mini|hochkant=1.1|Kaiser Matthias, 1614 an „Unsere Steinmetzen Giacomo Murato und Antonius Tencalla und Stefan Bregno“Helmuth Furch, Vom Heiligenkreuzer Steinbruch zu Kaisersteinbruch. 1981, ISBN 978-3-9504555-0-2, S. 20–23. Giacomo Murato (* um 1563 am Luganersee, Schweiz; † nach 1618 in Kaisersteinbruch (?)) war ein welscher, kaiserlicher Steinmetzmeister und Bildhauer der Renaissance.

Seines Widerstandes wegen entstand ein Schriftverkehr zwischen Kaiser Rudolf II. und Abt Paul Schönebner vom Stift Heiligenkreuz. Er wurde 1617 erster Zechmeister der eigenständigen Viertellade der Steinmetzen und Maurer im kaiserlichen Steinbruch.

Leben und Wirken Giacomo Murato vom Luganersee wurde 1577 durch den Kaisersteinbrucher Steinmetzmeister Alexius Payos als Lehrling aufgenommen. Die Arbeit für das Schloss Neugebäude beherrschte den gesamten Steinbruch, 1582 erfolgte seine Freisprechung zum Gesellen. mini|Schrift über Folgen des Erdbebens in Wien und Niederösterreich, 1590 mini|hochkant|Michaelerkirche

Erdbeben von 1590 Durch ein Erdbeben am 15./16. September 1590 (Epizentrum Neulengbach, NÖ.) wurden in Wien der Stephansdom, die Michaelerkirche (Einsturz der Turmkrone), Jesuiten- und Schottenkirche schwer beschädigt. Rechnungsbücher und Akten geben Zeugnis über die Schäden und den Aufwand für ihre Beseitigung. Michaelerkirche

Der Wiederaufbau erfolgte durch Baumeister Balthasar Puechhauser, die Stiegenstaffel aus Kaiserstein lieferte Meister Murato aus dem kaiserlichen Steinbruch.Der Turm der Michaelerkirche-eine Baugeschichte. Wien Museum Magazin 2025. Gut im Kaisersteinbruch Muratos ehemaliger Lehrherr Alexius Payos starb im Januar 1591. Mit dessen Sohn Ulrich Payos, auch Steinmetzmeister, erwarb er 1603 einen Steinbruch samt Haus und Garten. Dieser Besitz wurde 1615 nochmals unterteilt, ein Teil kam an den Wiener Bildhauer Antonius Crivelli.

Schreiben von Abt Schönebner an NÖ.-Regierung

1. Kaiserliches Schreiben An Giacomo Murato und Antonius Tencalla, beide Steinmetzen auf dem Leithaberg:

2. Kaiserliches Schreiben

Gesuch von Murato und Tencalla an NÖ.-Regierung

Der letzte Satz entsprach nicht den Tatsachen, war eher ein Wunschtraum. Diese Meister wollten nicht in einem Heiligenkreuzer Steinbruch arbeiten, sie kämpften von Beginn an für die Bezeichnung Ihro kaiserlichen Majestät Steinbruch am Leithaberg.

Kaiserliche Urkunde vom 26. März 1614 Am 25. September 1609 kam ein Vergleich zwischen Stift und den Meistern zustande, die Ortsherrlichkeit von Kaisersteinbruch gelangte zur NÖ.-Kammer, die Grundherrlichkeit aber zum Stift Heiligenkreuz. 1614 wurde dies von Kaiser Matthias in einer Urkunde feierlich bestätigt. Als Unsere Steinmetzen vom Leithaberg, Giacomo Murato, Antonius Tencallo und Stefano Bregno wurden sie darin bezeichnet.

Der neue Abt Christoph Schäffer stimmte diesem für das Stift hochschädlichen Vertrag nicht zu, er forderte am 1. August 1615 von der NÖ.-Regierung eine Neuaufnahme des Verfahrens. Zwei Doktoren der Rechte als Commission wurde auferlegt sich in den Ort zu verfügen und Inquisition (Untersuchung) abzuhalten. Den vorhandenen Dokumenten nach lehnten die Meister jegliche Teilnahme ab, erschienen nicht bei Gerichtsterminen.

Kaiser Matthias an Abt Christoph Schäffer

Kaiser Matthias bestätigt am 16. März 1617 eine Viertellade mini|hochkant|Dom von Wiener Neustadt Die wahre Bedeutung der Steinmetz- und Maurermeister im kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg, die Qualität des Steines und ihrer Arbeiten, wurde durch dieses Privilegium offenbar. Die Bruderschaft der Kaisersteinbrucher Meister war damit gegründet. Die Hauptlade war das Handwerk zu Wiener Neustadt.

Einige Artikel der Kaisersteinbrucher Ordnung (kleiner Auszug) Wer ein Gebäude geführt hat, [muss] ein Jahr für dasselbe haften…. Ein Meister soll nur einen Lehrling haben, der Maurer 3, der Steinmetz 5 Jahre Lehrzeit … Die Steinbrucher Meister fordern sofort das Recht, zwei Lehrlinge aufnehmen zu dürfen,

Sie erhielten diese Sondergenehmigung, die später von anderen auch verlangt wird.

Zechmeister des Kaisersteinbrucher Steinmetzhandwerkes Nach der Genehmigung einer eigenständigen Viertellade im kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg wurde Giacomo Murato zum 1. Zechmeister (Viertelmeister) gewählt. Seine Mitmeister in diesen Jahren waren Pietro di Magistri, Leonhardt Holzäpfl, Nicola di Novo, Andre Ruffini, Ulrich Payos, Antonius Bregno, Antonius Crivelli und Antonius Tencalla.

Archivalien Stift Heiligenkreuz Archiv, Rubrik 51 Kaisersteinbruch, Briefe, Kaiserliche Urkunde von 1614 Stadtarchiv Wiener Neustadt, Steinmetzakten, Meisterbuch ab 1617 NÖ-Landesarchiv, Ständische Akten B. 9/24 Burgenländisches Landesarchiv

Literatur Heinrich Berg, Das Erdbeben von 1590. In: Wiener Geschichts-Blätter, Heft 3, 1990. Dokumente aus dem 16. Jahrhundert im kaiserlichen Steinbruch am Leithaberg, Giacomo Murato. In: Helmuth Furch: Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch. Nr. 27, Juni 1993, ISBN 978-3-9504555-3-3, S. 10-11.* Harald Prickler: Zur Geschichte von Kaisersteinbruch. 1961. Helmuth Furch: Historisches Lexikon Kaisersteinbruch, 2 Bde. 2002–2004, ISBN 978-3-9504555-8-8. Alois Kieslinger: Der Bau von St. Michael in Wien und seine Geschichte, u. a. Erdbeben 1590. Sonderdruck aus dem Jahrbuch des Vereines für Geschichte der Stadt Wien. Band 10, 1952/53. Harald Prickler: Die Komasken – italienische Künstler im Burgenland. Nr. 36, S. 5-9, Februar 1995 Harald Prickler, Kaisersteinbruch – Aus der Geschichte einer italienischen Künstlerkolonie. 1998.

Weblinks Helmuth Furch 2002, Historisches Lexikon Kaisersteinbruch Band 1, 2004, Band 2

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Österreich) Kategorie:Bildhauer der Renaissance Kategorie:Kaisersteinbrucher Bruderschaft Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 17. Jahrhundert Kategorie:Mann