Die Oblast Tscherniwzi, deutsch auch Gebiet Czernowitz (, ), ist eine Verwaltungseinheit der Ukraine im Südwesten des Landes. Sie hat 885.200 Einwohner (Anfang 2023; de facto),ukrstat.gov.ua darunter 20 % Rumänen.

Geographie mini|links|Grenzübergang zwischen Siret/Rumänien und Terebletsche/Ukraine an der E 85 Die Oblast umfasst drei historische Landschaften: den nördlichen Teil der Bukowina, das Herza-Gebiet und den Norden Bessarabiens (die Stadt Chotyn und deren Umgebung). Hauptstadt ist Czernowitz, weitere Städte sind Chotyn und Storoschynez. Im Süden grenzt die Oblast an Rumänien und die Republik Moldau. Wichtige Flüsse sind Dnister und Pruth. In manchen Rajonen ist der Anteil der rumänischstämmigen Bevölkerung noch sehr hoch: Herza (Herța) 93,8 %, Nowoselyzja (Noua Suliță) 64,3 %, Hlyboka (Adâncata) 51,4 % und Storoschynez (Storojineț) 37,1 %.(Quelle: Volkszählung 2002)

Im Nordwesten grenzt die Oblast an die Oblast Iwano-Frankiwsk, im Norden an die Oblaste Ternopil und Chmelnyzkyj sowie auf einem kurzen Stück im Osten an die Oblast Winnyzja. Im Süden bildet die Oblastgrenze auf langen Strecken die Staatsgrenze zu Rumänien, auf einem kürzeren Teilstück im Südosten die zur Republik Moldau.

Geschichte mini|links|hochkant=1.2|Die drei historischen Regionen in der Oblast Tscherniwzi sind in Farbe umrandet (rot: nördliche Bukowina, blau: das Herza-Gebiet, grün: der Norden von Bessarabien) Im Laufe des Mittelalters gehörte das gesamte Gebiet dem Fürstentum Moldau. 1775 wurde die Bukowina von Österreich annektiert. Bessarabien wurde 1812 dem Russischen Reich einverleibt. Das Herza-Gebiet blieb im Fürstentum Moldau. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte das gesamte Gebiet zu Rumänien, das sich als Nachfolgestaat des moldauischen Fürstentums betrachtete. 1940 besetzen sowjetische Truppen die Region. Im Jahr darauf beteiligte sich Rumänien am Überfall auf die Sowjetunion und kam, allerdings nur bis 1944, wieder in den Besitz des Territoriums. Die Oblast selbst wurde nach der sowjetischen Annexion der Nordbukowina am 7. August 1940 gegründet und umfasste die nördliche Bukowina sowie den ehemaligen rumänischen Kreis Hotin (Chotyn),Об изменении и дополнении статей 13, 23 и 48 Конституции (Основного Закона) СССР die endgültigen Grenzen wurden dann am 4. November 1940 durch einen Ukas festgelegt, dabei wurde der südöstliche Teil des Kreises Hotin an die Moldauische SSR abgetreten;Указ Президиума ВС СССР от 4. November 1940 об установлении границы между УССР и Молдавской Советской Социалистической Республикой dieser ist seit 1991 Teil der Republik Moldau.

Administrative Unterteilung Die Oblast Tscherniwzi ist verwaltungstechnisch in drei Rajone unterteilt; bis zur großen Rajonsreform am 18. Juli 2020Верховна Рада України; Постанова від від 17.07.2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів war sie in elf Rajone sowie zwei direkt der Oblastverwaltung unterstehende (rajonfreie) Städte unterteilt. Dies waren die Städte Nowodnistrowsk sowie das namensgebende Verwaltungszentrum der Oblast, die Stadt Czernowitz (ukrainisch Tscherniwzi).

Rajone der Oblast Tscherniwzi mit deren Verwaltungszentren

Rajone der Oblast Tscherniwzi Deutsche Bezeichnung Ukrainische Bezeichnung Verwaltungszentrum Weitere frühere (bis 2020) Rajonzentren und rajonfreie Städte Rajon Dnister Дністровський районDnistrowskyj rajon Kelmenzi(Siedlung städtischen Typs) Chotyn, Nowodnistrowsk, Sokyrjany Rajon Tscherniwzi Чернівецький районTscherniwezkyj rajon Czernowitz(Stadt) Herza, Hlyboka, Kizman, Nowoselyzja, Sastawna, Storoschynez Rajon Wyschnyzja Вижницький районWyschnyzkyj rajon Wyschnyzja(Stadt) Putyla

Bis 2020 gab es folgende Rajonsaufteilung: mini|240px|Karte der Rajone und rajonfreien Städte der Oblast (bis 2020) Rajone der Oblast Tscherniwzi bis 2020 Deutsche Bezeichnung Ukrainische Bezeichnung Verwaltungszentrum 2020 (überwiegend) aufgegangen in Rajon Chotyn Хотинський районChotynskyj rajon Chotyn(Stadt) Rajon Dnister Rajon Herza Герцаївський районHerzajiwskyj rajon Herza(Stadt) Rajon Tscherniwzi Rajon Hlyboka Глибоцький районHlybozkyj rajon Hlyboka(Siedlung städtischen Typs) Rajon Tscherniwzi Rajon Kelmenzi Кельменецький районKelmenezkyj rajon Kelmenzi(Siedlung städtischen Typs) Rajon Dnister Rajon Kizman Кіцманський районKizmanskyj rajon Kizman(Stadt) Rajon Tscherniwzi Rajon Nowoselyzja Новоселицький районNowoselyzkyj rajon Nowoselyzja(Stadt) Rajon Tscherniwzi Rajon Putyla Путильський районPutylskyj rajon Putyla(Siedlung städtischen Typs) Rajon Wyschnyzja Rajon Sastawna Заставнівський районSastawniwskyj rajon Sastawna(Stadt) Rajon Tscherniwzi Rajon Sokyrjany Сокирянський районSokyrjanskyj rajon Sokyrjany(Stadt) Rajon Dnister Rajon Storoschynez Сторожинецький районStoroschynezkyj rajon Storoschynez(Stadt) Rajon Tscherniwzi Rajon Wyschnyzja Вижницький районWyschnyzkyj rajon Wyschnyzja(Stadt) Rajon Wyschnyzja

Größte Städte und Siedlungen Stadt Ukrainischer Name Russischer Name Rumänischer Name Einwohner1. Januar 2021 Czernowitz Чернівці Черновцы Cernăuți 265.471 Storoschynez Сторожинець Сторожинец Storojineț 14.138 Nowodnistrowsk Новодністровськ Новоднестровск –Die Stadt wurde erst 1973 gegründet und hat somit keine rumänische Bezeichnung. 10.590 Krasnojilsk Красноїльськ Красноильск Crasna Ilschii 10.428 Hlyboka Глибока Глубокая Adâncata 9.312 Chotyn Хотин Хотин Hotin 9.075 Sokyrjany Сокиряни Сокиряны Secureni Târg 8.652 Sastawna Заставна Заставна Zastavna 7.807 Berehomet Берегомет Берегомет Berhomete pe Siret 7.583 Nowoselyzja Новоселиця Новоселица Noua Suliță 7.514 Kelmenzi Кельменці Кельменцы Chelmenți 7.111 Kizman Кіцмань Кицмань Cozmeni 6.135 Waschkiwzi Вашківці Вашковцы Vășcăuți 5.312 Quellen: Ukrainisches Amt für Statistik, S. 46. und Sekundärquelle City Population

Demographie mini|hochkant=1.2|Ethnische Karte der Oblast Tscherniwzi

Nationalität Einwohner 1989 (%) 2001 (%) Veränderung (%)2001.ukrcensus.gov.ua Ukrainer 689.100 70,8 75,0 +3,4 % Rumänen 114.600 10,7 12,5 +14,2 % Moldauer 67.200 9,0 7,3 −20,5 % Russen 37.900 6,7 4,1 −39,9 % Polen 3.300 0,5 0,4 −28,4 % Belarussen 1.400 0,3 0,2 −48,2 % Juden 1.400 1,8 0,2 −91,2 %

Muttersprache 2001 (%) Ukrainisch 75,6 Russisch 5,3 Sonstige (Rumänisch u. a.) 19,1

Weblinks

Gesetz vom 7. September 1946 über die historisch motivierten Umbenennungen in der Oblast Tscherniwzi

Einzelnachweise

Tscherniwzi

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