mini|hochkant=2.0|Weltkarte mit den am Zweiten Weltkrieg beteiligten Staaten Achsenmächte Alliierte (und ihre Kolonien) Weitere/neue Alliierte nach dem Angriff auf Pearl Harbor Neutrale Staaten und Territorien mini|Die Monatszeitschrift Berlin Rom Tokio erschien von 1939 bis 1944 mini|Deutsche Reichskriegsflagge (Verwendung während der Zeit des Nationalsozialismus) und italienische Dienstflagge auf einem Botschaftsgebäude in Rom wehend, Juni 1943 mini|Fool the Axis – use prophylaxis („Prellt die Achse – benutzt Prophylaxe“). Amerikanisches Poster von Arthur Szyk aus dem Jahr 1943, das Truppenangehörige vor sexuell übertragbaren Erkrankungen warnt. Dargestellt sind Benito Mussolini, Tōjō Hideki und Adolf Hitler. Als Achsenmächte bezeichnet man zunächst die Mächte der „Achse Berlin–Rom“ – eine Bezeichnung, die auf eine Absprache zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini am 25. Oktober 1936 zurückgeht. Sie begründete eine Zusammenarbeit zwischen dem NS-Staat und dem faschistischen Italien. Die Kapitulation Italiens 1943 beendete diese Zusammenarbeit. Im Zusammenhang des Zweiten Weltkriegs verstand man unter den „Achsenmächten“ das Deutsche Reich und seine Bündnispartner Italien und Japan. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht beherrschten die Achsenmächte und ihre Verbündeten große Teile Europas, Nordafrikas, Ostasiens und des Westpazifiks.

Die Kriegsgegner dieses Bündnisses werden als die Alliierten unter den kriegführenden Staaten des Zweiten Weltkriegs bezeichnet, die damals global agierende Kriegskoalition trat als Anti-Hitler-Koalition auf.

Im November 1936 gelang es dem Deutschen Reich, Japan mit dem Antikominternpakt als weiteren Verbündeten zu gewinnen. Italien trat ihm im November 1937 bei.Peter Longerich: Propagandisten im Krieg. Die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes unter Ribbentrop (= Studien zur Zeitgeschichte; Bd. 33). Oldenbourg, München 1987, S. 260–262. Die „Achse Berlin–Rom“ wurde durch den Stahlpakt (1939) auch zum förmlichen Bündnis. Seit dem Abschluss des auf Initiative Hitlers geschlossenen Dreimächtepakts (1940) zwischen dem Deutschen Reich, dem Kaiserreich Japan und dem Königreich Italien wurde – auch von den Vertragspartnern – von der „Achse Berlin–Rom–Tokio“ gesprochen.Die Zeit – Das Lexikon in 20 Bänden. Hamburg 2005, ISBN 3-411-17561-3, S. 59.

Vom Auswärtigen Amt wurde von 1939 bis 1944 die aufwendig gestaltete und zweisprachig (deutsch/italienisch) erscheinende propagandistische Zeitschrift Berlin Rom Tokio herausgegeben, die der Zusammenarbeit dieser drei Staaten publizistischen Ausdruck gab.

Ursprung Freundschaftsvertrag Berlin–Rom (1936) mini|Die Achse Rom–Berlin als „Herrin Europas“, Schlagzeile der Dolomiten vom 16. März 1938 unter dem Eindruck des österreichischen „Anschlusses“

Die Bezeichnung Achsenmächte geht auf eine Rede Benito Mussolinis am 1. November 1936 zurück, worin er von einer „Achse Berlin–Rom“ sprach, der am 25. Oktober 1936 ein geheimer Freundschaftsvertrag zwischen Italien und dem Deutschen Reich vorausgegangen war. Mussolini erklärte, dass die beiden Länder eine „Achse“ bilden würden, um welche sich die anderen europäischen Staaten drehen würden.Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. De Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019549-1, S. 7 f.

Geschlossen wurde dieses Abkommen, als das faschistische Italien – Deutschland ursprünglich keineswegs freundlich gesinnt – sich aufgrund des Äthiopienkriegs der Kritik des Völkerbundes ausgesetzt sah, von Deutschland jedoch Beistand erhielt (der Zusammenschluss Italiens mit Großbritannien und Frankreich von Stresa im April 1935 hatten nur zwei Monate gehalten).

Der Historiker Karsten Krieger glaubt, dass Hitler mit dem „Achsen“-Bündnis bezweckte, Großbritannien zu einer Annäherung an das Deutsche Reich zu bewegen, während Mussolini damit das Gegenteil beabsichtigt habe: Er habe die Achse abgeschlossen, um eine solche engere deutsch-britische Zusammenarbeit zu verhindern, die den italienischen Interessen in Afrika im Wege stehen konnte.Karsten Krieger: Achse (Berlin-Rom), Achsenmächte. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml und Hermann Weiß (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 347. Laut dem Historiker Klaus Hildebrand hatte die Achse „Aushilfs-, ja Ersatzcharakter“ in Bezug auf das ursprünglich von Hitler angestrebte antikommunistische Bündnis mit Großbritannien.Klaus Hildebrand: Das vergangene Reich. Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler. Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-486-58605-3, S. 630; ähnlich Christoph Studt: Nationalsozialistische Außenpolitik bis zum Sommer 1938. In: Jürgen Zarusky, Martin Zückert (Hrsg.): Das Münchener Abkommen von 1938 in europäischer Perspektive. Oldenbourg, München 2013, ISBN 978-3-486-70417-4, S. 17–30, hier S. 25 (beides abgerufen über De Gruyter Online).

„Stahlpakt“ Berlin–Rom (1939) mini|Bekanntmachung über den Freundschafts- und Bündnispakt zwischen Deutschland und Italien vom 15. Juni 1939 im Reichsgesetzblatt

Die Achse war in erster Linie ein Element der Propaganda beider Länder. Auch nachdem sie mit dem Stahlpakt zu einem Militärbündnis ausgeweitet worden war, kam es kaum zu einer konkreten Zusammenarbeit. Er wurde in Form eines Freundschafts- und Bündnisvertrages von den Außenministern beider Länder, Joachim von Ribbentrop und Galeazzo Ciano, im Beisein Hitlers am 22. Mai 1939 in Berlin unterzeichnet.Hermann Weiß: Stahlpakt. In: Hermann Weiß, Wolfgang Benz und Hermann Graml (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 745.

In der Praxis zeigte sich bald, dass die militärische und rüstungspolitische Zusammenarbeit zwischen Berlin und Rom trotz des Paktes von einem Konkurrenzverhältnis geprägt war – was die Forschung unter dem Schlagwort „Kooperation als Machtkampf“ zusammengefasst hat.Wolfgang Schieder: Der italienische Faschismus, München 2010, S. 86; Christof Dipper: Ferne Nachbarn. Vergleichende Studien zu Deutschland und Italien in der Moderne, Köln/Weimar/Wien 2017, S. 19. Nach dem italienischen Kriegseintritt, als das Bündnis sich im Krieg bewähren musste, wurde rasch deutlich, dass es den Achsenpartnern nicht gelang, effektiv zusammenzuarbeiten: Malte König: Kooperation als Machtkampf. Das faschistische Achsenbündnis Berlin-Rom im Krieg 1940/41, Köln 2007, S. 44.

Dreimächtepakt (1940) Am 27. September 1940 schlossen die Achsenmächte den Dreimächtepakt:

Die drei Hauptachsenmächte Land Staatsflagge Staatswappen Hauptstadt Regierungschef Staatsoberhaupt Deutsches Reich x40px|border x40px Berlin Adolf Hitler Adolf Hitler Königreich Italien x40px|border x40px Rom Benito Mussolini König Viktor Emanuel III. Japanisches Kaiserreich x40px|border x40px Tokio Konoe Fumimaro Kaiser Hirohito

Das Deutsche Reich unter seinem „Führer“ Adolf Hitler und während der letzten Kriegstage unter Reichspräsident Karl Dönitz; Italien, zunächst als korporativ verfasstes nationalistisches Königreich Italien (1922–1943), danach als Republik von Salò unter „Il Duce“ Benito Mussolini – bis zu seinem Sturz im Juli 1943 regierte er im Namen Königs Viktor Emanuel III. (der Mussolini-treue König entließ den Duce und ließ ihn verhaften, sein Nachfolger wurde Pietro Badoglio). Am 13. Oktober 1943 trat das übrige Italien mit der Kriegserklärung an das Deutsche Reich auf Seiten der Anti-Hitler-Koalition dem Krieg wieder bei. das Japanische Kaiserreich unter Kaiser Hirohito und den Premierministern Konoe Fumimaro, Tōjō Hideki und während der letzten Kriegstage Koiso Kuniaki und Suzuki Kantarō.

Kurzzeitig erhielt der Vorname Roberto eine neue Bedeutung als Akronym von Rom-Berlin-Tokio. Zuletzt betonten Achsenvertreter damit am 16. Januar 1942 ihre Partnerschaft und prägten diese Losung.Richard F. Hill: Hitler Attacks Pearl Harbor: Why the United States Declared War on Germany. Lynne Rienner, Boulder (Colo.) 2003, S. 91.

Im Selbstverständnis von US-Präsident Franklin D. Roosevelt handelte es sich bei der Auseinandersetzung mit den Achsenmächten Deutschland, Italien und Japan nicht nur um einen Konflikt zwischen den „Habenden“ (beati possidentes) und den drei weltpolitischen und kolonialen „Habenichtsen“. Für ihn war es ein , um sowohl die „Neuen Ordnungen“ in Europa und Asien zu zerstören als auch die USA als zukünftige Weltmacht zu positionieren.Detlef Junker, Franklin D. Roosevelt und die nationalsozialistische Bedrohung der USA, in: Frank Trommler (Hrsg.): Amerika und die Deutschen. Die Beziehungen im 20. Jahrhundert, Springer, Wiesbaden 2013, S. 36, 38 f.; Imanuel Geiss (1981), Historische Voraussetzungen zeitgenössischer Konflikte, in: Wolfgang Benz, Hermann Graml (Hrsg.): Weltprobleme zwischen den Machtblöcken. Das Zwanzigste Jahrhundert III (Fischer Weltgeschichte, Band 36). Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-596-60036-7, S. 36.

Verbündete der „Achse“ Länder, die sich im Dreimächtepakt mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbündeten, gelten als Verbündete der „Achse“. Diesem Vertrag zwischen den Achsenmächten Deutschland, Italien und Japan vom September 1940 schlossen sich kurz darauf eine Reihe weiterer europäischer Länder an. Ungarn, Rumänien und die Slowakei traten noch 1940 bei, Bulgarien 1941. Jugoslawien unterzeichnete zwar am 25. März 1941 den Dreimächtepakt, ratifizierte diesen aber nach dem Staatsstreich vom 27. März nicht und wurde im Balkanfeldzug von den Achsenmächten zerschlagen. Der daraufhin gebildete Unabhängige Staat Kroatien trat im Juni 1941 dem Pakt bei. Während des Zweiten Weltkriegs war Achsenmächte die Bezeichnung für alle mit dem Deutschen Reich verbündeten Staaten.

Kroatien Auch der „Unabhängige Staat Kroatien“ (NDH-Staat), ein nominell unabhängiger Vasallenstaat, der nach der deutschen Eroberung und Aufteilung Jugoslawiens entstanden war, galt als Mitglied der „Achse“. Kroatien war Mitglied des Antikominternpakts und befand sich bis zum Kriegsende am 8. Mai 1945 mit Deutschland in einem umfassenden Militärbündnis.

Thailand Thailand trat dem Dreimächtepakt zwar nicht bei, schloss aber nach der japanischen Invasion im Dezember 1941 ein militärisches Bündnis mit Japan und erklärte den USA und Großbritannien 1942 den Krieg.

Finnland Die Finnen bezeichnen sich ungern als ehemalige Verbündete des Deutschen Reichs. Vielmehr wollen sie als „gleichzeitig kriegführender Staat“ gesehen werden. Finnland beteiligte sich am deutschen Überfall auf die Sowjetunion. Finnisches Territorium durfte von der Wehrmacht als Aufmarschgebiet genutzt werden und die finnische Armee wurde gegen die sowjetischen Truppen mobilgemacht. Der Name dieses sogenannten Fortsetzungskriegs spielt auf den finnisch-sowjetischen Winterkrieg an.

Finnland wollte im Fortsetzungskrieg die im vorangegangenen Winterkrieg verlorenen Territorien zurückgewinnen und auch Ost-Karelien erobern. Die Bombardierung finnischer Städte durch sowjetische Streitkräfte diente dann am 25. Juni 1941 als Begründung für die finnische Kriegserklärung und den Beginn der finnischen Offensive. Großbritannien erklärte Finnland nach wiederholten Ersuchen, die feindlichen Aktivitäten gegen die Sowjetunion einzustellen, am 6. Dezember 1941 ebenfalls den Krieg.

Finnland schloss sich nie dem Dreimächtepakt an, unterzeichnete 1941 allerdings den Antikominternpakt. Finnland lehnte es ab, seine Streitkräfte unter das Kommando eines gemeinsamen deutsch-finnischen Hauptquartiers zu stellen und bewahrte seine operative Unabhängigkeit. So wurde etwa die Teilnahme an der Leningrader Blockade und am Angriff auf die Murmanskbahn bei Louhi verweigert.