Die 34. Eishockey-Weltmeisterschaft und 45. Eishockey-Europameisterschaft fand vom 18. bis 29. März 1967 in Österreich statt. Sämtliche Spiele wurden in Wien ausgetragen. Österreich wurde auf dem LIHG-Kongress am 10. März 1965 in Tampere als Austragungsort des WM-Turniers 1967 gewählt.

Wahl des Austragungsortes Die Österreicher erhielten im zweiten Wahlgang 30 Stimmen, Kanada 23 Stimmen. Die Schweiz als dritter Bewerber hatte ihren Antrag beim zweiten Wahlgang zurückgezogen.

Vorerst stand jedoch nicht fest, ob Wien Schauplatz dieser Weltmeisterschaften sein würde, denn dafür war der Bau einer zweiten Eishalle erforderlich, welche dann am Donauparkgelände errichtet wurde. Vorerst war geplant, die C-Weltmeisterschaft in Maria Enzersdorf auszutragen, wo es aber nur eine Freilufthalle gab und einer Ausnahmegenehmigung bedurft hätte. Da aber die größte Sorge wegen der A- und B-Weltmeisterschaft geklärt war (für die C-WM bestand immer noch eine Ausweichmöglichkeit), konnte der Österreichische Verband am 14. Februar 1966 die diesbezügliche Zusage erbringen. Die Baukosten dieser neuen Halle wurden mit 5 Millionen Schilling (ca. 715.000 DM) genannt, die in einem Schlüssel von 60 zu 40 zwischen der Gemeinde Wien und der Republik Österreich getragen wurden.

Am Turnier nahmen 21 Mannschaften teil, Spielstätten waren die Wiener Stadthalle sowie die Donauparkhalle im Donaupark.

Fernseh-Übertragungen Die TV-Übertragungen standen lange in Frage. Erst Mitte Dezember 1966 schloss der ORF einen Vertrag mit dem Internationalen Eishockeyverband ab, wonach sechs Spiele der Gruppe A und vier der Gruppe B (die Auswahl derselben blieb dem ORF überlassen) zum Preis von 100.000 Schilling bzw. 50.000 Schilling pro Spiel zugestanden wurden. Dazu wurde der ORF verpflichtet, anderen Fernsehgesellschaften, welche Spiele übertragen wollten, nicht hinderlich zu sein, was auch bedeutete, dass andere TV-Stationen die Möglichkeit hatten, ähnliche Verträge wie der ORF mit der IIHF abzuschließen.„Fernsehen überträgt Eishockey-WM!“ in »Volkszeitung Kärnten« Nr. 289 vom 18. Dezember 1966, S. 8, POS. Spalten 2 bis 4, unten

Es gab aber nochmals Probleme: Auf Grund einer Aussendung durch den Österreichischen Rundfunk vom 22. Februar 1967 wurde mitgeteilt, dass keine TV-Übertragungen stattfinden würden, jene für Österreich seien gefährdet. Grund dafür war die Bandenwerbung. Laut Weltverbandspräsident Ahearne werden für die Schweden auch keine Radioübertragungen zugelassen. Für die Schweden machte sich die Stockholmer Zeitung »Expressen« stark, von der es hieß, sie biete 130.000 Schwedenkronen, dass die TV-Übertragungen zustande kommen. Der Londoner Korrespondent von »Expressen« verhandelte am 24. Februar 1967 mit Ahearne, der dieses Angebot akzeptierte, denn damit sollte der Internationale Eishockeyverband angeblich für die durch den Ausfall der Reklamen erlittenen finanziellen Verluste entschädigt sein.„Die TV-Eishockey-Übertragungen nun auch für Österreich fraglich“ in »Kärntner Tageszeitung« Nr. 44 vom 23. Februar 1967, S. 7.„Schwedische Zeitung will Eishockey-TV finanzieren“ in »Kärntner Tageszeitung« Nr. 47 vom 26. Februar 1967, S. 7, POS. Spalte 5, oben„Schwedische Zeitung will Eishockey-WM-Fernsehübertragungen finanzieren“ in »Volkszeitung Kärnten« Nr. 47 vom 26. Februar 1967, S. 8, POS. Spalten 3 und 4, unten

Sportliche Aspekte Für dieses Jahr wurde (im Nachhinein) die Auf- und Abstiegsregelung zwischen den WM-Gruppen teilweise ausgesetzt, da im kommenden Jahr die WM wieder im Rahmen des Eishockeyturniers bei den Olympischen Winterspielen ausgetragen wurde. Allerdings wurden zwei Absteiger in der B-Gruppe, entscheidend für die WM 1969, ermittelt. Im Gegenzug gab es jedoch keine Aufsteiger in die B-Gruppe, da die IIHF für die WM 1969 eine Reduzierung der A-Gruppe auf sechs Teams beschlossen hatte. Die Zusammensetzung der A-Gruppe 1969 sollte erst im Zuge des kommenden Olympiaturniers (die ersten Sechs) ermittelt werden. Die Platzierungen in allen Gruppen dieser WM waren zudem ausschlaggebend für die Teilnahmeberechtigung am Olympiaturnier (es durften nur 14 Teams teilnehmen, darunter Gastgeber Frankreich). Um im Hinblick auf die Qualifikation zur A-WM 1969 bei der K.O.-Ausscheidungsrunde des Olympiaturniers Überraschungen zu vermeiden, waren die ersten Fünf der diesjährigen WM direkt für die Medaillenrunde des Olympiaturniers qualifiziert.

Von der Aussetzung der Auf- und Abstiegsregelung profitierte besonders das bundesdeutsche Team, das ansonsten als A-Gruppen-Letzter in diesem Jahr abgestiegen wäre. Es konnte allerdings ein Jahr später bei Olympia die Klasse trotzdem nicht halten.

Die mittlerweile seit 1963 andauernde Dominanz der UdSSR fand auch bei diesem Turnier ihre Fortsetzung. Sieben Siege in sieben Spielen bei durchschnittlich acht Toren pro Partie bedeuteten letztendlich einen ungefährdeten Sieg vor den Schweden und Kanada. Die Nordeuropäer, denen die Neuregelung zugutekam, dass bei Punktgleichheit der direkte Vergleich anstelle des Torverhältnisses den Ausschlag gab, feierten damit ihre beste WM-Platzierung seit drei Jahren. Für die nunmehr seit vier Jahren bei Weltmeisterschaften und Olympiaturnieren ungeschlagene „Sbornaja“ war dies der insgesamt siebte WM- und zehnte EM-Titel.

Nicht an die guten Leistungen der Vorjahre anknüpfen konnte das DDR-Team, das diesmal nur Siebter wurde, jedoch mit dem deutlichen 8:1-Sieg über die Bundesrepublik zumindest einen großen Prestige-Erfolg erringen konnte. Bitter verlief die Weltmeisterschaft für die Schweizer, die drei Jahre nach ihrem Abstieg aus der A-Gruppe nun den Weg in die Drittklassigkeit antreten mussten.

Die Spiele der A-Gruppe fanden bis auf das zwischen der DDR und Kanada in der Wiener Stadthalle statt. Dieses Spiel und die Vergleiche der B- und C-Gruppe wurden in der Donaupark-Halle, ebenfalls in Wien ausgetragen.

Eröffnung Die Eröffnung wurde durch den österreichischen Bundespräsidenten Franz Jonas vorgenommen, unter den Ehrengästen befanden sich zwei österreichische Minister (Theodor Piffl-Perčević und Georg Prader) sowie diplomatische Vertreter der teilnehmenden Länder.„Jonas eröffnete WM“ in »Volkszeitung Kärnten« Nr. 65 vom 19. Februar 1967, S. 7, POS. Spalte 1, unten

Zwischenfall Einen Zwischenfall gab es beim innerdeutschen Duell, als nach dem Match beim Abspielen für die siegreiche DDR deren Hymne beim Publikum einen Proteststurm auslöste, Pfiffe durch die Halle gellten und einige Schlachtenbummler das »Deutschlandlied« anstimmten. Allerdings wurden auch Beifallsrufe laut, nämlich von Fans aus der Sowjetunion und der ČSSR, welche schon während des Matches die DDR-Equipe angefeuert hatten. Der deutsche Botschafter war zehn Minuten vor Spielschluss gegangen, die bundesdeutsche Mannschaft musste die Hymne in sportlicher Haltung anhören, da bei einer anderen Reaktion eine Sperre bis zu 14 Monaten möglich war. Es war die erste Gelegenheit gewesen, bei der in Österreich offiziell die DDR-Fahne gehisst und die Hymne »Auferstanden aus Ruinen« vorgetragen wurde.„Pfeifkonzert bei Becher-Hymne“ in »Volkszeitung Kärnten« Nr. 71 vom 29. März 1967, S. 7, POS. Spalten 2 und 3, unten

A-Weltmeisterschaft in Wien, Österreich

Spiele

1 – Nach anderer Quelle wurde Jiří Holík als Torschütze genannt.

1 – Nach anderer Quelle wurde Joachim Ziesche als Torschütze genannt.

1 – Nach anderer Quelle wurde Carl-Göran Öberg als Torschütze genannt

Abschlusstabelle der A-WM mini|Spielszene aus der Partie UdSSR gegen Kanada Pl. Sp S U N Tore Diff Punkte 1. 7 7 0 0 58:9 +49 14:0 2. 1 7 4 1 2 31:22 +9 9:5 3. 1 7 4 1 2 28:15 +13 9:5 4. 7 3 2 2 29:18 +11 8:6 5. 7 3 1 3 20:23 −3 7:7 6. 7 2 1 4 14:24 −10 5:9 7. 7 1 1 5 14:38 −24 3:11 8. 7 0 1 6 11:56 −45 1:13

Anm: 1 Die LIHG hatte beschlossen, dass bei dieser WM bei Punktgleichheit zweier Mannschaften zunächst der direkte Vergleich entschiede. Erst wenn dieser unentschieden ausginge oder mehr als zwei Mannschaften punktgleich wären, würde die Tordifferenz bzw. das Torverhältnis wie bislang entschieden haben.

Auf- und Absteiger Auf- und Abstiegsregelung: aufgrund des olympischen Eishockeyturniers 1968 in der A-Gruppe keine Auf- und Abstiegsregelung qualifiziert für die olympische Finalrunde: UdSSR, Schweden, Kanada, Tschechoslowakei, USA qualifiziert für die olympische Ausscheidungsrunde: Finnland, DDR, BR Deutschland

Beste Scorer Abkürzungen: Sp = Spiele, T = Tore, V = Assists, Pkt = Punkte, Fett: Turnierbestwert Spieler Team Sp T V Pkt Anatoli Firsow Sowjetunion 7 11 11 22 Wiktor Polupanow Sowjetunion 7 11 8 19 Alexander Almetow Sowjetunion 7 8 7 15 Weniamin Alexandrow Sowjetunion 7 7 7 14 Jozef Golonka Tschechoslowakei 7 4 7 11 Wladimir Wikulow Sowjetunion 7 6 5 11 Fran Huck Kanada 7 5 6 11 Jan Havel Tschechoslowakei 7 6 3 9 Jaroslav Holík Tschechoslowakei 7 2 7 9 Jaroslav Jiřík Tschechoslowakei 7 5 3 8

Abschlussplatzierung der EM Im Gegensatz zu der offiziellen Version wird in einigen neueren Statistiken Finnland als Europadritter geführt. Diese Angaben stützen sich auf das ursprünglich erst 1969 eingeführte Reglement, wonach anhand der Vergleiche der europäischen Mannschaften untereinander eine eigene EM-Tabelle erstellt wurde. Seit 1999 werden diese Kriterien auch rückwirkend für die seit 1961 ausgetragenen „reinen“ Weltmeisterschaften herangezogen. Der Vollständigkeit halber wird hier auch eine EM-Punktetabelle aufgeführt. +Offizielle EM-Wertung („Platzierungswertung“) Pl. Team1 2 3 4 5 6 +EM-Abschlusstabelle nach „Punktewertung“ Pl. Sp S U N Tore Diff Punkte 1 5 5 0 0 49:6 +43 10:0 2 5 3 1 1 22:18 +4 7:3 3 2 5 2 1 2 13:17 −4 5:5 4 2 5 2 1 2 20:14 +6 5:5 5 5 1 0 4 11:32 −21 2:8 6 5 0 1 4 7:35 −28 1:9 Anm: 2 Die LIHG hatte beschlossen, dass bei dieser EM bei Punktgleichheit zweier Mannschaften zunächst der direkte Vergleich entschiede. Erst wenn dieser unentschieden ausginge oder mehr als zwei Mannschaften punktgleich wären, würde die Tordifferenz bzw. das Torverhältnis wie bislang entschieden haben.

B-Weltmeisterschaft in Wien, Österreich

Spiele

Abschlusstabelle der B-WM Pl. Mannschaft Sp S U N Tore Diff. Punkte1 752032:13+1912:22 752034:18+1612:23 750235:21+1410:44 723229:31−27:75 721423:31−85:96 721423:34−115:97 711522:37−153:118 702527:40−132:12

Auf- und Absteiger B-Weltmeister 1967: Polen Aufsteiger in die A-Gruppe: aufgrund des olympischen Eishockeyturniers 1968zwischen A- und B-Gruppe keine Auf- und Abstiegsregelung Absteiger aus der A-Gruppe: aufgrund des olympischen Eishockeyturniers 1968zwischen A- und B-Gruppe keine Auf- und Abstiegsregelung Absteiger in die C-Gruppe: Ungarn (gültig für die WM 1969), Schweiz (gültig für die WM 1969) Aufsteiger aus der C-Gruppe: keine (gültig für die WM 1969)qualifiziert für Olympia: Polen (verzichtete), Rumänien (Ausscheidungsrunde), Norwegen (Ausscheidungsrunde), Jugoslawien (Nachrücker für Polen, Ausscheidungsrunde), Italien (verzichtete), Österreich (Nachrücker für Italien, Platzierungsrunde)

C-Weltmeisterschaft Spiele

Abschlusstabelle Pl. Mannschaft Sp S U N Tore Diff. Punkte 1. 4 4 0 0 46:8 +38 8:0 2. 4 2 0 2 19:24 −5 4:4 3. 4 2 0 2 17:17 0 4:4 4. 4 1 0 3 18:21 −3 2:6 5. 4 1 0 3 20:50 −30 2:6

Auf- und Absteiger C-Weltmeister 1967: Japan Aufsteiger in die B-Gruppe: keine (gültig für die WM 1969) Absteiger aus der B-Gruppe: Ungarn (gültig für die WM 1969), Schweiz (gültig für die WM 1969) qualifiziert für Olympia: Japan (Platzierungsrunde), Frankreich (als Gastgeber, Platzierungsrunde)

Abschlussplatzierung und Kader der Mannschaften