Der Flughafen Nürnberg (Eigenbezeichnung „Albrecht Dürer“) ist der internationale Verkehrsflughafen der Stadt Nürnberg sowie der gleichnamigen Metropolregion und zweitgrößter Flughafen im Freistaat Bayern. Er nahm 1955 als Ersatz für den bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg zerstörten Flughafen Nürnberg-Marienberg seinen Betrieb auf.

Der Flughafen rangierte nach Fluggästen 2025 (rund 4,5 Millionen) auf Platz neun der Flughäfen Deutschlands. Das Jahr 2025 war mit über 4,5 Millionen das Jahr mit dem bisher größten Passagieraufkommen an diesem Flughafen.

Die Betreibergesellschaft ist die Flughafen Nürnberg GmbH; deren Gesellschafter sind die Stadt Nürnberg und der Freistaat Bayern mit jeweils 50 %.Flughafen Nürnberg GmbH: Beteiligungsbericht der Stadt Nürnberg 2016 (PDF; 2,3 MB) abgerufen am 1. September 2017.

Lage und Verkehrsanbindung mini|Zufahrt mini|U-Bahnhof Flughafen (Linie U2) mini|Anbindung an den öffentlichen Schienenpersonennahverkehr über die Linie U2 (rot) Der Flughafen liegt rund fünf Kilometer nördlich der Nürnberger Stadtmitte. Vom U-Bahnhof Flughafen verkehrt die U-Bahn-Linie U2 in Richtung Innenstadt und den Südwesten der Stadt. Seit Stilllegung des Flughafens Tempelhof ist der Flughafen Nürnberg der einzige in Deutschland mit einer U-Bahn-Anbindung. Die Fahrtzeit zum Hauptbahnhof beträgt zwölf Minuten. Die Buslinien 30 und 33 verbinden den Flughafen mit dem Nürnberger Nordwesten, dem Knoblauchsland, der Straßenbahn-Wendeschleife „Am Wegfeld“ (Linie 4), dem Erlanger Süden und der Innenstadt sowie dem Fürther Rathaus und Hauptbahnhof, mit Anbindung an die U-Bahn-Linie U1 und das Fürther Busnetz. Zwischen „Am Wegfeld“ und dem Flughafen überlagern sich die Linien 30 und 33 tagsüber zu einem Zehn-Minuten-Takt. Die U2 verkehrt ebenfalls alle zehn Minuten zum Flughafen. Jährlich nutzen über zwei Millionen Fahrgäste die U2 zum Flughafen. In Nächten zu Wochenenden und Feiertagen bedient der NightLiner N12 den Flughafen. Die Buslinien 30 und 33 benutzen dabei Straßen, welche für den MIV gesperrt sind, um eine besonders schnelle und direkte Verbindung anbieten zu können.

Der Flughafen ist über die Flughafenstraße an die Marienbergstraße angebunden. Diese verläuft in Ost-West-Richtung und endet im Westen an der Bundesstraße 4 und im Osten in Ziegelstein. Von dort erreicht man über den Bierweg die Bundesstraße 2. Über die beiden Bundesstraßen ist die Bundesautobahn 3 zu erreichen.

Taxis stehen rund um die Uhr bereit (direkt vor der Ankunftshalle). Die Fahrzeit in die Innenstadt beträgt ca. 15 Minuten. Die Autovermieter Enterprise, Avis, Europcar und Sixt sind ebenfalls am Flughafen Nürnberg vertreten (Ankunftshalle).

Der Flughafen gehört zum gleichnamigen statistischen Bezirk 87 Flughafen der Stadt Nürnberg. Östlich der Landebahn schließt sich der Stadtteil Buchenbühl an, westlich davon der Stadtteil Kraftshof im Süden schließen sich Almoshof und Mooshof an. Im Norden ist die Grenze des Flughafenbereichs fast deckungsgleich mit der Nürnberger Stadtgrenze zum Sebalder Reichswald bzw. zum gemeindefreien Gebiet namens Kraftshofer Forst im Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Diskussion über Autobahnanbindung

Für die Flughafen-Nordanbindung als direkte Anbindung an die Bundesautobahn 3 mit Untertunnelung der Start- und Landebahn wurde das Raumordnungsverfahren 2006 abgeschlossen. Regierung von Mittelfranken Das Planfeststellungsverfahren wurde von Protesten der Anwohner begleitet. In: Nürnberger Nachrichten, 17. Juli 2008

Ziel ist es, die Anwohner an der bisherigen Zufahrt durch den Ortsteil Ziegelstein zu entlasten. Außerdem wird als Grund für den Bau des Autobahnanschlusses angegeben, dass der Flughafen nur dann wettbewerbsfähig bleiben kann, wenn er erweitert wird. Der Autobahnanschluss soll ein weiterer Schritt zur Internationalisierung sein.

Das Bündnis „Nein zur Flughafen-Nordanbindung!“ kritisiert, dass der als Bannwald geschützte Sebalder Reichswald zerschnitten würde und zweifelt an der Wirtschaftlichkeit des Projektes, da die bisher einzige Zufahrt über die Flughafenstraße im Jahr 2003 mit 35,5 % eher gering ausgelastet war. Der Bund Naturschutz zweifelt zudem an, dass die Erreichbarkeit des Flughafens Nürnberg verbessert werden muss. Die Industrie- und Handelskammer für Mittelfranken weist in einer Pressemitteilung vom 29. Januar 2010 auf die aus ihrer Sicht bestehende Notwendigkeit der Autobahnanbindung des Flughafens Nürnberg hin.IHK: Kurs halten bei Nordspange. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Flughafenresulation der IHK vom 14. Oktober 2008 verwiesen Resolution der Vollversammlung der IHK Nürnberg für Mittelfranken zur Entwicklung des Flughafens Nürnberg (PDF; 19 kB) hingewiesen Am 3. Februar 2010 beschloss der Nürnberger Stadtrat auf Antrag der SPD ein Realisierungsmoratorium bis zum Jahr 2013. Die Regierung von Mittelfranken hat am 15. Februar 2012 den Planfeststellungsbeschluss für die Nordanbindung mit der aufschiebenden Bedingung erlassen, zunächst eine Vorbelastung des Flughafenareals durch Polyfluorierte Tenside zu sanieren. Diese Sanierungsmaßnahmen zur Beseitigung der Belastung des Grundwassers auf dem Flughafengelände begannen 2015. Der Abschluss der Grundwasserreinigung wird für das Jahr 2028 erwartet.

Nach anhaltender Kritik, vor allem an den ökologischen Folgen für den Reichswald, zog die Stadt Nürnberg 2019 ihre Unterstützung für das Vorhaben zurück; ein Baubeginn ist seither nicht absehbar.

Daten und Zahlen Vorfeld: 246.845 m² Hallenvorfelder: 9484 m² Abstellpositionen für Flugzeuge: 37 Gebäudenahe Abstellpositionen: 6 (davon 4 mit Fluggastbrücken) Fluggast-Terminal: zwei Abflughallen, eine Ankunftshalle Parkplätze: 10.400 Luftfrachtzentrum (Lagerfläche): 14.400 m² Betriebszeit: 24 Stunden

Geschichte mini|Eröffnungstag, 6. April 1955 Vor Eröffnung des heutigen Flughafens

Im Jahr 1933 wurde der erste Nürnberger Flughafen am Marienberg (heute Volkspark Marienberg) eingeweiht; zuvor diente der 1918 eingeweihte und heute nicht mehr existierende Flughafen Fürth-Nürnberg in Atzenhof (ab 1928: Flughafen Nürnberg-Fürth) als Anbindung. Im Jahr 1943 wurde der Flughafen am Marienberg zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von der amerikanischen Besatzungsmacht die Große Straße des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes als provisorische Start- und Landebahn genutzt. Von 1950 bis zur Fertigstellung des heutigen Flughafens 1955 diente der Industrieflughafen in Fürth, der ehemalige Werksflugplatz der Bachmann, von Blumenthal & Co. KG, unter dem erneuten Namen Flughafen Nürnberg-Fürth als Übergangslösung. Dieser Flughafen befand sich in der Nähe des heutigen U-Bahnhofs Hardhöhe, woran eine kleine Plakette im Zugangstunnel erinnert.

Am heutigen Standort mini|Erstlandung einer Boeing 747 im Jahr 1970 – das hier zu sehende Flugzeug verunglückte bei Lufthansa-Flug 540 vier Jahre später. mini|Luftaufnahme, Mitte der achtziger Jahre Am 6. April 1955 eröffnete der Flughafen am heutigen Standort. Im Jahr 1960 konnten erstmals mehr als 100.000 Fluggäste pro Jahr am Flughafen Nürnberg begrüßt werden. Im Jahr 1961 wurde die Startbahn zunächst von 1900 auf 2300 Meter verlängert, 1968 schließlich auf die heutige Länge von 2700 Metern. Die Voraussetzung für die erste Landung einer Boeing 747 am 12. Juli 1970 war damit erfüllt. Das Ereignis lockte damals 20.000 Schaulustige an.

Im Jahr 1977 wurde das Hauptvorfeld erweitert, ein neues Fluggastterminal mit großer Besucherterrasse und Restaurant ersetzte 1981 das bis dahin genutzte Gebäude. Am 19. Juli 1986 landete die Concorde vor 32.000 Schaulustigen in Nürnberg. Die Millionengrenze bei den Passagierzahlen wurde im Dezember 1986 erstmals überschritten.

Im Jahre 1984 erhielt der am Nürnberger Flughafen beheimatete Nürnberger Flugdienst (NFD) seine offizielle Zulassung als zweite deutsche Linienfluggesellschaft. Die Fluggesellschaft wurde von dem Textilunternehmer Hans-Rudolf Wöhrl gegründet.

Das Cargo Center Nürnberg (CCN) wurde 1987 eröffnet. Dieses wurde für ein Volumen von 33.000 Tonnen Fracht ausgelegt.

Air Berlin-Drehkreuz und U-Bahn-Anbindung Die späten 1990er Jahre brachten mehrere bedeutende Entwicklungen, die den Flughafen in den folgenden Jahrzehnten prägen sollten.

Im Winter 1997/98 begann die Ära des Air-Berlin-Drehkreuzes in Nürnberg. Nach Palma de Mallorca war der Nürnberger Flughafen der zweitwichtigste touristische Umsteigeflughafen von Air Berlin. Gerade in den Wintermonaten von November bis April bündelte die Fluggesellschaft einen Großteil der Passagierströme aus Deutschland zu den Flugzielen in Nordafrika und auf die kanarischen Inseln über Nürnberg. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 21 Air-Berlin-Flugzeuge gleichzeitig im Drehkreuz Nürnberg im Einsatz.

Im Jahr 1999 wurde ein neuer Kontrollturm in Betrieb genommen und die Verlängerung der U-Bahn-Linie 2 bis zum Flughafen eröffnet. Der 2,2& Kilometer lange Abschnitt von Ziegelstein zum Flughafen kostete rund 95 Millionen D-Mark; davon entfielen 76,4 Millionen auf Zuschüsse von Land und Bund und 18,6 Millionen auf die Flughafen Nürnberg GmbH, einen Anteil der Stadt gab es bei diesem Abschnitt nicht. Zur Kostenminderung wurde die Strecke hinter der Wendeanlage Ziegelstein nur eingleisig ausgeführt, was einen Zehn-Minuten-Takt weiterhin zulässt. Als Bauvorleistung besteht am U-Bahnhof Flughafen in Richtung Ziegelstein ein zweiter Tunnelstutzen, der eine mögliche zukünftige Erweiterung auf zwei eingleisige Tunnel vereinfachen soll. Am selben Tag ging der 1,1 Kilometer lange Abschnitt Herrnhütte–Ziegelstein in Betrieb, der rund 85 Millionen D-Mark kostete und zu dem die Stadt 15 Millionen beitrug; die für die Flughafenanbindung oft genannten 180 Millionen D-Mark sind die Summe beider Abschnitte.

Die West- und Norderweiterung der Abflughalle 2 erfolgte im Jahr 2002. Ein Jahr darauf wurde das Cargo-Center CCN 2 nach eineinhalbjähriger Bauzeit mit 6500 m² Lagerfläche und 4600 m² Büroraum eingeweiht. Im Jahr 2005 wurde das Jubiläum „50 Jahre Airport Nürnberg“ mit rund 45.000 Besuchern gefeiert. Im Herbst 2005 erfolgte eine Vorfelderweiterung nahe dem Tower. Das Hauptvorfeld erhielt zusätzliche Abstellpositionen für vier Mittelstreckenflugzeuge. Im Jahr 2006 wurde ein neues Ankunfts- und Abflugterminal (Transfer-Control-Terminal) mit einer Geschossfläche von 8500 m² sowie ein neuer Hauptzugang zum Vorfeld (Tor 1) fertiggestellt. Im selben Jahr wird die neue vollautomatische Gepäcksortieranlage in Betrieb genommen. Der Flughafen wurde, seit 2008 jährlich, von den Lesern des Fachmagazins Business Traveller zum „Besten Deutschen Flughafen für Geschäftsreisende in Deutschland.“ gewählt. Auch bei der Qualität des Services belegte der Flughafen Nürnberg bei einem Vergleich unter den deutschen Flughäfen im Rahmen einer Studie im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv den ersten Platz. Der Flughafen gewann dank eines guten Parkplatzangebotes und der freundlichsten E-Mail-Beantwortung.Airport Nürnberg: Airport News vom 26. Januar 2009 Im Jahr 2008 wurde ebenfalls die Renaturierung des Bucher Landgrabens abgeschlossen.

Im Zuge der Krise von Air Berlin (welche schließlich 2017 zu deren Insolvenz führte) endete die Drehkreuz-Ära im April 2013.

Finanzielle Schwierigkeiten und neuer Name Ende Juli 2014 kündigten die Gesellschafter Freistaat und Stadt an, dem Flughafen zusätzliche 70 Millionen Euro zur Verfügung stellen zu wollen. Mit den Mitteln sollen Kredite vorzeitig abgelöst werden. Im Jahr 2015 wollen beide Gesellschafter jeweils eine Kapitalerhöhung in Höhe von 20 Millionen Euro vornehmen. Weitere 30 Millionen Euro sind als Darlehen vorgesehen.

Seit 5. Dezember 2014 trägt der Flughafen die Eigenbezeichnung Albrecht Dürer Airport Nürnberg. Die Idee zur Umbenennung ging von der kommunalen Kulturreferentin Julia Lehner aus. Die Umbenennung wurde vom Freistaat mit einer halben Million Euro finanziert.Flughafen Nürnberg heißt jetzt „Albrecht Dürer Airport“ in: merkur.de, 5. Dezember 2014, abgerufen am 31. Dezember 2023.