mini|Joseph Grünpeck und Blasius Hölzl (rechts; mit Wappen) im Gespräch über Wunderzeichen; Federzeichnung 1502 rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|hochkant=0.6|Unterschrift Blasius Hölzl Blasius Hölzl (* wahrscheinlich 1. FebruarC. Celtis, der ebenfalls an diesem Tag seinen Geburtstag feierte: „Februis natus Blasius calendis“ (im Anklang an Horaz: Oden 3, 8); In natalem diem Blasii H. In: Complurium eruditorum vatum carmina, ad magnificum virum D. Blasium Hölcelium, sacri Caesaris Maximiliani consiliarium, Moecenatem eorum precipuum. Tauftag war demnach der Blasiustag 3. Februar. 14711487 Beginn des Studiums, große (wohl runde) Geburtstagsfeier 1501; vgl. das Folgende. in Sillian; † 21. Juli 1526 in Innsbruck) war ein Finanzberater, Sekretär und Rat der Kaiser Friedrich III., Maximilian I. und Karl V.
Leben Der hochgebildete Hölzl war Sohn eines görzischen Lokalbeamten. Sein Vater Bartlme Hölzl († vor 1500) besaß ein Haus in Sillian und wird dort 1454 mit seiner Frau Barbara Maxnerin erwähnt. Das Ehepaar hatte sieben Söhne (Blasius, Christian, Augustin, Zwillinge Conrad und Simon, Hans und Ambrosius) und drei Töchter (Veronica, Dorothea und Margret).Johanna Felmayer: Blasius Hölzl. Eine markante Persönlichkeit am Hofe Kaiser Maximilians, bes. S. 93.
Am 13. April 1487 immatrikulierte sich Blasius Hölczell de Atthesi Brixinensis dioc. (= aus dem Etschland,Die ältere Grafschaft Görz unterteilte sich in die Grafschaft zu Tirol, die Landschaft an der Etsch und die Landschaft im Inntal. Brixner Diözese) an der Universität Heidelberg,Johann Picinianus (1478–1542) aus Augsburg erwähnt in einem Geburtstagsgedicht für Hölzel die Flüsse Wertach (Vinda; steht für Augsburg), Etsch, Rhein, Donau und Neckar (steht für Heidelberg); vgl. Complurium eruditorum vatum carmina, ad magnificum virum D. Blasium Hölcelium. Silvan Otmar, Augsburg 1518, Blatt 15. 1489 erwarb er den Baccalareus artium. Anfangs wollte Blasius Hölzl Geistlicher werden. Ihm wurde als Angehörigen der Diözese Brixen die Pfarrpfründe von Feldthurns (Velturns) im Bistum Trient verliehen.Philipp Neeb, Karl Atz: Der deutsche Antheil des Bisthums Trient. J. Wohlgemuth, Bozen 1879, S. 46 (Google-Books). Er trat in die Tiroler Kanzlei ein, von wo aus er 1490 den deutschen König Maximilian I. nach Ungarn begleitete. Nach längerer Probezeit wurde er im Jahr 1494 in den königlichen Dienst gestellt.Urkunde König Maximilians I. vom November 1494, ausgestellt in Antwerpen; Regesta imperii XIV,1,1, Nr. 1152, S. 121. Im Sommer 1495 hielt sich Blasius Hölzl von Sillian, Diener des Königs, zwei Monate in Köln auf. Er gehörte zum Gefolge von Florian Waldauf zu Waldenstein d. Ä., der in der Domstadt eine Unzahl von Reliquien für seine Stiftung in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Hall in Tirol erwarb.Regest vom August 1495; Heinz Moser: Waldaufstiftung Hall in Tirol. Urkunden aus den Jahren 1490–1856. (Tiroler Geschichtsquellen 44). Tiroler Landesarchiv, Innsbruck 2000, Nr. 24, S. 71f (PDF der Tiroler Landesregierung). Vier Jahre später wurde 1498 die neue Hofkammer in Freiburg im Breisgau begründet, der er angehörte. Zu dieser Zeit war Hölzl zu einem der leitenden Sekretäre aufgestiegen und wurde bald eine der Führungspersonen in der Hofkammer. Zu seinen Aufgabenbereichen zählten einerseits die österreichischen Kammersachen und andererseits die Reichssteuern. Hölzl war auch in die Darlehensgeschäfte mit den Fuggern, Welsern und Paumgartnern involviert. Er war Mitglied der Sodalitas Litterarum in Augsburg und hatte einen guten Namen unter den Humanisten. Laut Grabinschrift seines Sohnes Ferdinand († 1545) war Blasius Hölzl auch Ritter vom güldenen Sporn.
Am 1. Februar 1501 feierte Blasius Hölzl in Linz seinen Geburtstag im Kreis humanistisch gesinnter Freunde wie Pietro Bonomo, Joseph Grünpeck, Conrad Celtis und Theoderich Ulsenius; die dabei vorgetragenen Geburtstagsgedichte wurden 1518 zusammen mit späteren Würdigungen Hölzels in einem Sammelwerk veröffentlicht.Eckart Schäfer: Nachlese zur Odenedition des Conrad Celtis. In: Ulrike Auhagen, Eckard Lefèvre, Eckart Schäfer (Hrsg.): Horaz und Celtis. (NeoLatina 1). Gunter Narr, Tübingen 2000, S. 227–259, bes. S. 240, 249–253 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau). Die Gesellschaft führte am 1. März im Linzer Schloss vor Maximilian I. und Bianca Maria Sforza das panegyrische Fastnachtspiel Ludus Dianae von Celtis auf.Conradus Celtis: Ludus Dianae in modum comedie coram Maximiliano Rhomanorum Rege kalendis Martiis et Ludis saturnalibus in arce Linsiana danubii actus. Hieronymus Hölzel, Nürnberg 1501 (Digitalisat der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel). Während der Vorstellung wurde Vincenz Lang († 1502) vom König zum Dichter gekrönt.
Ambrosius Alantsee († 1505),Aus Füssen, 1468/69 immatrikuliert in Basel, 1473 Magister, Verfasser geistlicher Schriften in der Basler Kartause St. Margarethental, gestorben in Erfurt. Prior der Kartause Christgarten bei Nördlingen,Christoph Roth: Literatur und Klosterreform. Die Bibliothek der Benediktiner von St. Mang zu Füssen im 15. Jahrhundert (= Studia Augustana 10). Max Niemeyer, Tübingen 1999, S. 81–85 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau). widmete Blasius Hölzl 1504 seinen Tractatus, qui intitulatur fedus christianum. Er beschreibt in dem Buch, dass Hölzl ihm Zugang zu dem kunstsinnigen König Maximilian I. verschaffen konnte.Georg Wilhelm Zapf: Augsburgs Buchdruckergeschichte nebst den Jahrbüchern derselben, Bd. II. Christoph Friedrich Bürglen, Augsburg 1791, S. 15 (Google-Books). 1504/05 stand Höltzl im Briefwechsel mit Konrad Peutinger in Augsburg, dessen hochbegabte kleine Tochter Juliana (1500–1506) – Kosename „Lulilana“ –,Briefe von Blasius Höltzl vom 7. Oktober 1504 aus Kufstein, vom 2. November 1504 aus Kloster Baumburg, vom 21. Januar 1505 aus Rottenmann und vom 6. März 1505 aus Innsbruck; Konrad Peutinger: Briefwechsel, hrsg. von Erich König. Beck, München 1923, Nr. 19, S. 38f, und Nr. 22, S. 43, 28, S. 51, und Nr. 30, S. 55. die als 3½-jährige eine lateinische Rede vor Maximilian gehalten hatte, er im Scherz später heiraten wollte.Brief von Blasius Höltzl vom 5. November 1504 aus Rosenheim; Konrad Peutinger: Briefwechsel, hrsg. von Erich König. Beck, München 1923, Nr. 23, S. 44; vgl. Götz Freiherr von Pölnitz: Jakob Fugger, Quellen und Erläuterungen. Band II. Mohr Siebeck, Tübingen 1951, S. 150f. Tatsächlich aber bat er Peutinger, ihm eine passende Gattin aus Augsburg zu vermitteln, er wolle „warlich die puebenschuech“ weit von sich werfen.Briefe von Blasius Höltzl vom 19. Oktober 1504 vor Kufstein „im veld“, vom 5. November 1504 aus Rosenheim und vom 14. November 1504 aus Innsbruck; Konrad Peutinger: Briefwechsel, hrsg. von Erich König. Beck, München 1923, Nr. 21, S. 42, 23, S. 44, Nr. 24, S. 45. Peutinger bat Blasius um seine Unterstützung bei König Maximilian I. für die erstmals 1505 geplanten Augsburger Indienfahrten von Portugal aus zur Erschließung der Gewürzmärkte.Brief von Konrad Peutinger vom 13. Januar 1505 aus Augsburg; Konrad Peutinger: Briefwechsel, hrsg. von Erich König. Beck, München 1923, Nr. 27, S. 49f; vgl. Brief von Anton I. Welser (1451–1518) an Konrad Peutinger vom 11. Dezember 1504; ebenda, Nr. 25, S. 47 = Benedikt Greiff (Bearb.): Tagebuch des Lucas Rem … Ein Beitrag zur Handelsgeschichte der Stadt Augsburg. In: Jahres-Bericht des historischen Kreis-Vereins im Regierungsbezirke von Schwaben und Neuburg 26 (1860), S. 1–172, bes. Nr. VIII, S. 163–165, und Nr. X, S. 171 (Google-Books).
Hölzl begleitete Maximilian I. während des Pfälzerkriegs (Landshuter Erbfolgekrieg) im Jahr 1504. Er war als oberster Leiter der Kriegskammer für die Verpflegung und den Sold der Truppen verantwortlich, was sich auf Grund der leeren Kassen als schwierige Aufgabe erwies. Dennoch gelang es Hölzl immer wieder, Geld aufzubringen. Bald sorgte er auch für die Kriegspropaganda. Auch beim Ungarnfeldzug 1506 war Hölzl wieder an der Seite Maximilians, um Geld aufzutreiben.
1505 leistete der königliche Sekretär Blasius Hölzl Verzicht auf die Pfarre Feldthurns. Er nahm am Reichstag in Köln teil.Dietmar Heil (Bearb.): Der Reichstag zu Köln 1505, Bd. II. (Deutsche Reichstagsakten. Mittlere Reihe 8,2). Oldenbourg, München 2008, S. 802, 856 und 911. König Maximilian I. bevollmächtigte ihn in Geschäften mit dem Kölner Patrizier, Bankier und „kaiserlichen Rechenmeister“ Nicasius II. Hackeney (Casius Hakeney) (* um 1460; † 1518).Kredenzschreiben vom 3. Oktober 1505, vermutlich in Wels ausgestellt; Österreichisches Staatsarchiv Wien (Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Reichskanzlei, Maximiliana 16-16). 1507 hielt Hölzl sich anlässlich des Reichstags in Konstanz auf.Maximilian Transsylvanus (Maximiliaen von Sevenborgen) (* um 1490; † um 1538) aus Brüssel: Ad puellas Constantienses in imperiali conventu ne amore principum capiantur, elegia Blasio H. dicata. In: Complurium eruditorum vatum carmina, ad magnificum virum D. Blasium Hölcelium. Silvan Otmar, Augsburg 1518, Blätter 24–27.
Für König (ab 1508 Kaiser) Maximilian I. war Hölzl eine Art Laufbursche, dem er alle lästigen und unangenehmen Aufgaben überwälzte. Dazu zählte beispielsweise die Schuldentilgung für seine Tochter Margarete von Österreich, Statthalterin der Niederlande. Für seine Dienste wurde er, wenn das Geld fehlte, mit dem Viztumamt, kleineren Herrschaften und Ämtern in Kärnten belohnt.
Beim Venezianerkrieg 1508 war Hölzl Verwalter der Kriegskammer in Lienz. Wieder einmal gab es Geldsorgen. Zudem musste er für Landhofmeister Michael von Wolkenstein-Rodenegg (* um 1460; † 1523) und den Heerführer Erich I. von Braunschweig-Lüneburg die Geschäfte führen. Die beiden stritten sich um die Dienste Hölzls, was seine Arbeit zusätzlich erschwerte. Zur Lienzer Kriegskammer unter dem Obersten Kommissar Erich I. von Braunschweig-Lüneburg gehörten im Frühjahr 1508 unter anderen Michael und Gotthart von Wolkenstein-Rodenegg († 1513), Jorig (Georg) von Firmian († 1540), Erbmarschall in Trient, Christoph III. von Welsperg (1450–1508), (Paul) Sixt I. Trautson († 1508) zu Matrei, Truchseß Georg (Gorig) Goldacher, Sigmund Pranndisser (von Brandis) († 1536), Pfleger und Amtmann zu Toblach, Oberster Proviantmeister Lukas von Graben, Pfleger von Heinfels, Kanzleiverwalter Blasy Hölzl, Hofschenk Sigmund Spreng († 1508), Pfleger und Propst zu Ambras, Dietrich I. Heiffler (Hohenbühel genannt Heufler) von Oberrasen, Provisor (Inspekteur) Lienhart (Leonhard) Walliser,Söldnerführer, um 1495 in Worms vorläufig, seit 1497 in Innsbruck auf Lebenszeit in den kaiserlichen Dienst bestellt. Profos Hieronymus von Herrnberg, N. Carle, Zahlmeister Andre Mutscheller, Waldmeister in Österreich Ulrich Ochs, Zeugwart Andreas Schaffer und Startmeister („Ordnungmacher der Knecht“) Steffan Moser.Instruktion Maximilians I. vom 3. oder 5. März 1508; Justin Göbler (Hrsg.): Chronica der Kriegßhändel des … Keyers und Fürsten weyland Herrn Maximiliani des Namens der Erst … Egenolf, Frankfurt am Main 1566, Bl. ii–iiii (Google-Books); Josef Chmel (Bearb.): Urkunden, Briefe und Actenstücke zur Geschichte Maximilians I. und seiner Zeit. (Bibliothek des Literarischen Vereins in Stuttgart 10). Literarischer Verein, Stuttgart 1845, Nr. CCXXI, S. 290–295 (Google-Books).Gerhard Kurzmann: Kaiser Maximilian I. und das Kriegswesen der österreichischen Länder und des Reiches. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1985, S. 58 Anm. 71.