Isen ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Erding. Isen ist die südlichste und mit knapp 5800 Einwohnern die sechstgrößte Gemeinde des Landkreises.
Geografie Lage Der Markt liegt etwa 20 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Erding, elf Kilometer südwestlich von Dorfen, 26 Kilometer nordwestlich von Wasserburg am Inn und 18 Kilometer nördlich von Ebersberg. Die Entfernung vom Flughafen München beträgt 34 Kilometer. Die Gemeinde liegt im oberen Isental.
Eine ÖPNV-Anbindung gibt es von Markt Schwaben (Züge und S2) mit der MVV-Buslinie 505 (Montag–Freitag 5–21h) und mit MVV-RufTaxi 5050 (abends und am Wochenende). Die MVV-Buslinie 567 verbindet Isen mit Erding und mit Dorfen.
Klima An der Messstelle Isen–Westach lag die mittlere jährliche Niederschlagsmenge im Zeitraum 1991 bis 2020 bei 985 mm, wobei der niederschlagsreichste Monat der August (121 mm) ist.
Gemeindegliederung
mini|links|Gemarkungen auf dem Gemeindegebiet des Marktes Isen mini|Blick über Isen Es gibt die Gemarkungen Isen, Mittbach, Schnaupping, Sollacher Forst, Thonbach und Westach und 78 Gemeindeteile, die auf fünf der sechs Gemarkungen im Gemeindegebiet liegen; die Gemarkung Sollacher Forst ist unbewohnt:
+ Gemeindeteile Markt Isen GemarkungIsen GemarkungMittbach GemarkungSchnaupping GemarkungThonbach GemarkungWestach Isen Aich Burgrain Daxau Fahrnbach Fleck Giesering Hube Kemating Kuglmühle Mittbach Pemmering Reit Buchschachen Giglberg Hof Lichtenweg Loiperstett Schnaupping Stetten Strich Weiher Ambach Angersbach Berging Hub Kopfsöd Moos Scheideck Söcking Thonbach Willmating Altweg Aschberg Bachleiten Eck Eschbaum Feichten Fickelmühle Flecksberg Gaisberg Gallersberg Gänsbach Ganzenöd Gmain Göttner Hofreit Höselsthal Kapfing Kay Kitzöd Kothlehen Kuglstadt Linden Lohe Loipfing Mais Niederöd Öd Rabeneck Ranischberg Rosenberg Schrott Sollach Staudigl Steidelstetten Steingassen Steinla Steinsberg Steinspoint Stocka Straß Urtlmühle Voglwohl Westach Wildenmoos Zellershub Zieglstadl
Nachbargemeinden
Geschichte mini|hochkant=2|Isen 1699 auf einem Gemälde im Fürstengang Freising mini|Kupferstich von Michael Wening in Topographia Bavariae um 1700 Bis zur Gemeindegründung Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 747. Die erste Kirche in Isen ist 752 beurkundet. Das Kloster Isen zählt zu den ältesten Klöstern auf altbayerischem Boden. Es war bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts Benediktinerkloster, dann Kollegiatstift. Im Jahre 1434 wurde Isen die Marktrechte verliehen.
Seit dem Mittelalter gehörte der Markt zu der zum Hochstift Freising zählenden Herrschaft Burgrain und war als Sitz der Schranne deren Hauptort. Die Reichsunmittelbarkeit Burgrains ist indirekt einem Vertrag Bischof Emichos von Freising mit dem niederbayerischen Herzog Heinrich XIII. vom 8. Oktober 1284 zu entnehmen.Helmuth Stahleder: Hochstift Freising (Freising, Ismaning, Burgrain), S. 278 ff. In diesem Vertrag übertrug der Bischof dem Herzog die Lehen der Freisinger Kirche, die bisher die ausgestorbenen Grafen von Moosburg innegehabt hatten, an den niederbayerischen Herzog, behielt sich aber ausdrücklich die Vogtei über das Stift Isen vor, die die Moosburger Grafen ebenfalls innegehabt hatten.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Isen wurde im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern 1818 eine selbstständige politische Gemeinde.
19. und 20. Jahrhundert Ab 27. September 1900 besaß Isen über die Bahnstrecke Thann-Matzbach–Haag Anschluss an das Eisenbahnnetz. Der Personenverkehr wurde jedoch am 28. September 1968, der Güterverkehr schrittweise bis zum 1. Dezember 1991 eingestellt und die Strecke abgebaut. mini|Blick in Richtung St. Zeno Am 1. Juli 1972 kam Isen durch die Gebietsreform vom aufgelösten Landkreis Wasserburg zum Landkreis Erding.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern schlossen sich am 1. April 1971 die Gemeinden Westach, Schnaupping (einschl. der 1880 eingegliederten Gemeinde Thonbach) und Isen zum Markt Isen zusammen. Am 1. Januar 1977 wurde das unbewohnte gemeindefreie Gebiet Sollacher Forst eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Mittbach eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickeltBayerisches Landesamt für Statistik: 12111-101z Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage. Online auf www.statistikdaten.bayern.de. Abgerufen am 3. Oktober 2016.: Jahr Einwohner 1960 3594 1970 3764 1980 3850 1990 4380 1995 4888 2000 5107 2005 5219 2006 5228 Jahr Einwohner 2007 5287 2008 5295 2009 5243 2010 5293 2011 5422 2012 5522 2013 5560 2014 5629 Jahr Einwohner 2015 5746 2016 5832 2017 5881 2018 5832 2019 5836 2020 5768
Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 1912 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 49,87 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren nahm die Einwohnerzahl um 9,91 (5,98) Prozent zu.
Politik Gemeinderat Im Marktgemeinderat sind nach der Kommunalwahl vom 15. März 2020 die Parteien CSU, SPD mit Bündnis 90/Die Grünen (Grüne), Freie Wähler (FW), und Mittbach-Liste (ML) vertreten. Wie schon 2014 nicht mehr angetreten ist die Neue Bürgerliste (NBL). Der Gemeinderat setzt sich nun folgendermaßen zusammen (mit Vergleichszahlen der Wahlen 2014 und 2008): Partei / Liste CSU SPD FW Grüne NBL ML Gesamt Sitze 2020 5 2 5 4 – 4 20 Sitze 2014Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung 5 1 7 2 – 5 20 Sitze 2008 4 2 7 – 4 3 20
Bürgermeister Berufsmäßige erste Bürgermeisterin ist Irmgard Hibler (FW). Bei der Bürgermeister-Stichwahl am 29. März 2020 wurde sie mit 50,59 % der Stimmen knapp vor ihrem Mitbewerber Michael Feuerer (CSU) gewählt, nachdem dieser beim ersten Wahlgang noch vor ihr gelegen hatte. Zweiter Bürgermeister ist nun Michael Feuerer (CSU), zum dritten Bürgermeister wurde erneut Hans Angermaier (ML) gewählt.
Von 1978 bis 1996 war Hans Edmund Lechner im Amt des ersten Bürgermeisters. Sein Nachfolger war Siegfried Fischer (FW) von Mai 1996 bis April 2020.
Wappen und Flagge
Neben dem Wappen führt der Markt eine Flagge mit den Farben Rot-Gelb-Rot.
mini|hochkant|Pfarrkirche von Isen Partnerschaften und Bündnisse : Ernstbrunn in Niederösterreich ist seit 1983 Partnergemeinde von Isen.
Baudenkmäler
Die katholische Pfarrkirche St. Zeno, die ehemalige Kollegiatsstiftkirche des Klosters St. Zeno, ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit Krypta und drei Apsiden. Sie wurde nach dem Vorbild des Freisinger Domes um 1200 errichtet; der Turm und die westliche Vorhalle stammen vom Anfang des 15. Jahrhunderts. 1697–1701 und um 1730 wurde das Gebäude barockisiert.
Schloss Burgrain: Bergfried im 12./13. Jahrhundert errichtet; ab 1227 (bis 1803) Sitz der freisingischen Pfleger, der zum Hochstift Freising gehörenden Herrschaft Burgrain. Mehrere Umbauten in den folgenden Jahrhunderten, Schloßkirche St. Georg.
Bodendenkmäler
Persönlichkeiten Leopold Ladislaus Pfest (* 1769 in Isen; † 1816), deutsch-österreichischer Schriftsteller und Salzburger Landrichter Max Heilmaier (* 1869 in Isen; † 1923). Heilmaier war ein bekannter Bildhauer der damaligen Zeit. Zusammen mit zwei Kollegen schuf er den Friedensengel in München. mini|hochkant|Georg Escherich Georg Escherich (* 1870 in Schwandorf; † 1941 in München), Gründer der Organisation Escherich, war Leiter des Forstamtes Isen. An ihn erinnert die Georg-Escherich-Straße. Franz Xaver Mittermaier (* 30. Januar 1871 in Isen; † 1939). Mittermaier gründete im Jahre 1897 die erste bayerische Akkumulatorenfabrik. Von 1919 bis 1936 war er erster Bürgermeister der Marktgemeinde, in den Jahren 1915 bis 1921 gründete er den Verein Bayerischer privater Elektrizitätswerke (VBEW) und war im Vorstand des Verbands der Elektrizitätswirtschaft. In den Jahren 1921 bis 1923 gründete er mit Josef Meindl und anderen die Kraftwerke Haag AG.
Sonstiges Der Markt Isen zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Vereinsleben und eine überregional bekannte Blaskapelle aus. 1974 wurden hier Teile des Tatort: Das zweite Geständnis mit gedreht. Mitte der 1980er Jahre wurde in der Gegend die Serie Irgendwie und Sowieso gedreht. So feiert in der Folge „Sir Quickly und die Frauen“ Sir Quickly seinen Geburtstag im beeindruckenden Festsaal des Gasthof Klement. In der 2008 bis 2011 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlten Serie Der Kaiser von Schexing war Isen einer der Drehorte. DAB/UKW-Sendeanlage Isen.
Weblinks
Markt Isen Nachrichten aus der Gemeinde Isen Nachrichten-App (WebApp) aus Isen Ansichtskarten und Bilder aus Isen und der Gemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Erding Kategorie:Ersterwähnung 747 Kategorie:Markt in Oberbayern Kategorie:Gemeindegründung 1818