Der Pegasus ist ein Sternbild knapp nördlich des Himmelsäquators. Es ist in Mitteleuropa am abendlichen Herbsthimmel zu sehen und fällt dadurch auf, dass vier seiner Hauptsterne annähernd ein Quadrat bilden.

Beschreibung mini|links|Das Sternbild Pegasus Der Pegasus ist ein ausgedehntes Sternbild am Herbsthimmel, dessen Sternenzug als fliegendes Pferd gesehen wird. Die Sterne γ, α, β und Sirrah bilden dessen Körper – wobei Sirrah eigentlich zur Andromeda gehört. Die Sterne ζ, θ und ε stellen den Hals und Kopf des Pferdes dar. Diese Sterne führen zum Kugelsternhaufen M 15.

Geschichte Pegasus gehört zu den 48 Sternbildern der antiken Astronomie, die von Ptolemäus erwähnt wurden.

Helvetios (51 Pegasi) war der erste Hauptreihenstern (nach unserer Sonne), bei dem ein Planetensystem nachgewiesen wurde. Durch die Radialgeschwindigkeitsmethode wurde 1995 der Exoplanet Dimidium (51 Pegasi b) entdeckt, der etwa die halbe Masse des Jupiter aufweist. 2008Astronomers Capture First Images Of Newly-Discovered Planetary System. Pressemitteilung des Keck-Observatoriums, 13. November 2008; abgerufen am 21. Dezember 2018Gemini Releases Historic Discovery Image Of Planetary “First Family”. Pressemitteilung des GEMINI-Observatoriums, 13. November 2008; abgerufen am 21. Dezember 2018 und 2009Keck Observatory Pictures show Fourth Planet in Giant Solar System. Pressemitteilung des Keck-Observatoriums, 8. Dezember 2010; abgerufen am 21. Dezember 2018 konnten im ebenfalls sonnenähnlichen Stern V342 Pegasi (HR 8799) gleich vier Planeten mit 5- bis 8-facher Jupitermasse nachgewiesen werden. Auf einem der Planeten (HR 8799 c) wurde 2018 die Existenz von Wasser in der Atmosphäre bestätigt.Astronomers Confirm Water on Young Gas Giant HR 8799c. In: Science News, 23. November 2018; abgerufen am 21. Dezember 2018

Mythologie Der griechischen Mythologie nach war Pegasos ein geflügeltes Pferd, das dem Hals der todbringenden Medusa entsprang, nachdem Perseus ihr das Haupt abschlug.

Das Flügelross entfloh und wurde später von Bellerophon eingefangen, der mit ihm zahlreiche Abenteuer erlebte. Als sich aber Bellerophon zu den Göttern aufschwingen wollte, zog er sich den Zorn des Zeus zu. Zeus sandte eine Bremse aus, die Pegasus stach. Das Ross scheute und warf Bellerophon ab, der unsanft auf der Erde landete. Pegasus flog weiter zum Olymp und trägt seither die Blitze des Zeus.

Himmelsobjekte Sterne B F Namen o. andere Bezeichnungen Größe Lj Spektralklasse 8 Enif 2,39m 673 K2 Ib 53 Scheat 2,4 bis 3,0m 199 M222 II-III 54 Markab, Menkib 2,49m 140 B9.5 III 88 Algenib 2,80 bis 2,86m 333 B2 IV 44 Matar 2,93m 215 G2 II-III 42 Homam 3,41m 209 B8.5 V 48 Sadalbari 3,51m 117 M2 III 26 Biham 3,52m 97 A2V 24 3,77m 38 F5 V 47 3,97m 395 G8 II-III 1 4,08m 154 K1 III 10 Kappa Pegasi  4,14m 115 F5 IV 46 4,20m 53 F7 V 89 4,20m 53 F7 V 29 4,28m 252 F5 III 22 4,42m 173 F8IV 9 4,43m 901 G5 Ib 2 4,52m 443 M1 III 55 4,54m 322 M2 III 62 Salm, Kerb 4,6m ca. 160 A5 IV 84 4,63m 433 M3 III 56 4,76m 537 K0 Iip 35 4,78m 160 K0 III 32 4,78m 607 B9 III 43 4,80m 305 A1 IV 31 4,82m 971 B2 IV-V 22 4,86m 263 K4 III 50 4,91m 282 A1V 78 4,93m 235 K0 III 72 4,97m 548 K4 III 57 GZ Pegasi 5,05m 762 M4 IIIs+ 81 5,06m 437 M2 III 14 5,07m 303 A1 Vs 77 5,09m 818 M2 III 16 5,09m 512 B3 V 66 5,09m 330 K3 III 49 5,16 88 F7 IV 59 5,15m 253 A5 Vn 12 5,29m 1129 K0 Ib 7 5,30m 522 M2 III 82 HT 5,30m 188 A4 Vn 71 HW 5,33m 575 M5 IIIa HR 5,34m 256 K2 III 13 5,34m 109 F2 III-IV 64 5,35m 834 B6 III 30 5,37m 919 B5 IV 58 5,39m 619 B9 III 5 5,46m 321 F1 IV 75 KS Pegasi 5,49m 239 A1 Vn 51 Helvetios 5,49m 50,1 G5 V

Alpha Pegasi ist ein 140 Lichtjahre entfernter, bläulich leuchtender Stern der Spektralklasse B9. Der Name Markab ist altarabischen Ursprungs und bedeutet „Sattel“.

Der in manchen älteren Sternkarten als Delta (δ) Pegasi gelistete Stern Sirrah oder Alpheratz liegt knapp jenseits der Grenze zum Sternbild Andromeda und hat die offizielle Bezeichnung Alpha (α) Andromedae.

Mehrfachsterne System Größen Abstand 1 4,2 / 9,3m 36" 37 5,8 / 7,1m 0,6" 72 5,7 / 5,8m 0,5"

Epsilon Pegasi ist ein Dreifachsternsystem in 673 Lichtjahren Entfernung. Der Hauptstern ist extrem leuchtkräftig und besitzt die 11fache Masse und den 175fachen Durchmesser unserer Sonne. 1972 zeigte der Stern einen Helligkeitsausbruch, wobei er mit 0,70m auffallend hell wurde. Im weiten Abstand von 138 Bogensekunden befindet sich ein 7,8m heller Begleitstern, der bereits im Prismenfernglas sichtbar wird. Zur Beobachtung der dritten Komponente benötigt man ein Teleskop. Der arabische Name Enif leitet sich von „Maul“ (des Pferdes) ab.

Veränderliche Sterne Stern mVSX Periode Typ Scheat 2,31 bis 2,74 43,3 Tage Halbregelmäßig veränderlicher Stern Algenib 2,82 bis 2,86 0,1518 Tage (3,64 Stunden) Beta-Cephei-Stern LL Pegasi 9,64 bis 11,6 (K) 696 Tage Mirastern

Beta Pegasi ist ein Veränderlicher Stern in 199 Lichtjahren Entfernung. Es handelt sich um einen Roten Riesen mit dem 200-fachen Durchmesser der Sonne. Seine Helligkeit schwankt in unregelmäßigen Zeiträumen zwischen 2,4 und 3,0m. Der arabische Name Scheat bedeutet „Vorderbein“ (des Pferdes).

Gamma Pegasi ist ein 333 Lichtjahre entfernter pulsationsveränderlicher Stern vom Typ Beta-Cephei. Seine Helligkeit verändert sich geringfügig über einen Zeitraum von 3 Stunden und 47 Minuten. Der arabische Name Algenib bedeutet „Flanke“ (des Pferdes).

Messier- und NGC-Objekte

NGC 7331 und Stephans Quintett durch ein 20 cm Amateurteleskop fotografiert. miniatur|Amateuraufnahme von NGC 7331 und Stephans Quintett. Der abgebildete Bildausschnitt ist in der Aufsuchkarte markiert miniatur|Aufsuchkarte für NGC 7331 und Stephans Quintett. Das rote Rechteck entspricht dem fotografierten Ausschnitt

Messier (M) NGC sonstige Größe Typ Name 15 7078 6,2m Kugelsternhaufen 7217 10,2m Galaxie 7317 13,6m Galaxie 7318A 13,4m Galaxie 7318B 13,2m Galaxie 7319 13,3m Galaxie 7320 12,5m Galaxie 7331 9,5m Galaxie 7479 10,9m Galaxie 7673 12,5m Galaxie 7814 10,8m Galaxie

Der Kugelsternhaufen M 15 ist ca. 30.000 Lichtjahre entfernt. Im Fernglas erscheint er als nebliger Fleck. Mit einem Teleskop ab 15 cm Öffnung kann man den Sternhaufen in Einzelsterne auflösen.

NGC 7331 ist eine Spiralgalaxie vom Typ Sb in ca. 60 Millionen Lichtjahren Entfernung. Die Galaxie kann mit einem Teleskop ab 10 cm Öffnung beobachtet werden.

Die Galaxien NGC 7317, NGC 7318A, NGC 7318B, NGC 7319 und NGC 7320 bilden eine Gruppe, die Stephans Quintett genannt wird. Aufgrund ihrer Entfernung von etwa 380 Millionen Lichtjahren besitzen die Galaxien eine geringe Helligkeit. Zu ihrer Beobachtung benötigt man ein Teleskop ab 20 cm Öffnung.

NGC 7479 ist eine Balkenspiralgalaxie.

Siehe auch Liste der Sternbilder

Literatur Philip M. Bagnall: The Star Atlas Companion : What You Need to Know About the Constellations. Springer, New York 2012, ISBN 978-1-4614-0829-1, S. 342–348. Gerhard Fasching: Sternbilder und ihre Mythen. Springer, Wien 1998, ISBN 3-7091-7336-1, S. 155–157. Robin Hard: Constellation Myths, with Aratus's Phaenomena. Oxford University Press, Oxford 2015, ISBN 978-0-19-871698-3, Kap. 15. Pegasus, originally known as the Horse. Ian Ridpath: Star Tales. Lutterworth, 1988, ISBN 0-7188-2695-7, (online).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Anerkanntes Sternbild Kategorie:Pegasos