Die Verkehrsabteilung der Dortmunder Stadtwerke DSW21 ist ein Partnerunternehmen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), das den Öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt Dortmund und der nächsten Umgebung betreibt. Es gibt dabei Überschneidungen mit benachbarten Verkehrsbetrieben.
Die Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) betreibt insgesamt acht Stadtbahnlinien (siehe auch: Stadtbahn Dortmund) und 76 Omnibuslinien. Auf ihrem 1107,6 Kilometer langen Netz beförderte sie 2018 insgesamt rund 130,3 Millionen Fahrgäste und legte dabei rund 20.780.000 Kilometer zurück. Zur Beförderung setzte sie 47 Straßenbahnwagen, 74 Stadtbahnwagen und 172 Busse ein.
Das Unternehmen ist Mitglied der Kooperation östliches Ruhrgebiet.
Geschichte mini|Dreiachsiger Verbandswagen Nr. 279 (Baujahr 1950) im Jahr 2007 als historisches Fahrzeug auf der letzten Innenstadtstrecke an der Oberfläche Anfänge Ursprünge der Verkehrsbetriebe der Dortmunder Stadtwerke reichen weit zurück: Am 8. November 1875 befassten sich englische Ingenieure mit Vorarbeiten für das Projekt einer Pferdebahnstrecke zwischen Dortmund und Hörde.Projekt Pferdebahn Dortmund – Hörde, Einsatz englischer Ingenieure am 8. November 1875, „Dortmunder Zeitung“ vom 12. November 1975, , abgerufen am 20. Juli 2023 Im gleichen Jahr begannen Verhandlungen zwischen der Stadt Dortmund und mehreren interessierten Unternehmen über den Bau und Betrieb eines Netzes von Straßen- und Kleinbahnstrecken, bei denen schließlich der Berliner Bauunternehmer Georg Soenderop den Zuschlag erhielt. Nachdem der Konzessionsvertrag am 9. März 1881 abgeschlossen war Konzessionsvertrag Stadt Dortmund / Soenderop vom 9. März 1881 über Pferdebahn ohne Güterverkehr, Laufzeit 40 Jahre, „Dortmunder Zeitung“ vom 10. März 1881, , abgerufen am 19. Juli 2023, eröffnete Soenderop bereits am 1. Juni desselben Jahres die erste Pferdebahnlinie vom Steinsplatz (heute Freiherr-vom-Stein-Platz) über die Münsterstraße zum Fredenbaum, einem damals beliebten Vergnügungspark und Ausflugsziel.Eröffnung Steinsplatz – Fredenbaum am 1. Juni 1881, erste Erwähnung des späteren Namens „Dortmunder Straßen-Eisenbahn mit Pferde- und Dampfbetrieb“ in der Presse, „Dortmunder Zeitung“ vom 2. Juni 1881, , abgerufen am 19. Juni 2023 Aufgrund der intensiven Nutzung der Bahn wurde die zunächst eingleisig gebaute Strecke rasch auf zwei Gleise erweitert. Am 7. August 1881 wurde die zweite Strecke von Dorstfeld (Emscherbrücke) über die Rheinische Straße, den Westen- und Ostenhellweg und die Kaiserstraße eröffnet. An beiden Enden lagen große gastronomische Betriebe und Ausflugsziele, im Westen hinter der Dortmunder Stadtgrenze „Zieglers Etablissement und Garten“, im Osten noch auf Dortmunder Gebiet die „Funkenburg“.Eröffnung Dorstfeld – Funkenburg am 7. August 1881, „Dortmunder Zeitung“ vom 8. August 1881, , abgerufen am 19. Juli 2023
Die dritte Linie (Dortmund – Hörde) sollte an der damaligen Bahnhofstraße beginnen, die vom Burgtor aus zwischen den Gleisen der Cöln-Mindener und der dort endenden Bergisch-Märkischen Eisenbahn zum damaligen Bahnhof in Insellage führteStadtplan Dortmund von 1896 mit Straßenbahnstrecken, darunter Situation am Bahnhof, in einem Reiseführer „Dortmund, historische und monumentale Entwicklung“, , abgerufen am 19. Juli 2023, und über Brückstraße, Betenstraße, Gymnasium und Märkischestraße zunächst zur Kronenburg führen (einem Veranstaltungslokal mit Theaterbetrieb), weiter über Märkische Straße, Dortmunder Straße (heute Willem-van-Vloten-Straße) und Seekante zum (alten) Hörder Markt. Als erstes Teilstück ging am 21. September 1881 zunächst die Teilstrecke Bahnhofstraße – Gymnasium – Kronenburg in Betrieb.Inbetriebnahme Hbf Dortmund – Kronenburg am 21. September 1881, „Dortmunder Zeitung“ vom 21. September 1881, , abgerufen am 3. August 2023 Am 19. September hatte für den ganzen Abschnitt auf Dortmunder Stadtgebiet die behördliche Abnahme stattgefunden, zwischen dem Bahnhof am Burgtor und der Hörder Stadtgrenze an der Kluse (Bahnübergang der Rheinischen Bahn). Dabei wurde demonstrativ auch eine Dampflok mitgeführt, vorgesehen für die anschließende Steigungsstrecke in Hörde und den geplanten Güterverkehr.Abnahmefahrt Burgtor – Kluse am 19. September 1881, „Dortmunder Zeitung“ vom 20. September 1881, , abgerufen am 19. Juli 2023 Da der Bahnübergang noch nicht genehmigt war, wurde an der Kluse eine provisorische Endhaltestelle eingerichtet.Dortmund – Kronenburg – Hörder Stadtgrenze, vorläufige Verlängerung nur bis zum Bahnübergang an der Kluse, „Dortmunder Zeitung“ vom 9. Oktober 1881, , abgerufen am 5. August 2023 Erst am 24. Dezember 1881 wurde die Verlängerung dieser Linie nach Hörde Alter Markt genehmigt und in Betrieb genommen, die Endstation lag am (alten) Hörder Markt im (heutigen) Kreuzungsbereich von Seekante, Faßstraße und Hörder Hafenstraße.Behördliche Abnahme und Inbetriebnahme Kluse – Hörde Alter Markt am 24. Dezember 1881, „Dortmunder Zeitung“ vom 25. Dezember 1881, , abgerufen am 9. August 2023 Vorausgegangen waren längere Verhandlungen mit der Aufsichtsbehörde wegen der problematischen niveaugleichen Kreuzung der Rheinischen Bahn an der Kluse.
Ab dem 4. Oktober hieß das Unternehmen dann offiziell Dortmunder Straßenbahn AG für Pferde-und Dampfbetrieb. Probefahrten mit dampfbetriebenen Güterzügen hatte es schon früher gegeben, beispielsweise am 24. September 1881 zwischen Steinsplatz und Fredenbaum.Güterzug-Probefahrt Steinsplatz – Fredenbaum am 24. September 1881, „Dortmunder Zeitung“ vom 25. September 1881, , abgerufen am 19. Juli 2023 Entgegen der Erwartungen lief der Güterverkehr jedoch nicht so gut, so dass etliche speziell für den Güterverkehr verlegte Gleise wieder rückgebaut wurden. 1890 gab man den Güterverkehr auf und verkaufte die Loks und Waggons. Schon am 28. Oktober 1881 hatte Soenderop seine Firma an die neugegründete Deutsche Lokal- und Straßenbahngesellschaft verkauft, an der er sich als Aktionär beteiligte.Gründung Deutsche Lokal- und Straßenbahngesellschaft AG am 28. Oktober 1881, „Dortmunder Zeitung“ vom 2. November 1881, , abgerufen am 4. August 2023.
Allgemeine Lokal- und Straßenbahngesellschaft mini|Aktie der Allgemeinen Lokal- und Strassenbahn-Gesellschaft vom 28. Mai 1896, signiert von Emil Rathenau Im September des Jahres 1892 übernahm die am 15. Oktober 1890 in Berlin als Nachfolgerin gegründete Allgemeine Lokal- und Straßenbahngesellschaft (ALSAG) das Unternehmen. Die Gesellschaft betrieb deutschlandweit viele Straßenbahnnetze, so von 1899 bis 1928 in Hörde und dessen Landkreis die Hörder Kreisbahn und von 1891 bis 1923 die Straßenbahn in Duisburg, auch dort wie in Dortmund zunächst (ab 1886) ihre Vorläuferin Deutsche Lokal- und Straßenbahngesellschaft. Die ALSAG wurde 1923 in ALOKA umbenannt. Sie war wirtschaftlich eng verflochten mit der einflussreichen Industriebank Berliner Handels-Gesellschaft und der AEG von Emil und Walther Rathenau.
Im Bereich von Hörde wurden die Linien nun aufgrund der Steigung mit Dampf betrieben. In der Innenstadt von Dortmund verkehrten in den engen Straßen weiterhin Pferdebahnen. Es stellte sich aber schnell heraus, dass die Pferdebahnen dem stetig wachsenden Verkehr nicht mehr gewachsen waren. So beschloss man am 23. Dezember 1892, die Innenstadt-Strecken zu elektrifizieren. Am 1. März 1894 war das abgeschlossen.Behördliche Abnahme der Elektrifizierung am 1. März 1894, nur vorläufige Betriebsgenehmigung für 14 Tage wegen Telefonstörungen durch Induktion, „Dortmunder Zeitung“ vom 1. und 2. Februar 1894, und , abgerufen am 22. Juli 2023.
Am 15. Januar 1896 waren die Vertragsverhandlungen zwischen ALSAG und dem Magistrat der Stadt Hörde so weit, dass einer Umstellung von Dampf- auf elektrischen Betrieb auch auf der Strecke Kronenburg – Hörde (alter Markt) inhaltlich nichts mehr im Wege stand, dass der Vertrag am 6. Februar abgeschlossen und vorbereitende Arbeiten (Leitungsmasten) abgeschlossen werden konnten.Elektrischer Betrieb Hörde – Dortmund, am 15. Januar 1896 keine Hindernisse mehr, „Dortmunder Zeitung“ vom 16. Januar 1896, , abgerufen am 23. Juli 2023Elektrischer Betrieb Hörde – Dortmund, Vertragsabschluss, Abschluss vorbereitende Arbeiten (Leitungsmasten), „Dortmunder Zeitung“ vom 6. Februar 1896, , abgerufen am 30. Juli 2023 Am 4. April erfolgte eine behördliche AbnahmeElektrischer Betrieb Hörde – Dortmund, erste behördliche Abnahme am 4. April 1896, „Dortmunder Zeitung“ vom 2. April 1896, , abgerufen am 30. Juli 2023, es waren aber weiter ProbefahrtenElektrischer Betrieb Hörde – Dortmund, weitere Probefahrten, „Dortmunder Zeitung“ vom 15. April 1896, , abgerufen am 30. Juli 2023 und eine endgültige Abnahme am 24. April erforderlich, bis der elektrische Betrieb auch zwischen Hörde (alter Markt) und der Kronenburg am 27. April 1896 aufgenommen werden konnte.Elektrischer Betrieb Hörde – Dortmund, endgültige Abnahme am 24. April und Inbetriebnahme am 27. April 1896, , abgerufen am 30. Juli 2023 An Wochenenden mit großem Andrang von Ausflüglern wurden weiter Verstärkerzüge mit Dampfantrieb eingesetzt.Kronenburg – Hörde, Verstärkerzüge mit Dampf, „Dortmunder Zeitung“ vom 13. Mai 1896, , abgerufen am 1. August 2023
Fast drei Jahre später wurde in Hörde eine weitere Strecke über die heutige Hörder Semerteichstraße (damals Viktoriastraße) ins Hörder Zentrum an der (heutigen) „Schlanken Mathilde“ verlegt, wo ab dem 30. Januar 1899 in den zeitgleich eröffneten ersten Bauabschnitt (Hörde Rheinischer Bahnhof – Hörde Post – Aplerbeck) der Hörder Kreisbahn umgestiegen werden konnte.Inserat der Dortmunder Straßenbahn im „Hörder Volksblatt“ vom 2. Februar 1899 über die Inbetriebnahme der Zweigstrecke Hörde Kreishaus – Hörde Post am 30. Januar 1899, , abgerufen am 22. Juli 2023 Die Streckenführung durch die Viktoriastraße mit steilen Abschnitten vor allem beim Kreishaus war erst mit der Einführung des elektrischen Betriebes (abgeschlossen 1896) möglich geworden. Die alte Strecke blieb noch einige Jahre in Betrieb (siehe auch: Umstieg in Hörde).