mini|Eine Sukka (Laubhütte) zum Laubhüttenfest (Sukkot) in der Reform-Synagoge Emanu-El in Manhattan, New York. Diese Aufzählung der Feste in einer Liste gibt eine Übersicht über Jüdische Feste oder Jamim Towim, (), gegliedert nach den Festen im Jahreskreis und Tagesteilung der jüdischen Zeitrechnung, den neueren staatlich-israelischen Feiertagen sowie den sonstigen Feier- und Fasttagen des Judentums.Der Jüdische Kalender und die Zuordnung zu den Festtagen JuedischesJahr.jpg; pic_WILAT_Fest_1.jpg
Biblische Feste im Jahreskreis Jeder Festtag beginnt am Vorabend, denn im jüdischen Kalender dauert der Tag vom Vorabend bis zum Abend des Tages – nicht von 0 bis 24 Uhr. Dies ist abgeleitet aus dem 1. Buch Mose, , ( genannt) (vayhi erev vayhi boker yom echad): „und es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag“. Beispielsweise beginnt Rosch ha-Schana (12. – 13. September 2026), das Neujahrsfest, am 11. September abends (am Ende des 29. Elul abends). Der abendliche Beginn wird mit dem Wort Erev () bezeichnet, damit ist die Bezeichnung für den Vorabend im genannten Beispiel: Erev Rosch ha-Schana.
Der jüdische Kalender orientiert sich bei der Monatszählung am Mond (Mondkalender), und da zwölf Monde kürzer sind als ein Sonnenjahr, wird dieses durch einen zusätzlichen Schaltmonat (Adar II) ausgeglichen. Aus diesem Grund fallen die jüdischen Feiertage immer wieder auf andere Kalendertage im (weltlichen) gregorianischen Kalender. Die Zulässigkeit der Verwendung des gregorianischen Kalenders ist in orthodoxen jüdischen Kreisen umstritten. Aus pragmatischen Gründen wird, wenn es doch nötig sein sollte, die Schreibweise verändert. Die Jahreszahl wird nicht ausgeschrieben, sondern nur die letzten beiden Ziffern verwendet. Dadurch verlöre diese Zahl ihre Bedeutung, nämlich der Zählung seit dem Geburtsjahr von Jesus. Der Monat wird als Zahl geschrieben, weil die Namen der nichtjüdischen Monate hauptsächlich auf römischen Göttern basieren. So soll beispielsweise der 1. Januar 2024 als 01/01/24 geschrieben werden.Jüdisch oder gregorianisch?, Jüdische Allgemeine, 11. März 2021. Abgerufen am 3. Juni 2021.
+Beginn jeweils am Vorabend Name des Festes* hebräisch Übersetzung Bedeutung Tag im Monat 20265786**)20265787**) Rosch ha-Schana Haupt des Jahres, Anfang des Jahres NeujahrsfestTag der Erschaffung des Menschen (Adams) 1.–2. Tischri 12. bis 13. September 2026 Jom Kippur Tag der Sühne VersöhnungstagBefreiung von Sünden 10. Tischri 21. September 2026 Sukkot Laubhütten Laubhüttenfest 15.–22. Tischri 26. September – 3. Oktober 2026 Hoschana Rabba „So hilf doch!“ der siebte Festtag von SukkotPalmfest 21. Tischri 2. Oktober 2026 Schmini Azeret Schlussfestder achte Festtag... … von Sukkot 22. Tischri 3. Oktober 2026 Simchat Tora Torafreude Lesung des letzten Abschnittsdes 5. Buches Mose undNeubeginn der Lesung desersten Abschnitts des1. Buches Mose 23. Tischri 4. Oktober 2026 Sigd (Mehlella) Fußfall, Bittgebet; Feiertag deräthiopischen Juden(Beta Israel)Datum, an dem Gott sich Mose offenbarte(50 Tage nach Jom Kippur)29. Cheschwan 9. November 2026 Chanukka Einweihung LichterfestWiedereinweihung des zweiten Tempels 25. Kislew – 2/3. Tevet 5. bis 12. Dezember 2026 Tu biSchevat der 15. SchevatRosch ha-Schana La'illanot Neujahrsfest der Bäume und Sträucher. 15. Schevat2. Februar 2026 Purim Schicksal Errettung aus PersienFreudenfest („Jüdische Fastnacht“) 14. oder 15. Adar3. März 2026 Pessach Überschreitung Auszug aus Ägypten 15.–22. Nisan, in Israel biszum 21. Nisan 2. bis 9. April 2026 Lag baOmer 33. [Tag]der Omer[zeit] Bar-Kochba-Aufstand gegen die Römer 18. Ijjar5. Mai 2026 Schawuot Wochenfest neuerlicher Empfang derZehn GeboteErntedankfest 6.–7. Siwan22. bis 23. Mai 2026 Tischa beAv der 9. Aw Trauertag wegen Zerstörung des Jerusalemer Tempels 9. Aw 23. Juli 2026 Tu B’Av der 15. Aw Sieg der Pharisäer über die Sadduzäer 15. Aw27. Juli 2026 * ist gleichzeitig Transliteration der hebräischen Bezeichnung **Jüdisches Jahr
Halbfesttage im Judentum Als Halbfesttage gelten im Judentum Tage mit festlichem Charakter, an denen jedoch keine vollständige Arbeitsruhe, wie an Schabbat oder Jom Tow, allgemein biblischen Feiertagen vorgeschrieben ist. Sie sind durch besondere liturgische Elemente gekennzeichnet und stehen zwischen Alltäglichem und Heiligem. Arbeit ist meist erlaubt oder nur eingeschränkt untersagt. Zu den wichtigsten Halbfesttagen zählen:
Chol HaMoed (, „Werktage des Festes“) Die Zwischentage von Pessach und Sukkot, an denen viele Elemente des Festtagsgottesdienstes beibehalten werden. Gebete wie Musaf (), Hallel () sowie eine besondere Toravorlesung werden gesprochen. Arbeit ist eingeschränkt erlaubt, z. B. für den Lebensunterhalt oder zur Vorbereitung auf den Feiertag.
Rosch Chodesch (, „Monatsbeginn“) Der erste (und ggf. zweite) Tag eines neuen Monats im jüdischen Kalender. In der Liturgie werden das Zusatzgebet Musaf, der Einschub Ja'ale WeJawo, () und ein verkürztes Hallel gesprochen. Kein Arbeitsverbot, aber erhöhter liturgischer Status.
Chanukka (, „Einweihung“) Acht Tage zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des Tempels nach dem Makkabäeraufstand. Es werden Lichter entzündet, Hallel gesprochen und der Einschub Al ha-Nissim, () in die Gebete eingefügt. Arbeit ist erlaubt, es besteht aber festlicher Brauchcharakter.
Purim (, „Lose“) Feiertag zur Erinnerung an die Rettung der Juden im Perserreich (Buch Ester). Die Megillat Esther () wird gelesen, Geschenke an Freunde (Mischloach Manot, ) und Spenden an Bedürftige (Matanot laEvjonim, ) gegeben. Arbeit ist erlaubt, wird aber vielerorts vermieden.
Isru Chag (, „Bindet das Fest“)Rabbiner Avraham Radbil, Wieso, weshalb, warum. Isru Chag. Jüdische Allgemeine, 6. Juni 2016. Abgerufen am 21. August 2026 Der Tag nach einem Wallfahrtsfest (Pessach, Schawuot, Sukkot). Kein offizieller Feiertag, aber festlicher Ausklang mit liturgischer Hervorhebung in manchen Gemeinden. Arbeit ist uneingeschränkt erlaubt.
Neuere israelische Gedenk- und Feiertage +Beginn jeweils am Vorabend Name des Tages hebräisch Bedeutung Tag im Monat2026202720282029 Jom haScho’a Holocaustgedenktag 27. Nisan14. April 20264. Mai 202724. April 202812. April 2029 Jom haZikaron Gedenktag für gefallene israelische Soldaten und Opfer von Akten des Hasses und Terrorismus 4. Ijjar 21. April 202611. Mai 20271. Mai 202818. April 2029 Jom haAtzma’ut Israelischer Unabhängigkeitstag 5. Ijjar22. April 202612. Mai 20272. Mai 202820. April 2029 Jom Jeruschalajim Feier zur Wiedervereinigung Jerusalemsnach dem Sechstagekrieg 1967 28. Ijjar15. Mai 20264. Juni 202724. Mai 202813. Mai 2029Nationaler Gedenktag24. Tischri * Gedenktag des Massakers der Hamas am 7. Oktober 202324. Tischri** 5. Oktober 202625. Oktober 202714. Oktober 20283. Oktober 2029 * Offiziell heißt der Gedenktag .() ** Der Angriff vom 7. Oktober erfolgte am jüdischen Feiertag Simchat Tora (22. Tischri). Simchat Tora („Tora-Freude“) ist ein fröhliches Fest, was mit einem Gedenktag kollidieren würde. Zudem wird Simchat Tora in Israel zusammen mit Schmini Azeret an einem Schabbat begangen, an einem Schabbat ruht jedoch jede öffentliche Trauer. Äußere Zeichen der Trauer sind am Schabbat nicht gestattet. Deshalb wurde der offizielle staatliche Gedenktag auf den 24. Tischri gelegt (auf Montag nach Simchat Tora, denn der Sonntag danach ist , ein Festnachklang. Auch an Isru Chag sagt man keine Trauergebete). Umgangssprachlich wird der 7. Oktober 2023 ().Der »Schwarze Schabbat« weckt die Ängste aller Juden, Der Spiegel. Abgerufen am 19. August 2026.Der Schwarze Schabbat, taz. abgerufen am 19. August 2026. genannt.
Sonstige Festtage
Schabbat ( wöchentlicher Ruhetag) Brit Mila ( Beschneidung) Bar Mizwa (( für 13-jährige Jungen) bzw. Bat Mizwa ( für 12-jährige Mädchen) Religionsmündigkeit) Rosch Chodesch ( monatlicher Tag der erscheinenden Mondsichel) Nachala ( Jahrzeit)
Fastentage Fasten bedeutet im Judentum am Fasttag vom Vorabend bis zum Abend des Tages (etwa 25 Stunden, aber nicht länger) nichts zu essen und nichts zu trinken. Auch Rauchen ist untersagt. Als diese „langen“ Fasttage gelten Tischa beAv und Jom Kippur. Es gibt aber auch „kurze“ Fasttage. An ihnen beginnt das Fasten nicht schon am Vorabend, sondern erst mit der Morgenröte, und dauert dann bis zum Einbruch der Nacht. Schwangere und Stillende müssen nicht fasten. Kranke fragen einen Rabbiner, ob Fasten mit ihrer Krankheit vereinbar ist. Fasten sollen Mädchen ab 12 Jahren und Knaben ab 13 Jahren. Aber auch jüngere Kinder sollen an das Fasten herangeführt werden, beispielsweise indem sie sich nicht unbedingt „satt“ essen und auf Süßigkeiten verzichten. Brautpaare fasten am Hochzeitstag ab dem Morgengrauen bis nach der Hochzeitszeremonie und legen ein Sündenbekenntnis ab. Der Tag der Trauung ist als persönlicher Versöhnungstag, als persönlicher Jom Kippur, gedacht, an dem alle Sünden vergeben werden und die beiden ganz neu anfangen dürfen.Die jüdische Trauung, Israelnetz, 20. Mai 2008. Abgerufen am 7. Januar 2023. +Fastentage Name des Tages HebräischTag im Monat 2025/20262026/202720282028/2029 Assara beTevet 10. Tevet30. Dezember 202520. Dezember 20269. Januar 202828. Dezember 2028 Ta’anit EstherEsther-Fasten 11. Adar 2. März 202622. März 20279. März 20289. März 2029 Fasten der ErstgeborenenTa'anit Bechorot 14. Nisan1. April 202621. April 202710. April 202826. März 2029 Schiwa Assar beTammus 17. Tammus2. Juli 2026 22. Juli 202711. Juli 202824. Juli 2029 Tischa beAv 9. Aw23. Juli 202612. August 20271. August 202822. Juli 2029 Zom GedaljaFasten Gedalja 3. Tischri14. September 20264. Oktober 202723. September 202812. September 2029 Jom Kippur* 10. Tischri 21. September 2026 11. Oktober 202730. September 202819. September 2029 Sigd (Beta Israel) 29. Cheschwan9. November 202629. November 202718. November 20287. November 2029 * Jom Kippur ist der einzige Fasttag, der auch an einem Schabbat begangen wird – die anderen Fasttage werden verschoben, sollten sie auf einen Schabbat fallen.
Siehe auch Jüdische Religion
Literatur Efrat Gal-Ed: Das Buch der jüdischen Jahresfeste. Insel, Frankfurt am Main 2001, ISBN 978-3-458-34297-7. Susanne Galley: Das jüdische Jahr: Feste, Gedenk- und Feiertage. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49442-0. Jakob Petuchowski: Feiertage des Herrn: die Welt der jüdischen Feste und Bräuche. Herder, Freiburg im Breisgau 1987, ISBN 3-451-20266-2. Heinrich Simon: Jüdische Feiertage. Festtage im jüdischen Kalender. Hentrich und Hentrich, Berlin 2003, ISBN 978-3-933471-56-7. Marc Stern: Gelebte jüdische Feste. Erinnern, Feiern, Erzählen. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1999, ISBN 3-579-02236-9. Friedrich Weinreb: Das Buch von Zeit und Ewigkeit: der jüdische Kalender und seine Feste. Thauros, Weiler im Allgäu 1991, ISBN 3-88411-042-X.
Weblinks Jüdische Feiertage und Feste – talmud.de Jüdische Fest- / Fast- und Gedenktage – haGalil Jüdische Feiertage und mehr – Chabad Liste der Feiertage des aktuellen Jahres (PDF; 184 kB) Botschaft des Staates Israel in Berlin
Einzelnachweise
!Liste judischer Feste Feste Kategorie:Veranstaltungen (Judentum) Kategorie:Mystik (Judentum) Kategorie:Jüdischer Kalender