openSUSE [] ist ein Gemeinschaftsprojekt, das den Einsatz von Linux und freier Software fördert. Neben mehreren Linux-Distributionen werden Tools zur Entwicklung und zum Test entwickelt. Die Nutzer der Distribution kommen vorwiegend aus Deutschland (knapp 26 Prozent Anteil an der weltweiten Nutzerbasis) und den USA (knapp 14 Prozent). Der Fokus der Entwickler liegt darauf, ein stabiles und benutzerfreundliches Betriebssystem mit großer Zielgruppe für Arbeitsplatzrechner und Server zu erschaffen. Die Distribution ist in mehreren Varianten (KDE Live, Gnome Live, Full DVD, Netinstall) und für verschiedene Architekturen (x86 64, ARM (z. B. Raspberry Pi), PowerPC u. a.) per Download verfügbar. Sicherheits- und Bugfix-Updates werden für 18 Monate angeboten und sind kostenlos.

Geschichte Das erste Anzeichen für eine Community-basierte Linux-Distribution mit Namen OpenSuSE geht auf eine Mail vom 3. August 2005 zurück, in der auch gleichzeitig der Launch der Webseite opensuse.org bekanntgegeben wurde. Diese war dann wenige Tage später verfügbar. Einen Tag später wurde der Start des Projektes offiziell bekanntgegeben.

Nach eigenem Verständnis ist openSUSE eine Gemeinschaft, die den Gebrauch von Linux und freier Software in allen Bereichen propagiert. Neben einer Linux-basierten Distribution entwickelt sie Tools wie Open Build Service und YaST. Die Mitarbeit steht dabei jeder Person offen.

Organisation Das Projekt ist selbstorganisiert ohne rechtliche Struktur, obwohl seit längerem über die Gründung einer Stiftung nachgedacht wird.

SUSE als Hauptsponsor übt zwar einen gewissen Einfluss aus, das Projekt ist jedoch rechtlich unabhängig von SUSE. openSUSE ist eine „do-ocracy“, in der die, die die Arbeit investieren, auch entscheiden, was passiert (those who do decide). Dies bezieht sich in erster Linie auf Desktop- und Applikationsentwicklung, denn die Quellen der Basispakete kommen seit dem Wechsel zu Leap von SLE. Um die Basis noch weiter zu vereinheitlichen, wurde das 'Closing-the-Leap-Gap'-Projekt gestartet, dank dessen openSUSE Leap ab Version 15.3 komplett auf den Binärpaketen von SLE basiert.

Organisatorische Einheiten Es gibt im Wesentlichen drei organisatorische Einheiten: openSUSE Board: Das Board besteht aus 5 für jeweils 2 Jahre gewählten Mitgliedern sowie dem Vorsitzenden, der von SUSE gestellt wird. Das Board dient als zentrale Anlaufstelle, hilft bei Konflikten und kommuniziert die Community-Interessen an SUSE. Stand Juli 2025 hat das Board folgende Mitglieder: Gerald Pfeifer (Vorsitzender, Österreich) Simon Lees (Australien) Shawn W Dunn (Vereinigte Staaten) Ish Sookun (Mauritius) Rachel Schrader (Vereinigte Staaten) Jeff Mahoney (Vereinigte Staaten) Election-Officials: Das Wahlkomitee leitet und überwacht die Wahlen zum openSUSE Board. Es besteht aus zwei oder mehr Freiwilligen und wird für jede Wahl vom Board ernannt. Membership-Officials: Die Membership-Officials werden bei Interesse vom Board berufen. Die Membership-Officials entscheiden auf Antrag über die Aufnahme von Contributoren in die Gruppe der openSUSE-Mitglieder. Ein Mitglied erhält u. a. eine @opensuse.org-Adresse. Nur Mitglieder dürfen an der Wahl zum Board abstimmen.

Ehemalige Distributionen openSUSE (bis 13.2) mini|openSUSE 11.4 mit KDE-Desktop mini|links|hochkant|openSUSE-Logo mit Chamäleon mini|openSUSE 12.1 mit KDE-Desktop mini|openSUSE 12.3 mit KDE-Desktop alt=|mini|openSUSE Leap 15.1 mit Gnome-Desktop Mit der Schaffung des openSUSE-Projekts wurde die Entwicklung von SUSE Linux öffentlich gemacht, wodurch Nutzer auch die Alpha- und Beta-Versionen von SUSE Linux testen und gefundene Fehler in einem öffentlichen Bugtracker melden können. Weiterhin kann man sich im Rahmen des Projekts auch aktiv an der Entwicklung beteiligen, indem man Patches zu bestehenden Paketen beisteuert oder am Schreiben der openSUSE-Dokumentation mitwirkt.

Die erste unter Mitwirkung dieses Projekts entstandene finale Version konnte entweder ohne jegliche proprietäre Software als vollständige Open-Source-Distribution heruntergeladen werden (SUSE Linux OSS 10.0) oder aber im Paket mit proprietärer Software wie dem Adobe Reader und Flash Player sowie MP3-Spielern heruntergeladen oder gekauft werden (SUSE Linux 10.0 Eval).

Mit der Veröffentlichung der Version 10.2 am 7. Dezember 2006 wurde der Name der Distribution von SUSE Linux in openSUSE geändert, um den Einfluss des Projekts widerzuspiegeln und Verwechslungen mit den kommerziellen Ablegern zu vermeiden.

Ab openSUSE 11.1 wurden nur noch Versionen veröffentlicht, die ausschließlich freie Software und Treiber enthalten. Damit entfiel auch der Endbenutzer-Lizenzvertrag. Ab Version 11.2 ist KDE Plasma Desktop wieder die Vorauswahl für die Desktop-Umgebung, Gnome wird aber weiterhin angeboten.

Am 27. April 2011 wurde Novell vom US-amerikanischen Softwareunternehmen Attachmate übernommen, The Attachmate Group. Abgerufen am 28. April 2011. wobei einige Patente von Novell an ein von Microsoft geführtes Konsortium mit dem Namen CPTN Holdings veräußert wurden.

Unter der Bezeichnung „Evergreen“ wurden von 2011 bis 2016 ausgewählte Versionen als LTS für zusätzliche 6–30 Monate ehrenamtlich weiter gepflegt, um auch einen längeren Einsatz zu ermöglichen.

Ende Januar 2014 gab SUSE-Mitarbeiter Michal Hrušecký bekannt, dass sich die von SUSE zur Entwicklung der openSUSE-Distribution angestellten Mitarbeiter zeitweilig anderen Aufgaben innerhalb des openSUSE-Projektes zuwenden werden, wodurch die Veröffentlichung der Version 13.2 von Juli auf November 2014 verschoben wurde. Signifikante Innovationen sind das in SUSE Linux Enterprise etablierte Dateisystem Btrfs/XFS sowie die aktuelle Version von KDE Plasma 5, welches jedoch aus den Repositories nachinstalliert werden muss.

openSUSE Kubic 91x120px|links|Kubic-Logo Kubic war eine Container-as-a-Service-Plattform. Sie war die Vorgänger-Technologie zu MicroOS, auf dessen Basis sie zuletzt entwickelt wurde. Sie beinhaltet Kubernetes und ist für große Containerumgebungen ausgelegt. Die openSUSE-Community stellt eine Vielzahl von Containern in ihrer Registry bereit.Container Images built by the Open Build Service, auf registry.opensuse.org Zur Konfiguration wird Salt eingesetzt. Später wurde auf Kubeadm umgeschwenkt. Es ermöglicht wie Leap und Tumbleweed, die die gleiche Codebasis haben, transaktionale Aktualisierungen. Es handelte sich nicht um eine spezialisierte Technik. Vielmehr wurde ein generischer Ansatz verfolgt, der bestehende Technologien integrierte. So nutzte die Container-Verwaltung das populäre Docker. Das Betriebssystem war auf ein minimales bootbares System reduziert. Im Container laufen die eigentlichen Anwendungen. Im Juni 2022 gab das Projekt bekannt, Kubic in Zukunft nur mehr auf freiwilliger Basis zu pflegen. Nutzern wurde empfohlen, auf MicroOS zu wechseln.

Aktuelle Distributionen openSUSE Tumbleweed 160x76px|links|Logo von openSUSE Tumbleweed Tumbleweed ist das Flaggschiff des openSUSE-Projektes. Anstelle klassischer Versionsnummern und periodischer Updates wird ein Rolling-Release-System genutzt: Updates finden kontinuierlich statt; vorherige Stände des Betriebssystems werden als „Snapshots“ gesichert. Die Mehrheit der openSUSE-Anwender nutzt Tumbleweed als Desktop-System.

Im alten Entwicklungsmodell wurde mit jedem openSUSE-Release (13.0, 13.1,..) ein neues Rolling Release mitaufgesetzt, das dann aktuelle Pakete bekam. Wenn dann das nächste Release anstand und Tumbleweed zurückgesetzt wurde, wurden viele Pakete gegen ältere Versionen ausgetauscht. Das konnte bei Updates Probleme bereiten.

Mit dem Wechsel auf Leap hat sich auch das Entwicklungsmodell grundlegend geändert: Es gilt die Factory First Policy, wonach alle Pakete zunächst nach Factory veröffentlicht werden, bevor sie in eine Distribution aufgenommen werden können. Aus Factory wird täglich ein Snapshot gezogen und einem automatisierten Testprogramm (openQA) unterzogen. Bei erfolgreichem Test wird der Snapshot publiziert. Anders als bei anderen Distributionen ist Tumbleweed somit ein getestetes Rolling Release, was der Stabilität sehr entgegenkommt.

Technisch bildet Tumbleweed auch die Basis für MicroOS und Kubic.

openSUSE Leap 85x120px|links|Logo von openSUSE Leap Leap (englisch für: [der] Sprung) folgt dem klassischen Distributions­ansatz, ein Release pro Jahr und zwischendurch Sicherheitsupdates und Fehlerbereinigungen. Entsprechend ist Leap sehr beliebt als Server-Betriebssystem, aber auch auf dem Desktop.

Für die im Herbst 2015 erschienene Version hat sich das Entwicklerteam auf den Namen openSUSE Leap mit der abweichenden Versionsnummer 42.1 geeinigt. Wie bereits in der openSUSE Version 4.2 vom Mai 1996, die damals als S.u.S.E. Linux bezeichnet wurde, bezieht sich die Zahl 42 auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ der Buchreihe Per Anhalter durch die Galaxis. Zukünftig soll der Unterbau aus Software-Komponenten bestehen, die das jeweils neueste SUSE Linux Enterprise verwendet; Desktop-Oberflächen und Anwendungen will das Projekt indes aus Tumbleweed, der Rolling-Release-Ausgabe von openSUSE, übernehmen.

Auf der im Jahr 2016 in Nürnberg abgehaltenen openSUSE-Konferenz wurden Statistiken bekanntgegeben, dass seit der konzeptionellen Neuorientierung mit openSUSE Leap 42.1 steigende Benutzerzahlen zu verzeichnen seien. Demnach liegt die Anzahl der Downloads bei 400.000 DVD-Images pro Monat mit steigender Tendenz. Jeden Monat kämen 1.600 Installationen hinzu und 500.000 Pakete werden installiert. Die Anzahl der Tumbleweed-Benutzer liegt bei 60.000, von denen die Hälfte häufig Updates vornehmen. Damit habe sich die Anzahl der Tumbleweed-Installationen im letzten Jahr verdoppelt.

Andere Erkenntnisse aus den Statistiken sind, dass die meisten Installationen über DVD-Images vorgenommen werden. Die dominierende Architektur ist x64. Die geografische Verteilung der Nutzer hat sich nach diesen Zahlen kaum geändert. Ein Drittel der Benutzer kommt aus Deutschland, 12 % sind in den USA zu finden, 5 % in Russland und 3 % in Brasilien.

openSUSE MicroOS 100x75px|links|MicroOS Logo MicroOS ist ein minimalistisches, selbst pflegendes, transaktionales System, welches primär, aber nicht ausschließlich, für den Einsatz im Edge Computing oder zur Containervirtualisierung gedacht ist.

Die Hauptmerkmale von MicroOS sind: Klein: Minimale Images, die für einen dedizierten Anwendungsfall gedacht sind Skalierbar: Optimiert für große Deployments und gleichzeitig als Einzelrechner-Betriebssystem einsetzbar Aktuell und immer auf dem neuesten Stand: Updates werden automatisch angewendet, ohne das laufende System zu beeinträchtigen Fehlertolerant: Im Falle eines fehlerhaften Updates rollt das System automatisch auf den letzten Betriebszustand zurück. Read-Only-Dateisystem: Verhindert 'zufällige' oder absichtliche (Malware) Änderungen am System cloud-init für die initiale Systemkonfiguration während des ersten Boot-Vorgangs auf Cloud-Systemen (inklusive OpenStack) Ignition für die initiale Systemkonfiguration während des ersten Boot-Vorgangs für alle anderen Imagesen.opensuse.org Transaktionale Updates: nutzen die Snapshot-Funktion des Btrfs-Dateisystems Basiert auf openSUSE Tumbleweed und erhält so tägliche Updates

openSUSE Slowroll Ähnlich wie Tumbleweed greift openSUSE Slowroll das Rolling-Release-Modell auf. Bis auf Sicherheitsupdates verzögert es jedoch die Installation um einen Monat, um die Frequenz der Aktualisierung und auch damit verbundene mögliche Regressionen zu reduzieren. Stand 06/2025 ist Slowroll noch im Beta-Stadium und somit nicht für den Produktivbetrieb vorgesehen.opensuse.org, Portal:Slowroll, vom 11.06.2025 : noch 'beta'

openSUSE Aeon/Kalpa