Adlwang ist eine Gemeinde im Traunviertel mit Einwohnern (Stand ).
Adlwang ist einer der ältesten Marien-Wallfahrtsorte Oberösterreichs. Hauptsehenswürdigkeiten sind die Kirche in der Ortsmitte und der Heilige Brunnen. An den ersten drei Wochenenden im Oktober findet jährlich der traditionsreiche „Adlwanger Kirtag“ statt, der auch als „Drei goldene Samstagnächte“ bekannt ist.
Geografie Adlwang liegt im Südosten von Oberösterreich, südlich von Bad Hall und westlich von Steyr. Die Ausdehnung der Gemeinde beträgt von Nord nach Süd 6,9 km, von West nach Ost 4,5 km. Von der Gesamtfläche von 17 Quadratkilometer sind 16 Prozent bewaldet und über siebzig Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet gliederte sich früher in sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015): Adlwang (528) Eggmayr (5) Emsenhub (273) Mandorf (244) Möderndorf (82) Mühlgrub (612)
Heute gibt es nur noch eine Ortschaft (in Klammer Einwohnerzahl Stand ): Adlwang ()
Die Gemeinde besteht aus drei Katastralgemeinden Adlwang, Emsenhub und Weißenbach.
Die Gemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Steyr.
Nachbargemeinden
Geschichte Frühe Besiedelung Seit wann die Gegend um Adlwang besiedelt ist, kann nicht mit Exaktheit bestimmt werden.
Obwohl Lochbeilfunde und römische Münzen in der Region nachgewiesen sind, gibt es nichts was aus frühzeitlicher Besiedlung übrig geblieben wäre. Der heutige Ort Adlwang gehörte jedoch schon zum ersten Staatsgebilde auf österreichischen Boden, dem keltischen Norikum und wurde später von den Römern besetzt. Nach dem Abzug der römischen Truppen und der Völkerwanderung, die auch die ehemalige römische Provinz betraf, wurde die Gegend von den Baiern besetzt. Diese dehnten ihren Einflussbereich ausgehend vom heutigen Bayern Richtung Osten hin aus. Die Bayrische Landnahme wurde in dieser Region durch die Gründung des Klosters Kremsmünster im Jahr 777 vollzogen. Herzog Tassilo III. schenkte dem Kloster Land, darunter auch die Gegend um den Sulzbach, in der Absicht die Region zu kolonialisieren, zu christianisieren und die Menschen zu seinen Untertanen zu machen.
Das Kloster Kremsmünster übte in der Geschichte großen Einfluss auf Adlwang aus, die sich dadurch ausdrückt, dass Adlwang immer schon von Kremsmünster aus seelsorglich betreut wird und damit das Kloster lange Zeit Grundherr in Adlwang war. 1095 findet sich in der Chronik des Klosters Garsten die Eintragung: „der Hl. Tiemo (damals Erzbischof von Salzburg) weihte eine Kirche in der Gegend von Hall“. Diese Aussage wird auf Adlwang bezogen und diese heute oft als erste Erwähnung angenommen. Was der Grund war, in Adlwang eine Kirche zu errichten und was den berühmten Erzbischof von Salzburg dazu bewegt hat eine Kirche hier zu weihen, ist heute ungewiss.
Die erste schriftliche Erwähnung von Adlwang erfolgt noch vor dem Jahr 1164, als ein gewisser Richerus de Adelwanch erwähnt wird.Urkundenbuch des Herzogthums Steiermark. Band 1, Nr. 488, S. 456 (onb.ac.at). Der Ortsname leitet sich dabei vom Personennamen Adalo mit der Beifügung -wang ab.
Den ersten schriftlichen Beweis für die Existenz einer Kirche in Adlwang liefert die Pfarreinteilung des Stiftes Kremsmünster im Jahr 1330, wo beschrieben wird, dass Adlwang Teil der Pfarre Pfarrkirchen und Eigentum des Klosters von Kremsmünster ist. Um diese Zeit wird auch ein Adelssitz vermutet, da der Name „Heinrich von Adlwang“ in einigen Urkunden als Zeuge auftaucht.
Eine alte Legende berichtet von einer schönen Jungfrau, die oftmals bei einem Brunnen gesichtet wurde. Diese Legende wird schon im Mirakelbuch von 1683 von Pater Gotthard Freyd beschrieben, wo Adlwang auch als uralter Marienwallfahrtsort erwähnt wird.
Entstehung als Wallfahrtsort Dass Adlwang schon sehr früh ein beliebter Marienwallfahrtsort war, zeigt eine Stiftung, die die Herren von Rohr um ca. 1300 machten. Durch die hohe Zahl an Wallfahrern gelang es dem Abt den Papst von einem Ausbau der Kirche in Adlwang zu überzeugen. Papst Eugen IV. stellte im Jahr 1431 einen Ablassbrief mit der Gültigkeit von 20 Jahren für das Gotteshaus in Adlwang aus. Dies trieb die Zahl der Wallfahrer weiter nach oben und bewirkte so eine erste Blütephase der Wallfahrt. Von dieser Kirche ist heute noch die Westwand erhalten, in der man im 20. Jahrhundert ein gotisches Portal freilegte. Das zeigt, dass die Kirche zumindest in der Länge schon annähernd dasselbe Ausmaß hatte wie im 15. Jahrhundert. Da die Kirche jedoch wieder zu klein wurde, baute man am Beginn des 16. Jahrhunderts das Presbyterium nach dem Vorbild der Donauschule, heute ein beliebtes Postkartenmotiv und Identifikationsbild für Adlwang.
Da die Kirche in St. Blasien Reliquien des heiligen Blasius von Sebaste beherbergt, der nach der Legenda aurea einem jungen Mann, der sich an einer Fischgräte verschluckte, vor dem Ersticken rettete, galt im Mittelalter der dort empfangene Blasiussegen als Schutz gegen Halsleiden wie z. B. die Diphtherie.Stefan Winkle: Geißeln der Menschheit – Kulturgeschichte der Seuchen. 3. verbesserte und erweiterte Auflage. Artemis & Winkler Verlag, Düsseldorf 2005, ISBN 3-538-07159-4.
Reformation und Bauernkriege In der folgenden Periode der Reformation wurden die Menschen in dieser Region evangelisch, und es brachen Bauernaufstände aus. Als im Jahr 1596 Bauernunruhen begannen, war ein Adlwanger maßgeblich daran beteiligt. Wolf Ackerlhaider war als Rädelsführer in einen Aufstand verwickelt, der am 7. Oktober 1596 in der Gegend um Steyr niedergeschlagen wurde. Ackerlhaider floh in die Steiermark, wurde später festgenommen, zum Tode verurteilt und in Gmunden 1599 mit dem Schwert hingerichtet.
Adlwang als Superoriat mini|hochkant|Die Wallfahrtskirche Adlwang mit der Trachtenmusikkapelle Adlwang im Vordergrund mini|hochkant|Wallfahrtskirche Adlwang, Seitenaltar mini|hochkant|Andachtsbild, Wallfahrt Adlwang (um 1860) Nach der Niederschlagung der Bauernaufstände begann die Zeit der Gegenreformation, da der oberste Landesherr ein katholisches Land wollte. Dies führte zu einer besonderen Förderung des Wallfahrtswesens in Adlwang durch die Kremsmünsterer Mönche. 1653 wurde das Kirchenschiff neu gebaut. Seit dieser Zeit besteht die Kirche im Wesentlichen in der Form, in der wir sie heute kennen. In diese Periode fallen auch die Adlwanger Mirakelbücher, die neben einer Sammlung von Wundern durch die Adlwanger Madonna auch Angaben über die Geschichte Adlwangs enthält. Der Wallfahrtskult steigerte sich, bis er im Barock seinen absoluten Höhepunkt erreichte. 1696 überstieg die Zahl der jährlichen Messen die 1000er-Grenze, was dazu führte, dass Adlwang im Jahr 1700 zum Superoriat erhoben wird und damit den Status eines großen Wallfahrtsortes erhält.
In dieser Zeit wird Adlwang als „Mariazell von Oberösterreich“ beschrieben und ist der bedeutendste Wallfahrtsort im Lande ob der Enns. Adlwang hatte in der Regel vier Priester. Dies führte dazu, dass man den Pfarrhof in seiner jetzigen Größe baute. Es wurden in der Zeit des Superoriates von 1700–1784 2,7 Millionen Kommunikanten gezählt. Priester aus der näheren und weiteren Umgebung hielten Messen in Adlwang. Nicht nur aus allen Teilen des Reiches, sondern auch aus Russland, Rom und Jerusalem kamen Priester. Man plante sogar eine vollkommen neue Kirche in Adlwang zu errichten, Baumaterial und Bauplatz waren schon vorhanden, aber ein Rechtsstreit mit der Herrschaft Hall verhinderte den Baubeginn. Seit 1778 verfügt Adlwang auch über eine Trivialschule, was in etwa einer Volksschule entspricht, obwohl es schon vorher bescheidenen Unterricht gab. Zur weiteren Verstärkung des Wallfahrtskultes haben noch 2 Dinge beigetragen. Zum einen wurde ein Bild, das des kreuztragenden Heilands beobachtet wie es Blut geschwitzt haben soll, was in Expertengutachten auf einen nicht natürlichen Ursprung zurückgeführt wurde. Zum anderen wurde Adlwang von der Pest verschont, die damals im ganzen Land verbreitet war und sogar Mariazell zur zeitweiligen Schließung zwang.
Joseph II. und der Widerstand gegen die Aufklärung Als mit Joseph II. das Zeitalter der Aufklärung in den Verwaltungsanordnungen anbrach, wurde versucht den Wallfahrtskult von staatlicher Seite auszulöschen. Da sich Kloster und das einfache Volk nicht an die Anordnungen hielten, wurden Pfarrer und Abt abgesetzt. Da aber der gewünschte Erfolg nicht eintrat, versuchte die Obrigkeit sich mit drastischeren Maßnahmen durchzusetzen. Adlwang wurde der Status des Superoriates entzogen, indem es zu einer eigenen Pfarre gemacht wurde, was bewirkte, dass nur noch ein Priester in Adlwang sein durfte. Per Regierungsdekret vom 3. Februar 1789 wurde verordnet, dass die Gnadenstatue durch ein Bild ersetzt werden musste. Der Pfleger von Hall, zu dessen Herrschaft Adlwang gehörte, reiste mit Gerichtsdienern an, um die Verordnung umzusetzen. Da sich der Bischof von Linz nur in Beschwichtigungsversuchen übte, ging zu Ostern 1790 in Adlwang die Geduld zu Ende.
In einer Beschreibung heißt es: „Die Weiber von Adlwang (…) waren in die Kirche eingedrungen, rissen das neue Altarblatt herab und stellten das alte Gnadenbild wieder an seine Stelle.“ Joseph II. starb 1790, so dass die Geschichte keine Fortsetzung fand, da sein Nachfolger Leopold II. sich um andere Dinge kümmerte. 1809 wurde Oberösterreich zum Schauplatz der napoleonischen Kriege. In der Schlacht bei Ebelsberg unterlagen die österreichischen Truppen dem französischen Heer unter Napoleon. Wie weit Adlwang vom napoleonischen Feldzug durch Oberösterreich betroffen war lässt sich nicht genau sagen, Pater Richter, Pfarrer von Adlwang sorgte jedenfalls für „die Beseitigung der Schäden durch den Einfall der Franzosen“. Seit dem 19. Jahrhundert war auch der Brauch der goldenen Samstagnächte, zu Beginn ein reines Wallfahrtsereignis, bekannt. Papst Pius IX. gewährte jeden, der Adlwang zu den goldenen Samstagnächten besucht einen vollkommenen Ablass.
Adlwang setzt sich als eigenständige Gemeinde durch mini|hochkant|Pater Lambert Guppenberger Im 19. Jahrhundert erfuhr das kleine Dorf Adlwang einen anhalten Aufschwung, der zum Wachstum des Ortskernes beitrug. 1871 wurde in Adlwang ein Postamt eingerichtet, es bestand eine Brückenwaage im Zentrum und in der Greilmühle wurde eine Molkerei gegründet. Die Freiwillige Feuerwehr, die zuvor nur als lose Gruppe bestand, wurde 1894 gegründet und im selben Jahr ein Feuerwehrhaus gebaut. Zu dieser Zeit war Adlwang auf mehrere politische Gemeinden aufgeteilt und hatte keine eigene Verwaltung. Da sich jedoch die meisten Einwohner als Adlwanger identifizierten und hier den Mittelpunkt ihres Lebens sahen, entstand das Bestreben eine eigene Gemeinde zu werden. Dass diese Versuche zu Beginn nicht sehr erfolgreich waren, ließ sich darauf zurückzuführen, dass man in Wien massive Bedenken gegen diese Initiative aus der Provinz hatte. Letztendlich setzte sich jedoch eine Gruppe beharrlicher Adlwanger unterstützt von Pater Lambert Guppenberger durch und erreichte, dass 1893 mehrere Steuergemeinden zu einer Ortsgemeinde zusammengefasst wurden und unter dem Namen Adlwang Teil des Bezirkes Kirchdorf wurden. Der Großteil der neuen Gemeindefläche wurde von Waldneukirchen abgetrennt.
Erster Weltkrieg 1914 begann der Erste Weltkrieg, der auch Adlwang nicht verschonte. Zahlreiche Männer rückten ein und kämpften an den Fronten. Viele von ihnen kehrten nicht mehr nach Hause zurück und hinterließen zahlreiche Löcher in den Familien. Die Gemeinde zeichnete Kriegsanleihen und verschuldete sich. Um die fehlenden Arbeitskräfte zu ersetzen, wurden 40 russische Kriegsgefangene nach Adlwang gebracht, daraufhin machte sich große Not in Adlwang breit und die Verteuerung nahm rapide zu. Nach und während des Krieges wurde Adlwang von Flüchtlingen und freigelassenen Kriegsgefangenen „überflutet“ und ausgehungerte Soldaten kamen, sofern sie noch lebten, nach Hause zurück.