Die Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz im Europäischen Parlament, kurz Grüne/EFA oder G/EFA, ist eine Fraktion im Europäischen Parlament. Sie wird im Wesentlichen von zwei Europaparteien getragen, der Europäischen Grünen Partei (EGP) und der regionalistischen Europäischen Freien Allianz (EFA). Mit Mitgliedern ist sie Stand die sechstgrößte der acht Fraktionen des Parlaments.

Die Fraktion Grüne/EFA ist seit ihrer Gründung eine der Fraktionen mit der höchsten Fraktionsdisziplin, das heißt den kleinsten Unterschieden im Abstimmungsverhalten. So stimmte am 1. März 2022 nur Tatjana Ždanoka als einziges Fraktionsmitglied gegen die mit 637 Stimmen angenommene Entschließung des Europäischen Parlaments bezüglich des russischen Überfalls auf die Ukraine.Einmarsch in die Ukraine: Parlament fordert härteres Vorgehen gegen Russland. Pressemitteilung des EP vom 1. März 2022; Russlands Aggression gegen die Ukraine - B9-0123/2022. Protokoll / Ergebnis der namentlichen Abstimmungen (PDF, 836 KB), S. 157.

Geschichte Vorgeschichte Vorgänger der Fraktion war die nach der Europawahl 1984 gegründete Regenbogenfraktion, der neben Grünen und Regionalisten auch linke Parteien angehörten. Nach der Europawahl 1989 spaltete sich davon die Fraktion Die Grünen im Europäischen Parlament ab.

Nachdem die Europäische Freie Allianz aus den Europawahlen 1994 deutlich geschwächt hervorging, vereinigte diese sich mit einigen radikalliberalen Parteien zur Fraktion der Europäischen Radikalen Allianz.

Nach der Europawahl 1999 zerfiel auch diese Fraktion und die EFA-Mitglieder schlossen sich der Grünen-Fraktion an, die ihren Namen in Die Grünen/Europäische Freie Allianz änderte. Die Fraktion besteht in dieser Form seit 1999, bis heute sind Europäische Grüne Partei sowie die Europäische Freie Allianz die tragenden Parteien der Fraktion.

Zusammensetzung nach EU-Wahl 2019 Nach der Europawahl 2019 schlossen sich der Fraktion 75 Abgeordnete aus 16 Ländern an – sie ist damit die viertstärkste Fraktion im Europäischen Parlament. Aus dem deutschsprachigen Raum sind aus Deutschland Bündnis 90/Die Grünen mit 21 Abgeordneten sowie je ein Abgeordneter der Piratenpartei Deutschland, der Ökologisch-Demokratischen Partei und Volt Deutschland sowie ein für Die PARTEI gewählter inzwischen Parteiloser, aus Österreich Die Grünen – Die Grüne Alternative mit 3 Abgeordneten sowie aus Luxemburg Déi Gréng mit einem Abgeordneten vertreten.

Mit dem Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union am 31. Januar 2020 schieden auch die dort gewählten Parlamentarier aus, insgesamt verließen elf britische Abgeordnete die Fraktion. Ein Teil der britischen Mandate waren bereits vor der Europawahl für den Fall des vollzogenen Austritts auf andere Länder verteilt worden. Über diese zusätzlichen Mandate traten zum 1. Februar vier neue Abgeordnete aus Finnland, Frankreich, Österreich und Schweden der Fraktion bei.

Rechtliche Überprüfung des Mercosur-Abkommens, Überweisung an EuGH Am 21. Januar 2026 stimmte das Europaparlament über die Überweisung des zur Ratifizierung anstehenden Freihandelsabkommens EU-Mercosur an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit ab. Mit 334 zu 324 Stimmen setzte sich der eine Antrag B10-0060/2026 auf rechtliche Prüfung knapp durch. Die deutschen Abgeordneten der Grünen/EFA stimmten mehrheitlich für die Überweisung, ebenso wie die Mehrheit der deutschen Linken und der AfD.Konstantin von Hammerstein, Ann-Katrin Müller, Simon Book, Marcel Rosenbach, Timo Lehmann, Benedikt Müller-Arnold, René Pfister: Schock und Chance / Geopolitik Donald Trumps Imperialismus bedroht Europa, aber der alte Kontinent behandelt den US-Präsidenten noch immer wie einen Partner. Dabei hätte die EU alle Mittel, sich zu wehren – sie muss es nur wollen. In: Der Spiegel 5 | 2026, Seite 8, 10 Von den deutschen Grünen stimmten acht für die Überweisung, zwei dagegen, einer enthielt sich. Dass das Abstimmverhalten mit dem der Rechten übereinstimmte, wurde in vielen Berichten als „ungewöhnliche Allianz“ oder „unheilige Allianz“ und als ein "fatales Signal der Schwäche" bezeichnet. Kritiker aus anderen Parteien – insbesondere aus EVP, SPD und FDP – warfen den Grünen vor, durch dieses Votum die eigene Abgrenzung nach rechts zu unterlaufen und die Handlungsfähigkeit der EU zu schwächen. Parteiintern wurde von einem „schweren Fehler“ gesprochen.dpa: „Nicht happy“ / Bundes-Grüne kritisieren die EuGH-Anrufung ihrer deutschen Kolleg:innen im EU-Parlament In: taz.die tageszeitung vom 23. Januar 2026, Seite 3 Im Ergebnis habe sich die Grüne EU-Fraktion selbst dem Vorwurf ausgesetzt, die Brandmauer nach rechts einzureißen.

Mitglieder seit 1999 Vorstand und Mitglieder 1999–2004 Vorstand und Mitglieder 2004–2009 Vorstand und Mitglieder 2009–2014 Vorstand und Mitglieder 2014–2019 Vorstand und Mitglieder 2019–2024

Vorstand Im Juni 2024 wählte die Fraktion ihren Fraktionsvorstand für das 10. Europäische Parlament:

Ko-Vorsitzende Terry Reintke

Stellvertretende Vorsitzende

Diana Riba (Vorsitzende EFA-Gruppe) Kira Marie Peter-Hansen (Schatzmeisterin) Alice Bah Kuhnke Marie Toussaint Sergey Lagodinsky Ignazio Marino Virginijus Sinkevičius

Mitglieder mini|Länder mit Abgeordneten in der G/EFA-Fraktion +Mitglieder der Fraktionseit 1989, jeweils zu Beginn und Ende der LegislaturDie Grünen 1989 1994 1994 1999 Grüne/EFA 1999 2004 2004 2009 2009 2014 2014 2019 2019 2024 2024 Liste der Mitglieder des 10. Europaparlaments:

Weblinks Offizielle Homepage der Fraktion Liste der Fraktionsmitglieder auf der Homepage des Europäischen Parlaments

Einzelnachweise

Kategorie:Fraktion im Europäischen Parlament Kategorie:Europäische Grüne Partei

Kategorie:Gründung einer politischen Organisation 1989