Mikulov (deutsch Niklasberg) ist eine Gemeinde im Ústecký kraj in Tschechien.

Geographie

Lage mini|links|Ortschaft und Umgebung vom Stürmer aus gesehen Die Ortschaft liegt in Nordböhmen in Höhe an der Südabdachung des Erzgebirges, etwa 14 km nordwestlich von Teplice (Teplitz) an der Alten Freiberg-Teplitzer Poststraße zwischen Moldava (Moldau) auf dem Kamm und Hrob (Klostergrab) am Fuß des Erzgebirges. Im Nordosten erhebt sich mit 909 m der zweithöchste Berg des Osterzgebirges, der Pramenáč (Bornhauberg) und im Westen der 869 m hohe Bouřňák (Stürmer).

Gemeindegliederung Für die Gemeinde Mikulov sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zu Mikulov gehört die Einschicht Vitiška (Wittichbaude).

Nachbarorte

Geschichte mini|hochkant=1.3|Die Bergstadt in ihrer Umgebung mini|Straßenzug in Ortsmitte mini|Umgebindehaus bei der Ortschaft Gegründet wurde der Ort 1540 unter dem Namen Neuschellenberg als Ansiedlung sächsischer Bergleute durch den Grafen Lobkowitz. Die älteste Urkunde des Orts betrifft ein von Kaiser Ferdinand I. am 7. Mai 1543 den drei Gebrüdern Johann Litwin, Christoph und Wenzel von Lobkowitz auf Bilin, Tein und Dux erteiltes Privileg.Johann Thaddäus Anton Peithner von Lichtenfels: Versuch über die natürliche und politische Geschichte der böhmischen und mährischen Bergwerke. Wien 1780, S. 87–88, § 89; books.google.deJaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 5: Leutmeritzer Kreis, Wien 1787, S. 125–126, Ziffer 20; .Kaspar Maria von Sternberg: Umrisse einer Geschichte der böhmischen Bergwerke. Prag 1836, S. 458; . Am 11. Februar 1554 gaben die Gebrüder Lobkowitz der Gemeinde eine gedruckte Bergordnung und vollzogen damit den ersten Schritt einer Entwicklung des Orts zur Bergstadt.Kaspar Maria von Sternberg: Umrisse einer Geschichte der böhmischen Bergwerke. Prag 1836, S. 454; . Im Jahr 1596 verlieh Kaiser Rudolf II. der Ortschaft ein Stadtwappen und erhob sie zu einer Bergstadt. Die Privilegien des Städtchens wurden von den Landesfürsten bis ins 19. Jahrhundert regelmäßig bestätigt. Nach dem Erliegen des Bergbaus ernährte sich die Bevölkerung mühsam durch Feldwirtschaft. Seit Eröffnung der Bahnstrecke Most–Moldava, die früher auch als „Teplitzer Semmeringbahn“ bekannt war, entwickelte sich langsam der Tourismus, erst als Sommerfrische, später auch zum Wintersport.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Niklasberg 1919 an die neu geschaffene Tschechoslowakei angegliedert. Aufgrund des Münchner Abkommens gehörte die Stadt von 1938 bis 1945 zum Landkreis Teplitz-Schönau, Regierungsbezirk Aussig, im deutschen Reichsgau Sudetenland. Die deutschen Einwohner wurden 1945 enteignet und vertrieben. Das Stadtrecht wurde entzogen.

Demographie Bis 1945 war Niklasberg überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.

+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1830 571 in 96 HäusernJohann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 1: Leitmeritzer Kreis. Prag 1833, S. 122–123, Ziffer 33; books.google.deJahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2. Prag 1831, S. 198, Ziffer 29; books.google.de 1844 637 in 110 HäusernFriedrich Carl Watterich von Watterichsburg: Handbuch der Landeskunde des Königreichs Böhmen. Prag 1845, S. 932; books.google.de 1857 620 1869 531 1880 564 1890 576 1900 606 1910 664 1921 612 davon 595 DeutscheGenealogie Sudetenland 1930 739 1939 561

+ Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs Jahr 1950 1961 1970 1980 1991 2001 2011 Einwohner 271 220 186 136 143 150 218

Wappen Das von Kaiser Rudolf II. 1596 verliehene Stadtwappen zeigt auf einem Schild eine Stadtmauer mit Stadttor. Oberhalb des Stadttors ist der hl. Nikolaus mit Zepter dargestellt, unterhalb das Emblem des Bergbaus.

Galerie

Weblinks

Obec Mikulov. obecmikulov.cz (deutsch, tschechisch, englisch, französisch). Alte Ansichten von Niklasberg. boehmisches-erzgebirge.cz

Einzelnachweise

Mikulov Kategorie:Gegründet 1540