Hansgeorg Stengel (* 30. Juli 1922Harald Kretzschmar: Stengel 70. In: Eulenspiegel. 39./47. Jg., Nr. 7/92, , S. 5. in GreizHarald Kretzschmar: Hansgeorg Stengel. In: Eulenspiegel, 49./57. Jg., Nr. 9/03, , S. 6.; † 30. Juli 2003 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Dichter, Satiriker und Kabarettist.
Leben
mini|hochkant|Grabstein für Hansgeorg Stengel auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg Hansgeorg Stengel, Sohn eines Lehrers und von Erich Kästner beeindruckt, veröffentlichte schon als 14-Jähriger erste Gedichte in Lokalzeitungen. Er wohnte in der Brauhausgasse/Am Schloßberg 10 im Greizer Stadtzentrum, wo 2018 eine Gedenktafel für ihn angebracht wurde. Nach Kriegsdienst und -gefangenschaft studierte er Germanistik und später Journalistik.
Anfang der 1950er Jahre zog er nach Ost-Berlin. Er arbeitete zunächst als Redakteur bei der Satirezeitschrift Frischer Wind, die später als Eulenspiegel erschien. Bis 1959 war er dort als „Redakteur für Sprache und Stil“ angestellt, danach arbeitete er als freier Autor.
Nachdem er in den 1950er Jahren Kabaretttexte für die Distel in Ost-Berlin verfasst hatte, startete Stengel 1971 seine Karriere als Solokabarettist. Trotz seiner großen Popularität hatte er im Fernsehen der DDR keine Chance, da er darauf bestand, an seinen Manuskripten keine politisch motivierten Veränderungen vornehmen zu müssen.
Stengels Markenzeichen war sein scharfer Wortwitz, mit dem er gegen Stilblüten und Sprachschludereien zu Felde zog – so u. a. 1979 mit der Sprechplatte „Aus Willi Wuschkes Geredeschuppen“ und auch über mehrere Jahre regelmäßig in der Ostthüringer Zeitung mit seinen glossenhaften Beiträgen, Wortadella, von denen 1997 Auszüge in Buchform veröffentlicht wurden. Von ihm stammt der Ausspruch: „Die Deutschen können nicht deutsch sprechen.“ Außerdem beschäftigte sich Stengel mit Palindromen und veröffentlichte darüber 1984 das Buch Annasusanna. Die Gesamtauflage seines 50 Titel umfassenden Werkes beträgt zwei Millionen.
1995 zog er mit seiner Frau Hela Stengel (1928–2016) in den Westteil des nun vereinten Berlins. 1998 trat er im Bundestagswahlkreis Greiz – Altenburger Land für die PDS als Wahlkreisbewerber an. Stengel starb 2003 an seinem 81. Geburtstag. Er ist auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in der Reihe der Künstlergräber bestattet.
Auszeichnungen 1974 Kunstpreis der DDRTräger des Kunstpreises der DDR 1974, In: Neues Deutschland, 20. Juni 1974, S. 4
Werke Bücher
Beteiligt an
Tonträger Heiter und so weiter (Sampler; als Mitwirkender). Litera 865 259, VEB Deutsche Schallplatten Berlin/DDR, 1978 Von und mit Hansgeorg Stengel und dem Jazz-Collegium Berlin. Litera 865 257, VEB Deutsche Schallplatten Berlin/DDR, 1979 So ein Struwwelpeter [als Autor; Musik: Friedhelm Schönfeld, Interpreten: Wolfgang Dehler, Ruth Kommerell, Synke Dreger, Irina Popow]. Litera 860 268, VEB Deutsche Schallplatten Berlin/DDR, 1980; - Neuaufl. als CD, ISBN 3-89830-185-0 Aus Willi Wuschkes Geredeschuppen. Litera 865 287, VEB Deutsche Schallplatten Berlin/DDR, 1979. Eulenplatte (Sampler; als Mitwirkender). Litera 865 368, VEB Deutsche Schallplatten Berlin/DDR, 1984 Breitmaulfrösche – Ein Stengel 5 Jazzer und viele Epigramme, Verlag Eulenspiegel, 2000 (mit Uschi Brüning, Ernst-Ludwig Petrowsky, Detlef Bielke, Günter Bartel, Wolfgang Zicke Schneider) Kalauer Doppelsalto (mit Ruth Hohmann und dem Macky-Gäbler-Quartett). Verlag Ohreule, 2000 Nomadenpüree von und mit Hansgeorg Stengel (musikalisch begleitet vom Jazz-Collegium Berlin). Verlag Ohreule, 2000
Literatur
Weblinks
– Rezension zu Rettet dem Dativ. In: Die Berliner Literaturkritik, 21. März 2006.
Einzelnachweise
Kategorie:Kabarettist (Deutschland) Kategorie:Sprachkritiker Kategorie:Autor Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Journalist (DDR) Kategorie:Satire Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Person (Medien, Berlin) Kategorie:Künstler (DDR) Kategorie:Schriftsteller (Berlin) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1922 Kategorie:Gestorben 2003 Kategorie:Mann