mini|Ursprung des Begriffes Krokodil-Lokomotive, Märklin Spur 0 Artikel CCS 66/12920, im Technorama, 2024 mini|SBB Historic Krokodil Lokomotive Ce 6/8III in grüner Farbgebung in Oberbuchsiten, 2011
Als Krokodil-LokomotiveMärklin Doppelpackung Ce 6/8II, SBB, Spur H0, Artikel 37565, Krokodil-Doppelpackung, Produktbeschreibung abgerufen am 28. Dezember 2019 abgerufen am 28. Dezember 2019 Helmut Stalder: Krokodil - das Reptil aus der Urzeit der Elektrotechnik lebt NZZ, 29. April 2020, abgerufen am 2. Mai 2020 wird eine längere symmetrische Elektrolokomotive bezeichnet, bei der das Fahrwerk auf zwei Rahmen aufgeteilt ist, die jeweils mit längeren, niedrigen und schmalen Vorbauten sowie einer offenen Plattform versehen sind. Von den beiden Rahmen mit je einer Laufachse und den über Schrägstangen angetriebenen Antriebsachsen und Elektromotoren wird gelenkig ein kürzerer Lokomotivkasten als Mittelteil getragen, in dem die beiden Führerstände untergebracht sind und auf dessen Dach sich zwei Scherenstromabnehmer befinden.
Die ersten Nachweise für den Spitznamen Krokodil-Lokomotive beziehen sich auf die grünen Märklin Modelleisenbahn-Lokomotiven in der Spur 0, Artikel CCS 66/12920, sowie in der Spur 1, Artikel CCS 66/12921, die sich bei Fahrten durch Weichenstraßen und Gegenbögen wie ein Reptil durch die Kurven schlängeln, und erstmals im Märklin-Katalog von 1933/1934 so bezeichnet werden. Sie sind eine Nachbildung der Ce 6/8II- und Ce 6/8III-Güterzuglokomotiven der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die ab 1919 in Betrieb gesetzt wurden.
Begriff Krokodil-Lokomotive Es wird davon ausgegangen, dass die 1933 von Märklin eingeführte Bezeichnung Krokodil-Lokomotive schon bald nicht mehr nur von Modelleisenbahnern verwendet, sondern auch auf die Vorbildlokomotiven übertragen wurde.Schweizer Eisenbahn-Amateur, 1/80, Seite 11. Der Begriff stammt somit ursprünglich nicht aus dem Umfeld der Eisenbahn. Es gibt keine Nachweise, dass der Begriff bis in die 1970er Jahre für andere Lokomotiven verwendet wurde, als für die SBB Ce 6/8II und Ce 6/8III, die SBB De 6/6, die RhB Ge 6/6I und die DB-Baureihen E 93 und E 94 (KEL 2). Selbst Märklin verwendet in seinem Katalog von 1967 den Begriff Krokodil-Lokomotive für die E 94 nicht, sondern den Begriff schwere elektrische Güterzuglokomotive., abgerufen am 25. Januar 2020
In den Standardwerken des Eisenbahners und Modelleisenbahners Peter Willen, Lokomotiven der Schweiz 1, Normalspur Triebfahrzeuge und Lokomotiven der Schweiz 2, Schmalspur Triebfahrzeuge aus dem Jahre 1972 (beide 2. Auflage), aus dem Orell Füssli Verlag, findet sich der Begriff Krokodil-Lokomotive nicht. Weder bei den verschiedenen SBB Ce 6/8 und Be 6/8 noch bei der De 6/6 und auch nicht bei den RhB Ge 6/6 I.
Aber im Standardwerk von Claude Jeanmaire-dit-Quartier: Die elektrischen und Diesel-Triebfahrzeuge schweizerischer Eisenbahnen. Fünfter Teil: Die Lokomotiven der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Archiv Nr. 36, aus dem Jahre 1979, aus dem Verlag Eisenbahn, ISBN 3-85649-036-1, findet sich der Begriff Krokodil-Lokomotive bei den verschiedenen SBB Ce 6/8 und Be 6/8 Lokomotiven. Dies jedoch mit der Einschränkung inoffiziell. Die SBB De 6/6 werden als kleine Krokodil-Lokomotiven bezeichnet.
Erst mit der Verwässerung des Begriffes Krokodil-Lokomotive ab den 1980er Jahren wurden auch andere Lokomotiven so bezeichnet – selbst dann, wenn wesentliche Merkmale eines echten Krokodils wie Proportionen (Kopf, Körper, Schwanz), grüne Farbe oder gelenkiger Gang nicht zutrafen.
Schweizer Krokodil Ce 6/8 II und Ce 6/8 III (Später Be 6/8) mini|SBB Ce 6/8II 12251 mini|SBB Ce 6/8III 14301–14318
Der Spitzname Krokodil-Lokomotive fand schon im Märklin-Katalog von 1933/1934 Verwendung und bezieht sich ursprünglich auf die Märklin-Modelle der Ce 6/8II, später teilweise Be 6/8II und Ce 6/8III, später teilweise Be 6/8III der SBB, die von der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) und der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur für den schweren Güterzugdienst auf der Gotthard-Bergstrecke entwickelt wurden. Um die langen Lokomotiven in den engen Kurven fahrbar zu machen, wurde das Fahrwerk auf zwei Rahmen aufgeteilt, die mit einer Kurzkupplung verbunden und mit längeren, niedrigen und schmalen Aufbauten versehen sind. Von den beiden Fahrwerken wird ein kurzer Lokomotivkasten getragen, der keine Zugkräfte aufnehmen muss und in dem die beiden Führerstände und der Transformator untergebracht ist. Die Dreiteilung in „Schnauze“, „Körper“ und „Schwanz“, die an den Gang eines Krokodils erinnernden rotierenden Bewegungen der Kuppelstangen sowie die grüne Farbe dürften hauptsächlich zur Entstehung des Spitznamens beigetragen haben.
Die Krokodil-Lokomotiven Ce 6/8II unterscheiden sich von den Ce 6/8III optisch im Wesentlichen dadurch, dass die Ce 6/8II einen Antrieb über Vorgelegewelle, Dreiecksstangen, Blindwelle und Kuppelstangen hat, die Ce 6/8III hingegen einen Winterthur-Schrägstangenantrieb. Im Lauf der Zeit stellte sich heraus, dass die Ce 6/8III mit dem Winterthurer Schrägstangenantrieb bei höherer Geschwindigkeit einen unruhigeren Lauf als die Ce 6/8II haben. In der Westschweiz besitzen diese Maschinen darum auch den Spitznamen Berceuse, deutschsprachig Schaukelstuhl.
Heute werden die SBB Ce 6/8II und Ce 6/8III verschiedentlich auch als Schweizer Krokodil, SBB-Krokodil oder grosses SBB-Krokodil bezeichnet.
Mehrere Lokomotiven sind erhalten geblieben, darunter die Be 6/8II Nr. 13254 im Verkehrshaus in Luzern in SBB-Grüner Farbgebung. Ein Grossteil davon ist betriebsfähig erhalten geblieben, darunter die Ce 6/8II 14253 von SBB Historic in SBB-braunerwww.sbbhistoric.ch SBB-Braun, Mischung im Verhältnis von 1:1 aus Nussbraun RAL 8011 und NCS S7020 Y70R abgerufen am 15. Januar 2020. Farbgebung.
Rhätisches Krokodil Ge 6/6 I mini|RhB Ge 6/6 I Krokodil der Rhätischen Bahn
Die Ge 6/6 I ist eine braune meterspurige und elektrische Universallokomotive der Rhätischen Bahn (RhB), die ab 1921 in Betrieb gesetzt wurde. Sie ähnelt in vielen Punkten den Krokodil-Lokomotiven Ce 6/8 II und Ce 6/8 III der SBB. Sie kann als kleiner Bruder dieser beiden Lokomotiv-Serien bezeichnet werden, besitzt jedoch keine Vorlaufachsen und keine offene Plattform an den Lokomotivenden. Von den Eisenbahnfreunden wird sie deswegen als Rhätisches Krokodil bezeichnet, obschon beim Personal der RhB schon lange die Bezeichnung C C, entsprechend der Achsfolge C'C' als Spitzname geläufig ist.
Seetal-Krokodil De 6/6 mini|SBB De 6/6 Seetalbahn-Krokodil
Die De 6/6 ist eine elektrische ursprünglich SBB-grüneMärklin Artikel 37524, Seetal-Krokodil, SBB grün, Epoche (Modelleisenbahn) III, abgerufen am 12. Januar 2020., später rotbrauneMärklin Artikel 37511, Seetal-Krokodil, rotbraun, Mitte der 1960er Jahre, Epoche (Modelleisenbahn) III, abgerufen am 12. Januar 2020., dann braunroteMärklin Artikel 37526, Seetal-Krokodil, braunrot, Museumskokomotive Epoche (Modelleisenbahn) VI, abgerufen am 12. Januar 2020. Güterzuglokomotive der SBB, die 1926 spezifisch für die Bahnstrecken der ehemaligen Seetalbahn beschafft und in Betrieb gesetzt wurde. Sie ist vom äusseren Ansehen, wie auch von den Proportionen her, auffallend ähnlich wie das meterspurige Rhätische Krokodil Ge 6/6 I, das ebenfalls einen Winterthurer Schrägstangenantrieb und keine Laufachsen hat. Sie besitzt im Gegensatz zum Rhätischen Krokodil offene Plattformen an den Lokomotivenden wie die Krokodil-Lokomotiven Ce 6/8II und Ce 6/8III der SBB, aber nur einen in der Mitte des Lokomotivkastens angeordneten Scherenstromabnehmer. Von den Eisenbahnfreunden wird sie schon lange als Seetal-Krokodil bezeichnet.
Österreichisches Krokodil Reihe 1100 und 1100.1 mini|Österreichische 1189.05 (1985)
Die BBÖ 1100 und 1100.1, später ÖBB 1089 und 1189, sind elektrische Schnellzuglokomotiven in ursprünglich grüner Farbgebung, die ab 1923 am Arlberg in Betrieb gesetzt wurden. Sie entsprechen in vielen relevanten Punkten den Krokodil-Lokomotiven Ce 6/8 II und Ce 6/8 III der SBB. Von den Eisenbahnfreunden wurden sie in Tirol erst als "Tatzelwurm", später dann in ganz Österreich – in Anlehnung an den SBB-Spitznamen – als Krokodil-Lokomotive oder Arlberg-Krokodil bezeichnet, obschon beim Personal die Bezeichnung Neinundochzger für 89, entsprechend einem Teil der Baureihenbezeichnung, als Spitzname geläufig ist.B. Studer: Die Krokodile in Österreich. In Eisenbahn Amateur (Zeitschrift) 09/1979, Seiten 527 bis 530.
Deutsches Krokodil Baureihen E 93 und E 94 (KEL 2)
Die Baureihen E 93 und E 94 sind grüne elektrische Güterzuglokomotiven, die ursprünglich an die Deutsche Reichsbahn geliefert wurden. Beide Lokomotivbaureihen werden schon lange als Deutsche Krokodil-LokomotivenInteressengemeinschaft Deutsches Krokodil, abgerufen am 16. Januar 2020., bei der Deutschen Reichsbahn auch als „Eisenschwein“ bezeichnet, obschon sie in einigen Punkten von den Krokodil-Lokomotiven Ce 6/8 II und Ce 6/8 III abweichen. So haben die deutschen Maschinen einen Tatzlagerantrieb und keinen Stangenantrieb, keine offene Plattform und kürzere, niedrige und breite statt längere, niedrige und schmale Vorbauten. Die Reihe 1020 der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) entspricht der Baureihe E 94. Von der Baureihe E 94 waren mehrere Lokomotiven Ende der 1980er Jahre auch in der Schweiz bei den SBB im Einsatz.
Französische Krokodile mini|Französische SNCF CC 1101 Mille Pattes in Villeneuve-St-Georges mini|Grüne SNCF BB 12125 in der Cité du Train in Mülhausen mini|Tagebaulokomotive KEL 3 von AEG 1944 im ehemaligen Tagebau Espenhain Die Baureihe E 1000 der Chemin de Fer de Paris à Orléans (P.O.) mit dem Spitznamen Mille Pattes, deutsch Tausendfüßer, die bei der SNCF als CC 1100 verkehrte, hatte einen Stangenantrieb, aber einen starren einteiligen Lokkasten.
Die Bezeichnung französisches Krokodil findet sich verschiedentlich auch für die Baureihen , , und der SNCF, in Frankreich werden sie jedoch meist als Fer à repasser (deutsch: „Bügeleisen“) bezeichnet. Die ursprünglich blauen und erst Anfang der 1960er Jahre grün lackierten Lokomotiven ähneln in ihren Proportionen her den Ce 6/8I und Ce 6/8II der SBB, haben aber keine Gelenke, sondern einen einteiligen Rahmen. Sie haben keine Laufachsen und keinen Stangenantrieb auf, sondern einen Einzelachsantrieb wie die deutschen Baureihen E 93 und E 94. Die CC 14002 war in der Krokodil-Ausstellung im Verkehrshaus der Schweiz zu sehen. Ob die an die Luxemburger Staatsbahn gelieferte Baureihe 3600, die der französischen Baureihe BB 12000 entspricht, als Krokodil bezeichnet wurde, ist nicht bekannt, allerdings waren diese Maschinen aber auch nie grün lackiert.
Crocodile, deutsch Krokodil, wird in Frankreich vor allem als Bezeichnung für ein Zugbeeinflussungssystem verwendet.
Weitere Krokodil-Lokomotiven Der Name Krokodil-Lokomotive wurde in der Folgezeit durch das Internet und die aufkommenden Modelleisenbahn- und Eisenbahn-Internetforen ab Mitte der 2000er Jahre verwässert und ging auch für visuell ähnlich aussehende und/oder technisch ähnlich konstruierte Lokomotiven in den Sprachgebrauch ein, selbst dann, wenn diese Lokomotiven nie grün waren, keinen Stangenantrieb sowie keine längeren, niedrigen und schmalen Aufbauten haben. In diesem Zeitraum entstanden auch Begriffe wie echte Krokodile, unechte Krokodile, kleine Krokodile oder auch Volkskrokodil, nachdem schon zuvor Begriffe wie kleines und grosses Krokodil bestanden haben.