mini|ET 165, früher Fahrzeugtyp der Berliner S-Bahn, dem ersten S-Bahn-System mini|S-Bahn-Zug der ÖBB-Reihe 4746 im Bahnhof Wien Floridsdorf mini|Ein Triebwagen der DB-Baureihe 420 der S-Bahn Köln als S12 im Bahnhof Köln Messe/Deutz (Mai 2016). mini|Triebwagen der DB-Baureihe 423 der S-Bahn Rhein-Main beim Frankfurter Westbahnhof mini|Ein Doppelstock-Pendelzug auf dem Seedamm bei Rapperswil-Jona (Schweiz) mini|Ein lokbespannter Zug (DB-Baureihe 143) der S-Bahn Dresden als S3 im Bahnhof Tharandt (Dezember 2016) S-Bahn ist eine in Deutschland, Österreich und der Deutschschweiz übliche Bezeichnung für eine meist elektrisch betriebene Eisenbahn, die dem Schienenpersonennahverkehr respektive Regionalverkehr in Agglomerationen und deren Umland dient. S-Bahnen heben sich meist durch eine höhere spezifische Verkehrsleistung vom sonstigen Regionalverkehr ab, ohne dabei eine vollständige technische Abgrenzung zu verlangen. Die Bezeichnung „S-Bahn“ leitet sich von Stadtbahn,S-Bahn Berlin (28. Januar 2021): Das Geheimnis ums S-Bahn-Logo ist gelüftet. Schnellbahn, Stadtschnellbahn, Stadt- und VorortbahnEintrag S-Bahn. In: Die Deutsche Reichsbahn von A bis Z, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin, 1984, S. 232–233. (SV-Bahn) oder Vorortschnellbahn ab.
Begriff Der Begriff „S-Bahn“ wurde am 24. Dezember 1930 im amtlichen Nachrichtenblatt der Deutschen Reichsbahn verkündet. Er sollte ab dann eine unverwechselbare und einprägsame Marke für die ab 1924 elektrifizierte Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahn sein,Gerhard Lehrke: Warum die S-Bahn S-Bahn heißt. In: Berliner Kurier. 7. Februar 2021 (berliner-kurier.de). nicht zuletzt in Konkurrenz zur Berliner U-Bahn. Zuvor kursierte kurzzeitig ab 1929 die Zusammensetzung Stadt-Schnellbahn, abgekürzt SS als Begriff. Die S-Bahn Berlin gilt als ältestes S-Bahn-System.
Ab 1934 verwendete man auch in Hamburg den Namen und das aus Berlin bekannte Symbol.
S-Bahn wird als Bezeichnung für das einzelne Fahrzeug (S-Bahn-Wagen, S-Bahn-Zug), als Kurzform für eine nur von S-Bahn-Zügen benutzte Eisenbahnstrecke sowie für eine S-Bahn-Linie verwendet.
In Österreich wurde 2004 die S-Bahn Salzburg erstmals offiziell als solche bezeichnet. 2005 folgte die Umbenennung der Wiener Schnellbahn zur Wiener S-Bahn, der ursprüngliche Begriff wird aber vor allem von der älteren Bevölkerung noch verwendet.
Zuggattung mini|Typisch für die Deutsche Reichsbahn waren gesonderte S-Bahn-Tarife, hier ein Dresdner Fahrschein aus der Zeit nach der Wiedervereinigung. Sie gingen allesamt in Verbundtarifen auf. Ursprünglich verkehrten S-Bahnen als Zuggattung Personenzug (P), da sie im Regelfall ebenfalls alle Unterwegsstationen bedienen. Diese Klassifikation behielten nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl die Deutsche Reichsbahn in der DDR und West-Berlin als auch die Deutsche Bundesbahn in der Bundesrepublik bei. Bei letzterer fuhren sie schließlich ab 1969 vorübergehend als Nahverkehrszug (N), erst in den späten 1970er Jahren wurde die S-Bahn in Westdeutschland als eigenständige Zuggattung klassifiziert, wobei der Zugnummer fortan die Abkürzung „S“ vorangestellt wurde. Zunächst lautete die Erklärung in den Fahrplanmedien dabei noch „S = Stadtschnellbahnzug“,Faltblatt „Ihr Zugbegleiter“, IC 636 „Poseidon“, September 1979 dann „S = DB-Schnellbahnzug“Faltblatt „Ihr Zugbegleiter“, D 211 „Wörthersee-Express“, Januar 1980 und später nur noch „S = S-Bahn“. Die Deutsche Reichsbahn wiederum wechselte zum Winterfahrplan 1992 direkt von der Zuggattung Personenzug zur Zuggattung S-Bahn.
Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) stuften ihre Schnellbahnzüge 1990 ebenfalls noch als gewöhnlichen Regionalzug (R) ein, führten später aber gleichfalls die eigene Zuggattung S-Bahn ein. Bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) stellt die S-Bahn ebenso eine eigene Zugskategorie dar.
Logos
Das Verkehrsmittel S-Bahn wird analog zur U-Bahn in einer Vielzahl der bedienten Städte und Regionen durch ein prägnantes Logo gekennzeichnet, das etwa an Bahnhöfen, auf Liniennetzplänen, in Wegeleitsystemen oder auf den Fahrzeugen selbst verwendet wird.
In Deutschland werden S-Bahnen einheitlich durch ein weißes, leicht kalligrafisch gezeichnetes S auf einer kreisförmigen grünen Trägerfläche gekennzeichnet. Die erste Version des Zeichens, die anstelle des Kreises die Form eines Grabsteines hatte und ergänzend das Wort „Bahn“ trug, wurde 1930 zusammen mit der Kurzbezeichnung S-Bahn für die Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen und als Gegenstück zum bereits bestehenden U-Bahn-Logo mit weißem U auf blauem Grund eingeführt. Der Entwurf wurde vom Grafiker Fritz Rosen im Auftrag der Reichsbahndirektion Berlin zwischen März und Juli 1930 erarbeitet, wofür Rosen ein Honorar von 800 Reichsmark erhielt. Das Logo wurde 1933 durch Streichung des Wortes „Bahn“ vereinfacht, die bis heute verwendete runde Version wurde mit Eröffnung der Nordsüd-S-Bahn am 28. Juli 1936 eingeführt.
In Österreich werden verschiedene Varianten eines weißen S auf einer kreisförmigen blauen Trägerfläche verwendet. Das älteste österreichische Netz in Wien verwendet traditionell eine Variante mit einem charakteristischen kantigen S auf dunkelblauem Grund, das jedoch zunehmend durch das modernere abgerundete S, das auch bei Österreichs jüngeren S-Bahnen (z.B. Graz) verwendet wird, ersetzt wird. Eine österreichweite Vereinheitlichung der Logos war ursprünglich angedacht, wurde aber bis heute nur teilweise umgesetzt.
Die Systeme in der Schweiz verwenden kein einheitliches Erkennungszeichen und vielfach überhaupt kein spezielles Logo.
S-Bahn als Marke Der Begriff S-Bahn war als Wortmarke für die Deutsche Bahn AG im Register des Deutschen Patent- und Markenamtes eingetragen, wurde jedoch 2011 auf Antrag des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig gelöscht.Patentamt folgt Leipziger Zweckverband: Deutsche Bahn AG verliert Wortmarke „S-Bahn“, Leipziger Volkszeitung vom 14. Februar 2011 nach dpa-MeldungS-Bahn; die nächste Markenlöschung. Website markenblog.de, abgerufen am 17. März 2012. Das Bundespatentgericht bestätigte die Löschung mit Beschluss vom 14. März 2012 im Wesentlichen.Beschluss Bundespatentgericht vom 14. März 2012 (PDF; 98 kB) Die Deutsche Bahn hatte zuvor für die Nutzung der Marke eine Lizenzgebühr von 0,4 Cent/Zugkilometer erhoben und damit jährlich Millionenbeträge erlöst.
Die Wort-Bild-Marke S-Bahn ist weiterhin im Besitz der Deutschen Bahn. Die Deutsche Bundesbahn ließ diese 1980 beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen und seitdem drei Mal, zuletzt 2019 für eine Schutzdauer bis 2029, verlängern.
Verschiedene Systeme mini|hochkant=1.5|Monozentrisches S-Bahn-Netz mit Stammstrecke im Vergleich zu U-Bahn-Netzen Während Berlin und Hamburg für die S-Bahn von Anfang an weitgehend eigene Gleisnetze hatten, musste in anderen Regionen der S-Bahn-Verkehr zumeist auf Fernbahngleisen eingerichtet werden. Frankfurt am Main, Leipzig, Stuttgart, München sowie auch Zürich erhielten monozentrische Systeme. Alle fünf Städte haben einen Kopfbahnhof, wobei ein Tunnel für die S-Bahn dazu dient, den Vorortverkehr auf einer gemeinsamen Stammstrecke durch die Innenstadt zu leiten, um auf der anderen Zentrumsseite das bestehende Eisenbahnnetz wieder mitzubenutzen.
Die S-Bahn Berlin hat mit der Nordsüd-Bahn und der Stadtbahn in Ost-West-Richtung zwei Stammstrecken, von denen jeweils mehrere Außenäste abzweigen, zusätzlich die Ringbahn und den Beginn einer dritten Innenstadtquerung.
Hamburg hat in der Innenstadt zwei Stammstrecken in Ost-West-Richtung, wobei sich die Züge von den meisten Außenstrecken auf die beiden Fahrwege durch die Innenstadt aufteilen.
An Rhein und Ruhr hat man hingegen ein polyzentrisches Netz mit dem Zweck, mehrere Großstädte einerseits mit ihren Vororten, andererseits auch untereinander zu verbinden. Die Linien im Rhein-Ruhr-Gebiet sind im Vergleich zu den übrigen Netzen deutlich länger und die Fahrgastzahlen auf den einzelnen Abschnitten sehr unterschiedlich.
Ein S-Bahn-Netz wurde ursprünglich meist von nur einem Unternehmen betrieben. Im Zuge der zunehmenden wettbewerblichen Vergabe von Verkehrsleistungen durch die SPNV-Aufgabenträger hat sich dies inzwischen geändert. Deutsche Beispiele sind die S-Bahn Mitteldeutschland und die S-Bahn Rhein-Ruhr. In Österreich und der Schweiz spielt zudem die traditionell größere Verbreitung nichtbundeseigener Bahngesellschaften eine Rolle. Die S-Bahn Salzburg, die S-Bahn Oberösterreich, die S-Bahn Steiermark sowie die meisten S-Bahnen in der Schweiz weisen daher ebenfalls mehr als einen Betreiber auf.
Auch in einigen nichtdeutschsprachigen Nachbarländern wird der Buchstabe „S“ für Vorortnetze in Ballungsräumen genutzt. Der S-tog in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, Esko im tschechischen Prag und die train S bzw. S-trein in mehreren belgischen Großstädten (Brüssel, Antwerpen, Gent, Charleroi, Lüttich) sind unterschiedlich stark vom übrigen Eisenbahnnetz getrennt.
S-Bahnen in Deutschland
mini|S-Bahnnetze in Deutschland mini|Baureihe 481 der Berliner S-Bahn mini|Baureihe 474 in Hamburg mit seitlich verlaufender Stromschiene mini|Baureihe 423 der S-Bahnen Köln, Rhein-Main, Stuttgart und München mini|Erster neuer lichtgrauer 423er in Stuttgart, dahinter noch verkehrsrot mini|Talent 2 der S-Bahnen Nürnberg, Leipzig/Halle und Rostock mini|Stadler Flirt 3 der Regio-S-Bahn Bremen-Niedersachsen
Die zuerst entstandenen S-Bahnen in den beiden größten Städten Berlin und Hamburg konnten auf gut entwickelte Vorortgleise aus der Dampfbahnzeit zurückgreifen. Ab 1907 wurde die Stadt- und Vorortbahn in Hamburg und Altona mit einem dem damaligen Stand der Technik entsprechenden Wechselstromsystem mit Oberleitung elektrifiziert. Bei der (zweiten) Elektrifizierung wurde die Gleichstromversorgung mit Zuführung über die seitliche Stromschiene gewählt, weil größere Neubauten wie Brücken und Tunnel kleiner ausgeführt werden konnten, was die Baukosten senkte. Zudem erlaubte dies einen Parallelbetrieb von Wechselstrom- und Gleichstromfahrzeugen, die Umstellung konnte so etappenweise erfolgen. Die gemeinsame Nutzung der Gleise durch Eisenbahnen mit Wechselstrom-Triebwagen (in Hamburg), Dampf- bzw. Diesellokomotiven und Gleichstrom-S-Bahn-Zügen kam hier genauso vor wie bei den später entstehenden S-Bahnen.
Diesen Mischbetrieb mit dem übrigen Bahnverkehr gaben die S-Bahn Berlin und S-Bahn Hamburg nach und nach auf. Die erst später errichtete Wechselstromversorgung über Oberleitung für die „gewöhnliche“ Eisenbahn ist am selben Gleis mit Gleichstrom technisch dermaßen aufwendig, dass eine vollständige Trennung der Anlagen in S-Bahn- und Fernbahn-Gleise auch aus verkehrstechnischen Gründen am sinnvollsten war. Dadurch konnten die Vororte weiterhin gut und von außen störungsfrei mit S-Bahn-Verbindungen versorgt werden.
Alle anderen nach dem Zweiten Weltkrieg eröffneten S-Bahnen in Deutschland werden genauso wie bei der Eisenbahn generell üblich mit Wechselstrom über Oberleitung versorgt. Diese Netze konnten schnell in großer Ausdehnung eröffnet werden, ohne dass sie auf den umfangreichen Bau besonderer Gleise warten mussten. So verkehren viele Züge beispielsweise der Münchner S-Bahn auf den Endabschnitten auf regulären Bahnstrecken. Jedoch ist der S-Bahn-Verkehr bei verspäteten Regional- oder Fernzügen störanfällig und sein Taktfahrplan kaum zu verdichten. Deshalb werden auch bei den Wechselstrom-S-Bahn-Netzen nachträglich besondere S-Bahn-Gleise ergänzt.
S-Bahn-Systeme haben oft auf die S-Bahn-Züge abgestimmte Bahnsteighöhe. Diese liegen 76 cm bzw. 96 cm über der Schienenoberkante. Das stufenlose Ein- und Aussteigen soll den Fahrgastwechsel beschleunigen, sodass die Züge nach ein paar Sekunden wieder weiterfahren können.