mini|hochkant|Traci Lords (2011) Traci Elizabeth Lords (* 7. Mai 1968 in Steubenville, Ohio, als Nora Louise Kuzma) ist eine US-amerikanische Schauspielerin, Musikerin und ehemalige Pornodarstellerin.
Die Beteiligung der minderjährigen Lords bei der Produktion von Hardcore-Pornofilmen sorgte in den USA 1986 für einen landesweiten Skandal.
Name Traci Lords, ursprünglich ein Künstlername, ist eine Zusammensetzung des Namens ihrer besten Freundin in der High School (Traci) und ihres Lieblingsschauspielers in der Fernsehserie Hawaii Fünf-Null, Jack Lord. Später ließ die Schauspielerin ihren Namen amtlich ändern, seitdem heißt sie bürgerlich Traci Elizabeth Lords.
Leben Kindheit und Jugend Traci Lords stammt aus der Kleinstadt Steubenville im Bundesstaat Ohio. Ihr Vater war Alkoholiker. Nach eigenen Angaben wurde sie mit zehn Jahren vergewaltigt.Mail Online Traci Lords tells she was raped at the age of 10 as she discusses high school sex assault case in her home town Als sie zwölf Jahre alt war, zog ihre Mutter mit ihr, drei weiteren Kindern und ihrem Freund aus Angst vor ihrem Mann nach Kalifornien.
Im Alter von 15 Jahren wurde Traci Lords schwanger. Sie lief von zu Hause weg und entschloss sich zu einer Abtreibung. Sie lebte dann mit einem etwa dreißig Jahre älteren Freund zusammen, der als ihr Stiefvater auftrat.
Tätigkeit als minderjährige Pornodarstellerin Traci Lords benutzte die Geburtsbescheinigung der Schwester eines Freundes, um an einen Führerschein zu kommen. Mit diesem täuschte sie Volljährigkeit vor und erhielt so Zugang zur Pornoindustrie. Zunächst posierte sie, vermittelt von der Modelagentur World Modeling von Jim South, für Nacktfotos in verschiedenen Männermagazinen. Die US-Ausgabe der Zeitschrift Penthouse wählte sie zum Pet of the Month der Ausgabe September 1984. Da in dieser auch Nacktfotos der damaligen Miss America, Vanessa Williams, abgedruckt waren, erreichte das Heft eine sehr hohe Auflage, die höchste in der Geschichte von Penthouse. So erlangte auch Traci Lords Bekanntheit.
Ab dem Alter von 16 Jahren spielte Traci Lords in Pornofilmen mit und war bald weltweit eine der populärsten Darstellerinnen des Genres. In den zwei Jahren bis zu ihrem 18. Geburtstag erschienen ca. 100 Pornofilme mit ihr als Darstellerin. In ihrer 2003 in den USA erschienenen Autobiografie Traci Lords Underneath It All spricht sie von nur 20 Filmen – alle anderen Titel enthielten nur neu zusammengestellte Szenen dieser 20 Filme.
1986 wurde Lords’ damalige Minderjährigkeit bekannt, was zu einem enormen Skandal in den USA führte (siehe unten). Sie gab später an, während der Zeit ihrer Tätigkeit als Pornodarstellerin praktisch ständig unter Einfluss von Alkohol und anderen Drogen gestanden zu haben und zu Handlungen gezwungen worden zu sein, die sie nicht ausführen wollte. Ihre damaligen Lebenspartner wie auch Beschäftigte der Pornoindustrie bestritten dies stets.
Spätere Karriere miniatur|hochkant|Traci Lords (2006) Traci Lords nahm später Schauspielunterricht und ist eine Darstellerin in Fernsehserien und Filmen. Ihre bekanntesten Auftritte hatte sie in dem von der Firma Roger Cormans produzierten Film Der Vampir aus dem All (1988, Originaltitel Not of This Earth), in John Waters’ Cry-Baby (1990) und in Blade (1998).
Sie äußert sich empört darüber, dass ihr das Markenzeichen „Porno“ weiterhin „aufgedrückt“ werde. Dementsprechend verweigerte sie jegliche Nacktszenen in ihren Filmen nach Der Vampir aus dem All, der letztmals eine enthielt.
Ab 1990 betätigte sie sich als Sängerin und Songschreiberin. Sie veröffentlichte das Future-Pop-Album 1000 Fires, zudem war sie als Gastsängerin auf den Alben Generation Terrorists von den Manic Street Preachers (1992) und Acid Eaters von den Ramones (1994) zu hören. Sie sang ein Duett in Little Baby Nothing, das in Großbritannien als Single ausgekoppelt wurde und dort Platz 29 der Charts erreichte.
Privatleben Lords war von 1990 bis 1995 mit Brook Yeaton verheiratet. Mit Ryan Granger war sie von 1999 bis 2000 verheiratet. Mit Jeff Gruenewald ging sie 2002 ihre dritte Ehe ein. Am 7. Oktober 2007 brachte sie einen Sohn zur Welt.News auf tracilords.com (abgerufen am 14. Oktober 2008)
Persönliches Engagement Sie tritt für die Rechte Homosexueller ein.
Der Skandal um die Beteiligung einer Minderjährigen an Pornofilmen Kongressanhörungen, Gesetzesnovellen und Gerichtsverfahren Die Beteiligung einer Minderjährigen an zahlreichen Hardcore-Pornofilmen sorgte 1986 für einen landesweiten Skandal in den USA. Es gab Anhörungen im Kongress und Gesetzesnovellen. Traci Lords trat in Talkshows auf und klagte über ihren Missbrauch durch die Pornoindustrie.
Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen die Produzenten und Verbreiter von Lords’ Filmen. Ihre Agenten und Produzenten, die ihre falschen Altersbescheinigungen akzeptiert hatten, wurden angeklagt.
Folgen Gemäß nationalem Recht wurden die Filme mit Traci Lords in den USA als Kinderpornografie eingestuft und verboten. Die Filme und Magazine, in denen sie zu sehen war, wurden aus dem Verkauf genommen und vernichtet.
Der kommerziell erfolgreiche Film Traci, I Love You aus dem Jahr 1987 ist die einzige legale Filmproduktion, da sie zur betreffenden Zeit bereits volljährig war. Der Film wurde von Lords selbst produziert und sie besaß auch die Vermarktungsrechte.
In den meisten europäischen Ländern blieben – wegen anderer Schutzaltersgrenzen – auch ihre früheren Filme legal, sie sind zum Teil weiterhin erhältlich. In den USA wurden bei manchen von ihnen vor ihrer erneuten Veröffentlichung die Szenen, bei denen sie beteiligt war, entfernt.
Diskografie
Alben Jahr Titel Anmerkungen 1995 1000 Fires Erstveröffentlichung: 28. Februar 1995 2004 Sunshine Erstveröffentlichung: 11. Oktober 2004 (EP) 2012 M2F2 Erstveröffentlichung: 18. September 2012 (Kompilation)
Singles 1994: Control 1995: Fallen Angel 2004: Sunshine 2004: Walking in L.A. 2005: You Burn Inside Me 2009: Pretty 2011: Last Drag 2012: He’s My Bitch
Filmografie Kino 1988: Der Vampir aus dem All (Not of This Earth) 1989: Fast Food 1990: Cry-Baby 1991: A Time to Die 1991: Raw Nerve 1991: Shock ‘Em Dead 1992: The Nutt House 1992: Intent to Kill 1992: Laser Moon 1994: Plughead Rewired: Circuitry Man II 1994: Serial Mom 1995: Virtuosity 1996: Blood Money 1996: Vatertag – Ein guter Tag zum Sterben (Underworld) 1997: Boogie Boy 1997: Extramarital 1997: Stir 1998: Blade 1998: Me and Will 2000: Epicenter 2001: Black Mask 2: City of Masks 2001: Chump Change 2001: You’re Killing Me… 2003: Home 2003: Manhood 2004: Chump Change 2005: Farewell to Raskolnikov’s 2005: Frostbite 2006: Crazy Eights 2006: Novel Romance 2006: The Chosen One 2007: Point of Entry – Pass auf, wem du vertraust (Point og Entry) 2008: Zack and Miri Make a Porno 2009: I Hope They Serve Beer in Hell 2009: Princess of Mars 2012: Excision 2016: Krankenschwester des Grauens (Nightmare Nurse) 2024: Greedy People
Fernsehen 1989; 1991: Eine schrecklich nette Familie (2 Episoden) 1990: MacGyver (Episode 6x08 MacGyvers Traumfrauen) 1991: Mord von oben (Murder in High Places) 1993: Tommyknockers – Das Monstrum (The Tommyknockers) 1993: Geschichten aus der Gruft (Tales from the Crypt, Episode 5x06 Koffer nach Chicago) 1993: Highlander (Episode 2x04 Duell im Dunkeln) 1994: Bandit – Ein ausgekochtes Schlitzohr gibt Gas (Bandit: Bandit’s Silver Angel) 1994: Wild at Love (Dragstrip Girl) 1994; 1995: Roseanne (3 Episoden) 1995: Blutschwestern (As Good as Dead) 1995: Melrose Place (4 Episoden) 1997–1998: Profiler (16 Episoden) 1999: D.R.E.A.M. Team 1999: Hercules (Episode 6x05 Hercules, Vagabunden und Diebe) 2000–2001: First Wave – Die Prophezeiung (First Wave, 17 Episoden) 2003: Gilmore Girls (Episode 4x05 Das war wohl nichts) 2002: They Shoot Divas, Don’t They? 2003: Deathlands 2016–2018: Swedish Dicks (8 Episoden)
Pornofilme 1984: Bad Girls III 1984: Breaking It 1984: Lust in the Fast Lane 1984: Miss Passion 1984: The Night of Loving Dangerously 1984: The Sex Goddess 1984: Sexy Shorts 1984: Talk Dirty to Me Part III / Jungfrau im Paradies (1. Fassung) 1984: Those Young Girls 1984: Tracy Lords 1984: What Gets Me Hot! 1984: Young & Restless 2 1985: Adult 45 1985: Adventures of Tracy Dick: The Case of the Missing Stiff 1985: Another Roll in the Hay 1985: Aroused 1985: Black Throat 1985: Country Girl 1985: Diamond Collection 69 1985: Diamond Collection 73 1985: Dirty Pictures 1985: Dream Lover 1985: Educating Mandy 1985: Electric Blue 20 1985: Electric Blue 21 1985: Electric Blue 28 1985: Erotic Gold 1985: Erotic Zones Vol. 1 1985: Future Voyeur 1985: Grafenberg Spot 1985: Harlequin Affair 1985: Holly Does Hollywood 1985: Hollywood Heartbreakers 1985: Huge Bras 3 1985: It’s My Body / Körper der Begierde 1985: Jean Genie 1985: Just Another Pretty Face 1985: Ladies in Lace 1985: Love Bites 1985: New Wave Hookers 1985: Peek a Boo Gang 1985: Perfect Fit 1985: Porn in the USA 1985: Portrait of Lust 1985: Sex Shoot 1985: Sex Waves 1985: Sister Dearest 1985: Sizzling Suburbia / Grüne Witwen 1985: Tailhouse Rock 1985: Tracy in Heaven 1985: Two-Timing Tracie 1985: We Love to Tease 1985: Wild Things 1987: Traci, I Love You
Literatur Traci Elizabeth Lords: Traci Lords Underneath It All. Harper Entertainment, New York 2003, ISBN 0-06-050820-5 (Autobiografie, englisch).
Weblinks
Offizielle Website von Traci Lords (englisch)
Luke Ford: . In: Tranquileye.com (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Singer-Songwriter Kategorie:Penthouse-Pet Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Pornodarsteller Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1968 Kategorie:Frau