germanische Siedler an. Im Laufe der Völkerwanderung wanderten diese dann wieder ab. Das weitestgehend leere Land zwischen Elbe/Saale und Oder wurde von slawischen Stämmen ab dem 6. Jahrhundert wiederbesiedelt. Im 8. Jahrhundert folgten die Lusitzi, ein westslawischer Stamm. Sie erbauten auf einer Talsandinsel am Westufer der Spree einen mittelslawischen Burgwall. Im Schutze der slawischen Burg legten die Wenden eine Vorburgsiedlung an, die sich im 11. und 12. Jahrhundert zu einer frühstädtischen Siedlung entwickelte. Am 30. November 1156 fand der Ort „Chotibus“ seine erste urkundliche Erwähnung. Die Stadtrechte scheint Cottbus zwischen 1216 und 1225 erhalten zu haben.Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1863, S. 658–661. Im 14. Jahrhundert wurde die Cottbuser Stadtmauer angelegt.

Die Herren von Cottbus, aus einem fränkischen Adelsgeschlecht, herrschten von 1199 bis 1445 in der Herrschaft Cottbus. Das Geschlecht Kotebuz wurde auch Kottwitz genannt. In alten Karten des 15. und 16. Jahrhunderts wurde deshalb auch der Ortsname Kottevitz, KotwitzKOTWITZ auf Kartenmaterial (abgerufen am 13. Januar 2019). und Kottwitz auf Kartenmaterial (abgerufen am 13. Januar 2019). gebraucht und geschrieben. Die von Cottbus/Kottwitz gründeten noch fünf weitere Orte namens Kottwitz, Chotěvice in Sachsen, Schlesien und Böhmen. 1304 mussten die Wettiner wegen Geldschwierigkeiten die Lausitz verkaufen. Bis 1370 kam es aus diesem Grund zu einem häufigen Besitzwechsel der Stadt Cottbus. In den Jahren 1405 und 1406 erteilte Johann III. den Tuchmacher- und Leineweberzünften ihr Privileg.

Neuzeit mini|links|Gebiet der brandenburgischen Herrschaft Cottbus und der zugehörigen Dörfer zwischen 1462 und 1807 Seit 1445 stand Cottbus unter brandenburgischer bzw. preußischer Herrschaft, ausgenommen die Zeit von 1807 (Tilsiter Frieden) bis 1815 (Wiener Kongress), in der die Stadt dem Königreich Sachsen angegliedert war. 1468 schlug der Blitz in der Stadt ein und legte ganz Cottbus mitsamt der Oberkirche in Schutt und Asche. 1479 vernichtete ein Feuer die Stadt abermals.