mini|Das Kongresszentrum und die große Moschee des Viertels Tsinga mini|Der Einheit-Palast – Sitz des kamerunischen Staatspräsidenten mini|„Boulevard du 20 mai“ in der Nacht Yaoundé, auf Deutsch amtlich Jaunde [], ist die Hauptstadt Kameruns und mit rund 2,4 Millionen Einwohnern (Schätzung 2017) die zweitgrößte Stadt des Landes nach der Hafenstadt Douala. Gleichzeitig ist Yaoundé Hauptstadt der Region Centre. Der Name Yaoundé ist eine Deformation des Namens der Ewondo, der ursprünglich hier ansässigen Ethnie. Ewondo-Sprecher nennen Yaoundé Ongola.
Geographie Geographische Lage Die Stadt liegt auf einer Höhe von . Die Stadt ist auf Hügeln erbaut und gliedert sich auf der Nord-Süd-Achse um den Fluss Mfoundi. Im Westen der Stadt erheben sich der Mont Mbankolo und der Mont Fébé (ca. 1000 Meter – genaue Höhe nicht bekannt). Um die Hauptstadt Yaoundé herum ist Kamerun am dichtesten besiedelt. Viele der Einwohner leben in den weitläufigen Vorstädten. Die Stadt wird von tropischem Urwald umgeben.
Stadtviertel und Orientierung Stadtkreise und Quartiere mini|Römisch-katholische Kathedrale von Yaounde mini|Das muslimische Viertel Briqueterie mini|Presbyterianische Kirche in Messa mini|Sicht auf Melen Yaoundé ist administrativ in sieben Stadtbezirke aufgeteilt und besitzt rund hundert Quartiere. Die Quartiere sind vor allem als Orientierungspunkte wichtig: Barrière – Liegt peripher ganz im Süden am Stadteingang an der Straße nach Douala. Bastos – Nobles Wohnquartier im Nord-Westen von Yaoundé und Sitz der meisten Botschaften, Konsulate und ausländischen Nichtregierungsorganisationen. Es enthält ebenfalls das palastartige Wohnhaus von Bernard Fokou, einem der reichsten Bürger von Kamerun. Bonamoussadi, kurz Bonasse La briqueterie – auch « La Brique » genannt, liegt im Stadtzentrum und wird hauptsächlich von einer muslimischen Bevölkerung bewohnt. Es ist bekannt für seine Grillspezialitäten: dem « Soya » und seine Tuchhändler. Camp SIC Hippodrome – Altes Wohnquartier, gelegen im Alten Stadtzentrum auf einem Hügel. Es ist gleichzeitig das Bankenquartier, einigen Ministerien und Restaurants. Elig Edzoa – Volkstümliches Stadtquartier im Norden bekannt durch seinen Schuh-, Altkleider und Gebrauchtwarenmarkt. Emana – Liegt ganz im Norden auf der Ausfallstraße in Richtung Obala. Die Bevölkerung besteht neben den ansässigen Ewondos vor allem aus Bamiléké und anglophonen Kamerunern aus der Nordwestregion. Essos – Volkstümliches Quartier im Osten von Yaoundé. Etoudi – Quartier im äußersten Norden von Yaoundé, in welchem sich der Präsidentenpalast befindet (Palais de l’Unite). Koweit City – Liegt ganz im Südosten auf dem Weg zum Flughafen Nsimalen. Es zeichnet sich durch die palastartigen Wohnbauten aus. Ntaba-Nlongkak respektive Djoungolo – Quartier im Zentrum von Yaoundé mit dem Dienstsitz des Gouverneurs der Zentrumsregion (Région du Centre). Melen Messa Mimboman – Volkstümliches Quartier im Osten von Yaoundé. Madagascar – Volkstümliches Quartier im Nordwesten von Yaoundé. Mendong – Gelegen im Südwesten, hat sich rund um das in den 1980er Jahren gebaute Camp SIC (Staatlicher (Eigentums-)Wohnungsbau) entwickelt. Mendong hat ein Gymnasium und eine Anzahl von privaten höheren Schulen. Mokolo – Gewerbequartier Osten des Zentrums von Yaoundé, beherbergt Mokolo den Großen Markt von Yaoundé (Marché Mokolo). Händler und Automobile drängen sich auf der Fahrbahn. Dieses Quartier ist sehr dicht bewohnt. Ngoa-Ekelle – Liegt auf einem Hügel im Westen des Stadtzentrums angrenzend an das Quartier du Lac. Wichtigste Institution ist die „Université Yaoundé I“ sowie die Installationen der kamerunischen Armee. Ngousso – Ngousso liegt im Nordosten. Es ist Sitz des Hôpital Général de Yaoundé. Nkondengui – Nkondengui liegt im Südosten von Yaoundé und beherbergt das Zentralgefängnis, welches bei weitem das bekannteste in Kamerun ist. Nkol-Bisson – Liegt im Westen der Stadt und liegt an der alten Straße Richtung Douala. Es bedeutet in Ewondo viele (bisson) Hügel (Nkol). Nkol-Eton – Norden des Stadtzentrums und bedeutet Hügel (Nkol) der Eton (Ethnie). Das Quartier ist für seinen Lebensmittelmarkt bekannt. Omnisports – Auch Mfandena genannt ist ein besseres Wohnquartier im Nordosten des Stadtzentrums gelegen. Das Stade Ahmadou Ahidjo ist auf dem höchsten Punkt des auf dem Hügel gelegenen Quartiers erbaut worden. Obili – Obili liegt im Westen de Yaoundé. Dort ist das IRIC (Institut international des relations internationales du Cameroun) gelegen. Der Name Obili kommt aus dem Ewondo und bedeutet „gezwungen“ oder „verpflichtet“ (aus dem franz. obligé). Mitte 1950er Jahre wurde der Clan Mvog Atemengue, welcher auf dem Atemengue-Plateau lebte (Quartier Ngoa-Ekelle) aus ihrer Quartier vertrieben und mussten sich am Fuß des Hügels ansiedeln. Daher stammt die Bezeichnung „Obili“. Es ist neben dem Quartier Ngoa-Ekelle gelegen und ist Zentrum der anglophonen Kameruner aus der Nordwestregion. Santa Barbara – Santa Barbara ist ein im Nordosten gelegenes neues gehobenes Stadtquartier. Andere Quartiere – Etoa-Meki, Mvog Atangana Mballa, Mvog-Beti, Mvog-Mbi, Olembe, Olezoa, Ekounou, Ekoudou, Mvam, Biyem-Assi, Etoug-Ebe, Melen, Mini-ferme, Cité-verte, Oyom-Abang, Mbog Abang, Simbock, Mvolyé, Damas, Obobogo, Tam-Tam Weekend, Maison Blanche, Nsimeyong, Tsinga, Nkomkana, Carrière, Mvog-Ada, Messa, Odza, Mbankolo, Jean-Vespa, Mballa 2, Tongolo, Nkol-Ewoue, Nkolndongo, Mimboman, Eleveur, Messa, Nkomo, Jerusalem, Titus-Edzoa
Orientierung In Yaoundé gibt es kaum Straßennamen und aktuelle Stadtkarten. In der Innenstadt finden sich auch Straßen, welche mit Nummern bezeichnet sind (z. B. 1.413). Straßenbeschilderung fehlt ebenfalls weitgehend – sie ist nur auf den großen Hauptachsen teilweise vorhanden. Im Institut National de Cartographie kann ein Stadtplan aus dem Jahr 1972 fotokopiert werden. Straßenverkäufer verkaufen gelegentlich Kopien ebendieser Karte oder Derivate davon. Die Bewohner orientieren sich an den großen Verkehrsknotenpunkten (Rondpoint Nlongkak, Rondpoint de la Poste, Carrefour Bastos, Carrefour Damas), an den obengenannten Quartiernamen, an bekannten administrativen oder kommerziellen Gebäuden (z. B. Hotel Hilton oder Mahima-Supermarkt), oder an den Hügeln. In den sogenannten Call-Boxen können genauere Informationen erfragt werden. Es gibt die sogenannte axe présidentielle, welche sich in zwei Varianten aus Etoudi (also dem Stadtviertel mit dem Präsidentenpalast) zum Flughafen führt und anhand derer man sich einfach orientieren kann: Mont Fébé → Bastos → Palais des Congrès → Tsinga → Carrefour Warda → Boulevard du 20 mai → Poste centrale → Mwan → Odza → Aéroport de Nsimalen Etoudi → Mballa II → Bata Nlongkak → Rondpoint Nlongkak → Minrex → Carrefour Warda → danach wie Variante 1.
Außerdem führt ein kürzer Nebenzweig der axe présidentielle von Bata Nlongkak auch zum Fußballstadion „Stade Ahmadou Ahidjo“ im Quartier Mfandena, besser bekannt als „Omnisports“.
Klima mini|Überschwemmte Straße im März 2020. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 23,3 °C und schwankt im Jahresverlauf nur unwesentlich. Der Jahresniederschlag beträgt 1628 mm, es gibt zwei ausgeprägte Regenzeiten im September/Oktober und April/Mai. Die Luftfeuchtigkeit liegt in der Trockenzeit bei rund 70 %; in den Wochen vor den Regenzeiten steigt sie weiter an.
Geschichte Jaunde wurde 1889 im Auftrag der deutschen Kolonialverwaltung durch den Offizier und Forschungsreisenden Richard Kund als wissenschaftliche Forschungsstation und Basislager für den Elfenbeinhandel gegründet.
Von 1889 bis 1895 wurde die Station durch den Botaniker und Zoologen Georg Zenker geleitet.
mini|Die Jaunde-Station und Umgebung auf einer Karte aus dem Jahr 1896. 1895 erfolgte die Umwandlung in eine Militärstation, 1903 die Überführung in Zivilverwaltung und 1905 die Erhebung zum Bezirksamt des gleichnamigen Bezirks. Die Station blieb aber bis zum Ende der deutschen Kolonialzeit militärisch besetzt. Die Stadt hatte eine wichtige Funktion bei der Besetzung des Kameruner Hinterlandes durch die deutsche Schutztruppe. Ihren Ausbau verdankt sie insbesondere dem langjährigen Stationsleiter und Bezirksamtmann Hans Dominik. 1911 wurde sie Sitz eines einheimischen Obergerichts, 1914 als neue indigene Verwaltungsinstanz eines „Oberhäuptlingstums“. Infolge des Ersten Weltkriegs in Kamerun wurde die Stadt 1915 erstmals zum Hauptort der Kolonie und im Januar 1916 von belgischen Truppen besetzt. 1922 wurde die Stadt als Yaoundé zur Hauptstadt von Französisch-Kamerun erhoben.
Bevölkerungsentwicklung der Agglomeration laut UN Jahr 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2017Einwohner 32.000 75.000 183.000 415.000 777.000 1.351.000 2.349.000 3.459.000
Politik
Das Stadtgebiet von Yaoundé wird regiert von der Communauté Urbaine de Yaoundé (CUY). Der Leiter dieser Städtischen Verwaltung wird Délégué du Gouvernement auprès de la CUY genannt, (Amtsinhaber Stand 2009: Gilbert Tsimi Evouna). Die einzelnen Stadtbezirke werden von maires (Bürgermeistern) verwaltet.
Wirtschaft
Yaoundé ist Verkehrsknotenpunkt und industrielles Zentrum für die Tabakindustrie, Milchverarbeitung, Ton-, Glas- und Holzindustrie. Darüber hinaus ist es regionales Zentrum für Kaffee, Kakao, Kopra, Zuckerrohr, Kochbananen und Gummi. In der Umgebung werden Gold und Titan abgebaut.
Es wird vermutet, dass ein bedeutender Teil der arbeitenden Bevölkerung im informellen Sektor beschäftigt ist (Handel, persönliche Dienstleistungen, Transportwesen, Baugewerbe, Hausangestellte, Gesundheitswesen).
Der größte formelle Arbeitgeber (mit Sozialversicherungsleistungen) ist der Staat (Administration, Sicherheitsdienste und andere uniformierte Dienste, Bildungs- und Gesundheitswesen).
Die Stadt ist Sitz der Banque des États de l’Afrique Centrale.
In einer Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Yaoundé im Jahre 2018 den 194. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit.
Infrastruktur
Verkehr Straßenverkehr mini|Gelbe Taxis im Viertel Biyem-Assi Im Stadtgebiet von Yaoundé verlaufen mehrere Nationalstraßen. Vom Stadtzentrum aus führt die N1 in nördlicher Richtung nach Obala. Die N3 beginnt ebenfalls im Stadtzentrum und verläuft in südwestlicher Richtung nach Douala. Südlich der Innenstadt zweigen die N2 und die N10 von der N3 ab.
Es findet keine Trennung von Transit- und Lokalverkehr statt. Dies führt trotz eines geschätzt geringen Fahrzeugbestandes zu ständigen Verkehrsstaus. Die Hauptverkehrsachsen gehen von Norden (Stadtausfahrt in Richtung Mballa) nach Süden (Stadtausfahrt in Richtung Douala) und nach Osten in Richtung Ayos bzw. Mbalmayo. Konvois von staatlichen Würdenträgern und insbesondere dem Staatspräsidenten können den Verkehr auf der Hauptachse (Axe présidentielle) zwischen dem Flughafen und dem Präsidentenpalast (Présidence) völlig zum Erliegen bringen. Eine Stadtumfahrung existiert im Südosten von Mvan über die Außenquartiere Ekoumdoum, Awae, Nkomo bis zur Straße nach Akonolinga im Quartier Biteng. Projekte zur Vervollständigung der Umfahrung sind regelmäßig Gegenstand bei Verhandlungen mit externen Geldgebern.
Für den öffentlichen Personennahverkehr werden hauptsächlich Sammeltaxis (Personenwagen und Motorräder) verwendet. Außerdem verfügt die Stadt über ein Linienbusnetz des Betreibers "Stecy". Kleinere Frachten werden von Pickups, Schubkarren oder Trägern transportiert.
Grundsätzlich gelten französische Verkehrsregeln – die Theorieprüfung stellt auf den französischen Code Rousseau ab. Die Fahrzeuglenker fahren in der Regel „auf Sicht“ und respektieren nur wenige Verkehrsregeln systematisch.
Flugverkehr