Die Impalas (Aepyceros) sind eine Gattung afrikanischer Antilopen, die gleichzeitig die monotypische Tribus der Aepycerotini bilden. Die Gattung umfasst mit der Schwarzfersenantilope und der Schwarznasenimpala zwei Arten. Diese kommen im östlichen und südlichen Afrika vor, wo sie offene, mit Busch- und Baumbestand durchsetzte Landschaften bewohnen. Äußerlich ähneln die Impalas mittelgroßen Antilopen. Charakteristisch sind ihr schlanker Körperbau mit gerader Rückenlinie und langen Beinen sowie der langgestreckte Kopf. Als auffälligstes Merkmal kann die schwarze Fersenzeichnung herausgestellt werden. Hörner sind nur bei männlichen Individuen ausgebildet. Die Tiere leben in kleinen Herden bestehend aus den Mutter- und Jungtieren. Die Männchen bilden Junggesellengruppen, dominante Individuen zeigen während der Fortpflanzungsphase ein territoriales Verhalten. Die Hauptnahrung besteht aus harten Gräsern und weichen Pflanzenbestandteilen mit jahreszeitbedingten Variationen. In der Regel bringt ein Weibchen jeweils ein Junges zur Welt, das anfangs abseits der Herde versteckt wird. Ursprünglich wurden die Impalas als näher verwandt mit den Gazellen oder den Kuhantilopen betrachtet, genetische Untersuchungen erbrachten jedoch eine engere Bindung an die Böckchen. Die Gattung wurde im Jahr 1847 aufgestellt, um die damals bekannte Schwarzfersenantilope von anderen Gazellen und Antilopen abzusetzen. Aus stammesgeschichtlicher Sicht traten die Impalas erstmals im Oberen Miozän vor rund 6 Millionen Jahren in Erscheinung. Der Gesamtbestand wird heute als nicht gefährdet eingestuft, regional unterliegen die einzelnen Arten jedoch bestimmten Gefährdungen.

Merkmale Habitus mini|Männliche Schwarznasenimpala (Aepyceros petersi) Impalas erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 120 bis 150 cm, eine Schulterhöhe von 80 bis 90 cm und ein Gewicht von 23 bis 64 kg. Durch den deutlich ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus sind Weibchen auffallend kleiner als Männchen. Außerdem ist die Schwarznasenimpala (Aepyceros petersi) durchschnittlich etwas größer als die Schwarzfersenantilope (Aepyceros melampus). Die Tiere sind oben rehbraun gefärbt, die Flanken haben dabei eine etwas hellere Farbe. Der Unterbauch, die Brust, die Kehle, das Kinn und die Beininnenseiten heben sich weißlich hervor. Den Steiß ziert beidseitig ein senkrechter schwarzer Streifen. An den Fersen tritt ebenfalls ein dunkles Haarbüschel auf, das eine Drüse, die Metatarsaldrüse, bedeckt. Diese Drüse ist eine einmalige Bildung unter den Hornträgern. Der Kopf ist im Gesichtsbereich lang gestreckt, die Augen sind groß und die Ohren schmal und spitz. Bei der Schwarznasenimpala ist ein namensgebender dunkler Streifen auf der Stirn ausgebildet, der von der Nase bis zwischen die Augen verläuft. Dieser erscheint bei der Schwarzfersenantilope deutlich diffuser. Die Männchen haben leierartige Hörner, die bis zu 90 cm lang werden können und nach hinten, seitwärts und oben ausschwingen. Sie sind kreisförmig im Querschnitt mit Umfängen von 12,6 bis 15 cm an der Basis und 9,8 bis 12,3 cm im zweiten Drittel. Außerdem ist bei männlichen Tieren die Haut am Nacken verdickt.

Skelettmerkmale mini|Skelett einer Impala Der Schädel wird zwischen 25,5 und 28,6 cm lang und am Jochbogen zwischen 9,2 und 11,2 cm breit. Ein markantes Kennzeichen findet sich in dem Auftreten einer Lücke zwischen dem Mittelkieferknochen und dem Oberkiefer, ein Merkmal, das die Impalas mit den Böckchen (Nesotragus) teilen. Die Lücke entstand wohl durch die Streckung des Gesichtsschädels. Des Weiteren fehlt die Voraugengrube (Fossa praeorbitalis). Am Stirnbein sind große Hohlkammern ausgebildet. Die Höhlräume ziehen sich bis zur Basis der Hörner. Das Gebiss umfasst 32 Zähne mit folgender Zahnformel: . Die jeweils äußeren beiden unteren Schneidezähne und der Eckzahn besitzen eine jeweils nadel- bis stiftartig Form und bilden einen Zahnkamm. Die Backenzähne zeichnen sich durch ihren generell hochkronigen (hypsodonten) Bau aus.

Die Gliedmaßen sind lang und schlank, vor allem die Metapodien haben eine gestreckte Form. Die körperfernen Finger- und Zehenglieder zeigen sich dagegen schmal und kurz. Die Hintergliedmaßen übertreffen die Vordergliedmaßen in allen Maßen. Wie bei den Paarhufern üblich setzen sich der Vorder- und Hinterfuß aus je zwei Strahlen zusammen (Strahl III und IV), die jeweils seitlich angrenzenden Strahlen (II und V) sind aber rudimentär noch auf der Unterseite ausgebildet. Die beiden Strahlen weisen je drei Zehenglieder und drei Sesambeine auf, die jeweils letzte Zehe ist charakteristisch triangulär geformt und trägt den Huf. Die Metapodien sind im Vergleich zu den anderen Beinelementen ausgesprochen lang. Der Mittelhandknochen nimmt 33,4, der Mittelfußknochen 29,4 % der jeweiligen Beinlänge ein. Dies ist vor allem für die Hinterbeine markant länger als bei den Riedböcken (Redunca) oder den Wasserböcken (Kobus), jedoch etwa kürzer als bei den Springböcken (Antidorcas). Dadurch kann der Gesamtbau des Fußes als Anpassung an die schnelle Fortbewegung in den Offenlandschaften gewertet werden, welche teilweise mit kraftvollen Sprüngen verbunden ist.

Verbreitung mini|hochkant|Verbreitungsgebiet der Impalas: Das Verbreitungsgebiet der Impalas umfasst das östliche, südöstliche und südwestliche Afrika. Die Schwarzfersenantilope kommt dabei von Kenia und Uganda über Tansania, Sambia, Mosambik und Simbabwe bis nach Botswana und ins nordöstliche Südafrika vor. Isoliert von diesem Gebiet lebt die Schwarznasenimpala im Grenzgebiet von Angola und Namibia. Diese Art ist besonders häufig im südlichen und östlichen Teil des Etosha-Nationalparks in Namibia anzutreffen, wo sie in den 1960er und 1970er Jahren an fünf ausgesuchten Stellen angesiedelt wurde und sich mittlerweile auf gut zwei Dutzend Wasserlöcher ausgebreitet hat. Die Tiere nutzen hauptsächlich offene Savannengebiete durchsetzt mit Busch- und Baumwerk. Häufig finden sie sich in Landschaften mit Akazien-, Mopane- und Tamboti-Beständen. Da Impalas abhängig von Trinkwasser sind, halten sie sich häufig in unmittelbarer Nähe zu Gewässern auf.

Lebensweise Territorialverhalten mini|links|Weibliche Schwarznasenimpalas an einem Wasserloch im Etosha-Nationalpark Impalas sind sowohl tag- als auch nachtaktiv. Sie bilden ein komplexes Sozialgefüge aus. Weibliche Impalas leben mit ihren Jungen in Herden von zehn bis teilweise über hundert Tieren. In der Regel umfassen die Gruppen aber meist nur rund ein Dutzend Individuen. Die Herden durchstreifen Aktionsräume, die je nach bewohnter Region unterschiedlich groß sein können. Bei der Schwarzfersenantilope erreichen sie im östlichen und südöstlichen Afrika eine Ausdehnung von 0,8 bis 3 km², für die Schwarznasenimpala liegen im trockeneren südwestlichen Afrika Angaben von bis zu 33 km² vor. Von diesen getrennt formieren sich junge und alte Männchen in Junggesellenverbänden, mitunter halten sich einzelne Individuen auch in den Herden auf. Dominante Männchen zeigen in der Fortpflanzungsphase ein territoriales Verhalten und begründen dann Reviere, die sich innerhalb der Aktionsräume der Herden befinden. Hierin beanspruchen sie jedes Weibchen für sich, das ihr Revier durchwandert. Die Territorien liegen vielfach in Gebieten mit qualitativ hochwertigen Nahrungsquellen, während die Schweifgebiete der Junggesellengruppen weniger ergiebige Nahrungsgründe einnehmen. Markierungen der Reviere erfolgen mittels Duftmarken durch Drüsen am Vorderkopf, der in der Vegetation gerieben wird. Eine Kennzeichnung mit Urin und Kot findet kaum statt, doch defäzieren die Tiere in ausgedehnten Latrinen, die unter Umständen auch von anderen Arten genutzt werden. Als weiteres territoriales Anzeichen ertönt ein lautes Röhren, das über große Entfernungen in den offenen Landschaften hörbar ist.

mini|Prellsprung der Schwarznasenimpala Den größten Teil ihrer aktiven Zeit verbringen Impalas mit der Nahrungsaufnahme, was etwa ein Drittel beansprucht. Andere Aktivitäten bestehen aus Wanderungen, Wiederkäuen und Ruhe. Für letzteres suchen die Herden häufig offene Grasgebiete auf. Eine Besonderheit stellt die gegenseitige Fellpflege dar (allo-grooming), die mit sich abwechselnden Bissen erfolgt und der Beseitigung von äußeren Parasiten wie Zecken oder Läuse dient. In die Fellpflege sind sowohl männliche als auch weibliche Individuen involviert. Bemerkenswert ist hierbei, dass dies auch unter nichtverwandten Männchen stattfindet, was bei Antilopen eher selten auftritt. Insgesamt beschäftigen sich Männchen damit aber weniger intensiv als Weibchen, was zu einer höheren Parasitenbelastung führt. Beim Herausknabbern der Parasiten kommt der untere Zahnkamm zum Einsatz.

Vor allem auf der Flucht vor Fressfeinden können Impalas hohe Geschwindigkeiten erreichen und bis zu 12 m weite Sprünge vollführen. Zu ihrer Verteidigungsstrategie gegenüber Beutegreifern zählen auch sogenannte Prellsprünge, bei denen die Tiere steifbeinig in die Luft springen. Im Unterschied zu anderen Antilopen mit ähnlichem Verhalten wie den Springböcken, schlagen Impalas in der Luft mit den Hinterbeinen aus, so dass innerhalb eines Sprungs die Vorderbeine mehrfach den Boden berühren, bevor die hinteren nachfolgen. Bedeutendste Jäger der Impalas sind Leoparden, Geparden, Afrikanische Wildhunde und Hyänen.

Ernährung Impalas ernähren sich sowohl von harter Pflanzenkost wie Gräser als auch von weicher wie Blätter, Zweige oder Blüten. Die jeweilige Zusammensetzung variiert über das Jahr. Gräser werden vor allem in der Regenzeit im frischen Zustand gefressen. In der Trockenzeit nimmt dann der Anteil an weicher vegetativer Kost zu. Neben den saisonal bedingten Unterschieden in der Nahrungsaufnahme gibt es auch Abweichungen zwischen den Geschlechtern, da männliche Tiere überwiegend mehr Gras fressen als weibliche. Die Tiere sind abhängig von Wasser und halten sich dadurch in der Regel in der Nähe von Gewässern auf.

Fortpflanzung mini|Mutter- und Jungtiere der Schwarzfersenantilope in der Serengeti Im eher durch tropisches Klima geprägten östlichen Afrika kann die Fortpflanzung der Impalas nahezu über das gesamte Jahr erfolgen. Dagegen ist sie im südlichen Afrika mit den dort auftretenden stärkeren jahreszeitlichen Einflüssen beschränkt. Sie erfolgt dann weitgehend in der Trockenzeit. Unter den gleichrangigen männlichen Tieren finden Dominanzkämpfe statt. Sie zeigen eine ritualisierte Abfolge beginnend mit einer Parade, bei der die Hörner und der verdickte Nacken präsentiert werden. Häufig wird dabei der Kopf weggedreht und die Zunge schnellt heraus. Eine hohe Kopfhaltung fordert den Rivalen heraus, eine niedrige demonstriert unterwürfiges Verhalten. Den Höhepunkt bildet ein Schiebewettkampf, bei dem sich die Hörner ineinander verkeilen. Dies findet bis zur Aufgabe eines Rivalen statt. Verletzungen treten nur selten auf, da der verdickte Nacken die Tiere schützt.

Die Tragzeit dauert zwischen 27 und 28 Wochen. In dieser Zeit entwickelt sich der Fötus beginnend mit rund 1,5 cm Länge in der 4. Woche hin zu knapp 50 cm Länge in der 28. Woche. Das Gewicht nimmt dabei von 0,4 g auf über 5 kg zu. Für die Geburt des Nachwuchses zieht sich das Muttertier von der Herde zurück. Das Neugeborene verbringt die Nächte anfangs versteckt im hohen Gras oder Buschwerk, tagsüber kehrt es mit dem Muttertier zur Herde zurück. Erst nach gut einer Woche bleibt es vollständig bei der Herde. Durch dieses Verhalten vermitteln die Impalas zwischen Antilopen, die ihren Nachwuchs vollständig verstecken und denen, die ihn direkt in die Herde integrieren. Innerhalb der Herde nimmt die Bindung zur Mutter allmählich ab und die Jungen bilden „Kindergartengruppen“. Die Entwöhnung findet nach 17 bis 25 Wochen statt. Weibliche Jungtiere verbleiben in der Regel in der Herde, männliche werden von den dominanten älteren Männchen vertrieben.

Systematik