Pfäffikon ist der Hauptort der politischen Gemeinde Freienbach im Kanton Schwyz und ist mit mehr als 7500 Einwohnern der grösste Ortsteil von Freienbach. Ausserdem bildet Pfäffikon zusammen mit Wollerau den Hauptort des Bezirkes Höfe und gilt als Zentrum der Region Ausserschwyz. Pfäffikon liegt in der zu realisierenden Agglomeration Obersee.
1848 verlor Pfäffikon die Eigenständigkeit und wurde in die Gemeinde Freienbach eingegliedert. Pfäffikon gehört zusammen mit Wilen SZ, Freienbach, Bäch SZ und Hurden zur Gemeinde Freienbach. Als Verkehrsknoten ist Pfäffikon schon immer der wichtigste dieser fünf Orte.
Das frühere Bauerndorf ist heute Wirtschafts-, Dienstleistungs-, Schul-, Kultur- und Freizeitzentrum. Die beiden Gemeindehäuser Schloss und Dorf, Sitz der Behörden und der Verwaltung der Gemeinde Freienbach, befinden sich in Pfäffikon. Darüber hinaus beherbergt Pfäffikon eine Kantonsschule sowie eines der beiden Verkehrsämter und eine der vier Stützpunktfeuerwehren des Kantons Schwyz.
Geografie mini|Lage von Pfäffikon zwischen dem Zürichsee und dem Berg Etzel
Pfäffikon SZ (nicht zu verwechseln mit Pfäffikon ZH im Zürcher Oberland) liegt am südlichen Ufer des Zürichsees, am Fuße des Etzels. Eine Verbindung zur gegenüberliegenden Seeseite besteht über die Halbinsel Hurden und den Seedamm von Rapperswil. Gegen Süden erstreckt sich Pfäffikon bis hinauf zum Etzelpass. Somit war Pfäffikon schon immer ein Verkehrsknoten entlang des Zürichsees einerseits und aus Rapperswil-Jona Richtung Einsiedeln andererseits. Pfäffikon und die Gemeinde Freienbach werden heute als Teil der Grossagglomeration Zürich betrachtet.
Neben der Hauptgemeinde Schwyz bildet Pfäffikon das zweite, nördliche Zentrum des Kantons, da der Hauptort über die Hügelzüge der Voralpen schlechter erreichbar ist (via Biberbrugg–Rothenthurm). Aus dieser Lage ergibt sich, dass Pfäffikon sich eher nach Zürich orientiert und Schwyz eher zur Innerschweiz.
Geschichte Jahr Name 965 Phaffinchova 1217–1222 pfaffinkon 1259 Phefincon 1303 Pfaffichon 1306 pfeffinkon 1330–1370 pfeffikon 1379–1848 Pfeffikon 1848–jetzt Pfäffikon
Name Pfäffikon wurde urkundlich erstmals als Pfaffinchova («Pfäffinghoven») erwähnt. «Pfaff» ist ein Ehrentitel für Papa oder Vater (bzw. Pater, Priester). Pfäffikon wurde auch «zum Spycher» benannt, weil das Kloster Einsiedeln hier von seinen Gütern und Zehntenpflichten einkommende Früchte aufbewahrte.
Wappen Pfäffikon besass früher zunächst ein Statthalterwappen und ab 1803 ein Bezirkswappen. Das Statthalterwappen wurde von ca. 1250 bis 1803 verwendet. Bei der Einführung des Bezirks Pfäffikon im Jahr 1803 erhielt der Bezirk ein neues Wappen. Das Bezirkswappen wurde 1848 wieder aufgegeben, als die beiden Bezirke Pfäffikon und Wollerau zum neuen Bezirk Höfe zusammengelegt wurden.
Prähistorische Besiedelung Bereits um 3000 v. Chr. lebten Menschen am Seeufer in Pfahlbauten. In der Bronzezeit gab es Holzstege zur gegenüberliegenden Seite des Zürichsees (siehe Brücken zwischen Rapperswil und Hurden).
Mittelalter und frühe Neuzeit mini|Rückzug der Züricher über den See im November 1440 mini|Ausschnitt aus einer Karte aus dem Jahr 1712, Pfäffikon oben rechts mini|Die Statthalterei Pfäffikon (links) und die Schlosskapelle
Im Mittelalter (ca. 600 n. Chr.) entstand ein Dorf entlang dem Dorfbach. Die erste urkundliche Erwähnung findet man aus dem Jahr 965. Damals wurden die Insel Ufnau, die Ländereien von Pfäffikon, Uerikon und die Kirche von Meilen, welche alle Untertanen des Kaisers Otto I. waren, dem Kloster Einsiedeln geschenkt. Da dieses aber nicht Kriege führen durfte, wurden Schirmherrschaften für Pfäffikon gesucht. 1144 und 1283–1323 war der Graf von Rapperswil der Schirmherr von Pfäffikon, 1323 ging die Schirmvogtei an die Habsburger. 1342, als das Dorf wieder den Rapperswilern gehörte, verpfändet Graf Johann II. von Rapperswil die Schirmvogtei Pfäffikon für 400 Mark Silber an Jakob Brun, den Bruder des Bürgermeisters von Zürich. Darum wurden ab 1336 die Pfäffiker in die Kämpfe zwischen Zürich und Rapperswil verwickelt.
Nach dem Krieg in Dättwil gegen die Habsburger wurden die Höfe und die March an die Herzoge Rudolf, Friedrich, Albrecht und Leopold von Österreich verkauft. In den Näfelskriegen wurde Pfäffikon von den österreichischen Rapperswilern erneut überfallen und viele Häuser wurden niedergebrannt.
Am 1. April 1389 übernahm die Stadt Zürich die Schirmvogtei von Pfäffikon. Nach dem Tod des letzten Toggenburger Grafen Friedrich VII., erwarben die Schwyzer Uznach, den Gaster sowie die March und sichern so die Sperre zum weiteren Vordringen der Zürcher in Richtung der Bündner Pässe. Die Zürcher wurden am 5. Mai 1439 bei einem Kampf am Etzel zurückgeschlagen.
Am 4. November 1440 drohte ein erneuter Kampf bei Pfäffikon um die Statthalterei Pfäffikon. Die Zürcher räumten den Platz, den die Schwyzer sogleich besetzten. Am 1. Dezember, zum Frieden von Kilchberg, musste Zürich die beiden Höfe an Schwyz abgeben. Die Zürcher liessen diesen Verlust nicht auf sich sitzen und versuchten 1443 (→ Schlacht bei Freienbach), 1445 (→ Schlacht bei Wollerau), 1529/1531 im ersten sowie dem zweiten Kappelerkrieg, sowie 1656 auch im Ersten Villmergerkrieg erfolglos, Pfäffikon zurückzuerobern.
Am 18. Februar 1798 erklärt Schwyz auch die Höfner als freie, gleichberechtigte Landsleute. In der Helvetik waren die Höfe von 1798 bis 1803 in den Distrikt Rapperswil im Kanton Linth eingegliedert. Während dieser Zeit litten die Pfäffiker unter diesen Umständen. Leiden wie z. B. Einquartierung, Raub, Plünderungen, Erpressung, Brandstiftung, Tötung und anderes durch französische und österreichische Truppen mussten sie über sich ergehen lassen. In Pfäffikon betrug der Schaden über 24'000 Gulden (2'400'000 Fr.). Wegen dieser Schäden mussten viele Pfäffiker ihr Land an Zürcher verkaufen.
Bezirk Pfäffikon Mit dem Ende der Mediation 1813 sah das Alte Land Schwyz die Gelegenheit gekommen, die vor 1798 genossene Souveränität wieder zu erlangen. Im Januar 1814 beschloss der Kantonsrat die Auflösung der Kantonalregierung. Dies liessen sich die ehemaligen Untertanengebiete von Pfäffikon, March, Einsiedeln und Küssnacht nicht gefallen und sprachen sich vom Alten Land los. Es kam 1830/1831 zur Bildung des Kantons «Schwyz äusseres Land», der sich in seiner Verfassung von 1832 diese vier Bezirke gab.
Die 1833 in Zürich abgehaltene Tagsatzung wollte die Spaltung des Kantons Schwyz nicht akzeptieren. Stattdessen liess man Schwyz militärisch besetzen und unter diesem Druck eine zeitgemässere Verfassung für den Kanton ausarbeiten. In der Folge wurden Inner- und Ausserschwyz wiedervereint. Die Verfassung des wiedervereinten Kantons von 1833 führte die vier Bezirke von 1832 weiter. Der Bezirk Pfäffikon besteht unter diesem Namen bis 1848, als er in Höfe umbenannt wird, gleichzeitig wird der Ort Pfäffikon Teil der Gemeinde Freienbach.Geschichte des Kantons Schwyz:
Ab 1849 1848 wurde der Staat neu entworfen. Mit der neuen Schwyzer Kantonsverfassung wurden die Bezirke Pfäffikon und Wollerau in drei Gemeinden aufgeteilt: Freienbach, Feusisberg und Wollerau. Bis Ende 19. Jahrhundert waren aber einige Feusisberger und Wollerauer Politiker für eine Kreisgemeinde Pfäffikon. Der Vorschlag wurde im Kantonsrat nicht angenommen. 1898 wurde Pfäffikon infolge der neuen Kantonsverfassung nebst Wollerau wieder alle vier Jahre Bezirkshauptort der Höfe für zwei Jahre. Die Schlossmühle im Dorf wurde 1938 gekauft, um die Gemeindeverwaltung nach und nach zu erweitern. Das Gemeindehaus (Schlossmühle) wurde bis heute mehrfach renoviert. 1965 feierte man mit verschiedenen Veranstaltungen die Tausendjahrfeier Pfäffikons.
Industrialisierung In der Geschichte von Pfäffikon sorgte lange Zeit das Kloster Einsiedeln für das Wohl des Ortes und seiner Einwohner. Mit dem Ausbau der Autobahn A3 im Jahr 1968 bis nach Pfäffikon stieg die Einwohnerzahl kontinuierlich nach oben. Zwei Jahre nach der Autobahneröffnung entschied sich der Kanton für eine Zweigstelle des kantonalen Verkehrsamts in Pfäffikon. 1974 entstanden auf Korporationsland nacheinander das Seedamm-Center, Alpamare und das Kulturzentrum. Die Korporation Pfäffikon schenkte 1971 dem Kanton 15’000 Quadratmeter Land für die im äusseren Kantonsteil geplante Kantonsschule, diese wurde 1975 eingeweiht. Wegen der immer tieferen Steuersätzen zogen nationale und internationale Firmen nach Pfäffikon. So wurde das Industrie- und Gewerbegebiet immer mehr ausgebaut.
Entwicklung + Jahr Einwohner 1743 ca. 600 1833 2079 1960 2582 1970 4090 1980 4279 1990 4950 2003 6400 2007 7106 2017 7265 2023 7591
Bevölkerungsentwicklung Der Bevölkerungszuwachs verwandelte das ehemalige Dorf am Zürichsee zu einer Kleinstadt mit Zentrumsfunktion. Vor allem in den 1960er und den 1990er Jahren stieg die Zahl der Einwohner an. Heute ist Pfäffikon mit über 7500 Einwohnern einer der grösseren Orte im Kanton Schwyz.
Städtebauliche Entwicklung Durch die verdichtete Bebauung grösserer Gebiete wie die Gebiete um den «Roggenacker», «Huob» oder «Rietbrunnen» entstanden in kurzer Zeit neue Quartiere, mit mehrgeschossigen Hochhäusern bis zu Villen im «Hurdnerwäldli».
Dorfgemeinschaft Pfäffikon Gegründet wurde die Dorfgemeinschaft Pfäffikon (DGP) am 28. Oktober 1981 von einigen Bewohnern mit dem Ziel, das Dorf weiterzubringen. Heute tagt die sie regelmässig und diskutiert neue Vorstösse zuhanden der Gemeinde. Bis jetzt konnte vieles umgesetzt werden, wie z. B. «Tempo 30», Neugestaltung des Dorfplatzes oder der Weihnachtsmarkt. Die Dorfgemeinschaft organisiert ausserdem jedes Jahr den Räbeliechtliumzug sowie das «Kino am See».
Wirtschaft mini|OC Oerlikon und die LGT mini|Man Group mini|Hauptsitz Charles Vögele
Der Nähe zu Zürich sowie den tiefen Steuersätzen verdankt Pfäffikon seine Stellung als wirtschaftliches Zentrum des Kantons Schwyz. Der Wirtschaftsboom begann in Pfäffikon in den 1990er Jahren, als die eidgenössische Bankenkommission die Regeln lockerte. Daraufhin verlegten mehrere Finanzinstitute ihren Sitz nach Pfäffikon. Seit Anfang der 2000er Jahre hat sich Pfäffikon zu einem bedeutenden Finanzplatz entwickelt, insbesondere als Standort von Hedgefonds-Gesellschaften. Geschätzte 100 Milliarden Franken werden von Pfäffikon aus gemanagt. Pfäffikon gilt als eines der bedeutendsten Hedgefonds-Zentren der Welt, nach New York und Shanghai liegt Pfäffikon auf dem dritten Rang.
Die grössten und weltweit bekanntesten Firmen am Ort sind: OC Oerlikon Man Group Pamasol LGT Capital Partners
Weitere bekannte Firmen mit Sitz in Pfäffikon sind: Glacier Reinsurance Charles Vögele Gruppe die Markant AG
Mit einer Niederlassung in Pfäffikon sind vertreten: die Schwyzer Kantonalbank die Credit Suisse die Raiffeisen Schweiz die Bank Linth LLB die Migros Bank die UBS
In Pfäffikon befindet sich das Kongresshotel Seedamm-Plaza samt Casino.
Infrastruktur Verkehr mini|Voralpen-Express in Pfäffikon mini|Bahnhof Pfäffikon mini|Schifflände am Zürichsee
Der Verkehrsknotenpunkt Pfäffikon liegt an der Bahnlinie Zürich–Chur und wird von fünf S-Bahn-Linien des Zürcher Verkehrsverbundes erschlossen. Die Regioexpress Zürich-Chur, die ebenfalls anhalten, bieten Anschluss an die Strecke St. Gallen–Goldau–Luzern der Südostbahn. Von Pfäffikon aus erschliessen drei Postauto-Linien Samstagern, Reichenburg und Schindellegi-Feusisberg. Innerhalb des Dorfs stehen den Reisenden zwei Buslinien zur Verfügung sowie eine Linie in Richtung Bäch.
Die Autobahn A3 Basel–Sargans sowie die Hauptstrassen Richtung Rapperswil, Zürich, Schwyz und Chur erschliessen Pfäffikon für den Individualverkehr.
Über den Zürichsee verkehren von Pfäffikon aus Kursschiffe der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft.
Schulen Pfäffikon besitzt acht Kindergärten und drei Primarschulen; Brüel, Felsenburgmatte und Steg. Nachdem die Kinder die Primarschule erfolgreich bestanden haben, besuchen sie die Sekundarstufe I an der Mittelpunktschule Weid.