mini|Phi

„Iss, trink und lass es dir gut gehen!“

Schlüsselsatz aus dem Gleichnis vom reichen Toren im Evangelium nach Lukas, das auf eine Stelle im Psalm 49 zurückgeht. Im Gleichnis wird von einem reichen Mann erzählt, dessen Feld gut getragen hatte und der überlegte, was er nun tun solle:

Doch das alles ist sinnlos:

„Beutel, kleiner Umschlag“

Neben der eigentlichen Bedeutung bezeichnet Fakelaki vor allem eine bestimmte Form der Korruption in Griechenland. Dabei wird dem Empfänger diskret ein Geldbetrag in einem Umschlag überreicht, um bestimmte Vorteile zu erzielen oder gar erst Gehör zu finden. Diese Art der Korruption soll sehr weit verbreitet sein, zugleich wird diese Unsitte schon langem öffentlich kritisiert.

Das Fakelaki ist lediglich eine von mehreren Formen der Korruption in Griechenland; trotzdem wurde nur dieser Begriff insbesondere in deutschsprachigen Medien in Veröffentlichungen über Ursachen der seit 2009 wahrgenommenen griechischen Finanzkrise zu einem Topos, während der in Griechenland ebenso geläufige, indes phonetisch weniger markante Begriff Rousfeti ( von „Bestechungsgeld“) kaum Erwähnung fand.

miniatur|Lawrence Alma-Tadema: Phidias zeigt seinen Freunden den Fries im Parthenon

„Phidias hat mich gemacht.“

Künstlersignatur des berühmten Bildhauers Phidias, zu dessen bedeutendstem Werk die zwölf Meter hohe Zeusstatue von Olympia gehört, die zu den Sieben Weltwundern der Antike gezählt wurde.

Plutarch berichtet, Phidias habe aufgrund seiner Freundschaft mit Perikles die Leitung oder Aufsicht über alle Arbeiten auf der Akropolis innegehabt.

Bei Ausgrabungsarbeiten in Olympia fand man die Überreste der Werkstatt des Phidias und darin Werkzeug und ein Keramikbecher, in dessen Boden die folgenden Worte eingeritzt waren:

mini|hochkant|Anakreon

„Bring Wasser, bring Wein!“

Anfang eines Tischlieds des ionischen Lyrikers Anakreon:Hans Poeschel: Die griechische Sprache. München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1975, ISBN 3-423-04174-9 φέρ' ὕδωρ φέρ' οἶνον, ὦ παῖ, φέρε ἀνθεμόεντας ἡμὶν στεφάνους ἔνεικον, ὡς δὴ πρὸς Ἔρωτα πυκταλίζω. Bring’ Wasser, bring Wein, Knabe, bring uns’ blütenreiche Kränze, bring’ sie, auf dass ich nun gegen den Eros mit der Faust kämpfe.

Diese Tischlieder waren Rundgesänge, die von den Gästen abwechselnd zur Lyra gesungen wurden. Anakreon gehörte zum Kanon der neun Lyriker. Der Legende nach starb er im Alter von 85 Jahren, nachdem er sich an einer Weinbeere verschluckt hatte. Auf der Akropolis in Athen stand seine Bildsäule, die ihn als einen vom Wein seligen, greisen Sänger darstellte. Liebe, Wein und heitere Geselligkeit waren die Hauptthemen seiner Lieder, von denen nur drei vollständig und einige fragmentarisch erhalten sind. Nachahmungen dieser Art von Lyrik bereiteten der Anakreontik den Weg.

mini|Opferung der Iphigenie

„Aus Zwang und doch aus freiem Willen ging ich fort.“

Aussage der Iphigenie auf Tauris, die Vorbild für das lateinische „“ (das heißt „wohl oder übel“) war.

Die Göttin Artemis bestrafte Iphigenies Vater Agamemnon, weil er einen Hirsch in ihrem heiligen Hain getötet hatte und verhinderte zu Beginn des Trojanischen Kriegs die Weiterfahrt der Flotte unter Agamemnons Kommando, indem sie bei Aulis eine Windstille bewirkte. Der Seher Kalchas weissagte, dass Agamemnon seine Tochter Iphigenie opfern müsse, um seine Fahrt fortsetzen zu können (dramatisiert von Euripides in Iphigenie in Aulis).

Iphigenie jedenfalls wurde von Artemis in das Land der Taurer (heute Krim) entrückt, um ihr dort als Priesterin im Artemistempel zu dienen (Euripides, Iphigenie bei den Taurern).

„Indem er schweigt, stimmt er zu.“

Zitat aus der Orestie des Dichters Euripides, in der Orestes sagt:Euripides, Orestie, 1592freie Übersetzung von Gustav Ludwig, vergleiche (Google Books), hier Vers 1590.

Auch Iphigenie sagt auf Tauris von einer Schreibtafel:Euripides, Iphigenia in Tauris, 763

Diese Redewendung war vermutlich das Vorbild für die bekannte lateinische Wendung, die aus Ciceros Erster Rede gegen Catilina stammt:Cicero, 1. Catilinarische Rede, 7,18

„Gute Sitten verdirbt schlechter Umgang “

Vers aus der Komödie Thais des Komödiendichters Menander, der zum geflügelten Wort wurde und – was ungewöhnlich ist – auch im Neuen Testament zitiert wird:1. Korintherbrief 15,33Bibelwissenschaft.de: Novum Testamentum Graece (NA28), Einheitsübersetzung (EUE) (griechisch, deutsch)

Allerdings kann dieser Satz schon vor Menander ein geflügeltes Wort gewesen sein und beweist auf keinen Fall, dass der Apostel Paulus diese Komödie oder andere griechische Klassiker gelesen hat, auch wenn er unstrittig griechische Bildung besaß.

Mit dem Sprichwort will Paulus verdeutlichen, dass die Korinther der Umgang mit Auferstehungsleugnern zum Abfall vom Auferstehungsglauben verführt. Korinth war eine multikulturelle und multireligiöse Handelsstadt, die Paulus fürchten ließ, dass seine Gemeindemitglieder leicht vom rechten Glauben abkämen.

mini|hochkant|Büste des Zeus im Britischen Museum

„Freund Zeus“, „lieber Zeus“

Vertrauliche Anrede des höchsten olympischen Gottes Zeus in der neuen religiösen Bewegung Hellenismos, die die traditionelle Religion des klassischen Griechenland rekonstruieren und an die moderne Welt anpassen will.

„Gib dir Mühe, Junge, damit du nicht bestraft wirst.“

Straf- oder Übungsaufgabe auf einer altgriechischen Schreibtafel, die Jahrtausende später in der Form gefunden wurde (Kleinbuchstaben wurden erst in byzantinischer Zeit entwickelt, vermutlich im 9. Jahrhundert).

„Mein Freund ist Platon, aber noch mehr meine Freundin ist die Wahrheit.“ Lateinisch:

Dieser Gedankengang stammt aus einer anonymen spätantiken Aristotelesbiographie, der so genannten und wurde ursprünglich dem Sokrates-Schüler Platon zugeschriebenen, später aber auf den Platonschüler Aristoteles übertragen.

Der Biograf rechtfertigt damit die Kritik des Aristoteles an der Lehre Platons und zitiert anschließend noch einen Ausspruch aus Platons Dialog Phaidon,„Phaidon“ 91c. wo Sokrates zu Simmias und Kebes sagt: „Nehmt nicht so sehr Rücksicht auf Sokrates als vielmehr auf die Wahrheit.“

Platon wiederholt den Gedanken noch einmal in seiner Politeia, wo Sokrates mit Bezug auf Homer erklärt:Platon, Politeia 595c. „Aber höher jedenfalls als die Wahrheit darf ein Mensch nicht geschätzt werden.“

„Philosophisch kann eine Menge unmöglich sein.“

Aus Platons Politeia.Platon, Politeia 494a. Dieser Satz wird auch in lateinischer Übersetzung zitiert:Beispielsweise von Arthur Schopenhauer in Die Welt als Wille und Vorstellung, Zweiter Band, Kapitel 17., Ueber das metaphysische Bedürfniß des Menschen; dort auf Griechisch (in lateinischen Buchstaben) und Lateinisch angeführt, vergleiche „“

mini|hochkant|Büste des Pythagoras, Rom

„Freund der Weisheit.“

Um die anspruchsvolle Bezeichnung, er sei ein Weiser (), zu vermeiden, gebrauchte Pythagoras von Samos dieses Wort auf die Frage des Tyrannen Leon, des Herrschers der Phleiasier, welche Kunstfertigkeit er besonders gut beherrsche. Er prägte damit den neuen Begriff Philosoph, den es vorher noch nicht gab.

Aus Verwunderung über diesen neuen Begriff fragte Leon, was denn den Philosophen von anderen Menschen unterscheide. Pythagoras antwortete, das Leben ähnele dem Markte bei den Olympischen Spielen, bei denen die einen mit ihren trainierten Körpern nach Ruhm strebten, andere durch die Aussicht auf Profit angezogen würden, es aber auch Menschen gebe, die sich wissbegierig alles ansähen. Diese nenne er „auf Weisheit Bedachte“ (Philo-sophen).Cicero: Tusculanae disputationes, 5,8 f.

Auf Herakleides beruft sich Diogenes Laertios in der Einleitung zu seinen Philosophenbiografien:Diogenes Laertios 1,12

mini|Trojanisches Pferd, das Danaergeschenk wird in die Stadt Troja gezogen.

„Fürchte die Danaer, selbst wenn sie Geschenke bringen.“

Dieser Satz wird meistens aus Vergils Epos Aeneis zitiert, wo es lateinisch heißt:Vergil, Aeneis 2,49

„Danaer“ ist eine der Bezeichnungen für die Griechen, die bereits Homer benutzte.

Nachdem die griechische Armee ihren Abzug vorgetäuscht hatte, holten die Trojaner das trojanische Pferd trotz Warnung des Laokoon, der mit diesen Worten vor diesem Danaergeschenk warnt, in die Stadt. Die Trojaner glaubten, dass es sich bei dem riesigen hölzernen Pferd um ein Abschiedsgeschenk der Griechen für den Gott Poseidon handelte, holten sich aber damit den Untergang in ihre Stadt.

Der Schriftsteller Gustav Schwab erzählt dies in seinen Sagen des klassischen Altertums so:Gustav Schwab: Die schönsten Sagen des klassischen Altertums. Zweiter Teil: Die Sagen Trojas –

mini|Der Name der Phönizier leitet sich von der Purpurschnecke her.

„phönizische Buchstaben“ Formulierung des Historikers Herodot, demzufolge Kadmos, der König von Theben, die phönizischen Buchstaben nach Griechenland gebracht haben soll.Historien des Herodot, 58 Den Griechen war es bewusst, dass sie ihre Schrift von den Phöniziern übernommen haben. Sie übernahmen auch die Buchstabennamen, die im Griechischen keine Bedeutung mehr hatten.

Aus der phönizischen Schrift entstanden die aramäischen Schriften, die griechische Schrift und fast alle heutigen alphabetischen Schriften. Die griechische Schrift ist eine Weiterentwicklung des phönizischen Alphabets und war die erste Alphabetschrift. Die Bezeichnungen der Buchstaben haben im Griechischen keine Bedeutung.

Das phönizische Alphabet war eine Konsonantenschrift. Im Griechischen spielten aber die Vokale eine größere Rolle als in den semitischen Sprachen, weshalb für sie auch eigene Buchstaben benötigt wurden. Zu diesem Zweck wurden phönizische Buchstaben, die im Griechischen nicht vorkommende Laute bezeichneten, zu Vokalzeichen umfunktioniert.