Steinheim ist ein Stadtteil von Hungen im mittelhessischen Landkreis Gießen.
Geografische Lage Steinheim liegt südlich von Hungen am Wingertsberg. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3188. Große Teile der Gemarkung stehen unter Naturschutz bzw. Landschaftsschutz.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste schriftliche Erwähnung von Steinheim erfolgte zwischen 1118 und 1137: „In Munstere et in Stenhem“.Stimming: Mainzer Urkundenbuch. Nr. 616; S. 537. Im Jahr 1294 werden in einer Urkunde des Klosters Arnsburg „Happele de Steynheim, Ludwicus de Inheiden“ (Happel von Steinheim, Ludwig von Inheiden) erwähnt.Ludwig Baur: Arnsburger Urkundenbuch. Nr. 260, S. 182. 1356 gibt es im Arnsburger Urkundenbuch die Ortsangabe: „geyn Steynheym“.Ludwig Baur, ebenda, Nr. 842, S. 515. Der Ortsname wird als „Siedlung auf steinigem Boden“ gedeutet.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 298 f, S. 299. Bei der Belehnung des Landgrafen Ludwig I. durch den Abt Johann von Fulda im Juli 1434 fiel die Mühle zu Reinhausen in das Gericht Rodheim zusammen mit Orten Langd und Steinheim.Karl E. Demandt: Das hessische Verwaltungszentrum Nidda S. 85.
Die Katharinenkapelle wurde im 13. Jahrhundert erbaut. 1787 kam die erste Schule dazu.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Steinheim:
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 31. Dezember 1970 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen die freiwillige Eingliederung in die nahegelegene Kleinstadt Hungen. Für Steinheim wurde wie für alle Stadtteile von Hungen ein Ortsbezirk eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Steinheim angehört(e):
vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nidda, Amt Nidda 1450–1495: Erbstreit zwischen der Landgrafschaft Hessen und den Grafen von Hohenlohe ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Nidda ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Nidda, Gericht Rodheim 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Nidda, Gericht Rodheim 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda und Lißberg, Gericht Rodheim ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Nidda ab 1815: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Nidda ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk NiddaTrennung zwischen Justiz (Landgericht Nidda) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis GießenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: * ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, RegierungsbezirkAmerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen, Stadt HungenAm 31. Dezember 1970 als Ortsbezirk zur Stadt Hungen. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis ab 1979: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Gießen
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Steinheim 555 Einwohner. Darunter waren 3 (0,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 78 Einwohner unter 18 Jahren, 210 zwischen 18 und 49, 144 zwischen 50 und 64 und 123 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 249 Haushalten. Davon waren 63 Singlehaushalte, 84 Paare ohne Kinder und 69 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 54 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 147 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung 1630: 95 Hausgesesse (1 dreispännige, 6 zweispännige, 19 einspännige Ackerleute, 15 Einläuftige) 1669: 190 Seelen 1742: ein Geistlicher/Beamter, 73 Untertanen, 7 Junge Mannschaften, 2 Beisassen/Juden 1791: 395 Einwohner 1800: 403 Einwohner 1806: 450 Einwohner, 84 Häuser 1829: 498 Einwohner, 97 Häuser 1867: 539 Einwohner, 105 bewohnte Gebäude 1875: 505 Einwohner, 105 bewohnte Gebäude
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 496 evangelische, 2 römisch-katholische Einwohner • 1961: 478 evangelische, 94 römisch-katholische Einwohner
Historische Erwerbstätigkeit • 1961: Erwerbspersonen: 112 Land- und Forstwirtschaft, 120 Prod. Gewerbe, 38 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 23 Dienstleistung und Sonstiges.
Politik Für den Stadtteil Steinheim besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Steinheim) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 55,74 %. Dabei wurden gewählt: drei Mitglieder der SPD und zwei Mitglieder der „Freien Wähler Hungen“ (FW). Der Ortsbeirat wählte Klaus-Dieter Christ (SPD) zum Ortsvorsteher.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Im Jahr 2003 gewann Steinheim den erstmals ausgetragenen Dörferwettkampf „Dolles Dorf“.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Einwohner mit Nebenwohnsitzen: 1999–2007; 1971–2015 2020
Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und
Kategorie:Ort im Landkreis Gießen Kategorie:Geographie (Hungen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Gießen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1970