mini|Schweden–Lettland (Herren), Mai 2005 mini|Spiel der Eisbären Berlin gegen die Hannover Scorpions in der DEL Eishockey ist eine Mannschaftssportart, die mit fünf Feldspielern und einem Torwart auf einer etwa 60 m langen und 30 m breiten Eisfläche gespielt wird. Ziel des Spiels ist es, den Puck, eine kleine Hartgummischeibe, in das gegnerische Tor zu befördern. Die Spielzeit beträgt üblicherweise dreimal 20 Minuten netto. Da bei jeder Spielunterbrechung die Uhr angehalten wird, dauert ein Spiel etwa zwei bis zweieinhalb Stunden.

Verbreitung fand der Sport insbesondere durch die Erfindung und Errichtung von Kunsteisbahnen seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

Eishockey ist durch die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) international organisiert. Der Weltverband hat 84 Mitgliedsverbände (Stand 2025). Als spielerisch beste Eishockeyliga der Welt gilt die nordamerikanische National Hockey League (NHL).

Geschichte

Entwicklung

mini|Eishockey an der McGill-Universität 1884 mini|Seite eines amerikanischen Versandhaus-Katalogs von 1927 mit Eishockey-Artikeln

Vorläufer des Eishockeysports finden sich in Friesland oder auch in den Niederlanden. Künstlerische Abbildungen von ähnlichen Sportarten datieren bis ins 16. Jahrhundert. Ein anderes Spiel aus jener Zeit, welches dem heutigen Eishockey sehr ähnelt, ist bis heute unter dem Namen Bandy bekannt. Andere Spuren verweisen auf Dänemark im Jahr 1134. Die Schlittschuh-Kufen waren bis in die Zeit der Industrialisierung auch aus Knochen.

In Nordamerika kannten schon die Ureinwohner Kanattas im 16. Jahrhundert verschiedene Ballspiele. Durch die französische Kolonisation Kanadas in der Mitte des 16. Jahrhunderts vermischten sich jene Ballspiele mit denen der Soldaten zum heute bekannten Lacrosse. Der Camburca, ein Krummstock, entwickelte sich zu einer Art Hockey- oder Eishockeyschläger. Mitte des 18. Jahrhunderts kamen die Engländer nach Kanada und die Soldaten brachten die ihnen bekannten Spiele Hurling und Shinty, auch Shinney genannt, mit. Im Lauf der Zeit wurden das Shinney-Spiel aufgrund der vorherrschenden Bedingungen schnell aufs Eis übertragen. Anfangs spielten nur die Soldaten, doch es kamen Studenten aus Montréal hinzu, die feste Spielregeln entwickelten, sodass sich allmählich ein fester Ligenbetrieb entwickelte. Das älteste belegbare „erste Eishockeyspiel in einer Halle“ fand am 3. März 1875 im Victoria Skating Rink in Montreal statt und wurde von James Creighton organisiert, einem Studenten der McGill University. 1917 wurde die Profiliga National Hockey League gegründet, die zunächst nur kanadische, später auch US-amerikanische Mannschaften umfasste. In Kanada wird Eishockey als Nationalsymbol beansprucht; europäische Traditionen des Spiels werden hierbei ausgeklammert.

In Europa, das bereits lange vergleichbare Spiele kannte, verbreiteten sich die Spielidee und die Regularien bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts, wo diese sich zunächst vor allem in den klimatisch günstigen Gebieten wie der Alpenregion oder Skandinavien etablierten sowie in Großstädten, sofern diese über eine Kunsteisbahn verfügten. Johann Felix Unsöld (1852–1931), Ingenieur und Erfinder der Roheiserzeugung errichtete 1882 die erste künstliche Halleneisbahn Deutschlands. Die Eishalle war durch eine aufwändige Glasdachkonstruktion zwischen Wohnhäusern überdacht. Er wollte damit die Maschinen seiner Eisfabrik auch im Winter auslasten. Sie befand sich in München, in der Galeriestraße auf dem Grundstück der heutigen Hausnummer 10 der Unsöldstraße. Die Eisbahn erhielt bald nach ihrer Fertigstellung im Volksmund den Kosenamen Schachterleis (Schachterl = bayerische Verkleinerungsform für winzige Schachtel), da es mit 38 Meter × 15 Meter sehr klein war.Stadtchronik 1960, muenchen.de. Abgerufen am 15. November 2019.

Die Herkunft des Worts Hockey ist ungeklärt, möglich erscheint eine Herleitung von dem französischen Wort für Stock oder dem englischen Begriff „hook“ (gekrümmt). Die deutsche Sprache kennt mit Hocken ein phonetisch ähnliches Wort, aus dem sich das früher in Deutschland für das Spiel verwendete Wort Eishocken ableitet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg Geschichtliche Bedeutung erlangten oftmals die Spiele zwischen der damaligen Sowjetunion und den USA oder Kanada vor allem in der Phase des Kalten Krieges als Ausdruck der Rivalität der Systeme. So wurde das Spiel der USA gegen die UdSSR beim olympischen Eishockeyturnier 1980 zu einer Art „Show-down“ der beiden Weltmächte. Die USA konnten es gegen die seinerzeit übermächtige Sowjetunion gewinnen, das Spiel ging als „Miracle on Ice“ in die Geschichte ein.

Die Bedeutung des Eishockey in der Sowjetunion nahm ab den 1950er Jahren erheblich zu. So gelang es dem sowjetischen Team, bereits bei der ersten Weltmeisterschaftsteilnahme 1954 wie auch bei der ersten Teilnahme am olympischen Eishockeyturnier die Goldmedaille zu gewinnen. Weiterhin gab es zwischen der UdSSR und der ČSSR bedeutende Spiele, in denen die sowjetische Mannschaft mit herausragenden tschechoslowakischen Spielern konkurrierte. Auch hier wurden, insbesondere nach dem Prager Frühling 1968, die unterschiedliche politische Gesinnung und die politischen Befindlichkeiten in den Sport getragen.

Nachdem Inline-Skates immer wieder als Trainingsgerät für Eishockeyspieler konstruiert worden waren, gelang es in den 1990er Jahren Inline-Hockey als dem Eishockey-Artverwandte Sportart zu etablieren.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gingen einige der besten Spieler in die National Hockey League, in der Mannschaften der USA und Kanadas spielen. Die NHL stellt heute die bedeutendste Liga der Welt dar, mit vielen der besten Spieler aus Europa und anderen Teilen der Welt. Bei den alljährlich stattfindenden NHL All-Star Games zeigt sich, dass viele europäische Spieler heute zu den wichtigsten Leistungsträgern der Liga gehören. Die Sportlandschaft in Nordamerika ist pluralistischer aufgestellt und anders als beispielsweise in Europa nicht von einer einzigen Sportart dominiert. Folglich fallen Spielereinkünfte in vielen Sportarten höher aus und ziehen wie im Fall des Eishockey Spieler aus Europa an.

Fraueneishockey

Das Eishockey für FrauenSimon Engel: Eishockey — etwas für harte Kerle? Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 15. Februar 2024 wurde einst gemeinsam mit dem Eishockey der Männer betrieben und nach Herausdrängen der Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder separat betrieben, seitdem gibt es auch Regelabweichungen. Die wichtigste davon ist, dass bei den Frauen das Drücken gegen die Bande sowie Body-Checks grundsätzlich verboten sind. Diese Regelung wurde nach der ersten Weltmeisterschaft 1990 eingeführt, da es dort zu schweren Verletzungen aufgrund des Aufeinandertreffens von unterschiedlich robust gebauten Frauen gekommen war. Darüber hinaus sind die Frauen, genauso wie alle Nachwuchsspieler, verpflichtet, mit Helmen mit Gesichtsschutz zu spielen.

Das erste olympische Fraueneishockeyturnier fand 1998 in Nagano statt. Genau wie die Weltmeisterschaften werden diese Wettbewerbe vor allem durch die Mannschaften aus Nordamerika dominiert. Dort gibt es auch ein ausgeprägtes Ligasystem, das dem der Männer gleicht. Populär ist Fraueneishockey auch im nördlichen Europa und in Russland.

Bei den Winterspielen von 2006 in Turin gewann mit Schweden zum ersten Mal eine nichtamerikanische Mannschaft die Silbermedaille.

Spielprinzip Beim Eishockey muss ein Puck, eine flache Hartgummischeibe, mit Schlägern in das gegnerische Tor geschoben oder geschossen werden. Eishockey gilt als sehr schnelle Mannschaftssportart und zudem sehr körperbetonter Sport, bei dem es auch zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen den Spielern kommen kann. In der Regel werden diese Auseinandersetzungen schnell unterbunden und enden ohne Verletzungen, jedoch gab und gibt es auch immer wieder Vorfälle, die schwere Verletzungen nach sich zogen. Mittels so genannter Bodychecks ist es möglich, den Gegner den Regeln entsprechend seitlich zu verdrängen oder aus dem Weg zu schaffen, um den Puck zu erobern.

Das weltweit geltende Regelwerk wird regelmäßig im Regelbuch der Internationalen Eishockey-Föderation (IIHF) herausgegeben.IIHF OFFICIAL RULE BOOK 2023/24 (PDF; 11 MB) auf blob.iihf.com Das Regelbuch ist in zwölf Abschnitte unterteilt, welche die Themen Spielbetriebliche Vorschriften, Spielfeld, Teams und Spieler, Spielerausrüstung, Spielregeln/Allgemein, Spielregeln/Spielunterbrüche, Spielregeln/Spielerwechsel, Spielregeln/Tore, Spielregeln/Dauer und Situationen, Strafenbeschreibungen, Strafschüsse und zugesprochene Tore sowie Spezielle Regeln für Torhüter beschreiben.

Die NHL gibt ein eigenes Regelbuch heraus, dessen Inhalte zum Teil von den Vorschriften der IIHF abweichen.

Spielfeld mini|Eishockey-Spielfeld

Das Spielfeld gemäß IIHF ist eine rechteckige Eisfläche von 60 m Länge und 30 m Breite mit abgerundeten Ecken. Es ist von einer ca. 1,20 m hohen Holz- oder Hartplastikbande umgeben, über der aus Sicherheitsgründen – insbesondere gegen fliegende Pucks – Schutzglasscheiben oder Fangnetze angebracht sind, und reicht um die Eishockeytore herum. Gegliedert wird es durch fünf Querlinien:

Die rote Mittellinie halbiert das Spielfeld; mittig auf ihr befindet sich der Anspielpunkt (Bullypunkt) Zwei Blaue Linien teilen es in drei gleich große Zonen: die Angriffs-, die Neutrale und die Abwehrzone Zwei rote Torlinien

Die Tore haben eine Höhe von 1,22 m und eine Breite von 1,83 m: Pfosten und Latte sind rot gefärbt. Vor dem Tor ist ein halbkreisförmiger Torraum markiert. Insgesamt gibt es neun Anspiel- oder Bullypunkte: neben dem in der Mitte des Feldes jeweils zwei in den Verteidigungszonen. Gegenüber den Boxen der Spielerbänke gibt es weitere für Zeitnehmung und Strafbänke.

In der nordamerikanischen NHL weicht das Spielfeld von den internationalen Vorgaben ab. Es ist mit 200 Fuß zwar fast gleich lang (60,96 m), aber nur 85 Fuß (25,91 m) breit. Dadurch wird das Spiel in der Regel schneller und aggressiver.

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) schreibt als maximale Abmessungen 61 m Länge und 30 m Breite und als minimale Abmessungen 56 m Länge und 26 m Breite vor. Die Ecken müssen abgerundet sein, mit einem Radius von 7 m bis 8,5 m. Insofern wäre auch ein Spielfeld mit etwa NHL-Maßen in der DEL zulässig. Jedoch orientieren sich bisher alle DEL-Clubs und Betreiber am internationalen Maß, um auch Länderspiele austragen zu können (2020 erfolgte der Umbau der Arena in Villingen-Schwenningen auf NHL-Maße).

Anmerkung: Shorttrack, die 111,12-m-Kurzbahnvariante des Eisschnelllaufs, wird ebenfalls auf einem Eishockeyfeld ausgetragen.

Das Spielfeld wird bei Nachwuchsturnieren auch längs und quer geteilt, während dann zwei Spiele gleichzeitig stattfinden können.

Mannschaft, Spieler und Ausrüstung mini|Spieler auf der Eisfläche (Regel 400) mini|Die meisten Eishockey-Trikots bestehen aus einem 2-Wege-Stretchgewebe, haben einen bequeme Passform und sind im Sublimationsdruckverfahren bedruckt Eine Mannschaft besteht für gewöhnlich aus bis zu 22 Spielern. Während eines Spiels dürfen sich höchstens sechs Spieler gleichzeitig auf dem Eis befinden. In der Regel bestehen diese aus fünf Feldspielern und einem Torwart, in besonderen Situationen wird der Torwart aber auch durch einen weiteren Feldspieler ersetzt.

In der Regel wird in Linien, Reihen oder Blöcken gespielt, das bedeutet, dass Stürmer und Verteidiger möglichst immer mit den gleichen Partnern spielen. Eine Mannschaft sollte drei bis vier Verteidigungsreihen (4-mal 2 Spieler = 8 Spieler) und vier Sturmreihen (4-mal 3 Spieler = 12 Spieler) besitzen. Mit zwei Torhütern erreicht man dann die Anzahl von 22 Spielern pro Team.

Ein Team kann einen Mannschaftskapitän und mindestens einen Assistenzkapitän bestimmen. Zur Erkennung tragen sie auf dem Trikot ein „C“ (Captain) oder „A“ (Alternate-Captain).