mini|Geichsenmühle
Geichsenmühle (fränkisch: Geiksa-milE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 81. Dort folgendermaßen transkribiert: „geiksəmíl“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Neuendettelsau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Geichsenmühle liegt in der Gemarkung Aich.
Geografie Die Einöde liegt an der Aurach und am Heiligenbächl, der dort als rechter Zufluss in die Aurach mündet. Sie ist nach der Hammerschmiede die zweite an der Aurach gelegene Mühle. Ein Wirtschaftsweg führt nach Mausenmühle (1 km östlich) bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,1 km westlich), die nach Geichsenhof (0,2 km südlich) bzw. an der Hammerschmiede vorbei nach Aich verläuft (0,7 km nordwestlich). Unmittelbar nördlich von der Geichsenmühle verläuft die Bundesautobahn 6.
Geschichte Der Ort wurde im Salbuch des Heilsbronner Klosters von 1402 als „Geissenmül“ erstmals urkundlich erwähnt. Wie bei Geichsenhof ist bei der Geichsenmühle das Bestimmungswort des Ortsnamens der Geißbock.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 81. Im Jahr 1408 wurde die Mühle vom damaligen Heilsbronner Abt Stromer an Eberhard Mülner vererbt.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2, S. 197.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurde für Geichsenmühle eine Mannschaft verzeichnet, die das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn hatte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 7. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 730. Um 1602 konnte die Mühle samt Zugehörungen noch für 1600 Gulden verkauft werden. Sieben Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg war alles „von Grund aus abgebrannt und das Geringste nicht mehr vorhanden“, so dass sie für nur 32 Gulden verkauft werden musste. Nach mehrfachem Besitzwechsel gelangte sie 1699 an die Familie Traumüller, ab 1770 war sie in Besitz der Familie Geißelbrecht.M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter, S. 373.
An den zuständigen Ämtern hatte sich bis Ende des 18. Jahrhunderts nichts geändert. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Geichsenmühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 27 des Ortes Aich.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 857. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 975. In der Bayerischen Uraufnahme von 1808 wurde sie als „Geigsenmühle“ verzeichnet.Geigsenmühle im BayernAtlas (Bayerische Uraufnahme)
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Geichsenmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Aich und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Aich zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 963.
Im Jahre 1963 verunglückte Georg Geißelbrecht in der Mühle tödlich. Seitdem ist die Mühle stillgelegt.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Geichsenmühle am 1. Januar 1972 nach Neuendettelsau eingegliedert.
Bau und Bodendenkmäler Haus Nr. 27 (ehemalige Sägemühle): zweigeschossiger Bau wohl aus dem 16. Jahrhundert, bezeichnet 1851, mit zweigeschossigem Fachwerkgiebel und Krangaube Fachwerk-Nebengebäude und Kleintierstall aus dem 16. bis 18. Jahrhundert Etwas nördlich war eine Siedlung der Jungsteinzeit.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1836 1840 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2013Einwohner 5 9 9 8 10 10 7 5 3 7 4 4 4HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1836 sowie von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 1 1 2 2 2 1 1 1 1 Quelle Dort Einwohnerzahl fälschlicherweise mit 70 angegeben. auf: neuendettelsau.eu Gemeindeverwaltung Neuendettelsau (Hrsg.): Neuendettelsau. Informationen, Behördenwegweiser. Neuendettelsau 2014, S. 7.
Religion mini|Fachwerk-Nebengebäude mini|Fachwerk-Nebengebäude Geichsenmühle ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Peter (Petersaurach) gepfarrt, ab 1812 war die Pfarrei St. Michael (Weißenbronn) zuständig und seit 1834 die Pfarrei St. Nikolai (Neuendettelsau). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Vitus (Veitsaurach) gepfarrt, seit 1976 ist die Pfarrei St. Franziskus (Neuendettelsau) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Neuendettelsau Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1402 Kategorie:Ort an der Aurach (Rednitz)