Frederikshavn ist eine in der Region Nordjylland gelegene dänische Hafenstadt an der Ostseeküste und Sitz der Verwaltung der Frederikshavn Kommune.

Die von Werften geprägte Stadt ist Ausgangspunkt der Fährlinien nach Oslo, Göteborg und zur Insel Læsø.

In der Nähe der Stadt befinden sich einige Waldgebiete mit artenreicher Fauna und Flora und bis zu 70 m hohe Hügel wie der Pikkerbakken. Von dort aus können die nahe gelegenen Hirsholmene genannten Inseln gesehen werden, die verwaltungsmäßig zur Stadt gehören.

Der alte Stadtteil Fiskerklyngen ist mit seinen alten, bunten Fischerhäuschen sehenswert. Zudem bietet die Stadt in einer der längsten Fußgängerzonen des Landes gute Einkaufsmöglichkeiten.

Zu beiden Seiten der Stadt erstreckt sich ein Strand. Einer dieser Strände ist der einzige Strand in Dänemark, der jedes Jahr von Mai bis September durch 100 in den Sand gesetzte Palmen in einen Palmenstrand verwandelt wird.https://www.enjoynordjylland.com/nordjylland/plan-your-trip/palmestranden-palmbeach-gdk599558

Geographie Landschaft Um 6000 v. Chr. waren große Teile des Kattegats noch Land. Um 4000 v. Chr. stieg der Meeresspiegel an und die Kattegatküste verlief am heutigen Frederikshavn vorbei und bildete die Hirsholmene sowie die heute 27 km entfernte Insel Læsø.

Heute ist die Küste geprägt durch Strände und Dünen. Das flache Marinevorland im Norden der Stadt ist durch Heide und Wald sowie landwirtschaftliche Nutzung, hauptsächlich Getreideanbau, geprägt. Im Süden der Stadt befindet sich nur ein schmaler Streifen flacher Küste, bevor eine bis in den Westen der Stadt hineinziehende markante Moränenlandschaft beginnt, die durch die Eismassen der letzten Eiszeit vor 14.000 Jahren entstanden ist.

Südlich der Stadt erheben sich Pikkerbakken und Øksnebjerg mit tiefen Schmelzwasserschluchten. Westlich von Frederikshavn findet man eine hügelige Landschaft mit Wäldern, Wiesen, Tälern und Ackerland, und im Norden ist die Landschaft flach mit Strandwiesen, Sümpfen und Ackerland. Im Osten liegen die Inseln Hirsholmene und Deget im Kattegat.

Erhebungen Blåhøj Pikkerbakken Øksnebjerg

mini|Fischtreppen des Bangsbo Å im Bangsbo Park

Flüsse Kleine Flüsse im Stadtgebiet: Bangsbo Å – Mündet in das Kattegat Elling Å – Mündet in das Kattegat Kragskov Å – Mündet in den Rugholm Å Rugholm Å – Mündet in das Kattegat Skærum Å – Mündet in den Elling Å Åsted Å – Mündet in den Elling Å

Küste Frederikshavn (ohne Skagen und Sæby) hat eine 32 km lange Kattegatküste am nördlichen Teil der Ostsee. Die Küste ist flach abfallend und wird durch Strände und Dünen dominiert. Den Stränden sind Sandbänke vorgelagert. Die Wassertiefe beträgt in 2 km Entfernung der Küste ungefähr vier Meter.

Stadtteile Seit der Kommunalreform in Dänemark gehören zu der Frederikshavn Kommune neben Frederikshavn die Städte Skagen im Norden und Sæby im Süden. Die neue Kommunegrenze ist gleichzeitig Grenze der Frederikshavn Provsti.

Zu Frederikshavn, ohne Skagen und Sæby gehören (Sogn entspricht den deutschen Gemeinden): Frederikshavn Sogn – Stadtkern mit Hafen, 2,5 km langer Fußgängerzone, Rathaus, Bahnhof, Kirche (Frederikshavn Kirke), Schwimmhalle, Bibliothek, Gymnasium, Krankenhaus und Polizeipräsidium. Zu Frederikshavn gehören die kleinen vorgelagerten Inseln Hirsholmene. Abildgård Sogn – Westlich des Stadtkerns mit Industriegebiet, dem MAN-Werk und Wohnviertel; Kirchen (Abildgård Kirke und Fladstrand Kirke) Bangsbostrand Sogn – Südlich des Stadtkerns an der Küste gelegen mit Segelsporthafen, Wohngebieten; Kirchen (Rømisk-katolisk Kirke Frederikshavn und Bangsbostrand Kirke) Elling Sogn – Nördlich des Stadtkerns mit den Orten Elling mit Elling Kirke, Jerup mit Bahnhof und Jerup Kirke, Nielstrup und Strandby mit Bahnhof, Strandby Kirke und großem Fischereihafen. Åsted Sogn – 5 km westlich des Stadtkerns mit den kleinen Orten Åsted, Kvissel, Rydal und Ravnshøj. In dem Gebiet liegt das Naturschutzgebiet Åsted Ådal, viele Bauernhöfe. Kern der Orte bilden die Kirchen mit umliegenden Friedhöfen (Åsted Kirke und Kvissel Kirke) Gærum Sogn – 3 km südwestlich des Stadtkerns mit dem Ort Gærum. Skærum Sogn – 8 km westlich des Stadtkerns mit den kleinen Orten Skærum und Skærum Kirkeby mit der Skærum Kirke. Flade Sogn – westlich des Stadtkerns mit den Orten Kilden mit Flade Kirke und Knivholt, der Aussichtsturm Cloostårnet bietet eine sehr gute Aussicht über den Westen der Region Vendsyssel. Understed Sogn – 2 km südlich des Stadtkerns an der Küste gelegen mit dem kleinen Ort Haldbjerg mit der Understed Kirke

Geschichte

In dem Stadtgebiet von Frederikshavn wohnen Menschen bereits seit Tausenden von Jahren. So gibt es archäologische Funde von der Steinzeit bis zur Wikingerzeit wie Grabhügel, Großsteingräber, Siedlungen und die Souterrains von Løgten Mark. mini|Karte von Stadt und Festung Frederikshavn (um 1840) Günstig für die Entwicklung Frederikshavns wirkte sich die Lage am Meer mit Naturhafen und guten Ankerplätzen bei den Hirsholmene und der Insel Deget aus. Bis zu den Küsten Schwedens und Norwegens ist es ein kurzer Seeweg, was ökonomische, politische und militärische Vorteile bot. So bekam der damalige Fischerort Fladstrand (dt. „Flachstrand“) bereits 1818 durch den dänischen König Frederik VI. die Stadtrechte und wurde in Frederikshavn umbenannt. Durch den Hafen entwickelte sich die Stadt schnell zu einem wichtigen Handelszentrum in der Region. mini|hochkant|Deutsche Soldaten in Frederikshavn auf dem Weg nach Norwegen Vor allem die strategische Lage machten sich die Deutschen im Zweiten Weltkrieg zunutze, wo Frederikshavn zur Hauptstadt des Verteidigungsbereiches gemacht wurde. Vier Regionen hatten einen solchen Status unter der deutschen Besetzung. Die drei anderen waren Aalborg, Esbjerg und Hanstholm.

Für die Ökonomie Frederikshavns war der Hafen von größter Bedeutung mit Fischerei und Werftindustrie. Durch Krisen in der Fischerei und in der Werftindustrie stieg in den 1980ern die Arbeitslosigkeit der Stadt. Seitdem entwickelt sich die Stadt im Bereich von Handel und Tourismus.

Entwicklung der Einwohnerzahl 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2010* Gesamt 34.522 35.559 35.559 35.500 35.114 34.853 34.975 62.007 männlich 17.235 17.440 17.688 17.640 17.528 17.327 16.881 30.975 weiblich 17.287 17.598 17.871 17.860 17.586 17.526 17.094 31.032 00–09 Jahre 5.563 4.917 4.355 4.004 4.169 4.297 3.826 6.261 10–19 Jahre 5.915 6.073 5.690 5.159 4.406 4.051 4.360 7.944 20–29 Jahre 5.123 4.844 5.310 5.410 4.808 4.136 3.271 5.051 30–39 Jahre 4.709 5.339 5.253 4.925 5.006 5.099 4.530 6.646 40–49 Jahre 3.960 4.121 4.688 5.299 5.201 4.846 4.969 9.365 50–59 Jahre 3.901 3.828 3.736 3.946 4.484 5.120 5.011 9.175 60–69 Jahre 2.959 3.191 3.450 3.374 3.310 3.470 4.041 9.155 70–79 Jahre 1.791 1.959 2.182 2.348 2.520 2.525 2.509 5.334 80–89 Jahre 550 675 802 919 1.083 1.154 1.246 2.595 90–99 Jahre 51 90 89 115 125 153 209 468 über 99 Jahre 0 1 4 1 2 2 3 8 (jeweils 1. Januar)statistische Datenbank Dänemarks, BEF1: Folketal pr. 1. januar efter kommune/amt, civilstand, alder og køn. 2007 Eingemeindung der Kommunen Skagen und Sæby (jeweils 1. Januar)statistische Datenbank Dänemarks, BEF44: Folketal den 1. i kvartalet efter kommune, køn, alder, civilstand, herkomst, oprindelsesland og statsborgerskab.

Politik/Verwaltung Kommunale Gliederung 1793–1970 mini|Frederikshavns Siegel von 1898

Bis zum Jahr 1970 gehörte Frederikshavns nördlicher Teil zur Horns Herred, der südliche Teil zur Dronninglund Herred. Beide Herred lagen im Hjørring Amt.

1970–2006 Durch die Kommunalreform 1970 wurde Frederikshavn Kommune und war neben Hjørring eine zentrale Kommune in Vendsyssel. Frederikshavn war im Nordjyllands Amt mit Aalborg als Hauptstadt.

Ab 2007 Durch die Kommunalreform, die am 1. Januar 2007 wirksam wurde, sind die Kommunen Skagen und Sæby angegliedert worden. Die Kommune Frederikshavn ist eine von elf Kommunen in der Region Nordjylland mit Aalborg als Regionalhauptstadt.

Frederikshavn Skagen Sæby Neue Frederikshavn Kommune Fläche 179,59 km² 142,90 km² 326,17 km² 648,6 km² Einwohner 34.966 (2004) 12.027 (2004) 17.969 (2004) 62.741 (2007)

Politik Stadtrat Der Stadtrat für die neue Frederikshavn Kommune besteht aus 31 Mitgliedern. (Stand: 1. Januar 2014)

Bürgermeister: Birgit S. Hansen, Socialdemokratiet, Krankenpflegerin 1. Stellvertretender Bürgermeister: Lars M. Møller (Bürgermeister von Frederikshavn 2010–2013), Venstre, Landwirt 2. Stellvertretender Bürgermeister: Bjarne Kvist, Socialdemokratiet, Postbote i.R. Übrige Mitglieder:

Bürgermeister

Öffentliche Verwaltung Sitz der öffentlichen Verwaltung ist Frederikshavn: Frederikshavn Kommune, Rådhus Allé 100, 9900 Frederikshavn. Die Bürgerberatung findet weiterhin in den Rathäusern Skagens und Sæbys statt.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|zentriert|800px|Marinestützpunkt Frederikshavn

Wirtschaft Seit 1818 ist Frederikshavn Handelsstadt, seitdem gibt es Betriebe für Fischerei, Landwirtschaft und Schiffbau Handelsunternehmen. Es ergaben sich kaum Änderungen durch die Industrialisierung, mit Ausnahme des Schiffbaus. Dienstleistungseinrichtungen und Handel sind heute neben öffentlichen Einrichtungen die größten Arbeitgeber.

Arbeitslosigkeit 1994199820002002200420062008*2010*2012* 13,8 % 10,8 % 10,2 % 9,3 % 11,2 % 7,2 % 3,8 %* 8,1 %* 6,8 %* Durch Eingemeindungen von Skagen und Sæby ab 2008 Zahlen für die gesamte Kommune.https://www.statistikbanken.dk/ AUS08: Sæsonkorrigerede fuldtidsledige efter område, sæsonkorrigerede og faktiske opregnede talhttps://www.statistikbanken.dk/ AB112D: Ledige i pct af arbejdsstyrken efter område, alder og køn (måned) (AFSLUTTET) Aufgrund von Entlassungen in den Werften hat Frederikshavn eine der höchsten Arbeitslosenquoten des Landes, durch Arbeitskräftebedarf anderer Branchen konnte sich die Quote jedoch stabilisieren.

Landwirtschaft Wegen sandiger Böden und Trockenheit bestehen im Sommer nur schlechte Anbaumöglichkeiten. Hauptsächlich werden Kartoffeln, Getreide, Zwiebeln und Karotten angebaut. Daneben gibt es Viehhaltung.

Fischerei Fischereihäfen bestehen im Frederikshavner Hafen und in Strandby. Früher war der Fischfang eine der größten Einnahmequellen der Region. Heute sind auf diesem Sektor nur noch wenige Menschen beschäftigt. In beiden Häfen befinden sich größere fischverarbeitende Betriebe, in Strandby besteht eine Fischauktionshalle.

Industrie Leuchtmittelherstellung LKW-Fahrgestellbau Schiffsmotorenbau Telekommunikationsgerätebau Werften

Handel und Dienstleistungen mini|Ein zum Dienstleistungszentrum umgebautes Silo

Größter Wirtschaftssektor Frederikshavns, schwerpunktmäßig mit:

Banken Einzelhandel: Eine der längsten Fußgängerzone Dänemarks Handel durch Messen und Kongresse Tourismus

Bildung und Forschung Die Frederikshavn Kommune (ohne Skagen und Sæby) ist in elf Schulbezirke mit einer Volksschule eingeteilt, diese ermöglichen den Schulbesuch der Klassen 1 bis 10. Zudem befindet sich eine Volksschule mit musikalischem Schwerpunkt und eine mit Schwerpunkt Hauswirtschaft sowie eine private Volksschule in Frederikshavn.

Nach dem Abschluss der Volksschule steht der Besuch verschiedener weiterführender Schulen offen:

Die nächste Universität befindet sich in Aalborg.

Verkehr Auto Autobahn E 45 Richtung Flensburg (Deutschland) über Aalborg, Randers, Aarhus, Skanderborg, Vejle (E 20 nach Odense, Slagelse, Roskilde, Kopenhagen), Kolding (E 20 nach Esbjerg), Aabenraa Hauptverkehrsstraße 40 nach Skagen über Aalbæk Hauptverkehrsstraße 35 nach Hjørring über Sindal Regionalstraße 585 nach Brønderslev über Øster Vrå Regionalstraße 180/541 nach Hals über Sæby, Voerså und Aså

Bahn Der Gesamtverkehr auf den Strecken Frederikshavn–Skagen nach Skagen über Strandby, Jerup, Aalbæk und Hulsig sowie Frederikshavn–Aalborg über Sindal, Hjørring und Brønderslev erfolgt durch Regionalzüge der Nordjyske Jernbaner.

Bus