Waldböckelheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rüdesheim an. Waldböckelheim liegt im Weinanbaugebiet Nahe und ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.

Geographie mini|links|296px|Die evangelische Kirche von Waldböckelheim, umgeben von Weinbergen im Weinanbaugebiet Nahe. Waldböckelheim liegt nördlich der Nahe im Rheinischen Schiefergebirge und ist von drei erloschenen Vulkanen umgeben. Die Lage befindet sich am südlichen Rand des Naturparks Soonwald und liegt somit im Nahetal. Die höchste Erhebung ist der Welschberg mit im nördlichen Gemeindegebiet. Einer von diesen drei erloschenen Vulkanen ist der Heimberg, auf dem im Frühjahr 2008 der Heimbergturm im Nachbarort Schloßböckelheim erbaut wurde. Das Naturschutzgebiet Göttelsteiner Felsen, welches Waldböckelheim nach Norden zur Nachbargemeinde Bockenau hin abgrenzt, bietet einen Lebensraum für gefährdete und schutzwürdige Pflanzenarten.

Zu Waldböckelheim gehören auch noch die Wohnplätze Drahtwerke, Forsthaus, Goosemühle, Haus vor Leos Ruh, Marienpforterhof, Sudetenlandhof sowie der ehemalige Bahnhof im Süden von Waldböckelheim.

Geschichte Der Ort wurde am 10. Februar 824 als Becchilenheim erstmals urkundlich erwähnt. Die Vorsilbe Wald- wurde im 13. Jahrhundert vorangestellt, um sich von Gau-Bickelheim abzuheben. In der Burg Böckelheim wurde im Dezember 1105 Kaiser Heinrich IV. von seinem Sohn Heinrich V. gefangen gehalten. Zusammen mit den umliegenden Orten wurde das Amt Böckelheim gebildet. Nach mehrfach wechselndem Besitz gehörte es mehr als 300 Jahre lang zur Kurpfalz.

Am 5. Januar 1800 verübte der Schinderhannes bei Waldböckelheim einen Raubüberfall auf eine Kutsche mit den Opfern Dr. Kannstadt und den Gebrüdern Reinach.

Am 1. Januar 1969 wurde der Gebietsteil Steinhardt mit 121 Einwohnern von Waldböckelheim nach Sobernheim umgemeindet.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Waldböckelheim bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 978 1835 1.359 1871 1.562 1905 1.582 1939 1.397 Jahr Einwohner 1950 1.692 1961 1.898 1970 2.193 1978 2.286 1987 2.277 Jahr Einwohner 1997 2.380 2005 2.361 2011 2.236 2017 2.156

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Waldböckelheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG Gesamt 2024 7 4 5 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Waldböckelheim, Gemeinde- / Stadtratswahl 09.06.2024. 2019 7 5 4 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: 2014 7 5 4 16 Sitze 2009 6 5 5 16 Sitze 2004 8 5 3 16 Sitze FWG = Freie Wählergemeinschaft Waldböckelheim e. V.

Bürgermeister Helmut Schmidt (SPD) wurde 2014 Ortsbürgermeister von Waldböckelheim. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 81,62 %Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 78,40 % jeweils für fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|245px|Das neue Einkaufszentrum an der B 41 In Waldböckelheim gibt es zwei Kindergärten, eine Grundschule, eine Integrierte Realschule und eine Freiwillige Feuerwehr. Unmittelbar an Waldböckelheim vorbei führt die Bundesstraße 41. In Staudernheim ist ein Bahnhof der Bahnstrecke Bingen–Saarbrücken. Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung sind die ortsansässigen Winzer die eine Vielzahl von Weingütern betreiben.

Im September 2019 eröffneten ein Aldi Süd und ein REWE Markt direkt an der B 41.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Die Ortsgemeinde verfügt über zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude, unter anderem Die von 1833 bis 1835 im romanischen Stil erbaute katholische Kirche St. Bartholomäus in der Ortsmitte weist eine für einen doch recht kleinen Ort ungewöhnliche Doppelturmfront auf, die sich wahrscheinlich aus dem zum Bauzeitpunkt noch bestehenden Simultaneum erklären lässt; Die evangelische Bergkirche auf dem Kirchberg wurde 1863 bis 1867 im neogotischen Stil erbaut. Die ehemalige Kurmainzische Faktorei: Ein um 1575 erbautes Gebäude mit Renaissance-Standerker mit Embleme der Mainzer Erzbischöfe. Der Marienpforter Hof: Ein Weiler, der auf ein Kloster Marienpfort zurückgeht, das durch den Wilhelmitenorden vermutlich im 13. Jahrhundert gegründet wurde. Das Rathaus: 1914 im Heimatstil erbautes Gebäude Die Jagdhütte Leo’s Ruh: 1885 von Leo Gräff erbaute Jagdhütte im Waldböckelheimer Wald; wird heute für Waldfeste und als Ausflugsziel genutzt.

Persönlichkeiten In Waldböckelheim geboren Mina Koch (* 1845 als Tochter des Pfarrers Karl August Schapper), Musikerin und Kirchenliederkomponistin (Stern, auf den ich schaue) Otto Friedrich Stern (1868–1902), Physiker und Assistent Wilhelm Conrad Röntgens Philipp Gräf (1902–1979), Kommunalpolitiker, Bürgermeister, Landrat (Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland) Clemens Kost (1903–1973), Politiker (Zentrum, später CDU) Bernhard Sutor (1930–2024), Politikwissenschaftler und christlicher Sozialethiker Josef Schmidt (* 1934), Politiker (CDU), Verbandsgemeinde-Bürgermeister, Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz

Andere Persönlichkeiten Karl August Schapper (1815–1898), evangelischer Theologe und Predigerseminardirektor; bekam 1842 eine Hilfspredigerstelle in Waldböckelheim zugewiesen Waldemar Woehl (1902–1976), Herausgeber, Komponist und Musikpädagoge Doris Emmerich (* 1954), Deutsche Weinkönigin 1974/75 Bettina Dickes (* 1971), Politikerin (CDU), ehemalige Abgeordnete des Rheinland-Pfälzischen Landtags (2006–16), sowie Landrätin des Landkreises Bad Kreuznach (seit 2017); lebte einige Zeit in Waldböckelheim Jürgen Klein (* 1973), Politiker (AfD); lebt in Waldböckelheim

Literatur Reiner Seil: Chronik der Ortsgemeinde Waldböckelheim. Waldböckelheim 1999, ISBN 3-9805511-4-8. Edeltrud Boos: Die Einwohner der Bürgermeisterei Waldböckelheim 1798–1912. Ein Ortsfamilienbuch ab 1798 bis 1912 der Gemeinden Bockenau, Boos, Burgsponheim, Oberstreit, Schloßböckelheim, Sponheim, Thalböckelheim und Waldböckelheim in 3 Bänden. 2025, Band I (A–H): ISBN 978-94-038-3245-6, Band II (I–R): ISBN 978-94-038-3246-3, Band III (S–Z): ISBN 978-94-038-3247-0.

Weblinks

Internetpräsenz der Ortsgemeinde Waldböckelheim

Einzelnachweise

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