In der föderalistisch aufgebauten Schweiz ist der Teilstaat (Kanton) völlig frei in seiner internen Organisation. So gibt es auch eine Vielfalt an Organisationsstrukturen und Bezeichnungen für eine Ebene zwischen Kanton und Gemeinde, die auch fehlen kann. Oft wird sie Bezirk, in gewissen Kantonen auch Verwaltungsregion, Verwaltungskreis, Wahlkreis, Amtei oder Amt, im französischsprachigen Landesteil , im italienischen Landesteil , im rätoromanischen Landesteil genannt. Der Leiter eines Bezirksamtes heisst Bezirksammann, Bezirksamtmann, Statthalter oder Regierungsstatthalter.
Der Bezirk dient in der Regel lediglich der Dezentralisierung der kantonalen Verwaltung und der Gerichtsorganisation. Im Kanton Schwyz sind dagegen die Bezirke aus historischen Gründen eigene Rechtssubjekte mit Steuerhoheit und teilweise eigener Landsgemeinde. Eine vergleichbare Rolle spielten früher im Kanton Graubünden die Kreise (romanisch , Mz. bzw. italienisch , Mz. ). Im Kanton Appenzell Innerrhoden ist Bezirk die Bezeichnung für die unterste Verwaltungseinheit, also die politische Gemeinde.
Übersicht (Reihenfolge der Kantone nach der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft)
mini|500px|Bezirke der Schweiz gemäss BFS per 1. Januar 2026 mini|500px|Bezirke und Kreise der Schweiz gemäss BFS per 1. Januar 2026
+ Übersicht der Verwaltungseinheiten innerhalb der Kantone (Stand: 1. Januar 2026) Kanton Verwaltungseinheit Anzahl 20px|Wappen des Kantons Zürich Zürich Bezirke 12 20px|Wappen des Kantons Bern Bern BezirkeVerwaltungskreiseVerwaltungsregionen 26105 20px|Wappen des Kantons Luzern Luzern – – 20px|Wappen des Kantons Uri Uri – – 20px|Wappen des Kantons Schwyz Schwyz Bezirke 6 20px|Wappen des Kantons Obwalden Obwalden – – 20px|Wappen des Kantons Nidwalden Nidwalden – – 20px|Wappen des Kantons Glarus Glarus – – 20px|Wappen des Kantons Zug Zug – – 20px|Wappen des Kantons Freiburg Freiburg Bezirke 7 20px|Wappen des Kantons Solothurn Solothurn Amteien 5 20px|Wappen des Kantons Basel-Stadt Basel-Stadt – – 20px|Wappen des Kantons Basel-Landschaft Basel-Landschaft Bezirke 5 20px|Wappen des Kantons Schaffhausen Schaffhausen – – 20px|Wappen des Kantons Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden – – 20px|Wappen des Kantons Appenzell Innerrhoden Appenzell Innerrhoden – – 20px|Wappen des Kantons St. Gallen St. Gallen – – 20px|Wappen des Kantons Graubünden Graubünden Regionen 11 20px|Wappen des Kantons Aargau Aargau Bezirke 11 20px|Wappen des Kantons Thurgau Thurgau Bezirke 5 20px|Wappen des Kantons Tessin Tessin BezirkeKreise 8 38 20px|Wappen des Kantons Waadt Waadt Bezirke 10 20px|Wappen des Kantons Wallis Wallis Bezirke 13 20px|Wappen des Kantons Neuenburg Neuenburg – 20px|Wappen des Kantons Genf Genf – – 20px|Wappen des Kantons Jura Jura Bezirke 4
Ehemalige Bezirke der Schweiz
Ehemalige Bezirke und Kreise der Schweiz
Verzicht auf Bezirke in zwölf Kantonen, Reduktion der Anzahl Bezirke in weiteren Kantonen Zwölf der 26 Kantone verzichten ganz auf die Bezirksebene (verstanden als Verwaltungseinheit zwischen Kanton und Gemeinden):
Es sind dies seit alters die acht Kantone Uri, Obwalden, Nidwalden, Glarus, Zug, Appenzell Innerrhoden, Basel-Stadt und Genf, sei es aus historischen Gründen oder aus praktischen, weil das Gebiet kleinräumig genug ist. In jüngerer Zeit abgeschafft haben die Bezirke der Kanton Appenzell Ausserrhoden 1995, der Kanton Schaffhausen Mitte 1999, der Kanton St. Gallen Anfang 2003, der Kanton Solothurn 2005; die bisherigen Amteien aber, die je zwei Bezirke zusammenfassten, gibt es weiterhin, der Kanton Luzern mit der neuen Kantonsverfassung von 2007, der Kanton Neuenburg auf den 1. Januar 2018. Die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Schaffhausen, Solothurn und Luzern führen aber die früheren Bezirke beziehungsweise die neuen Wahlkreise als Einheiten für statistische Zwecke weiter, ebenso der Kanton Neuenburg seine vier schon zuvor bestehenden Regionen.
Eine Reduktion wurde in den folgenden Kantonen vorgenommen: Im Kanton Graubünden wurden auf 1. Januar 2001 die vormals 14 Bezirke auf 11 reduziert (seit 2016 werden diese Regionen genannt). Auf Anfang 2016 (ausnahmsweise Anfang 2018) wurden überdies die bisherigen Kreise abgeschafft. Im Kanton Waadt erfolgte die Reduktion von 19 auf noch zehn Bezirke per 1. Januar 2008. Im Kanton Bern wurden die 26 Amtsbezirke auf 1. Januar 2010 durch fünf Verwaltungsregionen, die ihrerseits in zehn Verwaltungskreise gegliedert sind, ersetzt. Im Kanton Thurgau wurden die acht bisherigen Bezirke am 1. Januar 2011 durch fünf neu definierte Bezirke abgelöst.
Gescheitert ist die Abschaffung bzw. Reduktion in den folgenden Kantonen: Im Kanton Schwyz wurde im Mai 2006 über die Abschaffung der Bezirke diskutiert. Die sogenannte G-Reform scheiterte allerdings, denn das Volk entschied sich am Schluss für das Weiterbestehen der Bezirke. Im Kanton Freiburg wurde eine Reduktion der Anzahl Bezirke 2010 infolge regionaler Widerstände vom Staatsrat für gescheitert erklärt. Im Kanton Wallis sah der – 2023 in der Volksabstimmung abgelehnte – Entwurf für eine neue Kantonsverfassung den Ersatz der 13 Bezirke durch 6 Regionen vor.Verfassungsentwurf auf vs.ch, abgerufen am 4. Februar 2026.
Liste der Bezirke der Schweiz nach Kantonen (Reihenfolge der Kantone nach Bundesverfassung, Flächen gemäss Bundesamt für Statistik) 70px|rechts|Wappen des Kantons Zürich
Kanton Zürich Der Kanton Zürich ist in zwölf Bezirke gegliedert:
mini|Bezirke des Kantons Zürich
Bezirk Einwohner() Flächein km² Hauptort AnzahlGemeinden Affoltern Affoltern am Albis 14 Andelfingen Andelfingen 20 Bülach Bülach 22 Dielsdorf Dielsdorf 22 Dietikon Dietikon 11 Hinwil Hinwil 11 Horgen Horgen 9 Meilen Meilen 11 Pfäffikon Pfäffikon 10 Uster Uster 10 Winterthur Winterthur 19 Zürich Zürich 1 Total (12) * Zürich 160 Die Landfläche des Kantons Zürich beträgt 1660,83 km², hinzu kommt ein Seeflächenanteil von 68,11 km², somit beträgt die Gesamtfläche 1728,94 km² (Greifensee 8,30 km², Anteil Zürichsee 59,81 km²). Der Pfäffikersee misst 3,30 km², sieben weitere Gewässer messen zusammen 1,22 km².
Bis 31. Dezember 1985 war die Gemeinde Zollikon dem Bezirk Zürich zugewiesen. Bis 30. Juni 1989 waren die elf Gemeinden des heutigen Bezirks Dietikon dem Bezirk Zürich zugewiesen. Durch den Landabtausch am 1. Januar 2013 des Weilers «Obere Hueb» der Gemeinde Buch am Irchel nach Neftenbach wechselte die Fläche von 0,05 km² vom Bezirk Andelfingen zum Bezirk Winterthur. 70px|rechts|Wappen des Kantons Bern
Kanton Bern Der Kanton Bern ist seit dem 1. Januar 2010 in fünf Verwaltungsregionen und zehn Verwaltungskreise gegliedert. Diese werden in Art. 39a des Gesetzes über die Organisation des Regierungsrates und der Verwaltung (Organisationsgesetz) als die «ordentlichen dezentralen Verwaltungseinheiten des Kantons» bezeichnet.Gesetz über die Organisation des Regierungsrates und der Verwaltung (BSG 152.01; online). Mit der Reform der dezentralen Verwaltung, die in einer Volksabstimmung vom 24. September 2006 mit einer Mehrheit von 58,3 % angenommen worden war, verloren die vor rund 200 Jahren eingerichteten Amtsbezirke ihre praktische Funktion. Im Hinblick auf den geplanten Wechsel der Gemeinde Moutier zum Kanton Jura per 1. Januar 2026 werden gemäss Volksabstimmung vom 22. September 2024 sämtliche Amtsbezirke des Kantons Bern Ende 2025 aufgehoben. mini|Verwaltungsregionen des Kantons Bern seit 2026mini|Verwaltungskreise des Kantons Bern seit 2026 Verwaltungsregion Verwaltungskreis Einwohner() Flächein km² Hauptort AnzahlGemeinden1. Januar 2026 Berner Jura Berner Jura Courtelary 39 Bern-Mittelland Bern-Mittelland Ostermundigen 74 Emmental-Oberaargau Emmental 690,41 Langnau im Emmental 39 Emmental-Oberaargau Oberaargau Wangen an der Aare 43 Oberland Frutigen-Niedersimmental Frutigen 13 Oberland Interlaken-Oberhasli Interlaken 28 Oberland Obersimmental-Saanen Saanen 7 Oberland Thun Thun 30 Seeland Biel/Bienne Biel/Bienne 19 Seeland Seeland Aarberg 42 Total (5) Total (10) Bern 334
Die Landfläche des Kantons Bern beträgt 5819,92 km². Dazu kommt ein Seeflächenanteil von 118,98 km² (Thunersee 47,85 km², Brienzersee 29,77 km², Anteil: Bielersee 39,17 km² und Neuenburgersee 2,19 km²). Somit beträgt die Gesamtfläche des Kantons Bern km².
Bis 31. Dezember 2009 bildeten die 26 Amtsbezirke (frz.: ) die dezentralen Verwaltungseinheiten des Kantons. Gemäss dem Organisationsgesetz existieren sie zwar heute noch, eine praktische Funktion weist ihnen jedoch nur noch das Gesetz über das Sonderstatut des Berner Juras und über die französischsprachige Minderheit des zweisprachigen Amtsbezirks Biel (Sonderstatutsgesetz) zu, indem die bernjurassischen Amtsbezirke weiterhin die Wahlkreise für die Wahl des Bernjurassischen Rats (BJR) bilden.Gesetz über das Sonderstatut des Berner Juras und über die französischsprachige Minderheit des zweisprachigen Amtsbezirks Biel (BSG 102.15), Art. 4 (online). mini|Amtsbezirke des Kantons Bern Bezirk Flächein km² Hauptort AnzahlGemeinden Aarberg 152,68 Aarberg 12 Aarwangen 154,02 Aarwangen 24 Bern 233,27 Bern 13 Biel 24,89 Biel/Bienne 2 Büren 87,66 Büren an der Aare 14 Burgdorf 197,30 Burgdorf BE 24 Courtelary 266,08 Courtelary 18 Erlach 84,37 Erlach 12 Fraubrunnen 123,72 Fraubrunnen 27 Frutigen 489,07 Frutigen 7 Interlaken 677,92 Interlaken 23 Konolfingen 213,55 Schlosswil 30 Laupen 87,70 Laupen 11 Moutier 216,47 Moutier 26 La Neuveville 58,91 La Neuveville 5 Nidau 87,95 Nidau 25 Niedersimmental 305,46 Wimmis 9 Oberhasli 551,37 Meiringen 6 Obersimmental 333,92 Blankenburg 4 Saanen 240,96 Saanen 3 Schwarzenburg 157,11 Schwarzenburg 4 Seftigen 190,27 Belp 25 Signau 320,11 Langnau im Emmental 9 Thun 266,78 Thun 26 Trachselwald 191,04 Trachselwald 10 Wangen 152,05 Wangen an der Aare 23 Total (26) 5'840,54 Bern 392
1. Januar 1920: Durch die Fusion der beiden Nidauer Gemeinden Madretsch und Mett mit der Gemeinde Biel BE wechselt die Fläche der zwei Gemeinden vom Amtsbezirk Nidau zum Amtsbezirk Biel. 1. Januar 1976: Die beiden Gemeinden Lajoux und Les Genevez wechseln vom Amtsbezirk Moutier zum Amtsbezirk Franches-Montagnes. Die Gemeinde Rebévelier wechselt vom Amtsbezirk Delémont zum Amtsbezirk Moutier. Die Gemeinden Châtillon, Rossemaison, Courrendlin, Courchapoix, Corban und Mervelier wechseln vom Amtsbezirk Moutier zum Amtsbezirk Delémont. 1. Januar 1979: Die Amtsbezirke Delsberg, Pruntrut und Freiberge wechseln vom Kanton Bern zum neu gegründeten Kanton Jura die Gemeinde Roggenburg verbleibt beim Kanton Bern und wechselt in den Amtsbezirk Laufen (der ebenfalls deutschsprachigen Gemeinde Ederswiler war dies verwehrt, da damals keine Grenze mit dem Amtsbezirk Laufen). 1. Januar 1994: Der Amtsbezirk Laufen wechselt vom Kanton Bern zum Kanton Basel-Landschaft. 1. Juli 1996: Die Gemeinde Vellerat wechselt vom Kanton Bern zum Kanton Jura. 1. Januar 2019: Durch die Fusion der beiden Gemeinden Golaten und Kallnach wechselt die Fläche von Golaten aus dem Verwaltungskreis Bern-Mittelland zum Verwaltungskreis Seeland. 1. Januar 2022: Durch die Fusion der beiden Gemeinde Clavaleyres mit Murten wechselt die Fläche von Clavaleyres aus dem Kanton Bern zum Kanton Freiburg. 1. Januar 2026: Durch den Kantonswechsel der Gemeinde Moutier wechselt die Fläche vom Kanton Bern zum Kanton Jura. 70px|rechts|Wappen des Kantons Luzern
Kanton Luzern Seit dem 1. Januar 2013 wird der Kanton Luzern in sechs Wahlkreise aufgeteilt. Obgleich diese nicht mehr der Dezentralisierung der kantonalen Verwaltung dienen, werden sie vom Bundesamt für Statistik im Sinne von Bezirken geführt.
Stand: 1. Januar 2025
mini|Wahlkreise des Kantons Luzern
Wahlkreis Einwohner() Flächein km² AnzahlGemeinden Entlebuch 9 Hochdorf 13 Luzern-Land 16 Luzern-Stadt 1 Sursee 19 Willisau 21 Total (6) 79