Der Hermann-Sinsheimer-Preis ist ein deutscher Literaturpreis, der seit 1983 in ungeraden Jahren von der pfälzischen Stadt Freinsheim (Rheinland-Pfalz) vergeben wird. Er ist mit 2500 Euro dotiert. In geraden Jahren verleiht die Stadt die Hermann-Sinsheimer-Plakette. Beide Auszeichnungen erinnern an den in Freinsheim geborenen jüdischen Schriftsteller, Theaterkritiker und Journalisten Hermann Sinsheimer (1883–1950). Dieser musste in der Zeit des Nationalsozialismus nach England fliehen; zwei seiner Geschwister wurden Opfer des Holocaust.

Die Geehrten werden nicht unbedingt als Literaten, sondern in erster Linie wegen ihrer Verdienste um die Literatur gewürdigt. Initiator der Auszeichnungen war Gert Weber (1927–2010). Dieser wurde 2006, bei der 4. Vergabe, für sein Lebenswerk selbst mit der Hermann-Sinsheimer-Plakette geehrt. Klaus Bähr (1938–2020), 28 Jahre Stadtbürgermeister, war Mitinitiator und von Beginn an Juryvorsitzender. 2009 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für 60 Jahre politisches und kulturelles Engagement, später noch die goldene Ehrennadel der Verbandsgemeinde und die Ehrenbürgerschaft der Stadt.

Preisträger Hermann-Sinsheimer-Preis2025Meron Mendel und Saba-Nur Cheema 2023 Carolin Emcke 2021 Konstantin Wecker 2019 Herta Müller 2017 Navid Kermani 2015 Rafik Schami 2013 Dieter Hildebrandt 2011 Ivan Nagel 2009 Günther Rühle 2007 Peter Scholl-Latour 2005 Christa Wolf 2003 Walter Kempowski 2001 Ralph Giordano 1999 Marion Gräfin Dönhoff 1997 Siegfried Lenz 1995 Carola Stern 1993 Hilde Domin 1991 Marcel Reich-Ranicki 1989 Walter Jens 1987 Peter Härtling 1985 Ingeborg Drewitz 1983 Wolfgang Schwarz

Weblinks Stadt Freinsheim: Hermann-Sinsheimer-Haus

Einzelnachweise

Kategorie:Literaturpreis (Rheinland-Pfalz) Kategorie:Kultur (Pfalz) Kategorie:Freinsheim Kategorie:Erstverleihung 1983