Die Pflanzengattung der Zuckerbüsche (Protea), auch Silberbäume, Kaprosen oder Federbüsche genannt, gehört zur Familie der Silberbaumgewächse (Proteaceae). Zu ihr zählen etwa 115 Arten. Sie stammen aus dem südlichen Afrika. In Genadendal/Südafrika am Jonaskop (Jonaskopf), in einer Höhenlage von 1648 Meter, findet man die weltweit größte Anzahl natürlich vorkommender Protea-Arten. Viele von ihnen gehören zur Kapflora. Die Königs-Protea (Protea cynaroides) ist die Wappenblume Südafrikas.

Beschreibung mini|Illustration von Protea longifolia Erscheinungsbild und Blätter Protea-Arten wachsen als immergrüne, kriechende bis aufrechte Sträucher und kleine Bäume, die meistens Wuchshöhen von 1 bis 10 Meter erreichen. Die wechselständig an den Zweigen verteilten oder am oberen Ende der Zweige dicht zusammenstehenden Laubblätter sind gestielt oder ungestielt. Die Blattoberseiten und -unterseiten unterscheiden sich kaum. Die einfachen, sehr ledrigen, kahlen bis wollig behaarten Blattspreiten sind länglich bis fast kreisförmig. Der Blattrand ist immer ganz.

Blütenstände, Blüten und Früchte Protea-Arten sind protandrisch, also vormännlich. In charakteristischen kegelförmigen Blütenständen mit Durchmessern von 3 bis 30 cm stehen viele Blüten dicht zusammen. Die Blüten sind von spiralig angeordneten, in mehreren Reihen sich überdeckenden Hochblättern umhüllt, wobei die äußersten relativ klein sind und allmählich nach innen hin immer größer werden, bis sie fast gleich lang oder länger sind als die Blüten. Die harten, glatten bis wollig behaarten Hochblätter sind manchmal auffallend, leuchtend gefärbt. Über einem Deckblatt steht immer nur eine Blüte, nicht zwei wie bei den Gattungen Banksia, Brabejum, Grevillea und Hakea. Der Blütenstandsboden ist flach bis konisch.

Die Blüten sind immer zwittrig. Von den vier behaarten Blütenhüllblättern sind drei verwachsen und eines ist frei. Es ist nur ein Kreis mit vier Staubblättern vorhanden. Die 18 bis 33 × 10 bis 17 µm großen Pollenkörner sind triporate mit meist schlitzförmiger Apertur. Lange, steife, braune Haare bedecken den Fruchtknoten, der nur eine Samenanlage enthält und direkt in den glatten oder selten behaarten Griffel übergeht.

Die verkehrt-zapfenförmige, verholzende Schließfrucht, Achäne, besitzt lange, gerade, braune, haltbare Haare und enthält nur einen Samen.

Ökologie Viele Arten bilden eine Lignotuber. Dies ist eine Verdickung am Stammgrund knapp unterhalb oder oberhalb des Bodens, aus denen die Pflanzen nach einem Buschfeuer wieder austreiben. Besonders auffällig ist diese Eigenschaft bei Protea roupelliae, die nach der Keimung die ersten Jahre kaum in die Höhe, aber auch nicht in die Breite wächst. Das geringe Höhenwachstum entsteht durch stark gestauchte Internodien.

Nutzung Die meisten Arten sind nicht frosthart, sie gelten generell in der Kultivierung als nicht einfach. Den Mitteleuropäern sind die Blütenstände der Protea und einige andere Taxa der Silberbaumgewächse (Proteaceae) vor allem als Trockenblumen für Gestecke bekannt, aber auch als sehr lange haltbare Schnittblumen, die im Winter eingeflogen werden.

Verbreitung Von den etwa 115–130 Protea-Arten kommen etwa vier Fünftel im Südlichen Afrika und etwa ein Fünftel im tropischen Afrika vor.

Nationalblume Südafrikas Die Königs-Protea ist die Nationalblume Südafrikas und auf dem Wappen Südafrikas abgebildet. Außerdem ist sie das Sportemblem des Landes und die südafrikanische Cricket-Nationalmannschaft verwendet die Nationalblume in ihrem Logo und leitet ihren Spitznamen Proteas von der Pflanze ab.

Systematik Der Gattungsname Protea wurde 1771 von Carl von Linné in Mantissa Plantarum Altera, S. 187, 328 ein zweites Mal mit der Typusart Protea cynaroides veröffentlicht. Davor hatte 1753 Carl von Linné in Species Plantarum, S. 94 den Gattungsnamen schon einmal veröffentlicht gehabt, aber mit einer Art, die zur Gattung Leucadendron gehört, und Peter Jonas Bergius stellte 1767 in seiner Revision der Gruppe Protea als Synonym zu Leucadendron. Protea 1771 nom. cons. ist nach den ICBN-Regeln (Vienna ICBN Art. 14.10 & App. III) konserviert gegenüber dem früher veröffentlichten Homonym (Vienna ICBN Art. 53) Protea 1753 nom. rej. und auch also konserviert gegenüber Lepidocarpus nom. rej. Weitere Synonyme für Protea 1771 sind: Erodendrum , Pleuranthe .

Der Gattung Protea gehört zur Subtribus Proteainae aus der Tribus Proteae in der Unterfamilie der Proteoideae innerhalb der Familie Proteaceae.

Sektion Hypocephalae Protea amplexicaulis Protea cordata Protea decurrens Protea humiflora Protea subulifolia Sektion Leiocephalae Protea caffra Protea caffra subsp. caffra Protea caffra subsp. nyasae Protea caffra subsp. gazensis Protea dracomontana Protea glabra Protea inopina Protea nitida Protea nubigena Protea parvula Protea petiolaris Protea petiolaris subsp. petiolaris Protea petiolaris subsp. elegans Protea rupicola Protea simplex Sektion Paludosae Protea enervis Sektion Patentiflorae Protea angolensis Protea angolensis var. angolensis Protea angolensis var. divaricata Protea comptonii Protea curvata Protea laetans Protea madiensis Protea rubropilosa Protea rupestris Sektion Lasiocephalae Protea gaguedi Protea welwitschii Sektion Christatae Protea asymmetrica Protea wentzeliana Sektion Cynaroideae Königs-Protea (Protea cynaroides ) Sektion Paracynaroides Protea cryophila Protea pruinosa Protea scabriuscula Protea scolopendriifolia Sektion Ligulatae Protea burchellii Protea compacta Protea eximia Protea longifolia Protea obtusifolia Protea pudens Protea roupelliae Protea susannae Sektion Melliferae Protea aristata Protea lanceolata Echter Zuckerbusch (Protea repens ) Sektion Speciosae Protea coronata Protea grandiceps Protea holosericea Protea laurifolia Protea lepidocarpodendron Protea lorifolia Protea magnifica , Syn.: Protea barbigera Protea neriifolia Protea speciosa Protea stokoei Sektion Exsertae Protea aurea Protea aurea subsp. aurea Protea aurea subsp. potbergensis Protea lacticolor Protea mundii Protea punctata Protea subvestita Protea venusta Sektion Microgeantae Protea acaulos Protea convexa Protea laevis Protea revoluta Protea angustata Sektion Crinitae Protea foliosa Protea intonsa Protea montana Protea tenax Protea vogtsiae Sektion Pinifoliae Protea acuminata Protea canaliculata Protea nana Protea pityphylla Protea scolymocephala Protea witzenbergiana Sektion Craterifoliae Protea effusa Protea namaquana Protea pendula Protea recondita Protea sulphurea Sektion Obvallatae Protea caespitosa Sektion Subacaules Protea asper Protea denticulata Protea lorea Protea piscina Protea restionifolia Protea scabra Protea scorzonerifolia Sektion Parviflorae Protea mucronifolia Protea odorata

Bilder

Quellen Tony Rebelo: Proteas – A field guide to the Proteas of Southern Africa. Fernwood Press, 1995, ISBN 1-874950-02-4 (softcover), ISBN 1-874950-18-0 (Hardcover) S. M. Chisumpa, R. K. Brummitt & S. Marner: Proteaceae. In: G. V. Pope, R. M. Polhill, E. S. Martins (Hrsg.): Flora Zambesiaca, Band 9, Nr. 3, 2006. Royal Botanic Gardens, Kew, ISBN 1-84246-136-2, (online). (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik) (Abschnitt Beschreibung) The Protea Atlas Project beim South African National Biodiversity Institute = SANBI, Kirstenbosch, Kapstadt. Anthony G. Rebelo (Hrsg.): The Protea Atlas of southern Africa - Volltext-PDF. Keith Coates Palgrave: Trees of southern Africa. Seite 128–144. 2. Auflage. Struik Publishers, Cape Town, 1988. ISBN 0-86977-081-0

Einzelnachweise Hervé Sauquet & David J. Cantrill: Pollen Diversity and Evolution in Proteoideae (Proteales: Proteaceae), In: Systematic Botany, Volume 32, Issue 2, 2007, S. 271–316. Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Carl von Linné: Species Plantarum, 1753, S. 94 eingescannt bei biodiversitylibrary.org. Mantissa Plantarum Altera. Lars Salvius: Stockholm 1771 – digitalisierte Fassung.

Weblinks

Details und Bildseiten zu Proteaceen und Kapflora. Protea bei biodiversityexplorer.org.

Weiterführende Literatur L. M. Valente, G. Reeves, J. Schnitzler, I. P. Mason, M. F. Fay, T. G. Rebelo, M. W. Chase & T. G. Barraclough: Diversification of the African genus Protea (Proteaceae) in the Cape biodiversity hotspot and beyond: equal rates in different biomes, In: International Journal of Organic Evolution, Volume 64, Issue 3, 2010, S. 745–760. doi:10.1111/j.1558-5646.2009.00856.x J. E. Carlson & K. E. Holsinger: Developmental Plasticity in Protea as an Evolutionary Response to Environmental Clines in the Cape Floristic Region, In: PLoS ONE 7, 12, 2012. doi:10.1371/journal.pone.0052035

Kategorie:Silberbaumgewächse Kategorie:Nationales Symbol (Südafrika)