Die Spiele der 43. Eishockey-Weltmeisterschaften und 54. Eishockey-Europameisterschaft im Olympiajahr 1976 fanden in den Ländern Polen (zum ersten Mal seit 1931) und Schweiz statt. Austragungsort der A-Gruppe war vom 8. bis 25. April Katowice in Oberschlesien. Die B-Gruppe spielte vom 18. bis 27. März in den schweizerischen Städten Aarau und Biel/Bienne und die Spiele der C-Gruppe fanden vom 8. bis 13. März im polnischen Danzig statt. Es nahmen insgesamt 21 Mannschaften teil.

+ Übersicht Turnier Ort Datum Teil- nehmer Zuschauer insgesamt Spiele ø A-Weltmeisterschaft Katowice 8. April 1976 – 25. April 1976 8 219.000 40 5.475 B-Weltmeisterschaft AarauBiel/Bienne 18. März 1976 – 27. März 1976 8 28 C-Weltmeisterschaft Danzig 8. März 1976 – 13. März 1976 5 10

A-Weltmeisterschaft

mini|Logo der Eishockey-A-WM

Modus und Turnierverlauf Die diesjährige Weltmeisterschaft war die erste, an der auch Profispieler teilnehmen durften. Davon profitierten insbesondere die USA, die sich nach den Ab- und Aufstiegen der vergangenen Jahre mit dem vierten Platz wieder in der Weltspitze etablierten. Die Aufstockung der A-Gruppe auf 8 Teams machte einen neuen Austragungsmodus für die Welt- und Europameisterschaft erforderlich. Nach einer einfachen Ligarunde spielten anschließend die besten 4 Mannschaften in der Meisterrunde um den Titel und um die Medaillen, die 4 übrigen Teams spielten in der sogenannten Abstiegsrunde um die Plätze 5–8 und gegen den Abstieg. Die Punkte aus der Vorrunde wurden dabei übernommen. Bei der EM-Wertung kehrte man zum alten Prinzip zurück, dass allein die WM-Platzierung ausschlaggebend ist. Für Kanada, das ab der kommenden WM wieder in der A-Gruppe mitspielen sollte, musste ein Platz frei gemacht werden; daher gab es in diesem Jahr zwei Absteiger bei nur einem Aufsteiger. Die B-Gruppe wurde dadurch vorübergehend auf 9 Mannschaften aufgestockt.

Das WM-Turnier in Polen lebte von der überraschenden Schwäche der scheinbar übermächtigen Sowjets. Diese hatten, wie schon 1972, große Mühe nach dem Olympiaturnier noch einmal ihre Höchstleistung zu bringen. Gleich zum Auftakt gab es dabei eine sensationelle 4:6-Niederlage gegen den Gastgeber Polen, der im weiteren Turnierverlauf noch zwei weitere Niederlagen folgten. 3 Niederlagen bei einem WM-Turnier hatte es für die UdSSR noch nie gegeben. Den Polen nutzte der Sensationssieg gegen die Sowjets letztlich nichts; in einem hochdramatischen Abstiegskampf mussten sie nach einer Niederlage in der letzten Minute gegen die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland den Weg in die B-Gruppe antreten. Weltmeister wurde zum vierten Mal die Tschechoslowakei, die gleichzeitig ihren 13. Europameistertitel gewann.

Austragungsort Das Turnier wurde im polnischen Katowice ausgetragen. Der Spielort war die Spodek Arena, die zwei Eisflächen bietet und bei Eishockeyspielen 10.000 respektive 3.000 Zuschauern Platz bietet. Normalerweise ist die kleinere Eisfläche Spielstätte der Eishockeyabteilung des GKS Katowice.

Wojewódzka Hala Widowiskowo-Sportowa Kapazität: 10.000 Mała hala Kapazität: 3.000 x140px|Spodek Arena x140px|Mała hala

Vorrunde

Abschlusstabelle

Pl Mannschaft Sp S U N Tore Punkte 1. 7 7 0 0 54:7 14:0 2. 7 5 0 2 37:15 10:4 3. 7 4 0 3 22:18 8:6 4. 7 3 1 3 19:23 7:7 5. 7 2 1 4 21:36 5:9 6. 7 2 0 5 19:35 4:10 7. 7 1 2 4 17:29 4:10 8. 7 2 0 5 11:37 4:10

Abkürzungen: Pl = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, U = Unentschieden, N = Niederlagen

Erläuterungen: ,

Abstiegsrunde um die Plätze 5–8

(Punkte aus der Vorrunde mit übernommen)

Abschlusstabelle

Pl Mannschaft Sp S U N Tore Punkte 1. 10 2 4 4 35:41 8:12 2. 10 3 2 5 26:41 8:12 3. 10 3 2 5 32:47 8:12 4. 10 2 1 7 19:52 5:15

Abkürzungen: Pl = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, U = Unentschieden, N = Niederlagen

Erläuterungen: ,

Meisterrunde um die Plätze 1–4

Die Punkte aus der Vorrunde wurden in die Tabelle der Meisterrunde übernommen.

Abschlusstabelle

Pl Mannschaft Sp S U N Tore Punkte 1. 10 9 1 0 67:14 19:1 2. 10 6 1 3 50:23 13:7 3. 10 6 0 4 36:29 12:8 4. 10 3 1 6 24:42 7:13

Abschlussplatzierung der A-WM

Pl Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8

Auf- und Absteiger

Absteiger: Aufsteiger: (gesetzt)

Abschlussplatzierung der EM

Pl Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7

Meistermannschaften

Weltmeister Tschechoslowakei Jiří Holeček, Vladimír Dzurilla – Oldřich Macháč, František Pospíšil, Jiří Bubla, Milan Kajkl, Milan Chalupa, Miroslav Dvořák, František Kaberle – Vladimír Martinec, Jiří Novák, Bohuslav Šťastný, Marián Šťastný, Ivan Hlinka, Jiří Holík, Eduard Novák, Milan Nový, Jaroslav Pouzar, František Černík, Peter Šťastný Trainerstab: Karel Gut, Ján Starší Silber UdSSR Wladislaw Tretjak, Alexander Sidelnikow – Waleri Wassiljew, Wladimir Luttschenko, Gennadi Zygankow, Juri Ljapkin, Sergei Babinow, Alexander Filippow – Boris Michailjow, Waleri Charlamow, Wiktor Schluktow, Wladimir Schadrin, Alexander Jakuschew, Wiktor Schalimow, Alexander Malzew, Sergei Kapustin, Helmuts Balderis, Alexander Golikow, Wladimir Golikow, Sergei Korotkow Trainerstab: Boris Kulagin, Konstantin Loktew, Wladimir Jursinow Bronze SchwedenGöran Högosta, William Löfqvist – Roland Bond, Lars-Erik Esbjörs, Björn Johansson, Stig Salming, Jan-Olof Svensson, Stig Östling, Mats Waltin – Per-Olov Brasar, Lars-Erik Ericsson, Roland Eriksson, Hans Jax, Martin Karlsson, Dan Labraaten, Lars-Gunnar Lundberg, Bengt Lundholm, Dan Söderström, Mats Åhlberg, Lars Öberg Trainerstab: Roland Pettersson, Kjell Larsson

B-Weltmeisterschaft

Die B-Gruppe der Weltmeisterschaft wurde in Aarau und Biel ausgespielt.

Spiele

Abschlusstabelle

Pl Mannschaft Sp S U N Tore Punkte 1. 7 5 1 1 40:23 11:3 2. 7 5 0 2 34:17 10:4 3. 7 4 0 3 29:21 8:6 4. 7 4 0 3 25:28 8:6 5. 7 4 0 3 37:26 8:6 6. 7 3 0 4 22:30 6:8 7. 7 2 1 4 23:41 5:9 8. 7 0 0 7 23:47 0:14

Abkürzungen: Pl = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, U = Unentschieden, N = Niederlagen

Erläuterungen: ,

Auf- und Abstieg

B-Weltmeister 1976: Rumänien Aufsteiger in die A-Gruppe: Rumänien Absteiger aus der A-Gruppe: DDR Polen Absteiger in die C-Gruppe: Bulgarien Italien Aufsteiger aus der C-Gruppe: Österreich Ungarn

C-Weltmeisterschaft

Die C-Gruppe der Weltmeisterschaft wurde im polnischen Danzig ausgetragen.

Spiele

Abschlusstabelle

Pl Mannschaft Sp S U N Tore Diff Punkte 1 4 4 0 0 38:9 +29 8:0 2 4 3 0 1 30:9 +21 6:2 3 4 2 0 2 14:18 −4 4:4 4 4 1 0 3 16:24 −8 2:6 5 4 0 0 4 6:44 −38 0:8

Auf- und Abstieg

C-Weltmeister 1976: Österreich Aufsteiger in die B-Gruppe: Österreich Ungarn Absteiger aus der B-Gruppe: Bulgarien Italien

Siehe auch Eishockey-WM 1976 der Junioren

Weblinks Poland scores biggest shocker in World Championship history April 8, 1976 — Katowice, Poland

43rd World and 54th European Championship bei hokej.sfrp.cz Ergebnisse vom ersten Spieltag der A-WM, Archiv der Rude Pravo bei archiv.ucl.cas.cz Ergebnisse vom letzten Spieltag der A-WM, Archiv der Rude Pravo bei archiv.ucl.cas.cz

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