Die Heinkel He 74 war ein Fortgeschrittenen-Übungsflugzeug und Behelfsjagdflugzeug des Herstellers Ernst Heinkel Flugzeugwerke aus den 1930er-Jahren.

Geschichte Der Entwurf der He 74 geht auf Walter Günter, den Zwillingsbruder des Heinkel-Konstrukteurs Siegfried Günter, zurück, der 1933 einen aerodynamisch hochwertigen Doppeldecker als kunstflugtaugliches Fortgeschrittenen-Übungsflugzeug für die Jagdfliegerausbildung konstruierte. Gleichzeitig war der Entwurf entsprechend den Luftrüstungsplänen der Reichswehr als sogenannter Heimatschutzjäger vorgesehen, wozu die geringe Reichweite und die nur schwache Bewaffnungsmöglichkeit mit einem MG als ausreichend angesehen wurde.

Weitere Teilnehmer der Ausschreibung waren die Focke-Wulf Fw 56, die Henschel Hs 121 und die Arado Ar 76. Obwohl die Flugeigenschaften teils besser als die der Wettbewerber waren, floss in die Wertung ein, dass das C-Amt die Zukunft bei Eindeckern sah. Gewinner der Ausschreibung war die Fw 56 mit der Ar 76 als Ausweichlösung.

Die He 74a diente vorrangig der Erprobung verschiedener Tragflächenprofile. Es wurden insgesamt nur drei in den Abmessungen etwas differierende Prototypen und fünf Serienmaschinen der Ausführung He 74b hergestellt. Nach einer anderen QuelleHeinz J. Nowarra: Die deutsche Luftrüstung 1933–1945. Band 2, Bernard & Graefe, 1993, S. 184. soll von der He 74a und der He 74b jedoch nur jeweils ein Exemplar hergestellt worden sein.

Konstruktion Die He 74 war ein einstieliger verspannter Doppeldecker mit gestaffelten Tragflächen, wobei die untere Fläche deutlich kleiner war. Die Tragflächen besaßen zwei Holme in Holzbauweise und eine Sperrholzbeplankung. Querruder waren nur im Oberflügel vorhanden. Die beiden I-Stiele waren ebenso aerodynamisch verkleidet wie das feste Spornradfahrwerk mit freitragenden Federbeinen.

Das Rumpfgerüst war eine geschweißte Stahlrohrkonstruktion, die durch ein Formgerüst auf einen ovalen Querschnitt gebracht wurde und mit Stoff bespannt war. Der Pilot saß in einem offenen Cockpit hinter der Oberflügelhinterkante.

Technische Daten Kenngröße Daten (Heinkel He 74a) Besatzung 1 Spannweite oben 8,15 munten 7,00 m Länge 6,45 m Höhe 2,20 m Flügelfläche 14,95 m²Helmut Schneider: Flugzeug-Typenbuch. Handbuch der deutschen Luftfahrt- und Zubehör-Industrie. Nachdruck der Originalausgabe von 1944. Gondrom, Bindlach 1986, ISBN 3-8112-0484-X, S. 152. Flügelstreckung 6,9 (oben), 7,8 (unten) Flächenbelastung 68,00 kg/m² Leistungsbelastung 4,24 kg/PS Flächenleistung 16,05 PS/m² Leermasse 700 kg Rüstmasse 790 kg max. Startmasse 1017 kg Antrieb 1× Argus As 10 C, mit Verstell-Metalluftschraube (⌀ 2,30 m) Kraftstoffvorrat 104 l Höchstgeschwindigkeit 280 km/h Reisegeschwindigkeit 240 km/h Landegeschwindigkeit 88 km/h Steigzeit 2,6 min auf 1000 m Höhe Reichweite 700 km Dienstgipfelhöhe 4800 m

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Militärisches Schulflugzeug He 074 Kategorie:Erstflug 1933 Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor