Madfeld ist ein Dorf im Osten des Sauerlands. Bis 1974 bildete es eine selbstständige Gemeinde im Amt Thülen, seit 1975 ist es eine Ortschaft der Stadt Brilon im nordrhein-westfälischen Hochsauerlandkreis. Am 31. Dezember 2021 waren 1273 Personen mit in Madfeld gemeldet.

Geografie Lage Der Ortskern von Madfeld erstreckt sich vor allem über die Nordseite des Schwickartsbergs (), einem Berg der Briloner Höhen. Damit liegt Madfeld am Ostrand der Briloner Hochfläche. Diese offene Landschaft prägt das Madfelder Gebiet im Westen und Nordwesten. Nördlich des Dorfes befinden sich das Bürener Land und das Sintfeld.

Das Sintfeld ist Teil der Rhein-Weser-Wasserscheide. Daher gehört der in Madfeld entspringende Aabach ebenso wie die östlich Madfelds entspringende Große und Kleine Aa zum Flusssystem des Rheins, während die am süd- beziehungsweise südöstlichen Ortsrand entspringenden kurzen Bäche zur Hoppecke abfließen, die zum Flusssystem der Weser gehört.

Die weitere Umgebung von Madfeld ist stark bewaldet. Im Nordosten und Osten grenzt Madfeld an den Fürstenberger Wald. Dieser geht weiter südlich in das Diemelbergland über, an dem Madfeld Anteil hat.

Auf Madfelder Gebiet befinden sich die Berge Bembruchskopf (), Eikenberg (), Hamm (), Hogesknapp (), Krautkopf (), Prinzknapp (), Stemmel (), nordöstlich der Berg Brautlicht (), ein Ausläufer des Totenkopfs ().

Ausdehnung Das Gebiet der ehemaligen Gemeinde und heutigen Ortschaft Madfeld ist  Hektar groß. Die Extrempunkte sind im Norden , im Osten , im Süden und im Westen . Der höchste Punkt liegt auf , der tiefste Punkt stimmt mit dem nördlichsten überein und hat eine Höhe von .

Die Grenzen Madfelds entsprechen weitestgehend den im 16. Jahrhundert gezogenen. Im Norden folgt sie dem Schnadesiepen bis zu dessen Einmündung in den Aabach. Dieser bildet bis zur Einmündung der Großen Aa die Grenze, anschließend verläuft sie parallel zum Aabach entlang der Eggestraße. Ab der Kläranlage folgt sie der Waldgrenze zum Staatsforst Bredelar. Erst Auf’m Schild geht die Grenze durch Waldgebiete, zunächst entlang des Waldweges und überquert dann die Bredelarer Straße. Sie verläuft ab den Fischteichen in der Madfelder Schweiz nördlich, bis sie erneut auf die Bredelarer Straße trifft. Dort sind Wald- und Gemeindegrenze wieder identisch. Der Rösenbecker Steinbruch ragt am Stemmel kurz in Madfelder Gebiet. Die Grenze folgt zunächst dem Feldweg nach Thülen und biegt dann in den Hansgerloherweg. Die ehemalige Almer Linde an der Almer Straße wird ausgeklammert, ansonsten folgt die Grenze weiter dem Feldweg. An der dollen Seite biegt die Grenze ab, um im Bleiwäscher Düsterstal zu münden. Von dort läuft sie bis zur Bleiwäscher Straße entlang des Feldwegs. Die Schwelge jenseits der Bleiwäscher Straße bildet die weitere Grenze, bis diese schließlich auf den Schnadesiepen trifft.

Aufgrund der Auseinandersetzung zwischen dem Kloster Bredelar und den Herren von Padberg endet die Gemeindegrenze recht abrupt östlich und südlich des Dorfkerns und der Großteil der umliegenden Wälder gehört bis heute zum Staatsforst Bredelar. Die Madfelder Solstätter hatten aber Holz- und Hudeberechtigungen in den Walddistrikten Egge, Kellekerholz, Kälberköpfe, Brautlicht und Liebfrauenberg. Egge und Kellekerholz gehören heute zum Madfelder Wald, Kälberköpfe, Brautlicht und Liebfrauenberg sind nach wie vor von Madfelder Seite gut erschlossen. Insgesamt umfasst der Madfelder Wald heute  Hektar.

Nachbarorte Madfeld grenzt im Süden und Südwesten an Rösenbeck, im Westen an Radlinghausen und im Westen und Nordwesten an Alme. Diese drei Dörfer sind wie Madfeld Ortschaften der Stadt Brilon. Nördlich grenzt Madfeld an Bleiwäsche, im Nordosten kurz an Fürstenberg; beides Ortschaften der Stadt Bad Wünnenberg im Kreis Paderborn. Daran schließt sich ebenfalls noch im Nordosten Bredelar an, eine Ortschaft der Stadt Marsberg, die Madfeld im gesamten Osten und bis in den Südosten umgibt.

Im Umkreis von etwa fünf Kilometern um den Ortskern von Madfeld liegen folgende Orte:

Die Kernstadt von Marsberg liegt etwa neun Kilometer Luftlinie ostnordöstlich von Madfeld, jene von Bad Wünnenberg rund zehn Kilometer nördlich und die Briloner Kernstadt etwa elf Kilometer westsüdwestlich. Als Mittelzentrum fungiert vor allem Brilon, zum Teil auch Marsberg. Das nächstgelegene Oberzentrum ist das knapp 33 Kilometer nördlich gelegene Paderborn.

Geschichte Es wird davon ausgegangen, dass das heutige Madfelder Gebiet schon seit mehr als 4000 Jahren besiedelt ist. Beleg dafür ist ein Keil, der in die Jungsteinzeit datiert wird und auf dem heutigen Madfelder Gebiet gefunden wurde. Die nächsten Funde datieren in die ältere vorrömische Eisenzeit. Während Bauarbeiten für die Windkraftanlagen zwischen Madfeld und Bleiwäsche wurden 2006 auf einer Fläche von etwa drei Quadratkilometern über 60 Gruben und Pfostenlöcher entdeckt. In diesen befanden sich Keramikreste. Auch Eisenschlackenreste wurden gefunden. Solche eisenzeitliche Siedlungsspuren im Sauerland sind selten.

Erstmals urkundlich erwähnt wird Madfeld in der Schenkung der Grafschaft Haholds II. an Bischof Meinwerk und die Kirche von Paderborn durch König Heinrich II. vom 10. April 1011. Das dort erwähnte „Matfeld“ ist noch kein geschlossenes Dorf, sondern verweist auf eine Landschaft. (Vergleichbar dem benachbarten Sintfeld.) Wie groß dieses Gebiet gewesen ist, ist heute unklar. Es ragte in die Ortslagen der heutigen Dörfer Radlinghausen und Bleiwäsche hinein und umfasste die wüst gefallenen Orte Weißinghausen, Meveringhusen, Walberinghusen/Wolberinghausen, Heddinghausen, Emminchusen/Hemminghusen, Glinden(e), Thietboldinghusen, Lutborgehusen/Luberinghusen, Wulfferinchhusen und Osning(en)/Oestlingen. Es besteht die Vermutung, dass es mit dem Gebiet des Freigerichts, dessen Mittelpunkt später Alme war, übereinstimmt. Dieses umfasste alle Ortschaften zwischen den wüst gefallenen Orten Andepen (südlich von Leiberg) und Keffelke (östlich von Brilon) und entspricht dem heutigen Gebiet von Ober- und Niederalme, Wülfte, Nehden, Thülen, Bontkirchen, Radlinghausen, Rösenbeck und Madfeld. Für das Jahr 1550 liegt die Zeugenaussage des Thülener Bauern Hermann Bluwels vor, der angibt Thülen liege auf dem Madfeld.

Neben den Paderborner Bischöfen hatten noch weitere kirchliche Institutionen und Adlige Besitzrechte auf dem Madfeld. Die Grafen von Arnsberg vergaben Höfe in Heddinghausen und Osningen als Lehen an die Herren von Padberg, die Edelherren von Büren in Thietboldinghusen an einen Ritter Konrad von Walberinghusen. Als kirchlicher Obereigentümer ist vor allem das adelige Damenstift Böddeken zu nennen, dessen Besitzungen vom Amt Widden (auch Amt Osningen auf dem Madfeld genannt) verwaltet wurden.

In den genannten Orten wurde vor allem Landwirtschaft betrieben. Daneben spielte die Bleigewinnung eine Rolle. Im Bereich des wüst gefallenen Ortes Wulfferinchhusen konnten Bleischlacken und Bleierze aus der Zeit von etwa 920 bis 1180 gefunden werden. Aus dem 10. bis 12. Jahrhundert stammen Kochtöpfe, die bis in den Hellwegraum gehandelt wurden. Auch aus dem Spätmittelalter, genauer der Phase des 13./14. Jahrhunderts, wurden dort Bleischlacken gefunden.

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts spitzte sich der Konflikt zwischen den Benglern, an deren Spitze Friedrich III. der Ältere vom Alten Haus Padberg stand, und dem Paderborner Fürstbischof zu. Infolgedessen verkaufte das Stift Böddeken am 30. März 1390 sein Amt Widden an die Herren von Padberg (Linie altes Haus). Bereits 1340 hatten diese Güter auf dem Madfeld von den Edelherren von Büren erworben. Mad- und Sintfeld gerieten bald darauf in den Mittelpunkt des Konflikts. Bischof Ruprecht zog 1392 gegen die Herren von Padberg, konnte deren Burgen jedoch nicht erobern und verwüstete daraufhin zahlreiche Dörfer in der Umgebung. Zwei Jahre später wiederholte er den Kriegszug gegen Padberg, diesmal unterstützt vom Erzbischof von Köln und vom Herzog von Braunschweig. Er eroberte Padberg und verwüstete es, starb jedoch bei der Belagerung Padbergs an einer Seuche. Erst Ruprechts Nachfolger Johann I. von Hoya gelang 1392 der Sieg über Padberg. Infolge dieser Auseinandersetzungen lag nach dem Einkünfteregister des Klosters Bredelar von 1416 ein Hof in Hemminghausen wüst, in Heddinghusen, Glinden und Osningen wurden noch Höfe bewirtschaftet. Die Söhne Friedrichs von Padberg verpfändeten 1418 ihren gesamten Besitz, den sie von den Edelherren von Büren und dem Stift Böddeken erhalten hatten an das Kloster Bredelar. Neben den Fehden führten vor allem die Pestwellen in den Städten zur Landflucht. Zum einen wurden weniger Lebensmittel nachgefragt, zum anderen wurde der Zuzug in die Städte erleichtert. Unter diesem Einfluss und den weiter anhaltenden Fehden dürfte das Madfeld größtenteils wüst gefallen sein. Von Radlinghausen und Rösenbeck ist bekannt, dass ihre Feldfluren wüst lagen.

Ein Aufschwung setzte erst ein, nachdem der römisch-deutsche König Maximilian I. den Ewigen Landfrieden ausgerufen hatte. Antonius vom Alten Haus Padberg (Tönies von Padberg) erwarb die Hälfte der an Bredelar verpfändeten Ländereien zurück. Angeblich 1482 soll er seine sechs Höfe zu Glindene, Hemminghausen, Oestlingen, Lübberinghausen, Heddinghausen und Detbelinghausen zusammengezogen haben und darauf Madfeld als Kirchdorf gegründet haben. Als neuer Siedlungsschwerpunkt kam nur Oestlingen in Betracht, da sich hier eine Kirche befand. Das Alter der Kirche ist unbekannt, Besitzer und vielleicht Gründer dürften die Damen zu Böddeken oder ihre Vögte, die Edelherren von Büren, gewesen sein. Von diesen ging sie an die Herren von Padberg über. Die Gründung orientierte sich an der Entwicklung auf dem Sintfeld (Gründung Fürstenbergs 1449, Leibergs 1490, Haarens 1491), dürfte aber weit weniger planvoll verlaufen sein. Mit dem Kloster Bredelar gab es Auseinandersetzungen um den Kirchenzehnten und die Waldnutzung, außerdem bestand es auf seine Hälfte der Ländereien. Im Westen bauten die Herren von Meschede zu Alme ihre Herrschaft aus und gelangten 1497 beziehungsweise 1503 in den Besitz von Meveringhausen und Weißinghusen (in der Nähe des heutigen Haus Almerfeld). Mit dem Kloster Bredelar konnte Tönnies von Padberg 1507 einen Vertrag abschließen. Darin wurde geregelt, dass das Madfeld die sechs oben erwähnten Orte umfasst, die Herren von Padberg hierüber die niedere Gerichtsbarkeit ausüben und die Abgaben und Dienste der Bauern erhalten. Das Kloster Bredelar erhielt im Gegenzug den Kirchenzehnten, musste dafür aber den Pfarrer von Oestlingen ernähren und erhielt weiterhin den Besitz über Rösenbeck, Radlinghausen und Bontkirchen. Das Madfeld wurde neu besiedelt, namentlich sind aus einer Zeugenbefragung von 1549 acht Personen bekannt, die aus Medebach, Marsberg, Gevelinghausen, Heringhausen und Berlar stammten. In den folgenden Jahren nahm der Ort einen stetigen Aufschwung, für das Jahr 1565 sind 49 Steuerzahler nachgewiesen.