mini|280px|Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2015 Selma ist ein Dorf in der Gemeinde Calanca im italienischsprachigen Teil des Schweizer Kantons Graubünden. Bis zum 31. Dezember 2014 bildete Selma eine eigenständige Gemeinde.
Geographie Das Dorf liegt im Calancatal, einem Seitental des Misox, auf einer Höhe von 977 m ü. M. am linken Ufer der Calancasca und am Westfuss des Piz de Groven (2694 m ü. M.).
Geschichte Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1582 unter dem damaligen Namen Selma. Bis 1796 gehörte Selma zur Squadra Calanca, 1796 bis 1851 zur Inneren Calanca und bildete ab 1851 eine eigene Gemeinde.
Die Pfarrkirche SS. Giacomo e Pietro wurde in ihrer heutigen Form 1662 bis 1667 auf einem Vorgängerbau von 1582 mit gleichem Patrozinium errichtet. Die älteste Kapelle, S. Rocco al Ponte, stammt aus dem 16. Jahrhundert, während die 1900 restaurierte Kapelle S. Antonio da Padova 1716 und die Kapelle Nostra Signora di Einsiedeln al Monte 1773 erbaut wurden.
1656 kaufte Selma einen Teil der Alp Trescolmen für 3000 Lire. In den vergangenen Jahrhunderten wanderten viele Bewohner als Glaser nach Frankreich sowie als Harzer und Pechverkäufer nach Österreich und Deutschland aus. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird noch etwas Ackerbau betrieben. Mit seiner touristischen Infrastruktur sowie der 1961 eröffneten Luftseilbahn, die nebst einem Saumpfad die einzige Verbindung zu Landarenca ist, zieht Selma in der Sommer- und Wintersaison v. a. jugendliche Gäste an.
Bis zum 31. Dezember 2014 bildete Selma eine eigene politische Gemeinde. Am 1. Januar 2015 fusionierte sie mit den Gemeinden Arvigo, Braggio und Cauco zur neuen Gemeinde Calanca.
Wappen
Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1683 1733 1830 1850 1900 1950 1970 1990 2000 2014 Einwohner 300 200 93 73 71 60 34 31 44 29
Sehenswürdigkeiten
Katholische Pfarrkirche Santi Giacomo e Pietro (neuerbaut 1662–1667 von Giovanni Maria Regesono im Barockstil), Restauriert 1965, aussen 1985–1987.Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 518–519, ISBN 978-88-7713-482-0Jürg Davatz u. a.: Kunstführer durch die Schweiz. Band 2: Glarus, Graubünden, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Tessin, Uri. Textred.: Steffan Biffiger. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2005, ISBN 3-906131-96-3). Oratorium San Rocco al Ponte (16. Jahrhundert)
Wirtschaft mini|275px|Seilbahnstation und Restaurant in Selma In Selma gibt es einen Dorfladen namens A fa la spesa dalvecc, eine Herberge für Ferienlager und ein Restaurant. Eine Seilbahn fährt im automatischen 24-Stunden-Betrieb nach Landarenca, das zu Fuss auf einem Saumpfad in 40 Minuten erreichbar ist.
Literatur Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 518–519. Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden. Band VI: Die italienischbündnerischen Talschaften Puschlav, Misox und Calanca (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 17). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Birkhäuser, Bern 1945, ; unveränd. Nachdr., [2. Aufl.], ebenda 1975, ISBN 3-7643-0807-9. Balser Puorger: Selma. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 6: Schultheiss – Sisgau. Attinger, Neuenburg 1921, S. 336 (PDF; 27,1 MB; PDF-S. 87).
Verschiedene Autoren: Selma. In: Storia dei Grigioni. 3 Bände. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2000.
Weblinks
Comune di Calanca Offizielle Website der Gemeinde (italienische Sprache) Von Selma über die Capanna Cava nach Biasca. In: outdooractive.com
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Calancatal Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Kategorie:Calanca Kategorie:Ersterwähnung 1582 Kategorie:Gemeindeauflösung 2014