Die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG, kurz DVG, ist ein Verkehrsunternehmen, welches die Stadt Duisburg (232,8 km²) mit öffentlichem Nahverkehr versorgt. Seit dem 1. Januar 1940 ist die DVG im öffentlichen Personennahverkehr in Duisburg tätig. Über 50 Millionen Fahrgäste sind jährlich in 101 Bussen und 57 Straßenbahnwagen unterwegs, das sind circa 142.000 Personen am Tag.

Das Duisburger Schienennetz umfasst 53 Kilometer, auf dem die DVG drei Straßenbahnlinien und eine Stadtbahnlinie betreibt. Das Busnetz besteht aus 43 Linien und hat eine Länge von fast 450 Kilometern. Insgesamt bedient das Verkehrsunternehmen 735 Bus- und Bahn-Haltestellen.

Die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG ist Mitglied im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), dessen Tarif seit dem 1. Januar 2012 auch am Niederrhein (u. a. in Moers und Dinslaken) gilt. (Siehe auch: Stadtbahn Duisburg).

Wirtschaftsdaten Verkehrsgebiet (Stand 2019): Fläche (in km²): 281 Einwohner des Verkehrsgebietes: ca. 650.000

Verkehrs- und Betriebsleistung: Fahrgäste (in Mio.): 52,8

Verkehrs- und Betriebsleistung Bus: Fahrzeugbestand: 101 Anzahl der Linien: 32 Anzahl der Haltestellen: 579 Beförderte Personen (in Mio.): 30,7 Linienlänge Bus (in km): 489,3 Streckenlänge Bus (in km): 397,5 Mittlere Reisegeschwindigkeit (in km/h): 20,04 Personenkilometer (in Mio.): 140,6 Wagenkilometer (in Mio.): 8,7 Platzkilometer (in Mio.): 723

Verkehrs- und Betriebsleistung Straßenbahn/Stadtbahn (Stand 2015): Fahrzeugbestand (Stand 2021): 57 Anzahl der Linien: 4 Anzahl der Haltestellen: 131 Beförderte Personen (in Mio.): 30,9 Linienlänge Straßenbahn (in km): 106,6 Streckenlänge Straßenbahn (in km): 53,3 Personenkilometer (in Mio.): 141,4 Wagenkilometer (in Mio.): 4,9 Platzkilometer (in Mio.): 845,7

Geschichte mini|links|Der erste deutsche Gelenktriebwagen von 1926, sogenannter „Harkortwagen“ – lange als Museumswagen in Duisburg erhalten, später verkauft. Am 1. Januar 1940 kam es zur Gründung der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG. In ihr wurden die Duisburger Straßenbahnen GmbH, die Kreis Ruhrorter Straßenbahn AG und die Städtische Straßenbahnen Hamborn vereint. Damit waren alle Straßenbahnlinien im Bereich der Stadt Duisburg unter einem Dach vereint. Auch die Anteile der STOAG in Oberhausen wurden im Zuge dieser Neugründung an die Stadt Duisburg verkauft. Insgesamt betrieb das Unternehmen 1942 23 Linien. Infolge des Zweiten Weltkrieges musste 1945, wie bei vielen anderen Betrieben im Ruhrgebiet, der Verkehr eingestellt werden.

Am 2. Mai 1945 nahm als erste nach den Stilllegungen die Linie 14 von Dinslaken nach Meiderich den Betrieb wieder auf. Bis zum Jahr 1950 konnte man neun normalspurige Linien und elf meterspurige Linien wieder in Betrieb nehmen. Allerdings wurden schon 1951 und 1952 jeweils eine Linie auf Omnibusverkehr umgestellt.

Auf einer fast 34 Kilometer langen Strecke von Ruhrort über Homberg, Moers, Repelen, Kamp-Lintfort und Rheinberg nach Ossenberg verkehrte vom 18. Dezember 1954 bis zum 28. Mai 1967, zum Teil auf einer früheren Straßenbahntrasse, die längste Oberleitungsbuslinie Deutschlands. Die nach Duisburg führenden Oberleitungsbusstrecken waren dabei Teil des Oberleitungsbus Moers, an dem die DVG mit zwei Fahrzeugen und 1,35 Streckenkilometern beteiligt war.

Schon bald begann die Vereinheitlichung der Spurweiten im Stadtgebiet. Zunächst hatte man überlegt, alle Strecken auf Meterspur umzubauen, um ein einheitliches Netz von Bochum über Gelsenkirchen, Essen, Mülheim, Oberhausen, Duisburg, Moers bis nach Krefeld zu schaffen. Schließlich wurden aber nur die wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen in Anknüpfung an das normalspurige Netz in Düsseldorf ausgebaut und alle anderen Strecken auf Omnibusbetrieb umgestellt.

Am 2. Mai 1959 war das größte Umspurungsprojekt eines deutschen Nahverkehrsunternehmens abgeschlossen. Nach dem Umbau, der 4,6 Millionen D-Mark kostete, blieben zunächst sieben Linien erhalten. Das Netz wurde bis Ende der 1960er Jahre auf insgesamt 65,1 km reduziert.

1970 hatte das Land Nordrhein-Westfalen einen Generalverkehrsplan für das Ruhrgebiet vorgelegt. Neben dem systematischen Ausbau der S-Bahn sollte ein städteübergreifendes Stadtbahnsystem geschaffen werden. Danach sollten in Duisburg die Strecken von Dinslaken über Hamborn, Meiderich, die Innenstadt und Huckingen nach Düsseldorf, von Moers über Ruhrort und die Innenstadt nach Mülheim und von Ruhrort nach Marxloh gebaut werden. mini|links|250px|Logos der DVG: links ca. 1970, mittig ca. 1990, rechts das aktuelle Logo

Die DVG ist seit dem 1. Januar 1980 Mitglied des VRR, des größten Verkehrsverbundes Europas. Mit dem Beitritt wurde auch ein einheitliches System der Liniennummerierung eingeführt. Duisburg wurde neben Oberhausen der Fahrplanbereich 9 zugeordnet, mit Ausnahme einiger grundsätzlicher Umbenennungen wurde allen Liniennummern eine „9“ vorangestellt, die Straßenbahn- und Omnibuslinien wurden dreistellig. So hatte bis 1980 in vielen Städten eine Straßenbahnlinie „1“ verkehrt; nun war eine Verwechslung nicht mehr möglich. Die erwähnte Ausnahme stellte die Linie D dar; sie wurde in 79 bzw. U 79 umnummeriert.

Nach der Eingemeindung der linksrheinischen Städte Homberg und Rheinhausen im Jahr 1975 übernahm man am 1. Januar 1985 das dortige Streckennetz der NIAG und tauschte sie gegen die Strecken in den ehemaligen Kreisen Dinslaken und Rees aus. Noch heute besitzt die NIAG einen großen Anteil am Duisburger Busverkehr, vor allem im Westen der Stadt, Direktverbindungen vom Duisburger Hauptbahnhof aus in das Bedienungsgebiet der NIAG (u. a. Moers, Geldern, Vluyn) und über Gemeinschaftsverkehre. mini|150px|Der Via-Verbund Seit dem 1. Juli 2010 besteht ein Zusammenschluss der Verkehrsunternehmen DVG (Duisburg), EVAG (Essen) und MVG (Mülheim an der Ruhr) in einem Gemeinschaftsunternehmen Via Verkehrsgesellschaft mbH auf operativer Ebene. Dieser wurde zum 31. Dezember 2016 von der DVG gekündigt.

Ehemalige Linienverläufe bei Straßenbahn und Oberleitungsbus Linienführungen der Straßenbahn 1950 Aus historischen Gründen waren die Straßenbahnnetze nördlich und südlich der Ruhr wegen unterschiedlicher Spurweiten inkompatibel. Während die Straßenbahnstrecken der Stadt Duisburg (inklusiver zweier Strecken zum Ruhrorter Friedrichsplatz und zum Bahnhof Duisburg-Meiderich Süd) komplett in Normalspur gebaut worden waren, hatte man in der ehemals eigenständigen Stadt Hamborn die auch im benachbarten Oberhausen gebräuchliche Meterspur genutzt.

Linie Linienweg Fahrzeit Spurweite D Duisburg Hbf (tief) – König-Heinrich-Platz – Grunewald – Wanheimerort – Sittardsberg – Huckingen – Kesselsberg – (D-)Froschenteich – (D-)Wittlaer – (D-)Kaiserswerth – (D-)Flughafen Lohausen – (D-)Nordstraße – (D-)Ratinger Tor – (D-)Graf-Adolf-Platz 58 Minuten 1.435 mmNormalspur 1 Ruhrort Friedrichsplatz – Tausendfensterhaus – Ruhrbrücke – Schwanentor – König-Heinrich-Platz – Kaßlerfeld – Hauptpost/Hbf – Neudorfer Straße – Tierpark (Kaiserberg) 24 Minuten 2 Hochfeld Süd Bahnhof – Brückenplatz – Marientor – König-Heinrich-Platz – Hauptpost/Hbf – Tierpark (Kaiserberg) – (MH-)Monning – (MH-)Speldorf – (MH-)Rosendahl – (MH-)Rathaus 42 Minuten 3 Hochfeld Wörthstraße – Marientor – König-Heinrich-Platz – Hauptpost/Hbf – Neudorfer Markt – Grunewald 23 Minuten 4 Kuhtor – König-Heinrich-Platz – Hauptpost/Hbf – Neudorfer Markt – Neudorf Kruppstraße 12 Minuten 5 Kaßlerfeld Schifferstraße – Sperrschleuse – Zeche Diergardt/Mevissen – Neuenkamp Rheindeich 14 Minuten 7 König-Heinrich-Platz – Hauptpost/Hbf – Duissern – Schnabelhuck – Meiderich Süd Bahnhof 8 Duisburg Hbf (tief) – König-Heinrich-Platz – Grunewald – Bahnhof Hochfeld-Süd – Eisenwerk Wanheim – Hüttenwerke Huckingen – Hüttenheim 39 Minuten 9 Meiderich Süd Bahnhof – Kanalbrücke – Ruhrau – Schnabelhuck – Duissernplatz – König-Heinrich-Platz – Grunewald – Neuer Friedhof – Buchholz – Huckingen 45 Minuten M Ruhrort Friedrichsplatz – Homberg – Moers – Rheinberg Oberleitungsbus 11 Norbertuskirche – Bahnhof Hamborn – Marxloh Pollmann – Matenastraße – Beeck Denkmal – Laarer Kirche – Ruhrort Friedrichsplatz 23 Minuten 1.000 mmMeterspur 12 Meiderich Süd Bahnhof – Baustraße – Laarer Kirche – Ruhrort Friedrichsplatz – Bürgermeister-Pütz-Straße – Post Meiderich – Meiderich Süd Bahnhof (Ringlinie) 38 Minuten 13 Beeck Denkmal – Bergmannssiedlung – Schacht I/II – Beeckerwerth 8 Minuten 14 Dinslaken Bahnhof – Walsum-Vierlinden – Walsum Schwan – Marxloh Pollmann – Hamborn Rathaus – Neumühl – Meiderich Süd Bahnhof 45 Minuten 16 Walsum – Wehoven – (OB-)Holten Markt 13 Minuten 17 Dinslaken Bahnhof – Neutor – Hiesfeld 15 Minuten 18 Dinslaken Bahnhof – Neutor – Lohberg 15 Minuten 21 Alsum – Matenastraße – Hamborn Altmarkt – Hamborn Rathaus – Norbertuskirche – (OB-)Buschhausen 37 Minuten 22 Norbertuskirche – Marxloh Pollmann 23 (OB-)Holten Bahnhof – Holten Markt – Fahrner Straße – Marxloh Pollmann 23 Minuten 24 Hamborn Fahrner Straße – Hamborn Rathaus – Meiderich Baustraße 23 Minuten kursiv = Ortschaften außerhalb Duisburgs

Linienführungen der Straßenbahn 1959 Um bessere Verkehrsverbindungen zwischen dem Nord- und Südteil der Stadt zu schaffen, wurden einzelne Strecken von Meterspur auf Normalspur umgespurt. Infolgedessen wurden einzelne Strecken aufgegeben, da sie im Inselbetrieb nicht weiter sinnvoll betrieben werden konnten, der Umbau aber nicht wirtschaftlich gewesen wäre (besonders in Dinslaken und nach Beeckerwerth).

Linie Linienweg Fahrzeit Bemerkung D Duisburg Hbf – König-Heinrich-Platz – Grunewald – Wanheimerort – Sittardsberg – Huckingen – (D-)Froschenteich – (D-)Wittlaer – (D-)Kaiserswerth – (D-)Flughafen Lohausen – (D-)Ratinger Tor – (D-)Graf-Adolf-Platz 54 Minuten 1 Norbertuskirche – Bahnhof Hamborn – Marxloh Pollmann – Matenastraße – Beeck Denkmal – Laarer Kirche – Ruhrort Friedrichsplatz – Tausendfensterhaus – Ruhrbrücke – Schwanentor – König-Heinrich-Platz – Hauptpost/Hbf – Neudorfer Straße – Tierpark (Kaiserberg) 53 Minuten bis Laar:ehemals Meterspur 2 Hochfeld Süd Bahnhof – Brückenplatz – Marientor – Sonnenwall bzw. Kuhtor – Hauptpost/Hbf – Tierpark (Kaiserberg) – (MH-)Monning – (MH-)Speldorf Bahnhof – (MH-)Rosendahl – (MH-)Rathaus 42 Minuten 3 Kupferhütte – Marientor – Sonnenwall bzw. Kuhtor – Hauptpost/Hbf – Neudorfer Markt – Grunewald 23 Minuten 4 Ruhrort Friedrichsplatz – Tausendfensterhaus – Ruhrbrücke – Schwanentor – König-Heinrich-Platz – Hauptpost/Hbf – Neudorfer Markt – Sportpark 26 Minuten 8 Duisburg Hbf – König-Heinrich-Platz – Grunewald – Hochfeld Bahnhof Süd – Rheinstahl Wanheim – Hüttenwerke Huckingen – Hüttenheim 32 Minuten 9 Dinslaken Bahnhof – Walsum-Vierlinden – Walsum Rathaus Walsum Schwan – Marxloh Pollmann – Hamborn Rathaus – Neumühl – Meiderich Süd Bahnhof – Kanalbrücke – Ruhrau – Schnabelhuck – Duissernplatz – Stadttheater bzw. Hauptpost/Hbf – Grunewald – Neuer Friedhof – Buchholz – Huckingen 80 Minuten bis Meiderich:ehemals Meterspur M Ruhrort Friedrichsplatz – Homberg – Moers – Rheinberg Oberleitungsbus 10 Alsum – Matenastraße – Hamborn Altmarkt – Hamborn Rathaus – Norbertuskirche – (OB-)Buschhausen 36 Minuten Meterspur 11 (OB-)Holten Bahnhof – (OB-)Holten Markt – Fahrner Straße – Marxloh Pollmann 19 Minuten 12 Ruhrort Bergiusstraße – Meiderich Süd Bf Meterspur 23. Mai 1959 Buslinie 12:Laar – Meiderich – Ruhrort 13 Laar Kirche – Meiderich Süd Bf 16 Walsum Rathaus – Wehofen Schachtstraße – (OB-)Holten Markt 10 Minuten Meterspur 29. November 1959 Linie 6 kursiv = Ortschaften außerhalb Duisburgs

Linienführungen der Straßenbahn 1971 Alle Linien führen nun über Normalspurgleise. Die bisher noch verbliebenen Meterspurstrecken waren auf Oberhausen ausgerichtet, und als dort die Straßenbahn stillgelegt wurde, wurden auch diese Strecken aufgegeben.