mini|hochkant|Menahem Pressler (2009) mini|Menahem Pressler mit Rainer Robra (2016) mini|hochkant|Pressler (hinten in der Mitte) nach einem Konzert beim Palestine Broadcasting Service, (1947) Menahem Pressler (* 16. Dezember 1923 in Magdeburg; † 6. Mai 2023 in London), geboren als Max Jakob Pressler, war ein deutsch-israelisch-US-amerikanischer Pianist und Gründer des Beaux Arts Trios.

Leben Max Jakob Pressler wurde 1923 in Magdeburg als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Sein Vater Moritz (Mosche) Pressler war Herrenausstatter. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 musste er als Jude das Gymnasium verlassen. Nach den Novemberpogromen 1938 floh die Familie 1939 über Triest nach Palästina. Presslers Großeltern und auch andere Verwandte wurden Opfer des Holocaust.

Im August 1946 nahm er erfolgreich an einem Klavierwettbewerb in San Francisco teil.. Nach dem Gewinn des Debussy-Piano-Wettbewerbs studierte er in Kalifornien unter anderen bei Bruno Walter und begann eine Karriere als Solist.

1949 heiratete er in Jerusalem seine Klavierschülerin Sara Sherchen (ursprünglich Szerszen), geboren 1932 in Petach-Tikvah bei Tel Aviv. Sie bekamen zwei Kinder: Amittai (Ami) Pressler (geboren 1952 in Israel) und Edna Pressler (geboren 1962 in Bloomington, Indiana, USA). Sara Pressler starb am 19. Dezember 2014 in Bloomington, Indiana, USA.

1955 nahm Pressler mit Daniel Guilet und Bernard Greenhouse die Klaviertrios von Wolfgang Amadeus Mozart auf Schallplatte auf. Die Aufnahmen waren derart erfolgreich, dass sich die drei entschlossen, als Beaux Arts Trio zusammenzubleiben.Jan Brachmann: Zeigen, wie die Wirklichkeit sein könnte. Leben und Kunst als Versuch, glücklich zu sein: Zum Tod des Pianisten Menahem Pressler. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 9. Mai 2023, S. 12. Deshalb zog Pressler in die USA und lebte fortan in Bloomington (Indiana). Nach seinem Umzug änderte er seinen Vornamen, um so sein Judentum und sein Bekenntnis zu Israel auszudrücken. Das Beaux Arts Trio entwickelte sich zum über 50 Jahre lang weltweit führenden Klaviertrio. Mit dem Beaux Arts Trio spielte Pressler mehr als 50 Schallplattenaufnahmen ein, als Solokünstler über 30 Aufnahmen.Bundesverdienstorden für Menahem Pressler. Website der Universität Mainz, abgerufen am 19. September 2008. 2008 löste sich das Trio auf. Pressler war zudem Professor an der Indiana University Music School und weiterhin als Solist tätig. auf der Website der Indiana University, abgerufen am 19. September 2008.

Ab 1956 trat Pressler regelmäßig auch in Deutschland auf; Honorare spendete er für karitative Zwecke in Israel. Auf Initiative des Geigers Daniel Hope wurde Pressler im Jahr 2012 in Deutschland wieder eingebürgert.

Im Januar 2014 gastierte Pressler im Alter von 90 Jahren erstmals gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 17.Carolin Pirich: In: Die Zeit. 16. Januar 2014, S. 51. Bei deren Silvesterkonzert im selben Jahr spielte er Mozarts Klavierkonzert Nr. 23.Eleonore Büning: Herrlichste Musik für nur ein paar sehr Glückliche in der Nacht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 2. Januar 2015, S. 11. Im Oktober 2015 wurde Pressler mit dem ECHO Klassik in der Kategorie „Würdigung des Lebenswerkes“ ausgezeichnet.. ECHO Klassik, abgerufen am 19. Oktober 2015. 2016 spielte er wenige Tage vor seinem 93. Geburtstag in Bremen mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen wieder Mozarts 23. Klavierkonzert und wurde mit Standing Ovations gefeiert.

Presslers Lebensgefährtin war nach dem Tod ihres Mannes George Weidenfeld im Jahr 2016 die ehemalige Konzertmanagerin Lady Annabelle Weidenfeld.

Preise und Ehrungen 1946: Erster Preis beim Internationalen Debussy-Klavierwettbewerb in San Francisco 1994: 30. Ehrenbürger der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 2000: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences 2005: Kommandeur des Ordre des Arts et des Lettres 2005: Bundesverdienstkreuz I. Klasse 2007: Honorary Fellow der Jerusalem Academy of Music 2009: Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Magdeburg (verliehen am 22. November 2009). Landeshauptstadt Magdeburg. 1. Oktober 2009 (Pressemitteilung). 2015: ECHO Klassik in der Kategorie Würdigung des Lebenswerkes Ehrendoktorwürden der University of Nebraska, der North Carolina School of the Arts (1986),UNCSA History: Honorary Doctorates, Internetseite der UNCSA Library. des San Francisco Conservatory of Music und der c (2017BGU Bestows Honorary Doctorates and the BG Negev Award on Eight Remarkable Individuals. Ben-Gurion-Universität im Negev, 30. November 2017 (englisch).)

Menahem-Pressler-Preis Zu Presslers Ehren verleiht das Land Sachsen-Anhalt seit 2017 den Menahem-Pressler-Preis. Die Auszeichnung richtet sich an Musikschüler, die sich durch hohe künstlerische Leistungen in der Musikschulausbildung und besondere Erfolge in Wettbewerben ausgezeichnet haben.

Literatur Menahem Pressler; Holger Noltze: Dieses Verlangen nach Schönheit. Interviews. Edition Körber-Stiftung, 2016.

Weblinks

menahempressler.org (Webarchiv 2025) Mitschnitt eines Konzerts: Das Beaux Arts Trio spielt Antonín Dvořáks Dumky-Trio (20. April 2008, San Francisco). Christine Schmitt: „Das Klavier hat meinen Geist gerettet“. In: Jüdische Allgemeine. 9. Oktober 2015 (Interview). Nachruf in Tagesspiegel

Einzelnachweise

Kategorie:Klassischer Pianist Kategorie:Hochschullehrer (Bloomington, Indiana) Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Ehrenbürger von Magdeburg Kategorie:Ehrenbürger der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Komtur) Kategorie:Echo-Klassik-Preisträger Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Ehrendoktor der Ben-Gurion-Universität des Negev Kategorie:Musiker (Vereinigte Staaten) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Israeli Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Person (Palästina) Kategorie:Geboren 1923 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann