Diablo II ist ein Action-Rollenspiel des US-amerikanischen Spielentwicklers Blizzard Entertainment und die Fortsetzung von Diablo. Das Computerspiel erschien 2000, ein Jahr später erfolgte die Veröffentlichung der Erweiterung Lord of Destruction. 2012 wurde der Nachfolger Diablo III veröffentlicht.

Am 19. Februar 2021 gab Blizzard bekannt, dass ein grafisch und akustisch überarbeitetes Remaster unter dem Titel Diablo 2: Resurrected für PC und Konsolen (PlayStation 4/PlayStation 5, Xbox One/Xbox Series und Nintendo Switch) erscheinen sollte.Patrick Freese: Diablo 2: Resurrected kommt als Remaster – Alles, was ihr zum Release wissen müsst, in: Mein-MMO.de, 19. Februar 2021. Diablo 2: Resurrected erschien am 23. September 2021.

Einleitung Diablo II knüpft an die Handlung des Vorgängers an. Da Diablo im ersten Teil nicht endgültig vernichtet wurde, zieht man in Diablo II erneut (mit einem neuen Helden) los, um ihm und seinen Verbündeten das Handwerk zu legen. Mit Baal und Mephisto spielen zudem zwei weitere mächtige Dämonen eine bedeutende Rolle, die in dem Spiel Brüder Diablos sind. Die gesamte Handlung spielt in einer Sanktuario genannten Welt.

Das Spiel ist in vier Akte aufgeteilt, in denen jeweils sechs, bzw. im vierten Akt drei, Aufgaben (Quests) zu lösen sind, über die sich der Spieler einerseits verschiedene Belohnungen verdienen kann, andererseits aber auch die Handlung vorangetrieben wird. Am Ende eines jeden Aktes gilt es, einen besonders mächtigen Endgegner zu bezwingen. Zudem gilt es als Gesamthandlung die drei Brüder dauerhaft zu besiegen. Jeder der drei Brüder wird darüber hinaus durch einen Seelenstein repräsentiert, den es im Verlauf der Handlung zu zerstören gilt.

Die Geschichte wird einerseits von den NSCs, insbesondere Deckard Cain und dem Erzengel Tyrael, zum anderen aber auch in den Videos, die zwischen den Akten abgespielt werden, weiter erzählt. Zum Erscheinungstermin von Diablo II gehörten diese 3D-Animationen zu den künstlerisch hochwertigsten und aufwändigsten, die bis dahin als Bestandteil eines Computerspiels veröffentlicht wurden. Die fünf Videos sind zusammen über 21 Minuten lang und werden im Akt V von Lord of Destruction durch zwei weitere Videos fortgesetzt und um sechs Minuten erweitert.

Handlung

Die Handlung beginnt zunächst in einer Irrenanstalt. Eine dunkle Figur mit Kutte betritt die Zelle von Marius und setzt sich vor ein Fenster. Marius scheint in seinem Besucher den Erzengel Tyrael zu erkennen und beginnt ihm seine Geschichte zu erzählen, die Geschichte des „dunklen Wanderers“. Dieser betrat eines Abends ein Wirtshaus, in dem sich Marius aufhielt und schien Dämonen in sich zu tragen, die er nur schwer unter Kontrolle halten kann. Schließlich brechen die Dämonen hervor und vernichten das Wirtshaus. Marius hat das Gefühl, dass er dem Wanderer folgen sollte und verlässt ebenso das Wirtshaus.

Akt I – Lager der Jägerinnen

Nach dieser Einführung beginnt das eigentliche Spiel im Lager der Jägerinnen in einer sumpfigen Wald- und Wiesenlandschaft. Warriv, der Händler, steckt hier mit seiner Karawane fest und bittet den Spieler um seine Hilfe. Dieser muss aber zunächst das Vertrauen der Jägerinnen gewinnen. Akara bittet den Helden eine nahe Höhle zu säubern und er erhält von Kashya, der Anführerin, den Auftrag eine abtrünnige Jägerin, Blutrabe, zu töten. Da der Held nun im Ansehen gestiegen ist enthüllt Akara, dass Deckard Cain (bekannt aus dem ersten Diablo) auch nach der Zerstörung Tristrams noch am Leben sein müsse. Sie bittet den Helden ihn zu retten. Da Tristram nicht über den Landweg zu erreichen ist, muss der Spieler über Umwege ein Portal öffnen und kann den letzten der Horadrim retten, der fortan kostenfrei Gegenstände für den Spieler identifiziert. Nun ist es an der Zeit das Kloster, aus dem die Jägerinnen fliehen mussten, zu infiltrieren. Neben einem magischen Hammer findet sich auch Andariel, die Tochter der Qual und eines der niederen Übel der Hölle, in den Katakomben unter dem Kloster. Der Held kann sie schließlich besiegen und somit ist der Weg nach Osten wieder frei.

Akt II – Lut Gholein

Der Spieler erfährt, dass Marius und der Wanderer gemeinsam in einem unbarmherzigen Marsch die Wüste durchquert hatten und schließlich die große Hafenstadt Lut Gholein erreicht haben. Der Wanderer erzählt Marius, dass er dort einen seiner Brüder befreien müsse. Marius träumt vom Magier Tal Rasha, der dort den Dämon Baal in seinem eigenen Körper gefangen hält, mit dem er für alle Ewigkeit ringen würde.

Als der Held dort eintrifft muss er ein untotes Monster namens Radament zur Strecke bringen, das durch die Präsenz des Wanderers aufgeschreckt wurde. Er findet dabei eine alte Horadrim-Rolle, in der ein Würfel und ein Stab der alten Magiergilde erwähnt wird. Deckard Cain dringt darauf, diese Gegenstände zu finden, denn der Würfel ist ein magisches Werkzeug um Gegenstände zu verändern (Crafting-System) und der Stab öffnet die Versiegelung von Tal Rashas verborgenem Grab. Der Fürst der Stadt Jerhyn bittet den Helden sich der Monster in den Kellern seines Palastes anzunehmen. So findet der Spieler ein Portal, das ihn zur geheimen Zuflucht von Horazon bringt, einem Ort zwischen den Welten, in dem sich der entscheidende Hinweis auf die Position des Grabes befindet. Im Tal der Magier angekommen kann der Held mit Hilfe des Horadrim-Stabes die Grabkammer öffnen und trifft dort auf Duriel, einem weiteren der niederen Übel. Nach dem Sieg über Duriel stößt der Held erstmals auf den Erzengel Tyrael, der Baal zusammen mit Tal Rasha hier eingekerkert hatte. Er bittet den Helden weiter nach Osten zu reisen, um Diablo und Baal daran zu hindern, die Welt in den Abgrund zu stürzen.

Akt III – Kurast

Es wird klar, dass Marius letztendlich dafür verantwortlich war, dass Baal seinem Gefängnis entkommen konnte. Er wurde von Tyrael ebenfalls nach Osten geschickt mit dem Auftrag das Tor zur Hölle zu durchqueren und Baals Seelenstein zu zerstören.

Jerhyn hat in der Abwesenheit des Heldens bereits seinen Weitertransport organisiert und so gelangt er mit Meshifes Schiff in den Hafen der großen Dschungelstadt Kurast. Der dunkle Wanderer ist bereits hier. Auch hier muss sich der Held zunächst Respekt verschaffen, in dem er beispielsweise ein verzaubertes Gidbinn-Messer aus dem Dschungel erobern muss, mit dessen Hilfe Ormus den Schutzzauber um die Docks erneuern kann. Deckard Cain erinnert den Helden daran, dass er nach Kurast gekommen ist, um Diablo und Baal zu folgen und auch den hier gefangenen Mephisto zerstören soll. Dazu braucht der Spieler einen Kultflegel, Khalims Wille, der wiederum in Teilen versteckt wurde. Endlich zusammengesetzt kann dieser, nachdem sich der Held bis ins obere Kurast und zum Tempel von Travincal vorgekämpft hat, die versiegelte Pforte zum Kerker des Hasses öffnen. Im untersten Level findet man schließlich – aber letztendlich zu spät – Mephisto, kann ihn besiegen und seinen Seelenstein an sich nehmen. Der Weg zur Hölle ist nun frei und man kann das Portal des Infernos betreten.

Akt IV – Festung des Wahnsinns

In der Rückblende hat auch Marius Mephistos Rückzugsort gefunden. Auch der dunkle Wanderer und Tal Rasha sind dort. Diablo streift seine Gestalt als dunkler Wanderer ab und betritt wiedergeboren als Fürst der Hölle das Portal.

Der Spieler findet sich zunächst in der Festung des Wahnsinns wieder, der letzten Bastion des Himmels vor der Hölle. Auch Tyrael ist hier und berät den Helden, darf aber selbst nicht eingreifen. Zunächst soll der Spieler einen seiner Engel erlösen, Izual, der im Körper eines Dämons gefangen ist. Es sei an der Zeit ihn zu erlösen. Izual verrät dem Spieler, dass er es war, der den drei großen Übeln und Dämonen der Hölle das Geheimnis der Seelensteine verraten hatte und somit für alles verantwortlich ist. Der Held kämpft sich bis zur Höllenschmiede weiter. Hier kann er dem Höllenschmid Hephaistos den Hammer entreissen und auf dem Amboss Mephistos Seelenstein für immer zerstören. Am Ende des Flammenflusses wartet das Chaos-Sanktuarium auf den Helden. Der Held öffnet fünf Siegel, kämpft gegen gefährliche Diener des Höllenfürsten und beschwört so Diablo selbst auf das zentrale Pentagramm. Es gelingt dem Helden schließlich, den Fürsten des Terrors zu besiegen, seinen Seelenstein an sich zu nehmen und diesen dann auch in der Höllenschmiede zu zerstören.

Im Epilog erzählt Marius, dass er nicht genug Mut hatte, das Portal zur Hölle zu durchschreiten. Er übergibt dem vermeintlichen Erzengel Tyrael den letzten Seelenstein, den er immer noch bei sich trug. Als Marius seinen Irrtum erkennt, dass er dem verkleideten Baal in Tal Rashas Gestalt den Seelenstein überlassen hat, wird er von diesem getötet. Baal verlässt das Irrenhaus, das hinter ihm in Flammen aufgeht.

Dies ist das Ende des Hauptspiels. An diesem Punkt knüpft die Handlung der Erweiterung Lord of Destruction an. In Diablo Immortal wird an die Ereignisse von Diablo II fünf Jahre danach angeknüpft.

Spielprinzip Das Spielprinzip unterscheidet sich in diversen Details vom ersten Teil, insbesondere wurde die Bedienung deutlich komfortabler. Der Charakter kann jetzt im gesamten Spiel rennen, was den gesamten Spielfluss wesentlich schneller macht und es gibt eine Kiste, in der man Gegenstände lagern kann. Weggefallen sind auffindbare Zaubersprüche, stattdessen werden diese wie die Fertigkeiten (Skills) im ersten Teil behandelt. Die Grafik ist noch immer 2D mit einer Auflösung von 640 × 480 Pixeln (800 × 600 Pixel mit der Erweiterung LoD). Die Spielwelt ist allerdings um ein Vielfaches größer und es gibt auch wesentlich mehr Variablen im Spiel zu bedenken. Der zweite Teil ist auch in lokalisierten Sprachversionen verfügbar.

Erfahrungspunkte erhält ein Charakter durch das Töten von Monstern. Jeweils bei einer bestimmten Punktzahl steigt der Spieler eine Stufe auf, wobei immer mehr Erfahrungspunkte für eine Stufe benötigt werden. Für den Sprung von Level 1 auf 2 werden nur 500 Punkte benötigt, für die höchste Charakterstufe im Spiel, Level 99, müssen insgesamt 3.520.485.254 Punkte gesammelt werden. Der von einem Monster erhaltene Wert an Erfahrungspunkten hängt sowohl von der Stufe des Charakters wie auch von der des Monsters ab. Nur, wenn beide weitgehend gleich sind, bekommt der Charakter die optimale Punktzahl, bei einer Abweichung von mehr als 10 Stufen werden hingegen deutlich weniger Punkte erteilt, oft sogar nur 5 % der maximalen Erfahrung. Dies gilt auch, wenn das Monster eine höhere Stufe hat als der Spielcharakter, um zu verhindern, dass ein Charakter einfach mit wesentlich stärkeren Charakteren mitläuft und durch die Punkte der von diesen getöteten Monstern sehr schnell aufsteigt. Das ganze ist im Groben darauf ausgelegt, dass der Spieler 15 Stufen im ersten Akt und danach je etwa 5 Stufen in einem Akt verweilt. Ab Stufe 70 wird der Aufstieg zusätzlich deutlich verlangsamt.

Jedes Mal, wenn der Charakter eine Stufe aufsteigt, bekommt der Spieler fünf Statuspunkte, die er auf Stärke, Geschicklichkeit, Vitalität und Energie (Mana) verteilen kann. Außerdem erhält er einen Fertigkeitenpunkt, welchen er auf verschiedene charakterspezifische Fertigkeiten verteilen kann. Diese steigern die Wirkung von Angriffen oder sind selbst Kampfzauber. Viele der Fähigkeiten werden jedoch erst im weiteren Verlauf freigeschaltet oder hängen von anderen ab. Erst mit Stufe 30 kann theoretisch jede erlernbare Fertigkeit trainiert werden. In einigen Quests gibt es darüber hinaus ebenfalls Status- und Fertigkeitenpunkte zu gewinnen.