mini|300px|Gemeindegebiet mit Gemeindeteilen von Laufach mini|hochkant=2|Der Lindenplatz in Laufach
Laufach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde befindet sich im Nordwesten Bayerns und östlich von Aschaffenburg, sie liegt im Vorspessart, der hinter Hain/Spessart in den Hochspessart übergeht. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde ist der Gipfel des Lindenberges nördlich von Hain mit , Der niedrigste liegt an der Laufach östlich von Weiberhof auf .
Gemeindegliederung Laufach hat drei Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahl angegeben): (Stand: 07/2019) Frohnhofen (Kirchdorf, 902) Hain im Spessart (Kirchdorf, 1047) Laufach (Pfarrdorf, 3248)
Kreuzgrund ist kein amtlich benannter Gemeindeteil.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Laufach, Hain im Spessart und Forst Hain im Spessart (Gemarkungsteil 1). Die Gemarkung Laufach hat eine Fläche von 10,634 km². Sie ist in 3994 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2662,45 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Frohnhofen und Laufach.
Nachbargemeinden
Name Namensherkunft Seinen Namen erhielt Laufach von dem Fluss Laufach, an dem es liegt. Im Volksmund wird der Ort Laafisch [] genannt.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1181 Loufaho 1182 Laufache 1184 Laufahe 1189 Loupha 1191 Loifahe 1248 Louphahe 1250 Loufa 1253 Loufahe 1288 Laufahe 1312 Laufa 1370 Lauffa 1380 Lauffach 1654 Laufach
Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Laufach, das ursprünglich Loufaho hieß, wurde erstmals 1084 in einem Nekrolog des Stiftes St. Peter und Alexander, Aschaffenburg, genannt. Die Besiedlung des Laufachtals geschah unter dem Schutz der Grafen von Rieneck, die schon die Vogtei des Erzstiftes Mainz und des Kollegialstifts Aschaffenburg besaßen. Auf dem rieneckschen Freigericht 1380 – wo ausdrücklich Schöffen aus Laufach erwähnt wurden – erschienen Siedler als freie Leute.
Mitte des 14. Jahrhunderts wurden durch besondere Vergünstigungen Glasmacher im Hochspessart eingesetzt. Da sie von Martini bis Ostern den Wald verlassen mussten, fanden sie Winterquartiere in Hain und Laufach. Viele dieser Arbeiter wurden dort sesshaft. Schon im Jahre 1469 gab in der Nähe des Schlosses Weiber ein Bergwerk. In „Unserer lieber Frauen Teil“, vermutlich am Bissberg, wurde Kupfer gefördert.
1618, zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges, war Laufach ein Dorf mit 76 „Unterthanen“ (Haushalten) und insgesamt 380 Einwohnern. 1651 meldet eine Güterbeschreibung 12 Männer und 33 Herdstätten (Häuser). Gefördert vom Kurfürstentum Mainz wurden im entvölkerten Spessart fremde Soldaten, Handwerker und Bauern angesiedelt. Die alte Familien waren weitgehend ausgestorben, neue Familien wurden aktenkundig. 1668 hatte Laufach 72 Haushalte und 105 Einwohner. In der Folgezeit wurde vor allem am Bischling Eisenerz abgebaut und in Laufach verhüttet.
Mitte des 18. Jahrhunderts entstand im Bereich des heutigen Sportplatzes ein Eisenhammer.
Am Ende des Alten Reiches gehörte Laufach zur Amtskellerei Rothenbuch und Kaltenberg und zur Amtsvogtei Rothenbuch im Vicedomamt Aschaffenburg des Kurfürstentums Mainz. 1797 war Jakob Elbert Landzöller zu Laufach.
19. Jahrhundert Ab dem Jahr 1803 gehörte Laufach zum Fürstentum Aschaffenburg. Ab 1810 gehörte es zur Districtsmairie Rothenbuch im Departement Aschaffenburg des Großherzogtums Frankfurt. 1812 zählte Laufach mit dem Gmeiner’schen Eisen-, Schmelz- und Hammerwerk, mit Frohnhofen, der Seehütte und den Höfen Bischling und Wendelstein bereits 222 Feuerstellen und 1130 Seelen (Einwohner). Maire war Georg Adam Sauer. Seine Adjuncte hießen Michael Fleckenstein und Jacob Bopp. Schullehrer in Laufach war damals Christoph Köhler und in Frohnhofen Adam Stenger.
1814 kam Laufach zu Bayern und lag dort auf dem Gebiet des Landgerichts Rothenbuch.
Um das Jahr 1837 wurden in der Gmeiner’schen Eisenfabrik mit ihren Werken in Laufach sowie am Aschaffsteg (Markt Hösbach) und in den Weiberhöfen (Gemeinde Sailauf) in einem Hochofen und einem Cupolofen jährlich ca. 6000–8000 Tonnen Eisenerz verhüttet, daraus wöchentlich 10 Tonnen Gusswaren und in drei Hammerwerken jährlich ca. 230 bis 250 Tonnen Stab- und Zaineisen hergestellt. Hierfür reichten die dafür im Spessart zur Verfügung gestandenen ca. 20.000 Kubikmeter Buchen- und Eichenholz, bzw. die Holzkohle daraus nicht aus und so musste bereits damals rheinische Steinkohle zugesetzt werden. Einschließlich der Bergleute und Köhler beschäftigte der Betrieb zu dieser Zeit etwa 100 Arbeiter.
Die industrielle Entwicklung wurde vor allem durch der Bau der Eisenbahn und der Bahnstation Laufach in den Jahren 1850 bis 1854 gefördert. Aus den unterschiedlichen Eisenwerken wurde ein gemeinsamer Betrieb, in dem die Erzverhüttung und Metallverarbeitung bis zum fertigen Produkt stattfand.
Am 1. Juli 1862 wurde aus den Landgerichten Rothenbuch und Aschaffenburg das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Laufach lag.
1866 fanden hier, kurz nach Ausbruch des Deutschen Kriegs, die Gefechte bei Frohnhofen zwischen Preußen und Truppen des Deutschen Bunds statt.
1869 gab es, vermutlich im unteren Liebesgrund, die 1856 gegründete chemische Fabrik Laufach, die 1865 bis 1872 dem Apotheker und Fabrikanten Adolf Federhaff gehört hatte und in der ca. 60 Arbeiter jährlich aus ca. 12.500 Kubikmeter Buchenholz und 100 Tonnen Bleiglätte (Blei(II)-oxid) unter anderem Holzessig, Teer, Teeröl und jeweils ca. 150 Tonnen Bleizucker (Blei(II)-acetat) und essigsaures Natron (Natriumacetat, NaOAc) hergestellt haben.
1876 wurde das Eisenerz mit der Bahn aus Staffelstein bezogen.
20. und 21. Jahrhundert 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Laufach war nun eine Gemeinde im Altkreis Aschaffenburg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Alzenau in Unterfranken zum neuen Landkreis Aschaffenburg zusammen.
Aus Handwerksbetrieben haben sich leistungsfähige Betriebe entwickelt. Um die Gewerbe- und Industrieansiedlung weiter zu fördern, wurde das Gewerbegebiet Laufach-Ost erschlossen, das sich auf einer 8 Hektar großen Fläche zwischen Laufach und Hain erstreckt. Ein weiteres Gewerbegebiet zwischen Laufach und Frohnhofen auf einer Fläche von 4 Hektar wurde im Jahre 2001 erschlossen.
Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden außerhalb des Ortskerns neue Wohngebiete. Auch die Ortsteile Frohnhofen und Hain entwickelten sich dabei mehr und mehr zu Wohnsiedlungen. 1984 feierte die Gemeinde Laufach mit den Ortsvereinen in mehreren Veranstaltungen eine Woche lang ihr 900-jähriges Bestehen.
Eingemeindungen Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Hain im Spessart eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Gebiet der ehemaligen Gemeinde Laufach Jahr Einwohner Bemerkung 1618 38076 Unterthanen = Männer oder Familien 1668 10572 Haushalte 1812 1130 222 Feuerstellen 1814 1451161 Haushalte in 115 Wohnhäusern 1950 2552 1961 2787 1970 3170 1978 3682 davon 687 aus Frohnhofen
Gebiet der heutigen Gemeinde Laufach Jahr Einwohner (Laufach) Einwohner (Hain) 1961 3530743 1970 3953774 1978 4545863 1991 4964 1995 5147 2001 5267 2005 5271 2010 5262 2015 5297
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 4762 auf 5152 um 390 Einwohner bzw. um 8,2 %. 2003 hatte die Gemeinde 5324 Einwohner.
Quelle: BayLfStat
Religionen Im Ortskern befinden sich eine katholische und eine evangelische Kirche. Seit 4. März 2012 ist Andreas Reuther Pfarrer der katholischen Pfarreiengemeinschaft Laufachtal, seine Vorgänger waren ab 2007 Pfarrer Hans Thurn, davor Egon Hölzel. Evangelischer Pastor ist Christoph Schürmann.
Bis 1184 mussten die Bewohner des Laufachtals den Gottesdienst in der Muttergottespfarrei Aschaffenburg, von 1184 bis um 1250 in Bessenbach und 1250 bis 1810 in Sailauf besuchen. Am 28. November 1810 wurde Laufach zusammen mit Hain zu einer Doppelpfarrei erhoben. 1812 wurde ein größeres Gotteshaus erbaut, das bis 1962 den Kirchberg krönte. 1964 wurde am gleichen Platz ein neuer Kirchbau dem hl. Thomas Morus geweiht. Dieser Kirchenbau ist jedoch im Laufe der Zeit, auch aufgrund seiner Betonbauweise, baufällig geworden und bedarf einer Generalsanierung, die im Laufe der Jahre bis 2015 realisiert wird.
Die evangelische Petruskirche feierte 2005 ihren 100. Geburtstag.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat der Gemeinde Laufach besteht aus 20 Ratsmitgliedern. Das ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 5001 und 10.000., abgerufen am 11. Juli 2014 Der Gemeinderat wird für jeweils sechs Jahre gewählt. Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der Erste Bürgermeister.
Bei der Kommunalwahl vom 8. März 2026 waren 3979 Personen stimmberechtigt. 2613 Personen nahmen an der Gemeinderatswahl teil; die Wahlbeteiligung betrug 65,7 %.
+ Ergebnis der Gemeinderatswahl 2026 Wahlvorschlag Stimmenanteil Veränderung zu 2020 Sitze Veränderung CSU 41,7 % +1,5 8 ±0 SPD 29,5 % −6,2 6 −1 Freie Wähler Laufach 18,9 % −5,2 4 −1 Bündnis 90/Die Grünen 9,8 % +9,8 2 +2
Damit verteilen sich die 20 Sitze seit der Kommunalwahl 2026 auf CSU (acht Sitze), SPD (sechs Sitze), Freie Wähler Laufach (vier Sitze) und Bündnis 90/Die Grünen (zwei Sitze).
Bürgermeister Erster Bürgermeister der Gemeinde Laufach ist seit 1. Mai 2014 Friedrich Fleckenstein (parteilos). Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde er mit 91,49 % der Stimmen wiedergewählt.
Bei der Wahl des Ersten Bürgermeisters am 8. März 2026 trat Fleckenstein auf dem Wahlvorschlag der SPD an und wurde mit 85,5 % der gültigen Stimmen erneut gewählt. Die Gemeinde führt ihn weiterhin als parteilos.
Zweiter Bürgermeister ist Rudolf Spinnler, dritte Bürgermeisterin Simone Pechan. Vorgänger Fleckensteins war Valentin Weber (Freie Wähler).
Wappen
Die ehemals eigenständige Gemeinde Hain im Spessart, welche heute zu Laufach gehört, hat ein eigenes Wappen, das bei nicht-offiziellen Anlässen Verwendung findet.
Gemeindepartnerschaften : Als erste Gemeinde des Landkreises Aschaffenburg knüpfte 1971 die kleine Spessartgemeinde Hain eine Freund- und Partnerschaft mit Sainte Eulalie in Frankreich.
Kultur und Sehenswürdigkeiten In der katholischen Pfarrkirche St. Thomas Morus befindet sich eine bedeutende Pietà aus Lindenholz aus der Zeit um 1520. Sie ist ein Werk aus dem Umkreis oder eine Werkstattarbeit des Tilman Riemenschneider., auf laufach.deVgl. Hanswernfried Muth (Hrsg.): Tilman Riemenschneider: die Werke des Bildschnitzers und Bildhauers, seiner Werkstatt und seines Umkreises im Mainfränkischen Museum Würzburg. 1982 Die Kirche selbst wurde 1963–1964 nach einem Entwurf von Gustav Heinzmann errichtet.Vgl. Richard Schömig: Moderne Kirchen im Bistum Würzburg. 1965 Dabei wurde unter anderem die Kreuzigungsgruppe von 1947 bis 1950 von Fried Heuler aus dem Vorgängerbau übernommen., auf thomasmorus-laufach.de
Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Im Straßenverkehr zu erreichen ist Laufach über die Bundesstraße 26, die die Gemeinde durchquert.
Der Bahnhof Laufach liegt an der Main-Spessart-Bahn, er ist der westliche Ausgangspunkt der Spessartrampe. Im Bahnhof wurden Lokomotiven bis zur Umstellung auf die weniger steile Neubaustrecke 2017 zum Nachschieben von schweren Güterzügen vorgehalten. Er wurde bis dahin meist stündlich von Regionalbahnen der Linie Aschaffenburg–Heigenbrücken bedient, seitdem dient er vorrangig als Endstation der Regionalbahn Rüsselsheim–Laufach.
Laufach wird auch von der Linie 44 der VAB angefahren.
Öffentliche Einrichtungen Südlich der Kirche, am Laufachbach, steht das 1956 erbaute und 2002 renovierte Rathaus, daneben das Laufacher Feuerwehrhaus, das seit 1980 bezogen ist. Die Feuerwehrhäuser in Frohnhofen und Hain wurden 1992 und 1995 unter Beteiligung der Feuerwehren renoviert.