mini|Carly Simon mit dem Oscar (1989) rahmenlos|hochkant|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|Signatur Carly Elisabeth Simon (* 25. Juni 1943https://teachrock.org/people/simon-carly bfi.org.uk, abgerufen am 2. April 2024 (englisch). in New York) ist eine US-amerikanische, mit dem Grammy und einem Oscar ausgezeichnete Sängerin, Pianistin und Songwriterin; 1973 hatte sie mit You’re So Vain in den USA einen Nummer-eins-Hit.

Leben Carly Simons Vater war der Pianist und Verleger Richard L. Simon (Mitbegründer des Buchverlags Simon & Schuster). Sie wuchs in Riverdale im Bundesstaat New York am nördlichsten Zipfel von New York City auf, hat einen Bruder und zwei Schwestern: Lucy Simon (1940–2022) und die Opernsängerin Joanna Simon (1936–2022).

Nach einem Versuch, mit ihrer Schwester Lucy eine Karriere zu starten (sie hatten als The Simon Sisters Mitte der 1960er Jahre einen Hit mit dem Kinderlied Winkin’, Blinkin’ and Nod) und dem Besuch des renommierten, musische Talente fördernden Sarah Lawrence College lebte sie einige Zeit in London in einem Apartment mit ihrem Freund Roger Donaldson an der Portobello Road. Nach Beendigung dieser Beziehung zog sie wieder nach New York und versuchte zunächst Journalistin zu werden. Ihre Solokarriere begann Carly Simon 1971 bei Elektra Records mit dem Album Carly Simon, das den Top-Ten-Hit That’s the Way I’ve Always Heard It Should Be enthält, der inspiriert war von Cat Stevens, mit dem sie eine kurze Affäre hatte. Zudem trat sie im Vorprogramm von Kris Kristofferson auf.Vgl. Marc Spitz: Jagger. Rebel, Rock Star, Ramble, Rogue. 2011 (Gewidmet Brendan Mullen). Deutsch: Mick Jagger. Rebell und Rockstar. Aus dem Amerikanischen von Sonja Kerkhoffs. Edel Germany, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8419-0122-4, S. 200. Simon wurde im Folgejahr mit dem Grammy als bester neuer Künstler ausgezeichnet. Es folgte noch 1971 das zweite Album Anticipation mit dem gleichnamigen Singlehit, der in einem Werbespot als Jingle für Heinz Ketchup Verwendung fand.Vgl. Marc Spitz: Mick Jagger. Rebell und Rockstar. 2012, S. 200.

Der Durchbruch kam 1972 mit ihrem dritten, dem Nummer-eins-Album No Secrets (aufgenommen in den Londoner AIR-Studios und produziert von Richard Perry), von dem zwei erfolgreiche Singles ausgekoppelt wurden. Insbesondere Simons größter Hit You’re So Vain, bei dem Mick Jagger von der Band The Rolling Stones, den Simon im Mai 1971 anlässlich der Veröffentlichung von Brown Sugar auf einer Party kennengelernt hatte und später auch für die New York Times interviewen wollte, im Refrain nach der zweiten Strophe mitsingt und auf dem der deutsche Studiobassist Klaus Voormann das Bass-Intro spielt, machte Simon weltweit bekannt. Jagger hatte dabei Perrys Freund Harry Nilsson vertrieben, der den Backgroundgesang miteinsingen sollte.Vgl. Marc Spitz: Jagger. Rebel, Rock Star, Ramble, Rogue. 2011 (Gewidmet Brendan Mullen). Deutsch: Mick Jagger. Rebell und Rockstar. Aus dem Amerikanischen von Sonja Kerkhoffs. Edel Germany, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8419-0122-4, S. 196–209 (The Ballad of a Vain Man). Der Song erreichte Anfang 1973 ebenso wie das dazugehörige Album Platz eins der USA. Jahrzehntelang wurde spekuliert, auf wen sich der Liedtext der im ursprünglichen Entwurf von 1972 nicht nach dem Refrain (“You’re so vain, you probably think this song is about you”), sondern (als Reminiszenz an Bob Dylans The Ballad of a Thin Man) mit The Ballad of a Vain ManMarc Spitz: Mick Jagger. Rebell und Rockstar. 2012, S. 202–203. betitelten Ballade bezieht. Nach Aussage von Carly Simon im November 2015 handelt die zweite Strophe von Warren Beatty, mit dem sie eine kurze Affäre hatte.Carly Simon Says 'You're So Vain' Is About Warren Beatty – Well, Only the Second Verse, People.com, 18. November 2015 Dass sie in dem Lied nicht über Mick Jagger singe, sagte sie bereits 1973 in einem Interview dem Rolling Stone. Im Pop Poll des Jahres 1973 der britischen Musikzeitschrift Melody Maker gewann Simon die internationale Wertung in der Kategorie der Sängerinnen. Im Jahr 1974 folgte das Album Hotcakes, 1975 dann Playing Possum, die wie No Secrets von Richard Perry produziert wurden.

Ihr nach You’re So Vain größter Hit in den 1970er Jahren war der Titelsong Nobody Does It Better zum Film James Bond 007 – Der Spion, der mich liebte, der von Carole Bayer Sager (Text) und Marvin Hamlisch (Musik) geschrieben wurde und Platz zwei in den USA erreichte.

Gemäß Simon wurde der dem Autorenduo Jagger/Richards zugeschriebene Titel Till the Next Goodbye (auf dem Album It’s Only Rock ’n Roll mit dem Refrainbeginn „Till the next time we say goodbye“) von ihr und Mick Jagger am Klavier komponiert und ursprünglich The Next Time We Say Goodbye genannt.Marc Spitz: Jagger. Rebel, Rock Star, Ramble, Rogue. 2011 (Gewidmet Brendan Mullen); deutsch: Mick Jagger. Rebell und Rockstar. Aus dem Amerikanischen von Sonja Kerkhoffs. Edel Germany, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8419-0122-4, S. 208.

1980 unterschrieb Simon bei Elektras Schwesterlabel Warner Bros. und veröffentlichte ihr neuntes Studioalbum Come Upstairs mit dem Hit Jesse. Produziert wurde das von Rock und New Wave beeinflusste Album Come Upstairs vom Jazz- und Fusionmusiker Mike Mainieri, der auch die beiden nachfolgenden Alben produzierte. Ein Jahr später brach Simon während einer Show in Pittsburgh auf der Bühne vor Erschöpfung zusammen. In der Folge trat sie in den 1980er Jahren deutlich weniger auf.

Das 1981 veröffentlichte Album Torch (1981) bestand im Wesentlichen aus Standards und Torch Songs des Great American Songbooks von Stephen Sondheim, Duke Ellington oder Hoagy Carmichael. Mit From the Heart enthielt das Werk aber auch eine Eigenkomposition von Simon. Hello Big Man (1983) lehnte sich dagegen an schwarze Musik an. Simon interpretierte unter anderem einen Song von Bob Marley (Is It Love) und engagierte Reggae-Musiker wie Sly Dunbar und Robbie Shakespeare.

Während sie in den USA keine größeren Charterfolge mehr hatte, konnte sie in Großbritannien zwei Hits feiern. Der Top-10-Hit Why (1982), eine Zusammenarbeit mit den Chic-Produzenten Nile Rodgers und Bernard Edwards stammte aus dem Soundtrack zum wenig beachteten Kinofilm Soup for One. Ein Jahr später sang Simon ungenannt die Leadstimme beim Top-20-Hit Kissing with Confidence von Will Powers, einem Pseudonym der Comedian Lynn Goldsmith. Die US-Pop-Charts führten die New Yorker Liedermacherin erst 1986 wieder. Die „liebliche Ballade“ (stern) Coming Around Again leitete den Neubeginn ein und war ihr größter Hit in den 1980er Jahren. Das Lied stammte aus dem gleichnamigen Album und dem Soundtrack zum Kinofilm Sodbrennen. Ein weiterer Hit für Simon wurde Let the River Run (1988) aus dem Film Die Waffen der Frauen, für den sie 1989 den Oscar in der Kategorie Bester Song und einen Grammy erhielt.

Zwei Alben mit Standards, Film Noir und Moonlight Serenade, brachten Simon ihre bislang letzten Grammy-Nominierungen ein. Moonlight Serenade war 2005 darüber hinaus das erste Album von Simon in 27 Jahren, das die Top 10 der US-Charts erreichte und eine Reunion mit dem Produzenten Richard Perry, mit dem sie in den 1970er Jahren einige ihrer größten Erfolge gefeiert hatte.

1998 erkrankte Carly Simon an Brustkrebs. Nach der Therapie widmete sie sich wieder der Musik. Im Jahr 2000 erschien das Album The Bedroom Tapes, 2006 folgte Into White und 2008 This Kind of Love. Ein Jahr darauf veröffentlichte Simon das Album Never Been Gone, das Neuinterpretationen früherer Erfolge sowie einen bis dahin unveröffentlichten Track enthielt. Die internationale Aufmerksamkeit führte auch zur Zusammenarbeit mit Musikern aus anderen Kulturkreisen. Beispielsweise engagierte der Schweizer Harfenist Andreas Vollenweider Simon im Jahr 2006 für die Produktion seiner CD Midnight Clear.

2015 veröffentlichte Simon ihre Memoiren Boys in the Trees: A Memoir, gefolgt von Touched by the Sun: My Friendship with Jackie im Jahr 2019 über ihre langjährige Freundschaft mit der ehemaligen First Lady Jacqueline Kennedy Onassis.

Privat mini|James Taylor und Carly Simon (1975) Carly Simon und der Musiker James Taylor, den Simon nach einer Show in der New Yorker Carnegie Hall 1971 kennengelernt hatte, waren im Mai 1971 bereits ein PaarMarc Spitz: Mick Jagger. Rebell und Rockstar. 2012, S. 200–201. und heirateten 1972. Das Paar hat zwei Kinder, Sarah Maria „Sally“ (* 1974) und Benjamin Simon Taylor (* 1977), beide ebenfalls Musiker. Die Ehe wurde 1983 geschieden. In Interviews gab Simon an, keinen Kontakt mehr zu Taylor zu haben. „Ich würde sagen, dass die Beziehung aus James’ Sicht aufgelöst ist, was es für mich unmöglich macht, eine Beziehung mit ihm zu haben, weil er einen eisernen Vorhang heruntergelassen hat“, sagte Simon gegenüber dem Magazin Salon 2015. Der letzte gemeinsame Auftritt datiert aus dem Jahr 1995, als Simon und Taylor beim Livestock-Benefiz auftraten.

Ihre Schwestern Joanna und Lucy Simon, beide ebenfalls Sängerinnen, starben am 19. und 20. Oktober 2022.

Diskografie

Studioalben

Livealben

Weitere Livealben 2023: Live at Grand Central

Kompilationen

Weitere Kompilationen 1973: 2 Originals of Carly Simon (2 LPs, Carly Simon und Anticipation) 1981: You’re so Vain 1995: Clouds in My Coffee 1965–1995 (Box mit 3 CDs) 2002: Anthology 2011: Original Album Series (Box mit 5 CDs) 2014: Playlist: The Very Best of Carly Simon

Soundtracks

Weitere Soundtracks 1992: This Is My Life (Music from the Motion Picture) 2003: Piglet's Big Movie 2005: The Best of Pooh and Heffalumps, Too

Singles

Weitere Singles

Auszeichnungen für Musikverkäufe Goldene Schallplatte

2025: für die Single You’re so Vain

2024: für die Single You’re so Vain

1977: für das Album The Best of Carly Simon 1990: für das Album Greatest Hits Live

2024: für das Album No Secrets

2024: für die Single You’re so VainPlatin-Schallplatte

1990: für das Album Coming Around Again

3× Platin-Schallplatte

2010: für das Album The Best of Carly Simon

4× Platin-Schallplatte

2026: für die Single You’re so Vain

Einzelnachweise

Weblinks

Eigene Webpräsenz (englisch)

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