Cricetulodon ist eine ausgestorbene Gattung der Mäuseartigen. Sie ist aus dem Oberen Miozän Frankreichs und Spaniens bekannt und hat sich vermutlich zu Rotundomys weiterentwickelt.
Körpermerkmale
Cricetulodon besitzt in jeder Kieferhälfte drei ansatzweise hochkronige Backenzähne.Fejfar und Mitarbeiter (Jahr unbekannt). Das Anterolophid des ersten Unterkieferbackenzahns liegt überwiegend lippenseitig. Mesoloph und Mesolophid aller Zähne sowie das Anterosinusid des zweiten Unterkieferbackenzahns und die hintere zungenseitige Ecke des dritten Unterkieferbackenzahns sind tendenziell verkleinert.Freudenthal und Mitarbeiter (1998). Zitiert in: Cricetulodon. („Morphology: Diagnosis“) In: The Paleobiology Database.
Der erste Oberkieferbackenzahn ist mandelförmig, mit einer fast geraden lippenseitigen und einer stark gekrümmten zungenseitigen Kante. Der am weitesten zungenseitig gelegene Punkt befindet sich hinter dem Protocon. Der lippenseitige Anterolophulsporn fehlt gewöhnlich, selten ist er kurz. Der dritte Oberkieferbackenzahn ist rund, ebenso lang wie breit oder kürzer als breit.
Verbreitung und Stammesgeschichte
Cricetulodon ist aus dem Vallesium und Turolium Frankreichs und Spaniens vor 11,6 bis 7,0 Millionen Jahren bekannt.Cricetulodon. („Age range and collections“) In: The Paleobiology Database. Es könnte sich um eine lokal entstandene Entwicklungslinie kleiner bis mittelgroßer Hamster handeln, die von Democricetodon des frühen Vallesiums abstammt und sich zu Rotundomys weiterentwickelt hat.Freudenthal und Mitarbeiter (1998, Abstract).
Systematik Cricetulodon
McKenna und Bell (1997) ordnen Cricetulodon als Synonym der Gattung Rotundomys zu,McKenna und Bell 1997, S. 149. Freudenthal und Mitarbeiter (1998) als eigenständige Gattung den Cricetinae.Cricetulodon. („Taxonomic history“) In: The Paleobiology Database Fünf Arten werden unterschieden:Cricetulodon. („Classification“) In: The Paleobiology Database. Cricetulodon bugesiensis – spätes Vallesium Cricetulodon hartenbergeri – Vallesium Cricetulodon lucentensis – mittleres Turolium Cricetulodon meini Cricetulodon sabadellensis Cricetulodon bugesiensis und Cricetulodon sabadellensis sind etwa gleich groß, Cricetulodon hartenbergeri ist kleiner.Freudenthal und Mitarbeiter 1998. Zitiert in: Cricetulodon bugesiensis. („Morphology: Diagnosis“) In: The Paleobiology Database. Jean-Louis Hartenberger führt die Gattung Cricetulodon 1966 ein.Hartenberger 1966, S. 493. Zitiert in: McKenna und Bell 1997, S. 149. Die Typusart ist Cricetulodon sabadellensis.
Cricetulodon meini
Das Typusexemplar von Cricetulodon meini mit der Inventarnummer IPMC FCA-237 ist der erste Backenzahn einer rechten Unterkieferhälfte. Benannt nach Pierre Mein beschreibt Jordi Agustí dieses 1986 als Kowalskia meini. Freudenthal und Mitarbeiter (1998) ordnen die Art der Gattung Cricetulodon zu.Cricetulodon meini. („Taxonomic history“) In: The Paleobiology Database.
Cricetulodon sabadellensis
Das Typusexemplar von Cricetulodon sabadellensis mit der Inventarnummer IPMC CL 1392 ist ein Oberkiefer mit erstem und zweitem Backenzahn der rechten Kieferhälfte. Benannt nach der Stadt Sabadell in der Provinz Barcelona beschreiben Matthijs Freudenthal, Pierre Mein und Elvira Martín-Suárez dieses 1998.Cricetulodon sabadellensis. („Taxonomic history“) In: The Paleobiology Database.
Einzelnachweise
Literatur
Kategorie:Ausgestorbenes Nagetier Kategorie:Hamster Kategorie:Cricetinae